Es frauscht im Blätterwald

Lesedauer: 9 Min.

In meiner »Kruscht- & Fun-Kiste« fiel mir neulich ein über 30 Jahre alter Artikel in die Hände über einen sprachlichen Irrsinn, für den manche mit großem Ernst und Wahn auch sterben würden (alternativ reicht auch das Superkleben an ein Redaktionsgebäude). Der Autor war jahrelang Redakteur einer Zeitschrift, ist ein Sprachgenie, vielfacher Autor und Übersetzer. Er schreibt hier mit bemerkenswerter Bissigkeit und Sarkasmus, aber erzeugt damit bei einigen ein entspanntes Schmunzeln. Wie anders, als mit Humor, sollte man die militanten Sprach:vergewalt:gender:Innen-Szene sonst ertragen können? Hier kommt ein echter »Oldie-but-Goodie«:

Das hatte gerade noch gefehlt! Da ringt man seit Jahren, was sage ich? seit Jahrzehnten, mit sich selbst und hadert mit dem Schicksal, das einem wie ein schadenfreudiger Pauker ausgerechnet Deutsch als lebenslange Hausaufgabe vor die Füsse geschmissen hat. Als ob diese Sprache, mit der sich so Tiefes und Dunkles, so Lichtvolles und Erhabenes ausdrücken lässt, wie es das berühmte deutsche Gemüt ja nur sein kann, ja, als ob diese Sprache nicht schon der Tücken und Fallen genug besässe!

Was ist passiert? Um es kurz und möglichst schmerzlos zu machen, dies: Man (frau?). Nein. es war kein unpersönlicher Jemand, sondern ein mündiger, denkender – wiewohl schadenfreudiger – Mensch, der, oder die oder geschlechtsneutral … eine Mannfrau, nein: eine Mann/Frau. Wieso der Mann zuerst? Typisch Mann! Also besser: ein Fraumann – oder heisst es: eine Fraumännin? Sehen Sie, sogar ich habe mich verfangen! Dabei habe ich inzwischen einiges Brainstorming hinter mir. Ich denke, Sie ahnen das Problem.

Jemand – das ist unschuldig, oder? Oder doch nicht? Jemand, –mand! Ist mand am Ende ein verkappter Mann, ein garstiger, hinterhältiger, arroganter Misogyne, ein Pascha?! Das wäre ja doch allerhand. Jahrhundertelang redet und tut alle Welt so unschuldig, redet frischfröhlich ganz einfach von jemand, immer und überall heisst es schlicht jemand, und das mit allen Schikanen des Dativs und Akkusativs, und man tut die ganze Zeit, als ob nichts wäre. Es ist nicht mehr als gerecht, hier aufzuräumen. Also: Jefrau hat… Halt! Wollen Sie damit behaupten, die Frau sei schuld? Wir kennen den Dreh. Cherchez la femme! Ja,ja.

Immer dieses alte Lied. Also gut, wir müssen ein anderes Wort einführen, denn Gerechtigkeit muss sein. Sollen wir einfach sagen, ein body wie die Engländer? Vielleicht ein wenig geistlos, nur ein body; ich auf alle Fälle sehe da nur Muskeln und Rundungen vor mir. Wie wäre es mit jemensch? Gefällt mir nicht schlecht.

Ich habe den Faden verloren. Wo waren wir stehengeblieben? Auf alle Fälle bei einem Unglück, bei einer Heimsuchung. 

Noch einmal von Anfang an. Eine Person – aber warum eine Person? Finden Sie das gerecht? Wieso ausgerechnet eine? Warum nicht ein Person? Geht nicht? Also gut, Grammatik ist Grammatik. Aber manchmal ist Deutsch eben doch ein Glücksfall: Sagen wir doch ein Persönchen. Das ist wunderbar neutral. Mit besagtem Persönchen begann das Unheil: 

Es ist entdeckt worden. Jetzt hab ich’s, ich fühle mich wie Archimedes in der Badewanne, als er seinen unsterblich gewordenen Urschrei aller Fündiggewordenen in die Stille der sizilianischen Nacht hinaustrompetete. Es lebe das unpersönliche und so herrlich unverfängliche Passiv! Das prophezeie ich Ihnen: Das Passiv ist die Ausdrucksweise der Zukunft! Also: Es ist entdeckt worden, dass unsere Sprache sexistisch verseucht ist, jawohl: sexistisch verseucht. Keine Angst, sexistisch hat nichts mit unbotmässigem Sex zu tun, wir sind hier anständige Leute; es geht dennoch um etwas Ungeheuerliches: die sprachliche Diskriminierung zwischen den Geschlechtern! Wer hätte der scheinbar so unschuldigen Sprache so etwas Niederträchtiges zugetraut? Damit auch die begriffsstutzigsten Gemüter – ich sehe nach allem, was ich bisher erfahren musste, ein, dass auch ich zu diesen gehöre – ein Einsehen hätten, begann man gleich eine wahre Sturzflut von Belegen zu liefern. Workshops wirkten, Zeitschriften wurden zu Dutzenden aus der Taufe gehoben, zuhauf fanden sich sexistisch Aufgebrachte zu Zirkeln zusammen, Kommissionen tagten, kurz und gut: Man rückte dem sexistischen Ungeheuer, das sich jahrtausendelang wie ein fetter Parasit in unserem schönen Sprachkörper eingenistet hatte, zu Leibe. Schliesslich sollte man, pardon! frau oder man/frau oder frau/man, nein: hier und in diesem Fall eindeutig man – die sind ja das Problem! – wissen, wie ernst die Sache ist. Und nun einige Belege:

