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Alexander Strauch
Biblische Ältestenschaft. Handbuch für schriftgemäße Gemeindeleitung.
Überarb. u. erw. Neuausgabe
(Dillenburg: CVD, 2025), 608 Seiten.
Alexander Strauch ist seit mindestens 30 Jahren bekannter Autor und Seminarleiter zum Thema Biblische Ältestenschaft. Sein gleichnamiges Buch ist Lehrunterlage in vielen Gemeinden und Bibelseminaren. Etliche Studienführer und Kursunterlagen beziehen sich ganz konkret auf die Lektüre in diesem Buch. Auch wir haben es in einigen christlichen Gemeinden und einer Bibelschule verwendet, Alexander Strauch sprach auch 2025 auf einer »Hirtenkonferenz« (EBTC, Wittenberg) zum Thema.
Nun ist sein Standardwerk 2025 in überarbeiteter und erweiterter Auflage auf Deutsch herausgekommen (CV Dillenburg). Das Wichtigste des umfangreichen Materials wird in Kapitel 30 zusammengefasst in Form einer kommentierten Inhaltsangabe mit 53 Punkten. Im Folgenden wird als Kurzfassung der Verlagstext und anschließend »Das Wichtigste« wiedergegeben.
Buchbeschreibung (Verlagstext)
»Biblische Ältestenschaft ist seit 30 Jahren das Standardwerk zur biblischen Lehre über Ältestenschaft: der gemeinschaftlichen pastoralen Leitung einer Gemeinde durch eine biblisch qualifizierte, vom Geist eingesetzte Ältestenschaft. Das Buch hat ein weltweites Erwachen zu diesem oft vernachlässigten und missverstandenen Thema bewirkt. Die Neuausgabe wurde umfassend überarbeitet und erweitert. Alle, die solide Bibelexegese lieben, werden dankbar dafür sein. Jede neutestamentliche Stelle zum Thema wird sorgfältig erklärt und interpretiert, sodass die biblischen Autoren selbst zu Wort kommen. Alle Schlüsselfragen werden angesprochen, neueste bibelwissenschaftliche Erkenntnisse werden dabei beachtet. So dient dieses Handbuch als Kommentar, Ressource und Lehrbuch zur Förderung von Ältesten als Hirten. Es wird auch in den kommenden Jahren das Standardwerk sein.«
Das Wichtigste (Kapitel 30)
1. Biblische Ältestenschaft beruht auf der Oberzeugung, dass die von Gott eingegebene Heilige Schrift ausreicht, um die Ordnungen und Leitungsstrukturen unserer Gemeinden zu gestalten.
2. Dieses Buch soll dazu beitragen, die biblische Lehre von der Ältestenschaft als Gemeindeleitung wiederherzustellen und klar zu definieren. Dabei handelt es sich um die gemeinschaftliche Leitung durch ein Team von biblisch qualifizierten und vom Heiligen Geist eingesetzten Ältesten. Einleitung.
3. Jesus Christus lehrte seine Jünger die Prinzipien von Demut, Dienstbereitschaft, brüderlicher Gleichheit und Liebe. Jesus lehrte „dienende Führung“ und lehnte das Modell des „starken Mannes„ als Führungsstil ab. Kapitel 1.
4. Jesus Christus gab seiner Gemeinde in den zwölf Aposteln eine Leitung durch mehrere Männer – nicht einen leitenden Apostel, der von elf Assistenten unterstützt wird, sondem zwölf an der Zahl, alle gleichermaßen Apostel und Brüder, die in Harmonie zusammenarbeiten, um die erste christliche Gemeinschaft zu leiten und zu belehren. Kapitel 1.
5. Unter den zwölf Aposteln stechen besonders Petrus, Jakobus und Johannes als Schlüsselfiguren hervor, wobei Petrus·der markanteste Leiter und Wortführer der Gruppe ist. Jesus hatte offensichtlich keine Schwierigkeiten, die Gleichheit der Zwölf zu lehren und gleichzeitig ihre unterschiedlichen Begabungen und Führungsfähigkeiten anzuerkennen. Kapitel 1.
6. Petrus wurde kein besonderer oder exklusiver Titel verliehen, der ihn von den anderen unterschieden hätte. Er besaß keinen kirchlichen oder offiziellen Rang und stand nicht über den anderen elf Aposteln. Sie waren nicht seine Untergebenen. Kapitel 3.
