{"id":910,"date":"2020-08-11T22:06:12","date_gmt":"2020-08-11T20:06:12","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=910"},"modified":"2020-10-11T16:58:03","modified_gmt":"2020-10-11T14:58:03","slug":"warum-der-unterschied-zwischen-gottgewandter-suehnung-und-stellvertretung-wichtig-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=910","title":{"rendered":"Unterscheide zwischen allgemeiner S\u00fchnung und pers\u00f6nlicher Stellvertretung!"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Apostel Paulus schreibt an seinen Mitarbeiter Timotheus:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Denn Gott ist einer, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, [der] Mensch Christus Jesus,  der sich selbst gab <strong>als L\u00f6segeld f\u00fcr alle<\/strong>&#8230;<\/p><cite>1. Timotheus 2,5-6 (ELBCSV). Fettdruck hinzugef\u00fcgt.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wenn Christus das L\u00f6segeld f\u00fcr <strong>alle<\/strong> gegeben hat, sind dann nicht <strong>alle<\/strong> <strong>Menschen<\/strong> erl\u00f6st? Es hei\u00dft doch direkt zuvor, wenn auch etwas erstaunlich formuliert (keine Tat Gottes, nur eine Willensbekundung; keine aktive, sondern passive Sprache: \u201eerrettet werden\u201c usw.):<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Denn dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott,  der will, dass <strong>alle<\/strong> Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.<\/p><cite>1. Timotheus 2,3-4 (ELBCSV). Fettdruck hinzugef\u00fcgt.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Warum reden aber sowohl Jesus Christus als auch Seine Apostel davon, dass viele den Weg ins Verderben gehen und <strong>nicht alle<\/strong> Teil an der Errettung haben? Wir gehen davon aus, dass die Heilige Schrift widerspruchsfrei ist. Also m\u00fcssen wir anfangen, in den Linien der Bibel nachzudenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Inwieweit wirkt das S\u00fchnungswerk Christi am Kreuz <strong>mit Blick auf alle Menschen<\/strong>, und inwieweit wirkt es <strong>effektiv nur auf einen begrenzten Kreis von Menschen<\/strong>? <\/p>\n\n\n\n<p>Hier unterscheiden sich katholische und protestantische Ansichten und Lehrmeinungen. Im reformatorischen Bereich herrschen ebenfalls sehr unterschiedliche Lehrmeinungen vor. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Teil dieser Missverst\u00e4ndnisse und resultierenden Widerspr\u00fcche beruhen auf einem <strong>unvollkommenen Verst\u00e4ndnis dessen, was am Kreuz passiert ist<\/strong>. Gott hat \u00fcber Jahrtausende hinweg in Typen und Verordnungen vorbereitet, das Werk Christi in seiner Vielfalt und F\u00fclle verstehen zu k\u00f6nnen. Im Alten Bund feierte Israel unterschiedliche Feste, die alle mit Opfern verbunden waren. Eine Handvoll unterschiedlicher Opfer waren  zudem verordnet worden, mit denen man der Frage der S\u00fcnde, aber auch der Verehrung Gottes, gottgef\u00e4llig nachkommen konnte. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein j\u00e4hrliches Fest sticht besonders heraus: der <strong>Gro\u00dfe S\u00fchnungstag<\/strong> (auch <em>Gro\u00dfer Vers\u00f6hnungstag<\/em> oder <em>Yom Hakippurim<\/em> genannt). Es wird in 3. Mose 16 beschrieben. An diesem Tag opferte der Hohepriester des Volkes stellvertretend f\u00fcr das ganze Volk ein Doppelopfer zweier Ziegenb\u00f6cke. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der erste Bock<\/strong>, <strong>\u201ef\u00fcr JHWH\u201c<\/strong> <strong>(den Ewigen)<\/strong>,  wird durch Los ermittelt. Er wird als Opfer get\u00f6tet, sein Blut wird in das Allerheiligste des Tabernakels (Tempels) vor Gott gebracht und auf den \u201eS\u00fchndeckel\u201c der Bundeslade gesprengt. In der Bundeslade lagen die beiden Gesetzestafeln, das Zehnwort (Dekalog), welche Gottes heilige Anspr\u00fcche an das Volk formulierten. Gott thronte auf dieser Bundeslade. Beim Blick in Richtung der Gesetzestafeln sah Gott das Blut, es \u201esprach\u201c also in Gottes Gegenwart vom gebrachten Opfer, vom gestorbenen Stellvertreter. Dieser Teil des Rituals wurde durchgef\u00fchrt, ohne dass von <em>spezifischen<\/em> S\u00fcnden des Volkes die Rede war, oder solche dem Bock durch Handauflegung \u00fcbertragen worden waren. Es ging erst einmal darum, dass <strong>Gott<\/strong> durch den Tod (des Stellvertreters) befriedigt und geehrt wurde: <strong>seine Heiligkeit -und mithin sein Zorn \u00fcber die S\u00fcnde- wurden plakativ demonstriert<\/strong> <strong>und durch Tod des S\u00fcnders <\/strong>(oder seines stellvertretenden Opfers) <strong>bedeckt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der zweite Bock<\/strong>, <strong>Asasel<\/strong> (hebr. f\u00fcr \u201eAbwendung\u201c), wird nicht get\u00f6tet. Auf sein Haupt bekennt der Hohepriester die S\u00fcnden des Volkes. Anschlie\u00dfend wird der Bock in die W\u00fcste gejagt an einen Ort, von wo er nicht mehr zur\u00fcckfindet ins Lager des Volkes. Das Sinnbild ist klar: Die S\u00fcndenmenge wird durch das stellvertretende Opfer aus der Mitte des Volkes weggenommen. Das erinnert an Psalm 103,12: \u00bb<span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">so weit der Osten ist vom Westen, hat er <strong>von uns entfernt<\/strong> unsere \u00dcbertretungen<\/span>\u00ab, den Propheten Micha 7,19: \u00bb<span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">du wirst alle ihre S\u00fcnden <strong>in die Tiefen des Meeres werfen<\/strong><\/span>\u00ab oder Jeremia 31,34: \u00bb<span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Denn ich werde ihre Schuld vergeben und ihrer S\u00fcnde <strong>nicht mehr gedenken<\/strong><\/span>\u00ab mit den neutestamentlichen Zitaten in Hebr\u00e4er: \u00bb<span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Ihrer S\u00fcnden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich <strong>nie mehr gedenken<\/strong>.<\/span>\u00ab (8,12, vgl. 10,17). Das Ziel der S\u00fchnung ist, dass die S\u00fcnden der Ges\u00fchnten nie mehr zum Trennungsgrund oder belastenden, bedrohlichen Gespr\u00e4chsthema zwischen Gott und Mensch werden. Der ges\u00fchnte Mensch darf aufatmen und Frieden mit Gott erfahren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zwei B\u00f6cke \u2013 ein Opfer.<\/strong> Nun sind beide B\u00f6cke und die beiden Handlungen damit typologisch in dem <strong>einen<\/strong> Werk Christi vollkommen, effektiv und gleichzeitig realisiert worden. Trotzdem dienen diese beiden B\u00f6cke dazu, dass wir <strong>zwei Aspekte des einen Opfers Christi <\/strong>unterscheiden k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erster Bock. <\/strong>Christus starb also <strong>zuallererst<\/strong>, um die Sache der Beleidigung und Herausforderung der Heiligkeit und Majest\u00e4t Gottes, wie sie durch die S\u00fcnde des Menschen geschieht, zu kl\u00e4ren. Diese Kl\u00e4rung bedurfte des Todes, das Blut des Opfers musste vor Gott gebracht werden. Der <strong>Hebr\u00e4erbrief<\/strong> liefert die verbindliche Interpretation dieses Typus auf Christus hin, er ist eine gro\u00dfartige Erkl\u00e4rung des \u201eGro\u00dfen S\u00fchnungstages\u201c:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Christus aber \u2013 gekommen als Hoherpriester der zuk\u00fcnftigen G\u00fcter, in Verbindung mit der gr\u00f6\u00dferen und vollkommeneren H\u00fctte, die nicht mit H\u00e4nden gemacht, das hei\u00dft nicht von dieser Sch\u00f6pfung ist, auch nicht mit Blut von B\u00f6cken und K\u00e4lbern, sondern <strong>mit seinem eigenen Blut<\/strong> \u2013 ist ein f\u00fcr alle Mal in das Heiligtum eingegangen, als er eine ewige Erl\u00f6sung erfunden hatte.