Ist die Bibel paradox?

Ob das stimmt, kommt darauf an, was der Begriff „paradox“ in dieser Aussage bedeuten soll. Will man im formalen und objektiven Sinn sagen, die Bibel sei „widersprüchlich“ oder „antinomisch“? Oder will man eher unscharf „paradox“ als ein Synonym für „absonderlich, absurd, abwegig, befremdend, befremdlich, bizarr, blödsinnig, hirnrissig, komisch, kurios, merkwürdig, seltsam, sonderbar, unsinnig, verquer, verwunderlich“ (usw.) verwenden? Oder will jemand damit nur subjektiv und selbstreflektierend ausdrücken, dass ihm die Bibel „schwer verständlich“ oder „seiner Erfahrungswelt fremd“ ist?

Falls man an die göttliche Inspiration und mithin Fehler- und Irrtumsfreiheit der biblischen Originalschriften glaubt, sträuben sich die Haare, wenn der Heiligen Schrift objektiv Eigenschaften zugeschrieben werden, die der Eigenschaft der Wahrheit fremd, fern oder gegensätzlich sind. Der Sohn Gottes sagte: »Dein Wort ist Wahrheit« (Johannes 17,17). Damit ist die Sache für einen glaubenden Christen hinreichend geklärt. Diese Feststellung ist mitnichten eine intellektuell-verkopfte, rein theoretische Sache. Sie hat vielmehr direkten Zusammenhang mit der Praxis des Christenlebens, der Heiligung und dem Ziel der Nachfolge, nämlich so zu werden wie Christus, denn der Sohn Gottes sagte einen Halbsatz vorher zum Vater: »Heilige sie durch die Wahrheit

Wie ist das also mit der Bibel? Dürfen wir Unsinn oder Widersprüchliches als Wahrheit bezeichnen? Vielleicht mit dem Hinweis, dass Gottes Gedanken über unseren Gedanken stehen (Jesaja 55,8)? Sollen wir als Christen das Nachdenken und Forschen in der Schrift aufgeben (oder gar nicht erst anfangen), weil seine Gerichte sowieso „unerforschlich“ und Seine Wege für immer „unergründlich“ sind (Römer 11,33)? Sollen wir aufgeben, die Lehre der Schrift zu erforschen, zu erfassen, zu beschreiben, zu tun und zu lehren, weil „nichts Genaues weiß man nicht“? War Esras Herz falsch gepolt (Esra 7,10)? War Paulus‘ Aufforderung im Prinzip fehlleitend (2Timotheus 2,15)?

Manche reden im Anblick des Unbegreiflichen (besser meist: des von ihnen Unbegriffenen) so. Da liest man im Glaubensbekenntnis eines christlichen Missionswerks folgendes:

»Wir sind uns bewusst, dass hinsichtlich der Errettung verschiedene Anschauungen existieren (Unverlierbarkeit des Heils; Verlierbarkeit des Heils; komplementärer Standpunkt: die Bibel lehrt beide Aussagenreihen).«

https://www.efa-mission.de/ueber-uns/unsere-ueberzeugung/ abger. am 04.06.2020; Fettdruck hinzugefügt

Solch eine Behauptung erhebt zumindest zwei Fragen: (1) Kann eine (durchaus sehr wichtige) Aussage oder Lehre der Heiligen Schrift, die Lehre der Heilssicherheit, sowohl wahr als auch nicht-wahr (A ∧ ¬A) sein, und dies zur selben Zeit und im selben Sinn? (2) Kann man diese Annahme als Komplementarität der Lehraussagen der Bibel bezeichnen? Darüber hinaus wären natürlich die verwendeten Begriffe, wie „Errettung“, „Heil“ usw. zu klären.

