{"id":827,"date":"2020-08-10T19:19:45","date_gmt":"2020-08-10T17:19:45","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=827"},"modified":"2024-03-20T14:36:10","modified_gmt":"2024-03-20T13:36:10","slug":"vom-wert-des-werkes-christi-am-kreuz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=827","title":{"rendered":"Vom Wert und der Reichweite des S\u00fchnungswerkes Christi am Kreuz"},"content":{"rendered":"\n<p>Arminianisch denkenden Menschen werfen den \u201eCalvinisten\u201c oft vor, sie w\u00fcrden das Werk Jesu Christi am Kreuz unzul\u00e4ssig begrenzen und einengen. Dies entnehmen nicht wenige der ungl\u00fccklichen Bezeichnung \u201e<strong>begrenzte S\u00fchnung<\/strong>\u201c (engl. <em>limited atonement<\/em>), die als Begriff eine geraume Zeit <em>nach<\/em> Calvin einem der sog. \u201eF\u00fcnf Punkte des Calvinismus\u201c  (den \u201eLehren der Gnade\u201c Gottes) zugeordnet wurde. Dieser Vorwurf beruht meistens auf einem Missverst\u00e4ndnis, einer Nichtkenntnis oder einem willentlichen Verzerren dessen, was die Reformierten tats\u00e4chlich lehr(t)en. Einige verwenden daher lieber trefflichere Bezeichnungen wie \u201e<em>particular redemption<\/em>\u201c, \u201e<em>definite redemption<\/em>\u201c, \u201e<em>limited redemption<\/em>\u201c, \u201e<em>actual atonement<\/em>\u201c, \u201e<em>intentional atonement<\/em>\u201c o. \u00e4.<\/p>\n\n\n\n<p>Angeblicher H\u00f6hepunkt des \u201eCalvinismus\u201c war die Dordrechter Synode der reformierten Kirchen der Niederlande (1618\u20131619) gegen die \u201eRemonstranten\u201c (die sp\u00e4ter oft nicht v\u00f6llig richtig nach dem Amsterdamer Prediger <strong>Jakobus Arminius<\/strong>, sp\u00e4terem Professor in Leiden, \u201eArminianer\u201c genannt wurden). Die internationale Synode stellte die sog. \u201e<strong>Lehrregeln von Dordrecht<\/strong>\u201c gegen die Falschlehren der Remonstranten auf. Man beachte, dass es um das <em>zweite<\/em> Lehrst\u00fcck geht, nicht das dritte, was das noch sp\u00e4ter entstandene Akronym TULIP (L f\u00fcr <em>limited atonement<\/em>) falsch nahelegt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bb<strong>Zweites Lehrst\u00fcck: Vom Tode Christi und der Erl\u00f6sung der Menschen durch denselben<\/strong><br>&#8230;<br><strong>Artikel 3<\/strong><br>Dieser Tod des Sohnes Gottes ist das einzige und vollkommenste Opfer und Genugtuung f\u00fcr die S\u00fcnden, <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>unendlich an Kraft und Wert<\/strong>, \u00fcberfl\u00fcssig gen\u00fcgend, die S\u00fcnden der ganzen Welt zu s\u00fchnen<\/span>.<br><strong>Artikel 4<\/strong><br>Deshalb ist dieser Tod von so <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>gro\u00dfer Kraft und so gro\u00dfem Wert<\/strong><\/span>, weil die Person, welche ihn erlitt, nicht nur ein wahrer und vollkommen heiliger Mensch ist, sondern auch der eingeborene Sohn Gottes, desselben ewigen und unendlichen Wesens mit dem Vater und dem Heiligen Geist, wie unser Heiland sein musste. Sodann, weil sein Tod mit dem Gef\u00fchl des Zornes Gottes und des Fluches, den wir durch unsere S\u00fcnden verdient hatten, verbunden ist.<br><strong>Artikel 5<\/strong><br>\u00dcbrigens ist es die Verhei\u00dfung des Evangeliums, dass wer an den gekreuzigten Christus glaubt, nicht verlorengeht, sondern das ewige Leben hat. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Diese Verhei\u00dfung muss allen V\u00f6lkern und Menschen, zu denen Gott das Evangelium nach seinem Wohlgefallen sendet, <strong>gemeinschaftlich und ohne Unterschied verk\u00fcndigt und vorgestellt werden mit dem Befehl zur Bu\u00dfe und zum Glauben<\/strong>.<\/span><br><strong>Artikel 6<\/strong><br>Dass aber viele, die durch das Evangelium berufen sind, nicht in sich gehen und nicht an Christus glauben, sondern <strong>durch Unglauben<\/strong> umkommen, <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">das geschieht nicht, weil dem am Kreuz dargebrachten Opfer Christi etwas fehlt oder weil es nicht ausreicht, sondern durch ihre eigene Schuld.<\/span>\u00ab<\/p>\n<cite>Die&nbsp;Dordrechter&nbsp;Lehrs\u00e4tze. <em>400. Jubil\u00e4um der Dordrechter Synode (1618\/1619)<\/em>, Reformations-Gesellschaft-Heidelberg e. V. (Hg.), 2019. Fett- und Farbdruck hinzugef\u00fcgt.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Auswertung. <\/strong>Artikel 3 macht also v\u00f6llig klar, dass <strong>Kraft und Wert<\/strong> des Opfers Christi als <strong>unendlich<\/strong> gesehen wird, insofern also nicht als begrenzt verstanden wird. Artikel 4 erkl\u00e4rt dann, dass dieser <strong>Wert in der Gr\u00f6\u00dfe und dem Wert der Person begr\u00fcndet<\/strong> ist, die sich geopfert hat: der Mensch gewordene, heilige, eingeborene Sohn Gottes. Artikel 5 lehrt, dass die Verk\u00fcndigung der Verhei\u00dfung dieses Rettungswerks im <strong>Evangelium nicht begrenzt<\/strong> werden darf, sondern <em>allen<\/em> V\u00f6lkern und Menschen verk\u00fcndigt und vorgestellt werden muss. Auch hier ist keine Begrenzung, z. B. auf die Erw\u00e4hlten, zu lesen. Artikel 6 macht klar, dass der Unglaube und das <strong>Verlorengehen <em>alleine<\/em> die Schuld des Menschen<\/strong> ist, und niemals im Werk Christi (und irgendeiner Begrenzung dessen) zu finden ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit. <\/strong>Die zitierte Lehrregel steht den Falschmeldungen etlicher Autoren und Redner der anti-calvinistischen Szene entlarvend entgegen: <strong>Es wird <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">keine Begrenztheit <\/span>im Wert des S\u00fchnungswerks oder in der Verk\u00fcndigung der Verhei\u00dfungen des Evangeliums gelehrt. Auch die Schuldfrage und <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">die Verantwortung des Menschen wird deutlich benannt<\/span>. Dies entspricht dem klaren Zeugnis der Heiligen Schrift.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einige beispielhafte Belege reformierter Schreiber<\/h2>\n\n\n\n<p>1. Der Reformator <strong>Johannes Calvin<\/strong> (1509\u20131564) \u2013 War er eigentlich ein \u201eCalvinist\u201c? \u2013 vertrat die alte Formel: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Christus passus est <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">sufficienter pro omnibus, efficaciter [tantum] pro electis<\/span><\/em>.<br>Deutsch.: \u201e<em>Christi Leiden ist <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>ausreichend<\/strong> f\u00fcr alle, <strong>wirksam<\/strong> [nur] f\u00fcr die Erw\u00e4hlten<\/span>.<\/em>\u201c<\/p>\n<cite>Zitiert nach: Phillip Schaff, <em>The Creeds of Christendom<\/em>, Bd. 1, <em>The History of The Creeds<\/em>, S. 518. Auch Charles Hodge, <em>Systematic Theology<\/em> (1871; Nachdr., Grand Rapids, MI: Wm. B. Eerdmans, 1940), Bd. 2, S. 545\u201346, erw\u00e4hnt dies als \u00fcbliche Sicht der sog. Augustinianer. W.G.T. Shedd, <em>Dogmatic Theology<\/em>, erw\u00e4hnt es ebenfalls. (Usw.)