Ein erstes Beispiel: Im Zeitalter bemannter Raumflüge hinkt die Sprache wie ein alter Patriarch, schlimmer als der neunhundertjährige Methusalem, hinter der Entwicklung her; sie hat noch nicht kapiert, dass auch Frauen den Raum erobert haben. Fortan hat es zu heissen: befraute Raumflüge. Protest von der Männerseite. Wird akzeptiert; also in Zukunft sind solche Flüge als bemenscht zu bezeichnen. Die NASA nennt sie seit einiger Zeit habitated. Na ja, bewohnt, warum nicht, immer noch besser als dieses patriarchalisch fixierte manned

Oder dies: Da konnte man in den zahllosen Zeitungen deutschsprachiger Lande jahraus jahrein Sätze wie den folgenden lesen: «Unter den Konferenzteilnehmern herrschte einhellig die Meinung …» Ist Ihnen etwas aufgefallen? Wahrscheinlich nicht, und damit sind Sie der beste Beweis dafür, wie nötig hier Aufklärung ist: Es herrscht immer jemand – Verzeihung, wir hatten uns ja auf jemensch geeinigt – oder etwas, sogar etwas scheinbar so Unschuldiges wie das Wetter oder eine modische Meinung. Dem hat man, nein – wann kapierst du es endlich? –, frau abgeholfen. Seither frauscht es im Blätterwald. Das ist nicht mehr als recht, oder? 

Aus naheliegenden Gründen wird sich die Männerwelt problemlos mit den Klabauter-, Hampel- und Buhfrauen anfreunden, pardon, anfreundinnen, sind wir doch ganz froh, wenn nicht ewig den Männern die schwarze Petra (diesmal bin ich nicht hereingefallen!) zugeschoben wird. Denn das muss um der Gerechtigkeit willen auch einmal gesagt sein: In der Schweiz drohen – gewiss, pädagogisch unterbelichtete, mit denen wir alle Geduld haben wollen – Eltern seit Jahrhunderten ihren Sprösslingen, der Böölimaa sperre sie in den Keller, wenn sie nicht sofort Ruhe geben und einschlafen. Ich habe nie gehört. dass mit dem Bööliwiib gedroht worden wäre. Aber da dürfen wir jetzt auf Änderung dieses untragbaren Zustandes hoffen. Auch ans Strichfräulein werden wir uns gewöhnen, aber den Mann im Mond, den lassen wir uns nicht kampflos nehmen, und wenn’s den Herrinnen der Schöpfung nicht passt, dann haben sie ja immer noch das geschlechtsneutrale Mondkalb. 

Verzeihen Sie, ich bin ein wenig abgeschweift. Es ging ja um Belege für die patriarchalisch beherrschte – sic! denn hier geht aus offensichtlichen Gründen «befrauscht» nicht – Sprache. Die sind nun einmal nicht von der Hand zu weisen, aber ich habe trotzdem noch Bauchweh. Schüchtern und vorsichtig – man (immer noch nicht kapiert? man/frau!) kann heutzutage nicht vorsichtig genug sein – frage ich immer noch, ob denn die Sprache nicht auch so kompliziert genug sei. Auf diesem Schlachtfeld voller sexistischer Tretminen muss man ja höllisch aufpassen. Dieser sprachliche Sexismus ist zwar erschütternd, das will ich nicht abstreiten, aber sehen Sie, ich bin kein Jüngling mehr, und einem alten Hund bringt man nicht mehr so leicht das Sitzen bei. Da kann es einem sonst vor lauter Aufpassen ergehen wie einem leibhaftigen bundesdeutschen Minister. Er wandte sich mit diesen Worten an eine vor ihm versammelte Kinderschar: «Liebe Kindinnen, liebe Kinder». Der arme Mann, er hätte sich die Zunge abbeissen mögen, als er seinen Ausrutscher bemerkte. Am andern Tag zitierte ihn nicht nur die Lokalpresse, sondern zu seinem Entsetzen musste er seinen Versprecher auch noch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lesen. Also, seien wir doch nicht so stur, lassen wir die Sprache Sprache sein. Ho, da machen wir die Rechnung aber ohne den Wirt, pardon, ohne die Wirtin! Sie stemmt die Fäuste in die Hüften und verschiesst mit ihren Augen so wütende Blitze, dass ich schnell den Kopf einziehe: Auch diese letzte Bastion der Ungleichheit muss fallen! Und sie wird fallen! Wenn frau will, steht sogar die Sonne still! Ich wage es ganz vorsichtig und strecke noch einmal einen Finger in die Luft; denn ich habe ein Problem. Hoffentlich merkt es die Wirtin nicht, aber ich wende mich jetzt an Sie, liebe Leserinnen. Zuerst dachte ich auch, das sei ein ungeheurer Fortschritt, eine historische Befreiungstat, als man von Kolleglnnen, FahrerInnen. Partnerlnnen usw. zu schreiben anfing. Endlich Gerechtigkeit! Aber wissen Sie, liebeR LeserIn, wie man all diese -Innen liest, ich meine nicht leise und nur mit den Augen, sondern laut? Wie lauten die Dinger, diese verflixten Hermaphroditen. diese doppelgeschlechtigen Ungeheuer, die – seien wir ehrlich – noch kein Mensch gesehen hat? Wie heissen sie. wenn man von ihnen spricht? Muss man bei GenossInnen bei Genoss- die Stimme heben und dann bei -Innen senken. zwischen beiden absetzen oder nicht absetzen, zuerst senken, dann heben. oder am Ende keines von beiden? Ich bin ratlos. Wer hilft mir? ■

Quelle und Disclaimer

Textquelle: Benedikt Peters – factum November/Dezember 1992 (S. 28–30)

Disclaimer. Dieser Beitrag wird mit seiner Wiedergabe hier weder vereinnahmt noch zu eigen gemacht. Lustig ist er trotzdem! Und lehrhaft. Sogar ernst!