Ad (1): Lehrt die Bibel Widersprüche? Verstößt das Buch, das die Wahrheit selbst ist, gegen den Grundsatz der Nichtwidersprüchlichkeit? Wäre es so, dann enthielte sie Unsinn, oder ließe zumindest Sinn und Unsinn, Wahrheit und Unwahrheit nicht mehr unterscheiden. Wer das Prinzip der Nichtwidersprüchlichkeit aufgibt, kann nichts Sinnvolles mehr mitteilen. Denn wenn eine Sache und ihr Gegenteil gleichzeitig und im selben Sinn gelten sollen, dann wäre alles beliebig. Dann wären wir am Ende sinnvoller Kommunikation und mithin am Ende alles sinnvollen (!) Gedankenaustausches. Das wäre das Ende aller Offenbarung. Und das schreiben wir der Heiligen Schrift zu? Und damit dem Autor der Heiligen Schrift? Und damit der Absicht oder dem Mitteilungsvermögen Gottes (s. 1Korinther 2,12–16)? Nein, das wäre das Ende alles Verstehens, Forschens und Begreifens. Ja, es gibt Geheimnisse in der Schrift, aber auch über diese wird wahr und widerspruchsfrei geredet. »Das Geheimnis des HERRN ist für die, die ihn fürchten« (Psalm 25,14a). Wer das nicht einsieht, muss sich mit dem Grundsatz der Nichtwidersprüchlichkeit einmal beschäftigen. Sonst haben unsere Aussagen die selbe Qualität wie die Sagan’sche Behauptung, alles sei aus dem Nichts entstanden (und dabei zitierte er nicht glaubend Hebräer 11,3!) oder (von anderer Klasse) wie Pinocchios Mitteilung: »Meine Nase wächst gerade!«

Ad (2): Sind Widersprüche komplementär? Unter „komplementär“ wird »jemanden oder etwas ergänzend« verstanden (von fr. complémentaire →ergänzend; complément →“Ergänzung“ von lat. complēmentum). Wie kann sich aber etwas ergänzen, das in gegenseitigem Widerspruch steht? Widersprüche schließen einander aus, sie ergänzen sich nicht. Man kann ja lachen, wenn Goldie Horn in einem Film sagt: »Es war keine Lüge, sondern eine schrittweise Anhäufung von Halbwahrheiten.« Sprechen wir aber über biblische Beispiele: Der Vater der Lüge (Johannes 8,44) will Menschen über heidnische Philosophien und Religionen den Gedanken einpflanzen, dass Gegensätze wie Licht und Finsternis sich einander nicht ausschließen, sondern komplementär ergänzen und/oder bedingen. Wenn das Licht nicht alleine sein könne, sondern das Gegenteil als „Ergänzung“ (Komplement) brauche, dann kann sich der Vertreter der Finsternis in unseren Gedanken als Ergänzung neben Gott platzieren. Zweites Beispiel: Satan hat Interesse, dass die Menschen nicht überzeugt sind, dass ein Schöpfergott ist. Also verkündet der Urlügner über eine seiner Religionen, dass die Schöpfung durch das bipolare Spiel zweier entgegengesetzter, komplementärer Urkräfte, dem männlichen Yang und dem weiblichen Yin, entstanden sei. Würde dieses Prinzip hier gelten, dann könnte man weiter behaupten, dass Gott nicht ohne Satan als „Gegenspieler“ sein könne, dass dieser Zustand vielmehr komplementär und harmonisch sei. Den selben kategorialen Fehler macht man nun auch, wenn man das Gerettetsein und das Nicht-Gerettetsein nicht als einander ausschließend und als absolute Gegensätze erkennt, sondern diese kategorialen Gegensätze als einander komplementär erklärt. Nein, Widersprüche sind Widersprüche. Sie ergänzen nichts zu einem Ganzen. Sie sind im Wort der Wahrheit nicht enthalten. Frage: Schmecken wir die teuflischen Geschmacksnoten im sonst so orthodoxen Kuchen nicht mehr?

