{"id":995,"date":"2020-09-17T18:17:48","date_gmt":"2020-09-17T16:17:48","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=995"},"modified":"2024-02-19T13:33:41","modified_gmt":"2024-02-19T12:33:41","slug":"duennes-brett-streitenberger-gegen-strohmaenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=995","title":{"rendered":"D\u00fcnnes Brett: Streitenberger gegen Strohm\u00e4nner (Rezension)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:15% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"330\" height=\"499\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/streitenberger_calvinismus_cover_330x500.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1000 size-full\" srcset=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/streitenberger_calvinismus_cover_330x500.jpg 330w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/streitenberger_calvinismus_cover_330x500-198x300.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Peter Streitenberger<\/span><br><font size=\"+2\"><strong>Die f\u00fcnf Punkte des Calvinismus aus biblischer Perspektive<\/strong><\/font><br>VTR, 2012, Pb., 67 Seiten | ISBN: 978-3941750425<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Der Herausgeber<\/strong>, der N\u00fcrnberger <em>Verlag f\u00fcr Theologie und Religionswissenschaft <\/em>(VTR) ver\u00f6ffentlichte 2012 dieses 67-seitige B\u00fcchlein Streitenbergers in der Reihe \u201eZur Diskussion gestellt\u201d. Beworben wird es hingegen nicht als Diskussionsbeitrag, sondern als Buch, das den Leser <em>von der Bibel her<\/em> \u00fcberzeugen will: \u00bbDie vorliegende Abhandlung befasst sich mit dem unter Christen durchaus umstrittenen Thema der Erw\u00e4hlungslehre, insbesondere mit den so genannten f\u00fcnf Punkten des Calvinismus und versucht, den interessierten Leser zu einer eigenen, von der Bibel her begr\u00fcndeten \u00dcberzeugung zu verhelfen.\u00ab (Buchr\u00fcckseite).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Vorwort<\/strong> wurde von Franz Graf-Stuhlhofer, einem Historiker aus Wien, verfasst. Stuhlhofer studierte in Wien Geschichte und Naturwissenschaften und promovierte 1980 dort zum Dr. phil. mit einer Untersuchung zu Astronomie und Humanismus nach 1500. Er versucht in seinem \u00fcber 6-seitigen Vorwort Gr\u00fcnde zu finden, warum Christen in manchen Fragen des Heils unterschiedliche Antworten vertreten. \u00dcberdies deutet er auch eigene Positionen an, die meist dem arminianischen Theologiesystem entsprechen (z. B. anonym-kollektive Erw\u00e4hlung) und daher gut zu der Position des Autors passen. Stuhlhofer karikiert abschlie\u00dfend in herabw\u00fcrdigender Weise Gottes Heilswirken zusammenfassend so: \u00bbAlle jene Menschen, die sich von Gott ein JA abringen lassen, geh\u00f6ren zu diesem \u00dcberrest \u2013 damals wie heute.\u00ab (S. 11). <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Autor<\/strong>, Peter Streitenberger (*1979), ist Diplom-Sozialp\u00e4dagoge (FH). Er hat im Zweitstudium Germanistik und Philosophie studiert. Dieses kleine Buch gr\u00fcndet sich auf die Magisterarbeit des Verfassers, die 2010 von der Universit\u00e4t Eichst\u00e4tt-Ingolstadt angenommen wurde. Er \u201erecycelte\u201d und verk\u00fcrzte dabei eine l\u00e4ngere Ausarbeitung, die schon etliche Jahre vorher <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/bibelkreis.ch\/Streitenberger%20Peter\/peter_streitenberger_left.htm\" target=\"_blank\">in PDF-Form<\/a> oder <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/bibelkreis.ch\/Streitenberger%20Peter\/Ebook30.04.07.pdf\" target=\"_blank\">als E-Book<\/a> im Internet herumgeisterte und 2007 im Christlichen Mediendienst H\u00fcnfeld (CMD) von Wilfried Plock unter dem Titel <em>Die F\u00fcnf <\/em>[sic!]