Schon vor Hunderten von Jahren hatten kluge Fürsten Hofnarren. Der englische König Henry VIII hatte seinen Will Sommers. Der französische König Francis I of France hatte seinen Triboulet. Man gönnte sich also seinen »Jester«. Keineswegs nur zur Unterhaltung. Der Hofnarr erfüllte oft eine wichtige politische und soziale Funktion. Denn er durfte die Wahrheit sagen. Er durfte Dinge aussprechen, die sonst niemand zu sagen wagte. Ein Fürst lebte oft in einer Welt von Schmeichlern, Höflingen und abhängigen Beamten. Wer offen Kritik übte, riskierte Karriere, Freiheit oder sogar sein Leben.

Der Hofnarr hingegen genoss Narrenfreiheit. Unter dem Deckmantel des Witzes konnte er zum Beispiel sagen: »Majestät, Ihr seid heute wieder so weise wie gestern – und gestern habt Ihr Euch geirrt.« – Als Triboulet eines Tages seinen König grob beleidigte, wurde er vom König zum Tode verurteilt. Als letzte Gnade durfte Triboulet die Art seines Todes wählen. Da sagte Triboulet: »Sire, ich möchte an Altersschwäche sterben.« Der König musste lachen und begnadigte ihn.

Mit der Abschaffung der Hofnarren im 17.–18. Jahrhundert kam es zum Aufstieg moderner Bürokratien. Aber es galt weiter: Der kluge Herrscher/Minister/Führer suchte sich Menschen, die ihm widersprachen. Der dumme Herrscher umgab sich mit Menschen, die ihm zustimmten. – Das kann man bis heute in Politik, Wirtschaft und Kirche/Gemeinde beobachten.

Hymns That Stick: The Solid Rock

My hope is built on nothing less
than Jesus‘ blood and righteousness;
I dare not trust the sweetest frame,
but wholly lean on Jesus‘ name.

Refrain:
On Christ, the solid Rock, I stand:
| : all other ground is sinking sand
. : |

When darkness veils his lovely face,
I rest on his unchanging grace;
in every high and stormy gale,
my anchor holds within the veil.

His oath, his covenant, his blood,
support me in the whelming flood;
when all around my soul gives way,
he then is all my hope and stay.

When he shall come with trumpet sound,
O may I then in him be found:
dressed in his righteousness alone,
faultless to stand before the throne.

–Edward Mote (1797–1874), 1834

Music/Noten: hier.

Edward Mote soll die ersten Zeilen dieses Liedes spontan bei einem Spaziergang formuliert haben. Es spiegelt seine gute, biblisch fundierte Theologie wieder: reformatorische Rechtfertigungslehre, Christuszentriertheit, Gewissheit allein in Christus und Ablehnung subjektiver Heilsgrundlagen (die letztlich nie weit genug tragen können). Diese Hymne ist ein musikalisches solus Christus. Sie zu singen, sorgt für den wahren »sweetest frame«, für die schönsten Empfindungen und die beste Herzensstimmung, die einem Christen eignet.

Gottes Sohn | Ein Gedichtentwurf

1. Gottes Sohn! Die Seel’ erbebet,
Schauend Deines Antlitz’ Licht;
Vaters Lieb’ es wiedergebet:
O welch heller Strahlen Sicht!
Deine Allmacht, Deine Weisheit
Preist die Schöpfung, preist der Sinn.
Himmel, Erde künden allzeit:
Du bist Jahwe, der „ICH BIN“! 
2. Gottes Sohn! Wer kann erschätzen
Deine Wonn’ im Vaterhaus,
Ew’ge Freude, nah am Herzen,
Eins mit Ihm im Lichtgebraus.
Welche Liebe, welch Erbarmen,
Dass Du rettest Abra’ms Stamm!
Wurdest Mensch, kamst zu uns Armen,
Um zu sterben, Gottes Lamm! 
3. Gottes Sohn! Wir sehn Dich liegen:
Kleines Kind im Futterstall,
Wie ein Fremdling, arm, vertrieben,
wurdest Nächster von uns all’.
Wenn wir sehn Dich in dem Garten
Blutgeschwitzt in tiefer Not,
Strahlt die Gnad, nach langem Warten,
endlich hell im Sohn, o Gott! 
4. Gottes Lamm! Wir sehn Dich hängen,
Festgenagelt an dem Holz,
Folgend Deiner Liebe Drängen
Sühntest Du für Adams Stolz.
Wurdest Opfer für die Deinen,
Gabst für sie Dein teures Blut.
Ewig Dank und Ruhm in Reimen
erschalle Dir in Liebesglut! 
5. Gottes Sohn! einst für uns sterbend,
Du wirst kommen auf die Erd’.
Alle Feinde werden bebend
Anerkennen Deinen Wert.
Dann versammelst Du die Deinen:
Neue Erde, Friedensort.
Lob wird schallen, all die Seinen
Jubeln, preisen immerfort! 

Gedichtentwurf im altem kirchlichen Stil und Metrum 8-7-8-7-8-7-8-7 von grace@logikos.club | September 2025.

Nachsatz zur Selbsterkenntnis: Das Schreiben solcher Texte sollte Menschen vorbehalten bleiben, die von Gott mit entsprechenden Gaben ausgestattet wurden. Umso mehr schätzen wir deren Werke, mit denen wir Gott in besonderer Weise unser Lob und unseren Dank zum Ausdruck bringen können. Und was wäre ein gutes Gedicht, wenn es nicht mit passender Musik veredelt die Seele vor Gott auf Schwingen des Glücks erhebe?