Fazit: Erstens ist sehr zu bedauern, wenn offenbarer Unsinn Eingang in das Glaubensbekenntnis eines christlichen Missionswerks findet. Sehr schön ist ja, dass »andere Anschauungen« bekannt sind und toleriert werden. Anstößig bleibt aber: Wer Widersprüchlichkeit der Bibel zuschreibt, zumal in einer Zentrallehre, die Gottes wunderbares Heilandwesen und Rettungswerk zur Darstellung bringen soll (und wird), vergreift sich hier (wohl unwissentlich) an der Grundlage des Glaubens selbst. Und er verunehrt (wohl nichtwollend) den Gott, der der Erfinder aller Sprache ist, und der als das Wesen mit dem höchsten Verstand auch Schöpfer unseres Sinnes, unseres Verstandes und damit unserer Denkfähigkeit ist. Logik, Einsicht und Verstand sind nicht Feinde des Menschen, sondern wunderbare Gaben des Schöpfers an uns Menschen. Man kann diese Gaben missbrauchen, wie jede Gabe Gottes. Aber die Lösung heißt dann nicht, den Verstand zu verteufeln und Logik fromm zu verachten. Das hat man nicht nur den Pietisten immer wieder sagen müssen. Dazu gehört: Wer den Unterschied zwischen Widerspruch und Ergänzung (Komplementarität) nicht beachtet, der kann schwerlich erwarten, dass er mit diesen Wörtern Wahres oder Klares mitteilen kann. Wo die Begriffe ungeklärt sind, ist das Gesagte nicht das Gemeinte. Am bedenklichsten ist, wenn man solche Verwirrung als „Aussagereihen“ der Lehre des Wortes Gottes zuschreibt.

Wieder einmal wird demonstriert, dass nur die Wahrheit wahr ist. Falsche Ansichten, seien sie auf Unreife, Missverständnisse oder Ablehnung der Wahrheit (o. a.) zurückzuführen, verheddern sich früher oder später in Widersprüche. Wenngleich dies sehr bedauerlich ist, so ist es doch hilfreich zu sehen, dass Abweichung von der Wahrheit der Schrift oft auch Abweichung von klarer, vernünftiger (logikos!) Rede begleitet ist. Unwahrheit und Lüge kosten einen Preis: sie sind manchmal süß, glitzernd und verführerisch, aber nie mit der Wahrheit und Realität in Übereinstimmung, vielmehr führen sie zwingend in Scheinwelten, leiten auf Irrwege und lassen am Ende das Ziel verpassen.

Vielleicht wäre es gut, wenn man das Klare sagt, und dort schweigt, wo man (noch) nicht reden kann. Wir sind ja alle Lernende und Staunende. Der Rückzug auf den Wortlaut der Schrift bleibt uns nach allem Forschen immer möglich, denn: »Dein Wort ist Wahrheit

Leseempfehlungen

Bibel. Der Sohn Gottes hat schon durch seinen Apostel Johannes klar sagen lassen: »Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.« (1.Johannes 5:13 ELB03). Das ist die Wahrheit – ohne jeden Widerspruch.

Heilslehre. John MacArthur, Richard Mayhue (Hrsg.): Biblische Lehre: Eine systematische Zusammenfassung biblischer Wahrheit. Dieses Buch gibt gut belegt die biblisch richtige Antwort auf die Frage der Heilssicherheit an.

Logik. R. C. Sproul: Not a Chance: God, Science, And The Revolt Against Reason. Expanded edition. Baker Books, 2014. | Sproul geht auf das Gesetz der Widerspruchsfreiheit ein, diskutiert in diesem Buch jedoch auch die Begriffe Geheimnis, Widerspruch (Antinomie) und Paradoxon. Der direkte Anwendungsbereich sind Behauptungen von Wissenschaftlern über Zufall und dass »Etwas aus Nichts entstanden ist«.

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logikos.CLUB

Dies ist der CLUB (Christen Lesen Und Beten) der Logikosse. Wir sind Christen, die zurück zum Wort Gottes wollen. Wir wollen es immer wieder Lesen, alle unsere Denkfundamente dort gründen und darauf unser Leben bauen, denn dieses Wort Gottes ist vernünftig und unverfälscht: Das Echte, Die Wahrheit. Und: Darin gegründet und davon motiviert wollen wir ein Leben führen, das zur Ehre Gottes ist. Diesen Lebensstil der AnBetung erachten wir als einzig vernünftige Art zu leben. Unsere Herausforderung ist, richtige Lehre (Orthodoxie) und richtige Praxis (Orthopraxis) zusammenzuhalten.

Das Ziel der Theologie ist die Anbetung Gottes. 
Die Körperhaltung der Theologie ist auf den Knien. 
Die Praxis der Theologie ist Buße.

Sinclair B. Ferguson, zitiert in: James Montgomery Boice und Philip Graham Ryken, The Doctrines of Grace, Wheaton, IL (Crossway) 2002, S. 179; Deutsch: James Montgomery Boice und Philip Graham Ryken, Die Lehren der Gnade, Oerlinghausen (Betanien) 2009, S. 201.