<\/p><cite>Hebr\u00e4er 9,11-12 (ELBCSV). Fettdruck hinzugef\u00fcgt.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Zweiter Bock.<\/strong> Nachdem diese Sache <strong>mit Gott<\/strong> gekl\u00e4rt worden war, also Gottes Heiligkeit demonstriert und sein Zorn bedeckt wurde, wendet sich das Opferritual auch den konkreten Menschen im Volk Gottes und deren S\u00fcnden zu. Das Problem der von S\u00fcnden belasteten Gewissen  musste angesprochen werden. Und so wird nun im zweiten Bock erstmals die Frage der S\u00fcnde konkret angesprochen in Handauflegung und Bekenntnis. Das Bekenntnis leistet der Hohepriester <strong>stellvertretend und wirksam<\/strong> f\u00fcr die von ihm vertretenen Menschen des Volkes Gottes. Dann wird der Bock aus dem Mitte entfernt und so auch die auf ihn gelegten S\u00fcnden weggeschafft. Typologisch wurde damit vorgeschattet, dass das \u00bbBlut des Christus, der durch den ewigen Geist sich selbst ohne Flecken Gott geopfert hat, euer Gewissen [&#8230;] von toten Werken, um dem lebendigen Gott zu dienen!\u00ab (Hebr\u00e4er 9,14 ELBCSV) <strong>reinigt<\/strong>. Es entlastet und befreit zum Gottesdienst. Dass dieses <strong>an zweiter Stelle<\/strong> erst kommen kann, nachdem zuerst die Sache betreffs des heiligen Zornes Gottes gekl\u00e4rt wurde, ist einleuchtend f\u00fcr alle, die dem biblischen Evangelium glauben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein paar hilfreiche theologische Begriffe<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Der erste Bock<\/strong>, der f\u00fcr den HERRN, stellt den Aspekt der <strong>S\u00fchnung<\/strong> <strong>in ihrem Gott zugewandten Aspekt<\/strong> dar (Fachwort: <em><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Propitiation<\/span><\/em>). Hier geht es um Gottes Seite, dass Gott durch die S\u00fcnde des Menschen beleidigt wurde, dass diese S\u00fcnde <strong>eine generelle Barriere zwischen Gott und Mensch<\/strong> aufgebaut hat (vgl. Jesaja 59,2). Daher bedurfte es des <strong>einen Mittlers<\/strong>, von dem in 1. Timotheus 2,5 die Rede ist. <strong>S\u00fchnung bedeckt also den gerechten Zorn Gottes gegen\u00fcber dem rebellischen, s\u00fcndigen Menschen mit dem Blut <\/strong>(als Beweis des Todes)<strong> des Opfers.<\/strong> Aufgrund dessen kann Gott nun in Retterliebe in Christus dem Menschen nahen und ihm im Evangelium <strong>ein Friedens- und Vers\u00f6hnungsangebot in Christus<\/strong> machen (Gott verlangt allerdings die bedingungslose Kapitulation!):<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>So sind wir nun Gesandte f\u00fcr Christus, als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten an Christi statt: Lasst euch vers\u00f6hnen mit Gott!<\/p><cite>2. Korinther 5,20 (ELBCSV) \u2013 Auf den Unterschied zwischen S\u00fchnung und Vers\u00f6hnung gehen wir hier nicht ein.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Durch den zweiten Bock<\/strong>, den der Abwendung, und das Ritual damit, wird uns vermittelt, dass die Heiligkeit Gottes als gerechte Strafe verlangt, dass jeder S\u00fcnder f\u00fcr seine pers\u00f6nlichen S\u00fcnden den ewigen Tod im Gericht Gottes erleiden muss. <strong>F\u00fcr den an Christus Glaubenden<\/strong> rechnet Gott jedoch gn\u00e4dig den Tod Seines Sohnes an. In diesem Fall \u00fcbernimmt Christus die S\u00fcnden dieser\/s Glaubenden und stirbt <strong>stellvertretend<\/strong> f\u00fcr sie\/ihn (strafrechtliche Stellvertretung; engl. <em>penal substitution<\/em>). Dies ist der dem glaubenden Menschen zugewandte Aspekt der S\u00fchnung (Fachwort: <em><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Expiation<\/span><\/em>). <strong>Stellvertretung<\/strong> ist eine An-Stelle-von-Beziehung: Einer tritt <em>aus Liebe<\/em> an die Stelle eines anderen (Galater 2,20) oder einer definierten Gruppe (\u201eGemeinde\u201c, Epheser 5,25). Diese Stellvertretung durch Christus wird im Neuen Testament stets <strong>nur zugunsten der Glaubenden <\/strong>gelehrt. Die Ansicht (z. B. des neo-orthodoxen Theologen Karl Barth), dass Christus als Repr\u00e4sentant und damit auch <em>als Stellvertreter<\/em> der <em>gesamten Menschheit<\/em> im Gericht Gottes am Kreuz gewesen sei, ist falsch, sie f\u00fchrt unausweichlich zur Irrlehre der Allvers\u00f6hnung (Universalismus).