The Lord’s Day – Tag des Herrn (John Newton)

How welcome to the saints, when pressed
With six days noise, and care, and toil,
Is the returning day of rest,
Which hides them from the world awhile!

Now, from the throng withdrawn away,
They seem to breathe a different air;
Composed and softened by the day,
All things another aspect wear.

How happy if their lot is cast
Where statedly the gospel sounds!
The word is honey to their taste,
Renews their strength, and heals their wounds!

Though pinched with poverty at home,
With sharp afflictions daily fed,
It makes amends, if they can come
To God’s own house for heavenly bread!

With joy they hasten to the place
Where they their Saviour oft have met;
And while they feast upon his grace,
Their burdens and their griefs forget.

This favoured lot, my friends, is ours,
May we the privilege improve,
And find these consecrated hours
Sweet earnests of the joys above!

We thank thee for thy day, O Lord:
Here we thy promised presence seek;
Open thine hand, with blessings stored,
And give us manna for the week.

– John Newton (1725–1807)
zit. nach: Hymns and Spiritual Songs for the use of Christians (1803), S. 84f.

Soli Deo Gloria

Soli Deo Gloria

Allein zu Deiner Ehre hast Du die Welt gemacht,
zum Lobpreis Deiner Herrlichkeit Dir jeden Teil erdacht.
Allein um Deine Ehre, allein um Deinen Ruhm
dreht sich all dein Handeln, dreht sich all Dein Tun.

Allein Deine Ehre, Deine Herrlichkeit,
ist, was wir suchen wollen, schon jetzt in dieser Zeit.
Nimm Du unsre Herzen, reiß sie zu Dir empor,
dass unser Leben Dich verherrlicht mehr als je zuvor.
Soli Deo Gloria!

Allein zu Deiner Ehre hast Du uns, Herr, erlöst,
durch Christi Tod und Auferstehn uns mit Dir selbst versöhnt.
Zum Lobpreis Deiner Gnade und Barmherzigkeit
hast Du uns vorherbestimmt in Ihm vor aller Zeit.

Allein zu Deiner Ehre soll unser Leben sein,
ein Opfer, das Dir wohlgefällt, durch das Dein Wesen scheint.
Allein um Deine Ehre, allein um Deinen Ruhm,
soll sich unser Denken drehn, Fühlen und auch Tun.

© Rudolf Tissen (2016) | zitiert nach: Einklang (2. Aufl., Bielefeld: CLV, 2019), Nr. 235.

Bildquelle: Johann Michael Funcke, Buchschmuck (de.wikipedia.org).

Das mittige Sigel enthält im Zentrum ein Sonnensymbol mit dem hebr. Tetragrammaton (JHWH=Jahwe), daneben der lat. Ausspruch »HOC DUCE« = »unter diesem Führer« (hoc = Ablativ von hic (»dieser«), duce = Ablativ von dux (»Führer«, »Leiter«, »Anführer«); zus. bildet das einen Ablativus absolutus) und darunter eine blühende Sonnenblume, die unter den Sonnenstrahlen offenbar gut gedeiht.

Der Schriftzug inmitten des Sonnensymbols zeigt, dass nicht die Sonne selbst das Göttliche ist, sondern der treue Bundesgott Israels, der hier symbolisiert wird: die Sonne steht als Offenbarungslicht, Lebensspender und Herrlichkeitszeichen für Gott selbst.

Diese protestantisch-barocke Emblematik aus dem frühen 18. Jahrhundert spielt wahrscheinlich u.a. auf die biblischen Aussagen in Maleachi 1,11 und 3,20 (4,2) an. Der Gläubige richtet sich unter Gottes Führung ganz auf Gott aus und entfaltet unter seinem Licht Leben, Blüte und Fruchtbarkeit.

Die Sonnenblume wurde im 17.–18. Jahrhundert häufig auch zum Symbol eines treuen Christen, gehorsamen Dieners oder allgemeiner: eines auf Gott ausgerichteten Herzens. Man findet ähnliche Embleme auch im Pietismus, bei den Herrnhutern, in Emblembüchern und gelegentlich auf Kanzeln oder Grabsteinen.

Vielleicht wollte der Erfurter Buchdrucker und Verleger Funcke damit sagen: »Soli Deo Gloria — hoc duce floreo.«, also: »Gott allein die Ehre — unter seiner Führung blühe ich.« Das wäre ganz typisch für die protestantisch-barocke Frömmigkeitssymbolik.

Ein Leben ohne Liebe ist kein Leben (Fundsache)

Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos
Recht ohne Liebe macht hart
Wahrheit ohne Liebe macht kritisch
Erziehung ohne Liebe macht rebellisch
Klugheit ohne Liebe macht gerissen
Freundschaft ohne Liebe macht heuchlerisch
Ordnung ohne Liebe macht pedantisch
Bildung ohne Liebe macht eingebildet
Macht ohne Liebe macht gewalttätig
Ehre ohne Liebe macht arrogant
Besitz ohne Liebe macht geizig
Glaube ohne Liebe macht fanatisch

»GOTT IST LIEBE« (Die Bibel, 1. Johannes 4,8)

Lies 1. Korinther 13 und 1. Johannesbrief!

Danke, Glaubensschwester!

Immer wieder vergesse ich in dieser schnelllebigen Zeit »Danke!« zu sagen. Oft bin ich wirklich dankbar, aber manchmal vergesse ich einfach, dies die Leute auch wissen zu lassen. So nehme mir heute einmal die Zeit, Dir, meiner Schwester in der Familie Gottes, ein herzliches Dankeschön zu sagen.