7. Die ersten judenchristlichen Ältesten empfingen und verwalteten Spendengelder für die Gemeinde, halfen bei der Lösung von Konflikten, beurteilten kritische Lehrfragen und schützten die Gemeinde vor Irrlehrern. Kapitel 6.
8. Die Leitung durch ein Gremium von Männern, die die Ältesten (presbyteroi) genannt wurden, war den Juden und den Lesern des griechischen Alten Testaments gut bekannt. Der Ältestenrat war eine der frühesten und grundlegendsten Institutionen in Israel. Älteste waren in erster Linie als Männer mit Erfahrung und Weisheit bekannt. Israels Älteste besaßen erhebliche Autorität in bestimmten zivilen, häuslichen und religiösen Angelegenheiten. Kapitel 6.
9. Der Begriff Ältester (presbyteros) steht für einen Leiter, der von derGemeinschaft respektiert wird und Reife, Erfahrung und Weisheit besitzt. Wenn der Begriff für die Gemeindeleitung verwendet wird, steht er fast immer im Plural: die Ältesten. Das liegt daran, dass die Ältestenstruktur eine gemeinschaftliche Leitung durch ein Gremium von Funktionsträgern ist, nicht die Leitung durch eine Einzelperson. Ein Ältester ist immer Teil eines Gremiums. Kapitel 6.
10. Paulus und Barnabas ernannten ein Team von Ältesten, nicht einen einzelnen Pastor, um jede ihrer neu gegründeten Gemeinden zu leiten (Apg 14,23). Das griechische Wort für ,,wählen“ (cheirotoneo) bedeutet „ernennen“, „einsetzen“ oder „auswählen“. Grammatik und Kontext weisen eindeutig darauf hin, dass Paulus und Barnabas die Auswahl vornahmen, nicht die Gemeinde. Kapitel 7.
11. In einem persönlichen Gespräch ermahnte Paulus die Ältesten in Ephesus, sein Beispiel nachzuahmen: Er forderte von ihnen (1) einen demütigen, sklavenähnlichen Dienst für den Herrn Jesus Christus, (2) eine gründliche Belehrung über „den ganzen Rat-schluss Gottes“, (3) eine völlige Hingabe an die Verkündigung des Evangeliums der Gnade Gottes, (4) harte Arbeit und Selbstversorgung und (5) eine großzügige Versorgung der armen und bedürftigen Mitglieder der Gemeinde (Apg 20,18–21). Kapitel 8, 10.
12. Paulus forderte alle Ältesten auf, sorgfältig auf ihr eigenes geistliches Leben zu achten und die Herde Gottes wachsam vor Irrlehrern zu schützen – die sowohl von außerhalb der Gemeinde als auch von innen auftreten konnten (Apg 20,28). Alle Ältesten werden vom Geist angewiesen, auf die ständige Gefahr durch Wolfe zu achten, die die Schafe fressen wollen. Kapitel 9.
13. Der Heilige Geist Gottes ernennt die Ältesten zu „Aufsehern“, die die ausdrückliche Aufgabe bekleiden, die Gemeinde Gottes zu hüten (Apg 20,28). Kapitel 9.
14. In Anlehnung an das Bild des Hirten bestehen die Aufgaben der Ältesten im Großen und Ganzen darin, (1) die Herde mit reichhaltiger Nahrung aus der von Gott inspirierten Schrift zu ernähren, (2) die Herde vor wolfsähnlichen Irrlehrern zu schützen, (3) die Herde durch die Stürme des Lebens und zu grünen Weiden zu führen und (4) für die praktischen Bedürfnisse der Gemeinde Gottes zu sorgen. Ein wichtiger Grundsatz der biblischen Ältestenschaft ist, dass man sie als Team von Leitern der Gemeinde betrachten sollte, nicht als einen Vereinsvorstand. Kapitel 2, 9, 10.
15. So wie es eine Vielzahl von Ältesten gibt, gibt es auch eine Vielzahl von Aufsehern; tatsachlich werden die Begriffe synonym verwendet (Phil 1,1). Kapitel 11.
16. Das griechische Wort für Aufseher ist episkopos, das allgemein als Bezeichnung für verschiedene Arten von Amtsträgern verwendet wurde. Das Wort beschreibt einen Wächter, einen Vorgesetzten, einen Vormund, einen Beamten mit Machtbefugnissen. Aufseher betont den funktionalen Aspekt der Ältestenschaft, während Ältester den Status und die Würde der Ältesten hervorhebt. Kapitel 11.