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gottgewandte S\u00fchnung<\/strong> und <strong>menschgewandte S\u00fchnung<\/strong>, <strong>Genugtuung<\/strong> und <strong>Stellvertretung<\/strong>, <strong>Propitiation<\/strong> und <strong>Expiation<\/strong>, sind also zwei gut zu unterscheidende Begriffe und Sachverhalte im Opfer des Gro\u00dfen S\u00fchnungstages, auch wenn beides in dem einen Opfer Jesu am Kreuz zu sehen und insofern zusammenzuhalten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wird auch deutlich, dass es stets <strong>eine korporative Seite und eine pers\u00f6nliche Seite<\/strong> des Opferwerkes Jesu gibt. Jesus starb <strong>s\u00fchnend <em>mit Blick auf die ganze Welt<\/em><\/strong>, aber er starb <strong><em>stellvertretend effektiv (nur) f\u00fcr einzelne Menschen<\/em><\/strong>. Betont oder sieht man nur eine Seite, wird man einseitig:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Menschen, die von <strong>arminianischer<\/strong> Theologie beeinflusst sind, neigen dazu, nur die <strong>allgemeine Seite <strong>des S\u00fchnungsopfers Jesu<\/strong><\/strong> zu sehen, welche <strong>mit Blick auf alle Menschen<\/strong> geschehen ist.<\/li><li>Menschen, die von <strong>calvinistischer<\/strong> Theologie beeinflusst sind, neigen dazu, nur die <strong>stellvertretende Seite des S\u00fchnungsopfers Jesu<\/strong> zu sehen, welche eben nicht alle Menschen umfasst, sondern nur die zum Heil g\u00f6ttlich Erw\u00e4hlten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die beiden Haupttheologen der \u201eBr\u00fcderbewegung\u201c, John N. Darby und William Kelly, haben im 19. Jahrhundert hierzu Hilfreiches geschrieben. Hier ein Exzerpt von Darby:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Die&nbsp;<em>Arminianer<\/em>&nbsp;<\/strong>sehen in dem Tod Christi nichts weiter als ein Opfer f\u00fcr alle und verbinden damit gew\u00f6hnlich auf allgemeine Weise das Tragen der S\u00fcnden. Dadurch wird alles unklar in Bezug darauf, dass Christus die S\u00fcnden des Einzelnen wirklich und vollg\u00fcltig getragen oder ein besonderes Werk f\u00fcr die Seinigen getan hat. Sie sagen, dass, wenn Gott alle liebte, Er nicht einige insbesondere lieben konnte. Die Errettung wird somit unsicher gemacht und der Mensch nicht selten erhoben, w\u00e4hrend die Lehre des Vorbildes, die wir in dem Bock der Abwendung haben, g\u00e4nzlich au\u00dfer Acht gelassen wird.<\/p><p><strong>Die&nbsp;<em>Calvinisten<\/em><\/strong>&nbsp;dagegen halten fest daran, dass Christus die S\u00fcnden der Seinigen getragen habe und ihre Errettung somit ganz gewiss sei. Sie bleiben aber bei dem Schluss stehen, dass, wenn Er die Versammlung geliebt und sich selbst f\u00fcr sie hingegeben habe, seine Liebe au\u00dfer ihr keinen anderen Gegenstand gehabt haben k\u00f6nne. Sie \u00fcbersehen den unverkennbaren Charakter der S\u00fchnung, sein Sterben f\u00fcr alle und alles. Sie sehen nur die Stellvertretung und ber\u00fccksichtigen nicht die Bedeutung des Blutes auf dem Gnadenstuhl [d. h. des Blutes des Bockes f\u00fcr den Herrn].