Hebräer 10,25 sagt uns, dass wir die Zusammenkünfte nicht versäumen sollen, und Du hast Dir diesen Vers zu Herzen genommen. Woche für Woche sehe ich Dich in den Versammlungsstunden der Gemeinde. Das ist für mich eine echte Ermutigung. Ich weiß, dass einige von Euch ungläubige Ehemänner haben und dass Eure Umstände nicht immer die einfachsten sind. Ich schätze Deinen Einsatz und die Opfer, die Du bringst. Noch besser sieht und bewertet dies unser Herr und Heiland Jesus Christus.

In 1Thessalonicher 5,17 werden wir angehalten, ohne Unterlass zu beten. Ich weiß, dass einige von Euch für mich beten. So steht über meinem Leben die beständige Herausforderung, ein Leben zu leben, das sich Deines Einsatzes im Gebet für mich als würdig erweist. Ganz besonders möchte ich Dir dafür danken, dass Du für mich betest, wenn ich lehre oder predige. Die Verantwortung, das Wort Gottes klar und praktisch verpflichtend weiterzugeben, ist zu groß für mich, als dass ich sie ohne Dein Gebet tragen könnte.

In Römer 12,13 wird uns gesagt, dass wir Gastfreundschaft üben sollen. Ein Mahl mit Gläubigen zu teilen hat für mich immer etwas ganz Besonderes. Ich weiß noch, wie ich als Student und Junggeselle die Gastfreundschaft von Geschwistern im Herrn so positiv erfahren durfte. Das traf auch —oder gerade— auf die einfachsten Mahlzeiten zu, die wir teilen durften. Gastfreundschaft hat mir viel gegeben, teilweise lebenslange Freundschaften und Erinnerungen. Deswegen preise ich mich auch glücklich, dass der Herr Jesus mir eine gastfreundliche Ehefrau zur Seite gestellt hat, und dass ich mit ihr dem Herrn und den Seinen etwas davon zurückgeben darf. Danke, liebe Glaubensschwester, dass Du ebenfalls von Herzen mit der Pflege der Gastfreundschaft »gute Werke« tun willst (1Timotheus 5,10).

In Philemon 1,7 sagt der Apostel Paulus zu seinem Freund »ich hatte große Freude und großen Trost durch deine Liebe«. Das trifft auch auf mich zu. Deine christliche Liebe hat mir Freude und Trost gebracht — auch wenn ich einmal nicht gerade sehr liebenswert war. Auch nach Versagen und Rückschlägen versuche ich immer wieder, »mein Bestes« für Christus und Seine Gemeinde zu geben, und Du hast mir oft mit einem Wort der Ermutigung dabei geholfen.

1Korinther 14,34 sagt, dass die Frauen in den Gemeindeversammlungen schweigen sollen. Ich habe gelernt, Deine aktive, aber stille, Beteiligung an den Versammlungen wertzuschätzen. Ich vermute, dass es oft Dein stilles Gebet ist, das die Atmosphäre beim Brotbrechen bestimmt. Vielleicht bekomme ich nie die Chance, alle diese Gebete zu hören, aber ich weiß ganz sicher, dass sie alle gehört werden! Ich weiß, dass Deine Gebete einen wichtigen Beitrag zur Anbetung leisten und ich danke Dir dafür. Dein aktives Stillesein ist mir ein gutes Vorbild. Ich selbst erlebe nicht selten, dass mir die Worte fehlen, um zu sagen, was mich im Herzen bewegt. Du bist ein lebendiges Beispiel dafür, dass geistlich gesonnene Menschen ihr Herz auch schweigend im Gebet vor unserem himmlischen Vater ausschütten können.

1Korinther 11,3 spricht von Haupt-sein. Deine feine und sanfte Unterordnung unter Dein Haupt ist für mich eine beständige Erinnerung daran, dass auch ich mich meinem Haupt –Jesus Christus– unterwerfen muss. Dein Beispiel hat mir dabei geholfen. Früher, als Kind, gehorchte ich meinen Eltern. Heute ordne ich mich den Ältesten der Gemeinde unter. Selbst in meinem »weltlichen« Beruf muss ich mich meinem Vorgesetzten unterordnen. Du hast demonstriert, dass sich eine Person unterordnen kann, ohne in irgendeiner Weise deswegen geringwertiger zu sein. Du bist genauso im Bilde Gottes geschaffen, würdig und wertvoll, wie jedermann. Es tut mir leid, wenn irgendein Mann diese Lektion (immer) noch nicht verstanden hat.

Ich lese in Sprüche 31 von der tüchtigen Frau. In verschiedener Hinsicht habe ich ihre Qualitäten auch in Deinem Leben gesehen. Auch Du arbeitest hart und fleißig. Auch Du bist gütig und herzlich. In Sprüche 31,23 sehen wir, dass ihr Ehemann unter dem Volk und bei den Führern des Volkes geachtet war. Ein Gutteil des Respekts, den ich bezüglich mancher Männer in der Gemeinde empfinde, hat seine Ursache in den feinen, christlichen Qualitäten, die deren Ehefrauen offenbaren. Damit hat sich manche Ehe­frau als doppeltes »Schmuckstück« (Sprüche 12,4) erwiesen.

Wir leben in einer sexuell aufgeladenen Atmosphäre und von Zeit zu Zeit ist es für einen Mann nicht leicht, seine Gedanken von sündigen Dingen abzuhalten. Du folgst in der Wahl und Gestaltung Deines Äußeren 1Timotheus 2,9 und ich schätze Deine Schamhaftigkeit und Sittsamkeit. Es ist leicht, mit Unanständigkeit Aufsehen zu erregen, aber Du fällst auf wegen Deiner Schicklichkeit.