17. Die Diakone (diakonoi) sind die offiziellen Assistenten der Aufseher. Sie unterstützen die Aufseher/Ältesten am besten dadurch, dass sie ihnen helfen, sich auf ihre Hauptaufgaben zu konzentrieren: die Herde Gottes zu ernähren, zu führen und zu schützen. Kapitel 11.
18. Laut Neuem Testament gibt es in einer Ortsgemeinde nur zwei anerkannte Gruppen von Funktionsträgern: Aufseher/Älteste und Diakone. Über ihnen gibt es keinen übergeordneten Dienst oder Funktionsträger, weder einen leitenden Pastor noch einen ordinierten Geistlichen oder einen Bischof. Kapitel 11.
19. Das Neue Testament legt großen Wert auf die moralischen und geistlichen Qualifikationen derer, die als Älteste dienen. Das Neue Testament enthalt mehr Anweisungen über die Qualifikationen von Ältesten als über jeden anderen Aspekt des Ältestendienstes. Kapitel 4, 12-13.
20. Ein Ältester muss in ehelicher Treue leben und seine Familie gut führen (1Tim 3,2-5). Kapitel 14, 21.
21. Alle Ältesten müssen die biblischen Qualifikationen für den Dienst erfüllen, unabhängig davon, ob sie der Gemeinde hauptamtlich oder nebenberuflich dienen. Kapitel 4.
22. Nichts ist in den Augen vieler Zeitgenossen anstößiger als die biblische Forderung nach einer ausschließlich männlichen Ältestenschaft (1Tim 2,8-3,13). Eine biblische Ältestenschaft ist jedoch eine rein männliche. Kapitel 5.
23. Sowohl Älteste als auch Diakone müssen öffentlich auf ihre Qualifikation und Eignung für den Dienst geprüft werden (1Tim 3,10). Die ordnungsgemäße Prüfung eines Ältestenkandidaten ist genau der Punkt, an dem viele Gemeinden versagen. Das Verfahren er-fordert Zeit und Mühe, und viele Gemeinden meinen, sie seien zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, um sich diese Mühe zu machen. Ein großer Fehler! Kapitel 15, 28.
24. Als das offiziell anerkannte Leitungsgremium der Gemeinde beauftragte „die Ältestenschaft“ Timotheus durch Handauflegung mit der vollzeitlichen Arbeit am Evangelium (1Tim 4,14). Kapitel 15.
25. Obwohl alle Ältesten dasselbe Amt, denselben Titel, dieselbe Verantwortung und Aufgabe haben, gibt es unter ihnen eine reiche Vielfalt an Begabungen, Lebenserfahrung und individueller Lebensführung durch den Herrn. Älteste unterscheiden sich in Bezug auf ihre Verfügbarkeit, ihre rhetorischen Fähigkeiten, ihre Führungsqualitäten, ihre Bibelkenntnisse und ihre Lehrkompetenzen. Kapitel 3, 17.
26. Älteste, die der Gemeinde eine klare Führung geben, besonders diejenigen, die sich in der Verkündigung und Lehre des Wortes abmühen, verdienen eine doppelte Ehre durch die Gemeinde. Die doppelte Ehre kann sowohl Respekt als auch finanzielle Entschädigung einschließen (1Tim 5,17-18). Kapitel 16-17.
27. Obwohl alle Ältesten in der Lage sein müssen, zu lehren, haben nicht alle die geistliche Gabe des Lehrens oder den gleichen Grad an Befähigung zum Lehren oder zur Verkündigung des Evangeliums. Die Gabe der Lehre gibt es in vielen Stilen und Varianten. Das bedeutet, dass einige Älteste eine wichtigere Rolle im öffentlichen Lehrdienst haben werden. Bemerkenswert ist, dass Paulus diesen Ältesten keinen besonderen Titel zuweist. Kapitel 17.
28. Eine weitere Möglichkeit, wie die Gemeinde ihre Ältesten ehrt, ist der Schutz vor böswilliger Verleumdung und unbegründeten Anschuldigungen (1Tim 5,19). Kapitel 18.
29. Wenn die Anschuldigung gegen einen Ältesten, dass er gesündigt hat, durch Zeugen bestätigt wird, der Älteste sich aber der Zurechtweisung widersetzt und weiter sündigt, dann soll er vor der ganzen Gemeinde zurechtgewiesen werden, damit die anderen sich fürchten (1Tim 5,20). Kapitel 18.i
30. Da die Bibel die menschliche Neigung kennt, harten Tatsachen und unangenehmen Konfrontationen aus dem Weg zu gehen, befiehlt sie den Ältesten und der Gemeinde, bei der öffentlichen Zurechtweisung von sündigenden Ältesten mutig und unparteiisch zu handeln (1Tim 5,21). Kapitel 19.