<em> Punkte des Calvinismus \u2013 Eine Antwort\u2013<\/em> 2007 herausgebracht wurde (159 Seiten, ISBN 978-3-939833-08-6; Rezension <a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=1405\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/logikos.club\/?p=1405\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>). Ein dort ca. 60-seitiger bibelorientierter Abschnitt zu &#8222;Umk\u00e4mpfte Schriftstellen&#8220; fehlt indessen in dem hier besprochenen, wesentlich k\u00fcrzeren Werk; umso mehr befremdet der Titel dieser Magisterarbeit. Streitenberger ist auch wegen seiner anti-calvinistischen Beitr\u00e4ge (und deren Stil) auf der Webseite <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/bibelkreis.ch\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/bibelkreis.ch\" target=\"_blank\">bibelkreis.ch<\/a> bekannt geworden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zum Inhalt:<\/strong> Die Heilige Schrift stellt das Heilsangebot Gottes an uns Menschen in Jesus Christus \u00fcberzeugend, klar und einladend vor. Streitenberger bezieht in dem Spannungsfeld zwischen der Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes und der Verantwortung des Menschen in der Frage der Heilsaneignung Stellung. Er geht dieser Frage indes nicht \u201eevangelikal\u201d nur aufgrund der Offenbarung Gottes \u2013der Heiligen Schrift\u2013 nach (wie es der Titel vermuten l\u00e4sst), sondern liefert seine pers\u00f6nliche Meinung, gezielt auf einen einige Jahrhunderte alten Lehrstreit zwischen sog. \u201eCalvinisten\u201d und \u201eArminianern\u201d. Er nimmt dabei im Wesentlichen gegen die calvinistische (und hyper-calvinistische) Sicht Partei und greift \u201eDie F\u00fcnf Punkte\u201d eines gr\u00f6\u00dferen Kirchenkonzils gegen einige Protestler (\u201eRemonstranten\u201d) in den Niederlanden an. Das ist an und f\u00fcr sich schon nicht sehr originell; viele haben dazu Lesbareres, Systematischeres, Biblischeres und \u00dcberzeugenderes geschrieben. Zudem besteht \u201eder Calvinismus\u201d nicht und bestand niemals aus nur und genau diesen f\u00fcnf Punkten. Diesen historischen und dogmengeschichtlichen Irrtum sollten Vorwortschreiber und Herausgeber VTR eigentlich erkannt haben. Dem Versprechen im Titel \u201eaus biblischer Perspektive\u201d wird der Autor mangels sorgf\u00e4ltiger exegetischer Arbeit am Text der Heiligen Schrift leider nicht gerecht. Warum solches \u201eNoch-einmal-bekannte-Argumente-aufz\u00e4hlen\u201d, verk\u00fcrzt entnommen aus schon l\u00e4ngst Ver\u00f6ffentlichtem, die Anerkennung einer Magisterarbeit bekommen konnte, entzieht sich meiner Kenntnis.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zum Stil:<\/strong> Eine Magisterarbeit muss auch in einem (zugegeben) kontroversen Thema beide Seiten sachlich richtig zitieren und ausgewogen darstellen. Sie entspricht heute einer Master-Arbeit, soll also gehobenen Anspr\u00fcchen an Form und Inhalt gen\u00fcgen. Wissenschaftliche Sachlichkeit und Korrektheit ist akademisches Muss. Wohltuend ist, dass Streitenberger seine <a href=\"https:\/\/www.bibelkreis.ch\/forum\/frage1624.htm\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.bibelkreis.ch\/forum\/frage1624.