Zum Schluss möchte ich Dir, liebe gläubige Mutter, für die harte Arbeit danken, die Du im Aufziehen der nächsten Generation der Heiligen leistest. Wie bei einer Lois oder Eunice (2Timotheus 1,5) kann  sich Dein ungeheuchelter Glaube in Deinen Kindern wieder zeigen. Wir leben in einer Welt, die auf Mütter wie auf Aschenbrödel »mitleidig« herabschaut, aber ich sehe oft mit Bewunderung auf Dich.

Vielen Dank, Schwester! Gott segne Dich!

Dein Glaubensbruder 

Calvinist werden – In 5 einfachen Schritten ;-))

Adaptiert von Jesse Johnson, How to become a Calvinist in 5 easy steps (The Cripplegate, 2. August 2022). Jesse Johnson ist Gemeindehirte und Lehrer der Immanuel Bible Church in Springfield, VA. Außerdem leitet er den Standort von The Master’s Seminary in Washington DC. Übersetzung, Adaptierung sowie Endnoten von grace@logikos.club.

In meinem Dienst als Gemeindehirte habe ich einen überraschenden Trend festgestellt. Die Menschen, die ich treffe und die sich für „Die 5 Punkte des Calvinismus“ (bekannt unter dem Akronym TULIP) begeistern, haben im Allgemeinen den gleichen Weg eingeschlagen, um dorthin zu gelangen. Das ist zwar nicht der Weg, den ich erwartet hätte, aber ich denke, ich sollte nicht überrascht sein, denn er deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen.

Um ihnen Zeit zu sparen, habe ich diesen Prozess auf fünf einfache Schritte reduziert: „How to become a Calvinist in 5 easy steps“. Wollen sie sich für die Souveränität Gottes im Heil begeistern, TULIPs (engl. „Tulpen“) in jedem Feld entdecken und die historischen Lehren der biblischen Heilslehre (Soteriologie) vorbehaltlos annehmen, die von fast allen Menschen mit auch nur halbwegs guter Theologie in der Kirchengeschichte vertreten worden sind? Nein, sie wollen das nicht? Nun, dann haben sie Glück, denn genau an diesem Punkt fangen wir an:

(1) Beginnen sie in einer Gemeinde, die Gottes Souveränität nicht lehrt. Damit meine ich nicht, dass sie eine Gemeinde finden sollen, die einfach nur die Bibel lehrt, ohne ständig darauf hinzuweisen, um welchen Teil von TULIP es sich handelt. Nein, machen sie langsam, sie werden schon noch dorthin kommen. Fürs Erste sollten sie ihre Reise in einer Gemeinde mit 20-minütigen Minipredigten beginnen. Eine Gemeinde, die denkt, dass (Er-)Wählen etwas sei, was man alle vier Jahre im Wahllokal macht. Sie müssen unbedingt eine Kirche finden, die ihnen sagt: „Halten sie sich von der Theologie fern, das ist gefährliches Zeugs!“ Wenn sie diesen Weg gehen wollen, müssen sie in einer Gemeinde anfangen, die ihnen etwas sagt wie: „Gott wählt nicht aus, wer gerettet wird, das ist Quatsch!“ Wenn der Pastor zufällig Epheser 1 oder Römer 9 vorliest, brauchen sie dazu eine Erklärung, die ungefähr so lautet: „Wenn in der Bibel von ‚Vorbestimmung‘ die Rede ist, heißt das: Gott gibt eine Stimme ab, Satan gibt eine Stimme ab und jeder Mensch hat dann die Möglichkeit, die entscheidende Stimme abzugeben.“ Wenn sie eine Kirche finden, in der der Pastor in einer Predigt einen Stift hochhält und sagt: „Wenn Gott souverän wäre, würde er mich daran hindern, den Stift fallen zu lassen“ und dann den Stift fallen lässt, dann haben sie einen guten Startpunkt für ihren Weg gefunden.

(2) Stoßen sie „zufällig“ auf den Calvinismus. Machen sie sich bloß noch keine Gedanken über den Gebrauch des Wortes „zufällig“. Nach Schritt 5 werden sie dieses Wort nicht mehr verwenden wollen, aber jetzt ist es noch erlaubt. Vielleicht stolpern sie in der Schule über eine Predigt von Jonathan Edwards [1] oder sie finden einen YouTube-Clip von John MacArthur [2]. Vielleicht gibt Ihnen ein Freund eine Spurgeon-Predigt [3], ohne sie vorher sorgfältig geprüft zu haben. Was auch immer es ist: Lesen sie es, hören sie es sich an und ärgern sie sich dann darüber. Werden sie richtig wütend! Schreien sie das Buch/Video an: „Was ist dann mit denen, die das Evangelium noch nie gehört haben!!! Das ist nicht F-A-I-R.“ So, oder so ähnlich. Das Entscheidende ist, so wütend zu werden, dass Schritt 3 unvermeidlich wird.

(3) Lesen sie anti-calvinistische Literatur. Jemand gibt ihnen ein Buch, um ihnen zu „helfen“, das zu verstehen, was sie gerade gelesen haben und was sie wütend gemacht hat. Zum Beispiel ein Gesprächsgruppenleiter aus der Gemeinde oder ein Freund deiner Eltern. Im Idealfall heißt dieses Buch „Calvinismus entlarvt!!!“. Dieses Buch muss – und das ist nicht verhandelbar – ihnen sagen, dass der Calvinismus nicht mit Evangelisation oder Mission vereinbar sei. Extrapunkte gibt es, wenn es ihnen sagt, dass die Prädestination (Vorherbestimmung der Geretteten) nicht wahr sei, weil Calvin in den 1690er Jahren Menschen auf dem Scheiterhaufen umbrachte, wie dies die Amerikaner zu dieser Zeit auch taten [4]. Außerdem habe John Wesley eine schlechte Ehe gehabt. Bei diesem Schritt gilt: Je absurder, desto besser! Denn dies alles bereitet sie auf Schritt 4 vor.