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Weitere Aussagen Calvins \u00fcber das <strong>unbegrenzte<\/strong> Angebot des Opfers Christi finden sich z. B. in seinen teilweise \u00fcberraschenden Kommentaren zu Johannes 3,16 und R\u00f6mer 5,18 (s. u.).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. <\/strong>Der nach Amerika ausgewanderte niederl\u00e4ndische reformierte Theologe<strong> Rienk B. Kuiper<\/strong> (1886\u20131966) ist ein Beispiel daf\u00fcr, dass \u201edie Calvinisten\u201c eben nicht in <em>jeder<\/em> Hinsicht die Absichten und Wirkungen des S\u00fchnungswerks Christi auf die Erw\u00e4hlten begrenzen. Er schrieb in seinem Buch <em>For Whom Did Christ Die?<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbAccording to the Reformed faith the divine design of the atonement is in an important respect limited. <strong>But the Reformed faith also insists that in other respects it is universal<\/strong>. It can be shown without the slightest difficulty that certain benefits of the atonement, other than the salvation of individuals, are universal.<br>Therefore the statement, so often heard from Reformed pulpits, that Christ died only for the elect <strong><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">must be rated a careless one<\/span><\/strong>. To be sure, if by &#8222;for&#8220; be meant <em>in the place of<\/em>, the statement is accurate enough &#8230; If, however, by &#8222;for&#8220; be meant <em>in behalf of<\/em>, it is inaccurate, to say the least. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Certain benefits of the atonement accrue to men generally, including the non-elect. <\/span>Like all things that are, this is so by divine design.\u00ab<\/p>\n<cite>R. B. Kuiper, <em>For Whom Did Christ Die?: A Study of the Divine Design of the Atonement<\/em> (Wm. B. Eerdmans, 1959; Nachdr., Wipf and Stock, 2003), S. 78\u201379 (Kapitel 5 \u201eScriptural Universalism\u201c). Fett- und Farbschrift hinzugef\u00fcgt, Kursiv im Original.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><br><strong>3. <\/strong>Der amerikanische reformierte Theologe<strong> Loraine Boettner<\/strong> (1901\u20131990) schrieb 1932 in seinem Buch <em>The Reformed Doctrine of Predestination<\/em>, das aus seiner Masterarbeit (Th.M.) am <em>Princeton Theological Seminary <\/em>entstand, dass die S\u00fchnung (Atonement) \u201estreng genommen\u201c ein \u201e<strong>unbegrenzter<\/strong> Vorgang\u201c ist, deren Anwendung jedoch (in Form der <em>Erl\u00f6sung<\/em>, also der <em>Vergebung der S\u00fcnden<\/em> und <em>Befreiung vom daraus entstandenen Fluch<\/em>; Eph 1,7; R\u00f6m 3,24; Gal 3,13; 1.Pet 1,18\u201319 u. a.) <strong>begrenzt<\/strong> ist:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbThe question which we are to discuss under the subject of &#8222;Limited Atonement&#8220; is, Did Christ offer up Himself a sacrifice for the whole human race, for every individual without distinction or exception; or did His death have special reference to the elect? In other words, was the sacrifice of Christ merely <strong>intended<\/strong> to make the salvation of all men <strong>possible<\/strong>, or was it <strong>intended<\/strong> to <strong>render certain<\/strong> the salvation of those who had been given to Him by the Father? Arminians hold that Christ died for all men alike, while Calvinists hold that in the intention and secret plan of God Christ died for the elect only, and that His death had only an incidental [beil\u00e4ufige] reference to others in so far as they are partakers of common grace. The meaning might be brought out more clearly if we used the phrase &#8222;<strong>Limited Redemption<\/strong>&#8220; rather than &#8222;Limited Atonement.