Hiobsbotschaft

Nackt bin ich aus meiner Mutter Leib hervorgekommen, und nackt werde ich dorthin zurückkehren. Der HERR hat gegeben, und der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gepriesen!
Hiob 1,21

Vor 10 Jahren erhielt ich die Diagnose Darmkrebs. Kaum einen Monat später wurde bei meiner geliebten Ehefrau ein Hirntumor festgestellt. Der Tod war für uns immer eine Realität gewesen – aber er war gewissermaßen »da draußen«. Nun war der »Schatten des Todes« in unser eigenes Zuhause eingedrungen.

Wir waren nicht die Ersten, die das erleben mussten. Vor mehreren tausend Jahren traf es einen Mann namens Hiob – einen gerechten und wohlhabenden Mann von außergewöhnlicher Gottesfurcht. Zunächst verlor er durch feindliche Überfälle seinen gesamten Besitz. Dann erreichte ihn die erschütternde Nachricht, dass alle seine Kinder in einem gewaltigen Sturm ums Leben gekommen waren. Wie reagierte Hiob auf diese allererste »Hiobsbotschaft«?

Zunächst schwieg Hiob. Während die schlimmen Nachrichten in Herz und Gedanken einsanken, ließen sie ihn wie betäubt zurück und erfüllten ihn mit tiefem Schmerz. Er war keineswegs ein gefühlskalter Stoiker. Er stand auf, zerriss sein Obergewand und schor sein Haupt – stille Zeichen seines tiefen Kummers und seiner Trauer. Alles Äußerliche war ihm genommen. Nun sollte sichtbar werden, worauf sein Herz wirklich gegründet war.

Dann sprach Hiob in ehrfürchtigem Glauben. Er bekannte: »Denn wir haben nichts in die Welt hereingebracht; so ist es offenbar, dass wir auch nichts hinausbringen können« (1.Timotheus 6,7). Doch Hiob geht noch weiter: »Der HERR hat gegeben, und der HERR hat genommen.« Der Glaube öffnet uns die Augen dafür, dass Gott in jeder Situation gegenwärtig ist und handelt – in guten wie in schweren Tagen. Deshalb flieht der Glaubende nicht vor Gott, sondern zu Gott. Immer. Wohin sonst?

Schließlich betete Hiob an. Satan hatte Gott »versprochen«, Hiob werde Gott verfluchen. Doch das Gegenteil trat ein: Hiob pries den Namen des HERRN. Gerade in den tiefsten Verlusten erfährt der Gläubige Gottes Gegenwart und Treue oft auf eine Weise, die ihm in unbeschwerten Zeiten verborgen geblieben wäre. Seine Seele wird zu einer Höhe emporgehoben, die ein oberflächlicher Schönwetter-Glaube nie kennenlernen würde.

Schweigen–glauben–anbeten.

Wie wirst du auf deine Hiobsbotschaft reagieren?

Dem amerikanischen Andachtsbuch Declaring His Glory Among the Nations entnommen. Urheber und Übersetzung: grace@logikos.club. (Vollreferenz: The Master’s Academy International. Declaring His Glory among the Nations: Daily Scripture Meditations from Pastors Around the World. Sun Valley, CA: Great Writing, 2019. ISBN 978-0-9600203-9-3)