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00f6ffentlichen Formulierungen<\/a>, wie \u00bbdas calvinistische \u00dcbergehungs- und Vergewaltigungsevangelium\u00ab, \u00bbdie Sekte der Calvinisten\u00ab u. \u00e4., in diesem B\u00fcchlein nicht wiederholt. Einige Rezensenten haben \u00f6ffentlich kritisch angemerkt, dass Streitenberger unvers\u00f6hnlich, rei\u00dferisch und unsachlich gegen Calvin und die reformatorische Heilslehre schreibt. Der Stil der Jesuiten der Gegenreformation findet heute wieder ein Echo in den Romanisierungsbestrebungen innerhalb des (ehemaligen ) Protestantismus. Das Werk des Autors Streitenberger h\u00e4tte mit Wahl eines sachlicheren Stils und gr\u00fcndlicherer Erarbeitung sicher leicht Respekt gewinnen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<strong>Calvinismus<\/strong>\u201d: Damit wird dehnbar alles das bezeichnet, was nicht in das Theologiesystem des \u201eArminianismus\u201d passt und\/oder in dieser Theologie verachtet wird. Leider liefert die Lekt\u00fcre des B\u00fcchleins von Streitenberger keine Kl\u00e4rungen, die f\u00fcr die Diskussion fruchtbar oder f\u00fcr die Interessierten und die Gemeinde Gottes sachlich oder geistlich hilfreich w\u00e4ren. Die Bibel hat offenbar f\u00fcr uns auch einige unbequeme Aussagen, \u201elinks\u201d wie \u201erechts\u201d. Sie kl\u00e4rt auch nicht alle Spannungen, die sich dem menschlichen Intellekt und der menschlichen Erwartungshaltung angesichts des g\u00f6ttlichen Wesens, Entscheidens und Handelns stellen. <strong><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Erschreckend ist der Mangel, Gott Gott sein zu lassen<\/span><\/strong>, IHN anstelle dessen lieber in die Schublade (Super-) Mensch eigener Vorstellungen zu pressen: \u201eer\u201d muss so klein sein, dass er in unsere Vorstellungen vom lieben Gott passt und so uns gef\u00e4llt. Psalm 135,6 sagt: \u00bb<strong>Alles, <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">was dem HERRN gef\u00e4llt<\/span>, tut er in den Himmeln und auf der Erde&#8230;<\/strong>\u00ab (ELBCSV). Ergo: <strong>Sein<\/strong> Wille und <strong>Sein<\/strong> Wohlgefallen (inkl. Vorsehung) sind der Urgrund alles Seienden und Geschehenden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>FAZIT:<\/strong> Ein Sozialp\u00e4dagoge w\u00fcnscht sich vielleicht lieber einen \u201emenschlicheren\u201d Gott, einen Partner auf Augenh\u00f6he, oder \u2013wie Stuhlhofer\u2013 einen Sanit\u00e4ter, der fast verzweifelt um die Aufmerksamkeit und das zustimmende Kopfnicken des S\u00fcnders ringt, weil Ihm sonst etwas fehle. <strong>Aber Gott ist schon so, wie ER ist, absolut perfekt. <\/strong>Schon immer. Auch f\u00fcr Sein im Wort und in Christus geoffenbartes Heilshandeln gilt unumschr\u00e4nkt: \u00bbDenn <strong><em>von<\/em><\/strong> ihm und <strong><em>durch<\/em><\/strong> ihn und <strong><em>f\u00fcr<\/em><\/strong> ihn sind <strong>alle<\/strong> <strong>Dinge<\/strong>; ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.\u00ab (R\u00f6mer 11,36 ELBCSV). Wer das verstanden hat, hat angefangen zu verstehen, was es bedeutet, \u201edurch die Gnade\u201d, also als reine Gottesgabe, errettet zu sein (vgl. Epheser 2,8\u20139). Gott ist \u2013nach der Heiligen Schrift\u2013 dann Gott und nicht Ab-Gott, wenn gilt: <strong>Soli Deo Gloria.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt schon lange viel Besseres, und \u2013leider\u2013 auch noch viel Schlechteres, als diese Magisterarbeit von Streitenberger. Das B\u00fcchlein ist die M\u00fche des Lesens nicht wert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peter StreitenbergerDie f\u00fcnf Punkte des Calvinismus aus biblischer PerspektiveVTR, 2012, Pb., 67 Seiten | ISBN: 978-3941750425 Der Herausgeber, der N\u00fcrnberger Verlag f\u00fcr Theologie und Religionswissenschaft (VTR) ver\u00f6ffentlichte 2012 dieses 67-seitige B\u00fcchlein Streitenbergers in der Reihe \u201eZur Diskussion gestellt\u201d. 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