(4) Suchen sie nach einem besseren Weg als den des Calvinismus‘. Sie stellen fest, dass viele berühmte Evangelisten Calvinisten waren, dass der Calvinismus die weltweite Mission immens vorantrieb, dass Calvin selbst erst 1500 Jahre nach Epheser 1 auftrat und dass Wesley sowieso kein Calvinist war. Im Grunde genommen stellen sie fest, dass es mit dem Buch, das sie gerade gelesen haben, wohl einige logische und inhaltliche Probleme gibt. An diesem Punkt suchen sie also nach etwas Hilfreicherem. Nun – und das kann ich nicht genug betonen – müssen sie ein Buch finden, das behauptet, einen besseren Weg als den Calvinismus anzubieten. Vielleicht sogar einen „Sowohl-als-auch“-Ansatz. Wenn es die Formulierung „4-Punkte-Calvinismus“ enthält, umso besser! Idealerweise besorgen sie sich so etwas wie Norm Geislers Chosen but Free [5] oder The Five Points of Calvinism von Bryson [6]. Lesen sie es. Lesen sie es noch einmal. Machen sie sich Notizen. Verschlingen sie es. Lesen sie es, als wäre es wahr. Versuchen sie, alles aufzusaugen. Schließlich wollen sie immer noch kein Calvinist werden. Pfui, bloß nicht!

OK, haben sie Chosen but Free (oder etwas Ähnliches) gelesen? Prima. Mal sehen, wie lange sie das durchhalten können.

Die Wahrheit ist, dass diese Bücher nicht funktionieren. Sie mögen zwar die Spannung zwischen Freiheit und Souveränität anerkennen, aber sie formulieren selten einen Weg, wie man Freiheit und Souveränität in biblischer, voller Spannung stehen lassen kann. Vielmehr versuchen deren Autoren, sie zu überzeugen, dass sie stets die Souveränität Gottes herunterspielen und gleichzeitig felsenfest am „freien Willen“ [sog. „libertine Freiheit“; A.d.Ü.] des Menschen festhalten sollten. Diese Bücher geben dabei noch nicht einmal eine vernünftige Antwort auf die Frage: „Frei von was?“ Kurz gesagt: Sie können und dürfen hier nicht stehen bleiben. Die meisten Menschen werden hier gleich aussteigen und einfach beschließen, nie wieder über dieses Thema nachzudenken. Aber sie gehören nicht zu diesen Menschen! Stattdessen ist dies der Moment, auf den sie gewartet und auf den sie hingearbeitet haben. All Ihre harte Arbeit wird sich jetzt auszahlen:

(5) Lesen sie etwas Gutes, das den Calvinismus richtig erklärt – und zwar von einem Calvinisten  – und beenden sie die Reise. Schnappen sie sich The Potter’s Freedom und genießen sie James White, wie er Chosen but Free demontiert [7]. Schnappen sie sich Sklave von John MacArthur [8] und lassen sie sich von den Metaphern der Bibel in den Bann ziehen. Sie wollen etwas Kürzeres? Versuchen sie J. I. Packers Evangelisation und die Souveränität Gottes [9]. Oh, oh, oh, hier kommt sogar eine kostenlose Quelle: John Pipers Was wir über die fünf Punkte des Calvinismus lehren [10]. Sind Predigten ihr bevorzugtes Medium? Dann versuchen sie die 10-teilige Serie The Doctrines of Grace von MacArthur [11].

Haben sie Bryson gelesen? In der Debatte Who Controls Salvation? schießt White das Buch mit Dynamit ins All [12]. Möchten sie lieber etwas weniger Gefährliches in die Hände nehmen? Greifen sie zu Boice und Ryken mit Die Lehren der Gnade: Eine Erklärung und Verteidigung der fünf Punkte des Calvinismus, einem ruhigen und gewinnbringenden Spaziergang durch das TULIP-Feld [13]. Lesen sie, und beobachten sie dabei, wie sich die Gänseblümchen in ihrem Herzen langsam in TULIPs (Tulpen) verwandeln.

Und wenn sie aus dem Dunstkreis der „Brüderbewegung“ (sog. Plymouth Brethren, D: Christliche Versammlung) kommen, dann lesen sie die hervorragende Darstellung von Stevenson, Die Brüder und die Lehren der Gnade. Wie stand die Brüderbewegung des 19. Jahrhunderts zur calvinistischen Heilslehre? Sie werden staunen, wie große Teile der Bewegung ihre Fundierung der Heilslehre im Wort Gottes nach und nach loslassen und in eine mehr und mehr anthropozentrische Sicht abgleiten konnte. Als „Bruder“ werden sie verstehen, dass man zurück zur Quelle muss, wenn man rein(er)es Wasser trinken will (hier einer vom Anfang).

Nun, wenn sie all diese Schritte befolgt haben, sollten sie an der Ziellinie angekommen sein. Ich weiß, ich weiß: Sie sind diesen Weg gegangen und sind nun als Calvinist herausgekommen, was genau das war, was sie am Anfang vermeiden wollten. Aber das ist in Ordnung: Gott wollte ihnen Gutes tun und sich damit verherrlichen.


Endnoten

[1] Sinners in the hands of an angry God, https://www.blueletterbible.org/comm/edwards_jonathan/sermons/sinners.cfm

[2] How is limited atonement true when Scripture teaches that Christ died for the whole world?, https://www.youtube.com/watch?v=35poj19FXEg

[3] A Defense of Calvinism, https://reformed.org/calvinism/a-defense-of-calvinism-by-c-h-spurgeon/

[4] Hier wird wohl auf die Hexenprozesse von Salem (Salem witch trials) im Jahr 1692 angespielt; deren Opfer wurden allerdings größtenteils durch Erhängen hingerichtet. (A.d.Ü.)

