Was war nochmal die Frage? – Eine Rezension von: Die Fünf [sic!] Punkte des Calvinismus (Peter Streitenberger)

Peter Streitenberger
Die Fünf Punkte des Calvinismus – Eine Antwort
CMD, 2007, Pb., 160 Seiten | ISBN: 978-3939833086

Der Herausgeber ist der Christliche Mediendienst Hünfeld GmbH (CMD) mit dem unter dem Namen Karl Plock als Geschäftsführer auftretenden Wilfried Plock (mediendienst.org). Das Buch geisterte in mehreren Fassungen schon etliche Jahre vor der Druckherausgabe auf der Website des Herausgebers/Inhabers und an anderer Stelle im Internet in PDF-Form oder als E-Book herum (bibelkreis.ch; siehe auch: Konferenz für Gemeindegründung, Nr. 87, 3/2006, www.kfg.org). Im Vorwort des Buches schreibt Plock, Streitenberger sei »es gelungen, die relativ komplexe Thematik verständlich darzustellen.« Inhaltlich stellt sich Plock, der auch Leiter der KfG Deutschland ist, voll hinter Streitenbergers Aussagen und meint, dieses Buch sei »notwendig«.

Der Autor, Peter Streitenberger (*1979), ist Diplom-Sozialpädagoge (FH). Er hat im Zweitstudium Germanistik und Philosophie studiert. Eine 67seitige Kurzfassung dieses Buches reichte er später (2010) als Magisterarbeit an der Universität Eichstätt-Ingolstadt ein; sie wurde vom Nürnberger Verlag für Theologie und Religionswissenschaft (VTR) 2012 veröffentlicht. Streitenberger ist im deutschsprachigen Raum wegen seiner anti-calvinistischen Beiträge (und deren oft bedauernswert schlechtem Stil) auf der Webseite bibelkreis.ch bekannt geworden. Ein Beitrag von ihm auf academia.edu aus dem Jahr 2019 zeigt, dass er diesen Stil und Inhalt weiter pflegt. Auch die vielen Fehler in Satzbau und Orthographie sind sehr störend.

Zu Inhalt und Ziel. Streitenberger verfolgt mit diesem Buch die Zielsetzung: »Der Leser soll in die Lage versetzt werden, die grundlegenden Gedankenketten zu verstehen, um dadurch selbst prüfen zu können, ob die Lehre Calvins, die heute wieder verstärkt vertreten und verkündigt wird, akzeptiert werden kann oder nicht.« Bei solcher Zielsetzung muss man diese Gedankenketten erst einmal sachlich und richtig präsentieren. Da der Autor das Urteil über »die Lehre Calvins« dann dem Leser selbst überlassen will (er soll »selbst prüfen«), kann er sich ein eigenes Urteil über diese Lehre eigentlich sparen.

Leider werden beide vom Autor angegebenen Zielsetzungen nicht erreicht. Dies wurde in vielen Rezensionen nachgewiesen, kurzen und ausführlichen, wie folgende mit Zitaten kommentierte Liste aufzeigt.

Rezensionen

1. Joachim Schmitsdorf: Rezension: Peter Streitenberger, Die fünf Punkte des Calvinismus. Eine Antwort. (Quelle im Web hier; PDF; Backup)

»Das Buch beginnt schon mit dem Irrtum, die Erwählung sei der „Kerngedanke“ sowie „Dreh- und Angelpunkt“ der calvinistischen Lehre (S. 14). … Diese durch die Synode von Dordrecht 1618-1619 formulierten „fünf Punkte“ sind nicht mit „dem Calvinismus“ gleichzusetzen.«
»Immer wieder beruft sich Streitenberger auf Dave Hunts Buch What Love is This?, doch dieses ist die denkbar schlechteste Quelle zum Thema; es ist voll schlechter Argumente und sachlicher Fehler«.
»Fazit. Dem selbst gestellten Anspruch, seine Aussagen müssten „sich daran messen lassen, ob sie mit Gottes Wort in Einklang stehen“ (S. 11), wird dieses Buch nicht gerecht.«

2. Was war nochmals die Frage? – Eine Rezension des Buches „Die fünf Punkte des Calvinismus – Eine Antwort“ von Peter Streitenberger. (Archivkopie PDF) – Eine ausführliche Diskussion der Inhalte, Argumente und des Stils dieses Buches (19 Seiten).