31. Eine Möglichkeit, traumatische Situationen wie die Zurechtweisung von Gemeindeleitern für die Ältesten zu minimieren, besteht darin, die voreilige Ernennung neuer Ältester zu ver-meiden: „Die Hände lege niemand schnell auf“ (1Tim 5,22). Die Folge einer zu schnellen, unbedachten Ernennung eines Ältesten könnte bedeuten, dass man mitschuldig ,,an fremden Sünden“ wird, die ein unqualifizierter, ungeeigneter Ältester verursacht. Kapitel 19.i
32. Wenn eine ehrliche, sorgfältige Prüfung des Charakters und des Lebenswandels einer Person geschieht, spricht alles dafür, dass Gründe für eine eventuelle Untauglichkeit aufgedeckt oder gute Führungsqualitäten offenbart werden (1Tim 5,24-25). Kapitel 19.
33. Titus sollte das, was in den Gemeinden mangelte, in Ordnung bringen und an jedem Ort, an dem es eine Zusammenkunft von Christen gab, Älteste einsetzen (Tit 1,5). Titus sollte dies genau so tun, wie Paulus es ihm ,,geboten“ hatte. Kapitel 20.
34. Ein Ältester/Verwalter ist Gottes Verwalter und hat somit eine höchst verantwortungsvolle Position, die sowohl einen vertrauenswürdigen Charakter als auch administrative Kompetenzen erfordert (Tit 1,7). Kapitel 22.
35. Ein Ältester muss sich mit ganzem Herzen für die Wahrheiten des Evangeliums einsetzen (Tit 1,9). Kapitel 23.
36. Alle Ältesten müssen in der Lage sein, andere in gesunder Lehre zu unterweisen, falsche Lehrer zu entlarven und sie mutig zurechtzuweisen (Tit 1,9). Kapitel 23.
37. Die Ältesten sollen die Herde Gottes hüten und die geistliche Aufsicht über die Herde ausüben. Sie sind die Unterhirten des „Oberhirten“ (1Petr 5,4). Kapitel 24.
38. Die Ältesten sollen die Aufsicht für die Gesamtgemeinde in einer Weise ausüben, die Gott gutheißen kann: (1) nicht unter Zwang, sondern freiwillig, (2) nicht aus schändlicher Gewinnsucht, sondern bereitwillig, und (3) nicht, indem sie die Herde beherrschen, sondern indem sie ihr ein Vorbild sind (1Petr 5,2-3). Kapitel 24.
39. Der Tag der Belohnung wird kommen: „Und wenn der Oberhirte offenbar geworden ist, so werdet ihr den unverwelklichen Siegeskranz der Herrlichkeit empfangen.“ Welch eine Zeit des Sieges, der Anerkennung, der Herrlichkeit und der Freude wird das Erscheinen Christi den bescheidenen, unbeachteten Ältesten bringen, die treu die Herde Gottes gehütet haben (1Petr 5,4). Kapitel 24.
40. Die Ältesten sollen das Volk Gottes in einem Geist der Demut leiten, sonst werden sie unweigerlich ihre Autorität missbrauchen und Spaltungen verursachen. Kapitel 24.
41. Da die beiden bekanntesten Apostel die Ältesten – und keine andere Person oder Gruppe – beauftragt haben, die Herde Gottes zu hüten, können wir daraus schließen, dass generell Älteste nach biblischen Maßstäben für die geistliche Aufsicht über die einzelne Herde verantwortlich sind, die Gott ihnen zugewiesen hat Kapitel 9, 24.
42. Manche Leute sagen: „Man kann doch nicht erwarten, dass ein Mann den ganzen Tag arbeitet, eine Familie versorgt und auch noch einer Gemeinde als Ältester dient.“ Aber das ist nicht wahr. Viele Menschen gründen Familien, haben einen Job und engagieren sich in erheblichem Umfang in der Gemeinde, beim Sport, beim Hausbau oder in anderen Bereichen. Das eigentliche Problem liegt nicht in unserer begrenzten Zeit, sondern in falschen Vorstellungen über die Arbeit, das christliche Leben und die Lebensprioritäten. Kapitel 2.