<\/p><p><strong>Genau genommen lesen wir von&nbsp;<em>Christus<\/em>&nbsp;nie, dass Er&nbsp;<em>die Welt<\/em>, sondern dass Er&nbsp;<em>die Versammlung<\/em>&nbsp;geliebt hat<\/strong>, und zwar mit der Liebe eines besonderen Verh\u00e4ltnisses (Eph 5). <strong>Von Gott dagegen hei\u00dft es nie, dass Er die Versammlung, sondern dass Er die Welt geliebt hat<\/strong> (Joh 3,16), was seiner g\u00f6ttlichen G\u00fcte entsprach, seiner g\u00f6ttlichen Natur angemessen war; sein Ratschluss aber ist etwas anderes. <strong><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Seine Herrlichkeit ist das Endziel von allem.<\/span><\/strong><\/p><p>Ohne mich aber dabei aufzuhalten, m\u00f6chte ich nur darauf hinweisen, welch eine Verwirrung unklare Begriffe \u00fcber S\u00fchnung und Stellvertretung in der Verk\u00fcndigung des Evangeliums hervorbringen m\u00fcssen, indem sie den Ruf an die Welt schw\u00e4chen oder die Sicherheit des Gl\u00e4ubigen zweifelhaft erscheinen lassen und der Verk\u00fcndigung der Wahrheit im Allgemeinen Sicherheit und Bestimmtheit rauben.<\/p><cite>John N. Darby: <em>Die zwei Seiten der S\u00fchnung<\/em>. Eigentlich: <em>S\u00fchnung und Stellvertretung.<\/em> In: <em>Halte fest<\/em>, Jg. 28 (1985), S. 285ff. Deutsche Textquelle online: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.soundwords.de\/a956.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.soundwords.de\/a956.html <\/a> [11.08.2020] \u2013 Was Darby damals als &#8222;Calvinisten&#8220; bezeichnete, w\u00fcrde man heute differenzierter dem <strong>Hyper<\/strong>-Calvinismus zuordnen.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leseempfehlungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine gute Einf\u00fchrung und Erkl\u00e4rung der Rituale und Opfer am &#8222;Gro\u00dfen S\u00fchnungstag&#8220; und ihre Erf\u00fcllung im Opfer Jesu Christi liefern Bruno Oberh\u00e4nsli und Willem Ouweneel. Als Angeh\u00f6rige der englischen \u201eBr\u00fcderbewegung\u201c folgen sie im wesentlichen deren Haupttheologen John N. Darby und William Kelly.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\" id=\"block-b70a9b1e-7787-4476-94f8-fc8a3cf88d80\"><li>Bruno Oberh\u00e4nsli: <em>Jom Kippur: Der gro\u00dfe Vers\u00f6hnungstag (3. Mose 16)<\/em>. Seminarunterlage. Frauenfeld, 2002. Textquelle online: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.soundwords.de\/a596.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.soundwords.de\/a596.html<\/a><\/li><li>Willem Ouweneel: <em>Betrachtungen \u00fcber 3. Mose 16<\/em>. Textquelle online: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.soundwords.de\/a1339.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.soundwords.de\/a1339.html<\/a><\/li><li>John N. Darby: <em>Propitiation and Substitution<\/em>. In: <em>The Collected Writings<\/em>, Bd. 27:&nbsp;<em>Expository, Vol. 6<\/em>, (London: G. Morrish), S. 473\u2013478.&nbsp;Originaltextquellen online: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.stempublishing.com\/authors\/darby\/EXPOSIT\/27034E.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.stempublishing.com\/authors\/darby\/EXPOSIT\/27034E.html<\/a> [11.08.2020]<\/li><li>John N. Darby: <em>Die zwei Seiten der S\u00fchnung<\/em>. Eigentlich: <em>S\u00fchnung und Stellvertretung.<\/em> In: <em>Halte fest<\/em>, Jg. 28 (1985), S. 285ff. Deutsche Textquelle online: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.soundwords.de\/a956.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.soundwords.de\/a956.html<\/a> [11.08.2020] \u2013 Mit einigen weiteren Zitaten anderer Autoren.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Apostel Paulus schreibt an seinen Mitarbeiter Timotheus: Denn Gott ist einer, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, [der] Mensch Christus Jesus, der sich selbst gab als L\u00f6segeld f\u00fcr alle&#8230; 1. Timotheus 2,5-6 (ELBCSV). Fettdruck hinzugef\u00fcgt. Wenn Christus das L\u00f6segeld f\u00fcr alle gegeben hat, sind dann nicht alle Menschen erl\u00f6st? 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