»Diese Rezension gliedert sich in die Aspekte: Erster Eindruck, Polemik, Kriterien, Zitate, Bibelkritik, Calvinismus, Begriffe, Anmaßung, Ein weiterer Kardinalfehler, Vernebelungstaktik, Fazit sowie eine Schlussempfehlung. Insgesamt nötigt sich der Eindruck auf, dass hier die bereits überlegen widerlegte –weil sachlich und biblisch nicht haltbare– Polemik von Dave Hunts „What love is this?” in neuem, trübem Aufguss serviert und fast unverhohlen Gemeindespaltung gefo(e)rdert wird
»Streitenberger liefert m.E. eine zu sehr verkürzte und überdies verzerrte Darstellung, die nicht empfohlen werden kann. Wer eine ausgewogene Darstellung und ggf. Korrektur sowohl der arminianischen als auch der calvinistischen Sondersichten aus biblischer Perspektive finden will, kann auf viel bessere und sachlich angemessenere Quellen zurückgreifen, insbesondere solche von Menschen, die vor Gottes Wort tiefe Ehrfurcht hatten/haben und vermitteln und schon von daher empfehlenswert sind.«

3. Sebastian Merk: Buch-Rezension: Die Fünf Punkte des Calvinismus – Eine Antwort. (Quelle im Web unter www.evangeliums.net)

»Die fast inflationäre Verwendung von Sekundärzitaten erschwert die Überprüfung der Quellenangaben erheblich und ist unüblich. Mängel im Lektorat des Buches finden sich auf den S. 39, 85, 101, 102, 130.«
»Bezüglich der persönlichen Bekehrung Calvins Zweifel zu säen und damit Rückschlüsse auf die von ihm formulierte Dogmatik zu ziehen, ist angesichts der Tatsache, dass das Infragestellen der Errettung wohl der schwerste denkbare Angriff auf einen Christen ist, ein unerfreulicher Abschnitt der Lektüre
»Auch die Ausführungen zu der Rolle Calvins in Bezug auf Hieronymus Bolsec und Michael Servetus sind einseitig und oberflächlich
»Obwohl der Autor und der Verleger diese Schrift als sachlichen Diskussionsbeitrag verstanden wissen möchten, wird sie vom Leser über weite Strecken als kämpferische Streitschrift empfunden, die ein hartes Urteil über eine der Hauptströmungen der evangelischen Theologie enthält
»Dieses Buch wird NICHT empfohlen



Zum Heil wurde mir bitteres Leid…

Siehe, zum Heil wurde mir bitteres Leid: Du zogst liebevoll meine Seele aus der Vernichtung Grube; denn alle meine Sünden hast du hinter deinen Rücken geworfen.

Jesaja 38,17

Steht Deine Hütte gerade in Flammen?

Der einzige Überlebende eines Schiffbruchs wurde an eine kleine, unbewohnte Insel gespült. Er betete intensiv zu Gott um seine Rettung. Jeden Tag suchte er den Horizont nach Hilfe ab, aber es war niemand zu erkennen. Schließlich war er ganz erschöpft, aber er schaffte es noch, aus dem angespülten Holz eine kleine Hütte zu bauen, um Schutz vor der Sonne und schlechtem Wetter zu haben und um seine wenigen Besitzstücke aufzubewahren.

An einem Tag, an dem er die Inseln wieder nach ein paar essbaren Dingen durchstreift hatte, fand er heimkommend seine Hütte lichterloh in Flammen vor. Der Rauch stieg auf zum Himmel. Das Allerschlimmste war passiert: Er hatte auch noch das Wenige, das er besaß, komplett verloren. Gebrochen von Trauer und Zorn rief er aus: »Gott, wie konntest Du mir das antun!«

Am folgenden Morgen erwachte er durch das Geräusch eines Schiffes, das sich der Insel näherte. Es kam, um ihn zu retten! »Woher wusstet ihr, dass ich hier bin?«, rief er aus. »Wir haben dein Rauchsignal gesehen!«, kam die Antwort.

Ein Mensch ist bald entmutigt, wenn es nicht gut geht. Aber wir brauchen den Mut nicht zu verlieren, denn Gott ist in unserem Leben am Werk, sogar mitten in Schmerz und Leiden. Denke einmal darüber nach, beim nächsten Mal, wenn Deine Hütte mal wieder abbrennt: Vielleicht ist es einfach ein Rauchsignal, wodurch Dir Gottes Gnade näher gebracht wird!



Nach einem Artikel (o. V.) in: Bode von het Heil in Christus (Vaassen, NL), Jg. 143, Nr. 6/7 (Juni/Juli 2000).