43. In Zeiten schwerer Krankheit soll man die Ältesten der Gemeinde rufen, damit sie für die kranke Person beten und sie mit Öl salben (Jak 5,14–15). Wenn die Krankheit auf Sünde zurückzuführen ist, sollen die Ältesten dem leidenden Gläubigen eine geistliche Begleitung und guten Rat geben. Kapitel 25.
44. Die Ältesten in Thessalonich arbeiteten eifrig, um die neue Gemeinde zu führen, zu korrigieren und zu unterweisen (1Thes 5,12–13). Kapitel 26.
45. Die Gemeinde soll ihre tüchtigen und fleißigen Ältesten anerkennen und ihnen im Geiste der christlichen Liebe mit großer Wertschätzung begegnen (1Thes 5,12–13). Kapitel 26.
46. Die Ältesten und die Gemeinde sollen sich gemeinsam um Frieden bemühen (1Thes 5,13). Kapitel 26.
47. Die Ältesten sind geistliche Wächter und schützen die Gläubigen. Außerdem müssen sie vor Gott Rechenschaft ablegen, ob sie ihrer Verantwortung nachgekommen sind, über die Seelen der Kinder Gottes zu wachen (Hebr 13,17).Kapitel 27.
48. Wenn sich die Mitglieder der Gemeinde weigern, auf die Warnungen der Ältesten vor falschen Lehren und inakzeptablem Verhalten zu hören, „seufzen und stöhnen“ die Leiter darüber. Wer sich weigert, auf die Rufe und Bitten seiner geistlichen Leiter zu hören, verliert die von Gott gegebenen Segnungen des Hirtendienstes. In der Tat werden sie wegen ihres Ungehorsams gegenüber den von Gott eingesetzten Leitern geistlichen Schiffbruch erleiden (Hebr 13,17; NeÜ). Kapitel 27.
49. Die Ältesten einer Gemeinde und die Gemeinde sind auf eine Weise miteinander verbunden, die manchmal schwer zu beschreiben ist. In der Beziehung zwischen ihnen kann es zu Spannungen und Missverständnissen kommen, die im Neuen Testament nicht im Einzelnen behandelt werden. Als Gottes Verwalter haben die Ältesten die Freiheit, die Beziehung zwischen ihnen und der Gemeinde so zu gestalten, dass sie effektiv zusammenarbeiten und als Einheit gute Entscheidungen treffen können. Kapitel 28.
50. Allein mehrere Älteste zu haben, reicht nicht aus. Die Ältesten müssen ihre Aufgabe, Gottes Herde zu hüten, effektiv erfüllen, oder die Herde wird leiden. Eine gemeinsame geistliche Leitung kann sich in der Theorie gut anhören, die Umsetzung in der Praxis kann aber eine Herausforderung sein. Kapitel 29.
51. Älteste sind Verwalter von Gottes Haus (Tit 1,7). Deshalb müssen sie solide organisatorische Prinzipien und klareKommunikationswege festlegen, sonst wird die Gemeinde leiden. Eine unorganisierte und undisziplinierte Ältestenschaft wird sich mit der Zeit als Hindernis für das Wohlergehen von Gottes Herde und Gottes Haus erweisen. Kapitel 29.
52. Einer der wichtigsten Faktoren bei der Gestaltung einer effektiven Ältestenschaft ist Schulung, Schulung und nochmal Schulung. Die Ausbildung, Begleitung und Forderung künftiger Leiter und Lehrer muss für jede Ältestenschaft Priorität haben. Das Christentum betont die intensive Arbeit der Nachfolge, dazu gehört die Lehre und das vorbildliche Leben, sodass man einem geistlich gereiften Menschen gern nacheifern möchte. Kapitel 29.
53. Gott hat seine Gemeinde mit einer passenden Leitungsstruktur für die Ortsgemeinde ausgestattet – die geistliche Aufsicht durch mehrere biblisch qualifizierte Manner, die vom Heiligen Geist eingesetzt wurden. Die Ältesten arbeiten als wirklich Gleichgestellte zusammen und bringen ihre reiche Vielfalt an individuellen Begabungen und Funktionen in den Dienst ein. In den Worten der Heiligen Schrift bilden sie „die Ältestenschaft“ (vgl. 1Tim 4,14). Dies ist die konsistente Lehre der Heiligen Schrift: Apg 14,23; 15,2–16,4; 20,17–38; 21,18–25; Phil 1,1; 1Thes 5,12–13; 1Tim 3,1–7; 5,17–25; Tit 1,5–9; Hebr 13,17; Jak 5,14–15; 1Petr 5,1–5. Kapitel 28.