[5] Norman L. Geisler, Chosen But Free – A Balanced View Of God’s Sovereignty And Free Will. 3. Aufl. Minneapolis, MN: Bethany House, 2010.

[6] George L Bryson, The Five Points of Calvinism: Weighed and Found Wanting. Lansing, MI: Calvary Chapel Publishing, 2015.

[7] James R. White, The Potter’s Freedom – A Defense of the Reformation and a Rebuttal of Norman Geisler’s Choosen but Free. Amityville, NY: Calvary Press Publishing, 2000.

[8] John MacArthur, Slave: The Hidden Truth About Your Identity in Christ. Nashville, TN: Thomas Nelson, 2010. Deutsche Version: Die unterschlagene Wahrheit über deine Identität in Christus. Augustdorf: Betanien, 2014.

[9] James Innell Packer, Evangelism and the Sovereignty of God. Nottingham: Inter Varsity, 1961. Neuere Ausgabe mit Vorwort von Mark Dever: Downers Grove, IL: InterVarsityPress, 2012. Deutsche Fassung: Prädestination und Verantwortung – Gott und Mensch in der Verkündigung.Verlag für Glaube, Theologie & Gemeinde (VGTG), 2021.

[10] John Piper, What We Believe About the Five Points of Calvinism. Blog-Artikel von desiringGod vom 1. März 1985 (https://www.desiringgod.org/articles/what-we-believe-about-the-five-points-of-calvinism).

[11] John MacArthur, The Doctrines of Grace. Predigtserie, 2004, 2005. Siehe: https://www.gty.org/library/topical-series-library/280/The-Doctrines-of-Grace.

[12] Who Controls Salvation? – White vs Bryson. YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=O1KJY-PpKFs (2:47:44 Std.)

[13] James Montgomery Boice und Philip Graham Ryken, The Doctrines of Grace: Rediscovering the Evangelical Gospel. Nachdruck der ersten Ausgabe von 2002. Wheaton, IL: Crossway, 2009. Deutsche Ausgabe: Die Lehren der Gnade: Eine Erklärung und Verteidigung der fünf Punkte des Calvinismus. Augustdorf: Betanien, 2009.

[14] Mark R. Stevenson, The Doctrines of Grace in an Unexpected Place. Calvinistic Soteriology in Nineteenth-Century Brethren Thought. Eugene, OR: Wipf and Stock, 2007 (ISBN 978-1-4982-8111-9). Deutsch: Mark R. Stevenson, Die Brüder und die Lehren der Gnade. Wie stand die Brüderbewegung des 19. Jahrhunderts zur calvinistischen Heilslehre? Bielefeld: CLV, 2019.

Gloria in excelsis Deo

Und es waren Hirten in derselben Gegend, die auf freiem Feld blieben und in der Nacht Wache hielten über ihre Herde. Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich mit großer Furcht.
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird; denn euch ist heute in der Stadt Davids ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr.
Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge des himmlischen Heeres, das Gott lobte und sprach:
Herrlichkeit Gott in der Höhe
und Friede auf der Erde,
an den Menschen des Wohlgefallens!

Lukasevangelium 2,8-14 (ELBCSV, FN zu 2,14)

Gloria in excelsis Deo
et in terra pax hominibus bonae voluntatis.
Laudamus te, benedicimus te, adoramus te, glorificamus te,
gratias agimus tibi propter magnam gloriam tuam,
Domine Deus, Rex caelestis,
Deus Pater omnipotens,
Domine Fili unigenite, Jesu Christe,
Domine Deus, Agnus Dei,
Filius Patris,
qui tollis peccata mundi, miserere nobis;
qui tollis peccata mundi, suscipe deprecationem nostram.
Qui sedes ad dexteram Patris, miserere nobis.
Quoniam tu solus Sanctus,
tu solus Dominus,
tu solus Altissimus, Jesu Christe,
cum Sancto Spiritu:
in gloria Dei Patris.
Amen.

Ehre sei Gott in der Höhe
und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
Wir loben dich, wir preisen dich, wir beten dich an,
wir rühmen dich und danken dir, denn groß ist deine Herrlichkeit:
Herr und Gott, König des Himmels,
Gott und Vater, Herrscher über das All,
Herr, eingeborener Sohn, Jesus Christus.
Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters,
du nimmst hinweg die Sünden der Welt: Erbarme dich unser;
du nimmst hinweg die Sünden der Welt: Nimm an unser Gebet.
Du sitzest zur Rechten des Vaters: Erbarme dich unser.
Denn du allein bist der Heilige,
du allein der Herr,
du allein der Höchste, Jesus Christus,
mit dem Heiligen Geist,
zur Ehre Gottes des Vaters.
Amen.

Quellen

Bildnachweis: D. Lucas Evangelistes (Ausschnitt) von Dietrich Krüger (Hamburg, 1615) aus der Reihe Die vier Evangelisten. Druck auf Papier (293 x 217 mm). Rijksmuseum Amsterdam. Rechte: CC0 1.0 Universal (CC0 1.0) Public Domain Dedication.

All Praise to Christ

To HIM who loved us long ago,
Before we came to be,
Who left his throne for earth below
To save a wretch like me:
To HIM who freed us from our sin
By dying on the cross,
To make us whole without, within,
Redeemed from dreadful loss:
All praise to Christ from grateful men
Forevermore. Amen.

Lyrics aus: James Montgomery Boice und Philip Graham Ryken, The Doctrines of Grace, Wheaton, IL (Crossway) 2002, S. 5.