LOGIKOS kommt aus dem Bibelgriechischen λογικός und hat nach Strongs Lexikon (logikos, Strong #3050) folgende Bedeutung:

  • betreffs der Rede oder des Reden
  • betreffs des Verstand oder der Logik
    • geistlich, die Seele betreffend
    • einsichtsvoll, vernünftig, logisch

Dieses Wort kommt im Neuen Testament der Heiligen Schrift an zwei charakteristischen Stellen vor:

Gottes Wort. Wie neugeborene Kinder seid begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch (τό λογικόν γάλα), damit ihr durch diese wachst zur Errettung,  wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist.  (1Petrus 2,2–3 ELBCSV).

Gottes Dienst. Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer, was euer vernünftiger [Gottes]Dienst (λατρεία λογικη) ist. (Römer 12,1 ELBCSV).

Richtiger Gottesdienst kann geistlicher Weise nur auf Gottes Wort (richtiger Theologie) gründen und wachsen. Unsere Doxologie wird sich nie über unsere Theologie erheben können. Nach elf Kapiteln gründlichster Darlegung des Evangeliums Gottes ist für den Apostel Paulus die einzig mögliche Zusammenfassung und Schlussfolgerung des Evangeliums die Anbetung Gottes:

O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unergründlich seine Wege!
Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Mitberater gewesen? Oder wer hat ihm zuvor gegeben, und es wird ihm vergolten werden?

Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge;
ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.

Römer 11,33–36 (ELBCSV 2003)

Lehrverständnis von logikos.club

Was war nochmal die Frage? – Eine Rezension von: Die Fünf [sic!] Punkte des Calvinismus (Peter Streitenberger)

Peter Streitenberger
Die Fünf Punkte des Calvinismus – Eine Antwort
CMD, 2007, Pb., 160 Seiten | ISBN: 978-3939833086

Der Herausgeber ist der Christliche Mediendienst Hünfeld GmbH (CMD) mit dem unter dem Namen Karl Plock als Geschäftsführer auftretenden Wilfried Plock (mediendienst.org). Das Buch geisterte in mehreren Fassungen schon etliche Jahre vor der Druckherausgabe auf der Website des Herausgebers/Inhabers und an anderer Stelle im Internet in PDF-Form oder als E-Book herum (bibelkreis.ch; siehe auch: Konferenz für Gemeindegründung, Nr. 87, 3/2006, www.kfg.org). Im Vorwort des Buches schreibt Plock, Streitenberger sei »es gelungen, die relativ komplexe Thematik verständlich darzustellen.« Inhaltlich stellt sich Plock, der auch Leiter der KfG Deutschland ist, voll hinter Streitenbergers Aussagen und meint, dieses Buch sei »notwendig«.

Der Autor, Peter Streitenberger (*1979), ist Diplom-Sozialpädagoge (FH). Er hat im Zweitstudium Germanistik und Philosophie studiert. Eine 67seitige Kurzfassung dieses Buches reichte er später (2010) als Magisterarbeit an der Universität Eichstätt-Ingolstadt ein; sie wurde vom Nürnberger Verlag für Theologie und Religionswissenschaft (VTR) 2012 veröffentlicht. Streitenberger ist im deutschsprachigen Raum wegen seiner anti-calvinistischen Beiträge (und deren oft bedauernswert schlechtem Stil) auf der Webseite bibelkreis.ch bekannt geworden. Ein Beitrag von ihm auf academia.edu aus dem Jahr 2019 zeigt, dass er diesen Stil und Inhalt weiter pflegt. Auch die vielen Fehler in Satzbau und Orthographie sind sehr störend.

Zu Inhalt und Ziel. Streitenberger verfolgt mit diesem Buch die Zielsetzung: »Der Leser soll in die Lage versetzt werden, die grundlegenden Gedankenketten zu verstehen, um dadurch selbst prüfen zu können, ob die Lehre Calvins, die heute wieder verstärkt vertreten und verkündigt wird, akzeptiert werden kann oder nicht.« Bei solcher Zielsetzung muss man diese Gedankenketten erst einmal sachlich und richtig präsentieren. Da der Autor das Urteil über »die Lehre Calvins« dann dem Leser selbst überlassen will (er soll »selbst prüfen«), kann er sich ein eigenes Urteil über diese Lehre eigentlich sparen.

Leider werden beide vom Autor angegebenen Zielsetzungen nicht erreicht. Dies wurde in vielen Rezensionen nachgewiesen, kurzen und ausführlichen, wie folgende mit Zitaten kommentierte Liste aufzeigt.

Rezensionen

1. Joachim Schmitsdorf: Rezension: Peter Streitenberger, Die fünf Punkte des Calvinismus. Eine Antwort. (Quelle im Web hier; PDF; Backup)

»Das Buch beginnt schon mit dem Irrtum, die Erwählung sei der „Kerngedanke“ sowie „Dreh- und Angelpunkt“ der calvinistischen Lehre (S. 14). … Diese durch die Synode von Dordrecht 1618-1619 formulierten „fünf Punkte“ sind nicht mit „dem Calvinismus“ gleichzusetzen.«
»Immer wieder beruft sich Streitenberger auf Dave Hunts Buch What Love is This?, doch dieses ist die denkbar schlechteste Quelle zum Thema; es ist voll schlechter Argumente und sachlicher Fehler«.
»Fazit. Dem selbst gestellten Anspruch, seine Aussagen müssten „sich daran messen lassen, ob sie mit Gottes Wort in Einklang stehen“ (S. 11), wird dieses Buch nicht gerecht.«

2. Was war nochmals die Frage? – Eine Rezension des Buches „Die fünf Punkte des Calvinismus – Eine Antwort“ von Peter Streitenberger. (Archivkopie PDF) – Eine ausführliche Diskussion der Inhalte, Argumente und des Stils dieses Buches (19 Seiten).

»Diese Rezension gliedert sich in die Aspekte: Erster Eindruck, Polemik, Kriterien, Zitate, Bibelkritik, Calvinismus, Begriffe, Anmaßung, Ein weiterer Kardinalfehler, Vernebelungstaktik, Fazit sowie eine Schlussempfehlung. Insgesamt nötigt sich der Eindruck auf, dass hier die bereits überlegen widerlegte –weil sachlich und biblisch nicht haltbare– Polemik von Dave Hunts „What love is this?” in neuem, trübem Aufguss serviert und fast unverhohlen Gemeindespaltung gefo(e)rdert wird
»Streitenberger liefert m.E. eine zu sehr verkürzte und überdies verzerrte Darstellung, die nicht empfohlen werden kann. Wer eine ausgewogene Darstellung und ggf. Korrektur sowohl der arminianischen als auch der calvinistischen Sondersichten aus biblischer Perspektive finden will, kann auf viel bessere und sachlich angemessenere Quellen zurückgreifen, insbesondere solche von Menschen, die vor Gottes Wort tiefe Ehrfurcht hatten/haben und vermitteln und schon von daher empfehlenswert sind.«

3. Sebastian Merk: Buch-Rezension: Die Fünf Punkte des Calvinismus – Eine Antwort. (Quelle im Web unter www.evangeliums.net)

»Die fast inflationäre Verwendung von Sekundärzitaten erschwert die Überprüfung der Quellenangaben erheblich und ist unüblich. Mängel im Lektorat des Buches finden sich auf den S. 39, 85, 101, 102, 130.«
»Bezüglich der persönlichen Bekehrung Calvins Zweifel zu säen und damit Rückschlüsse auf die von ihm formulierte Dogmatik zu ziehen, ist angesichts der Tatsache, dass das Infragestellen der Errettung wohl der schwerste denkbare Angriff auf einen Christen ist, ein unerfreulicher Abschnitt der Lektüre
»Auch die Ausführungen zu der Rolle Calvins in Bezug auf Hieronymus Bolsec und Michael Servetus sind einseitig und oberflächlich
»Obwohl der Autor und der Verleger diese Schrift als sachlichen Diskussionsbeitrag verstanden wissen möchten, wird sie vom Leser über weite Strecken als kämpferische Streitschrift empfunden, die ein hartes Urteil über eine der Hauptströmungen der evangelischen Theologie enthält
»Dieses Buch wird NICHT empfohlen