&#8220;<strong> <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">The Atonement is, of course, strictly an infinite transaction<\/span>; the limitation comes in, theologically, in the application of the benefits of the atonement, that is in redemption.<\/strong> But since the phrase &#8222;Limited Atonement&#8220; has become well established in theological usage and its meaning is well known we shall continue to use it.\u00ab<\/p>\n<cite>Loraine Boettner, <em>The Reformed Doctrine Of Predestination<\/em>, Thirtieth printing 1989 (Phillipsburg, NJ: Presbyterian and Reformed Publishing Company, 1932), S. 150 (Kapitel 12 \u201eLimited Atonement\u201c). Fett- und Farbschrift sowie Text in eckigen Klammern hinzugef\u00fcgt.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Kommentar:<\/strong> Die vom reformierten Theologen Boettner getroffene Unterscheidung zwischen der <em>universalen<\/em> S\u00fchnung und der <em>definitiven, begrenzten<\/em> Erl\u00f6sung (o. Vergebung, Stellvertretung im Gericht usw.) bzgl. des Opfers Jesu haben etliche Autoren der \u201ePlymouth Br\u00fcder\u201c (in D.: Elberfelder Br\u00fcderbewegung) fr\u00fcher exklusiv f\u00fcr sich reklamiert. Man bewertet dies heute als ihren kreativ-theologischen Beitrag zur Soteriologie (Heilslehre) des 19. Jahrhunderts (s. z. B. <strong>Mark R. Stevenson<\/strong> in <em>The Doctrines of Grace in an Unexpected Place<\/em>, 2017). Wenn allerdings <em>heute<\/em> immer noch behauptet wird (meist durch ungepr\u00fcftes und unreflektiertes Abschreiben aus alten Quellen, wie z. B. den Schriften der Cheftheologen der \u201eBr\u00fcderbewegung\u201c, John N. Darby und Wm. Kelly): \u00bbW\u00e4hrend Calvinisten in der S\u00fchnung h\u00e4ufig nur den Aspekt der Stellvertretung sehen&#8230;\u00ab, oder: \u00bbDie calvinistisch gepr\u00e4gte Vorstellung von&nbsp;<em>S\u00fchnung<\/em>&nbsp;kennt die Seite der&nbsp;<em>Genugtuung<\/em> oder dass Gott im Hinblick auf die ganze Welt unbegrenzt&nbsp;<em>zufriedengestellt<\/em>&nbsp;wurde, nicht.\u00ab (<strong>Dirk Sch\u00fcrmann<\/strong> auf <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.soundwords.de\/a9493.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.soundwords.de\/a9493.html\" target=\"_blank\">soundwords.de<\/a> [2015, 2021]), irrt jedoch, wie oben gezeigt. Man sollte nicht Dinge behaupten oder gar bewerten, die man nicht studiert hat oder die v\u00f6llig veraltet sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine unsaubere Terminologie der Heilsbegriffe <\/strong>stiftet zudem manches Missverst\u00e4ndnis: Mal redet man von S\u00fchnung, mal von Vers\u00f6hnung, Erl\u00f6sungswerk, Opfer Jesu, Vergebung, Errettung, Heil usw. Diese Begriffe bezeichnen jedoch zumeist <em>unterschiedliche<\/em> Aspekte des Werkes Jesu am Kreuz. Wenn die Begriffe aber nicht gekl\u00e4rt sind, ist das Gesagte (Geschriebene) oft nicht das Gemeinte und \u2013 fataler Weise \u2013 nicht das Verstandene. Beachtet werden muss auch, dass die Heilige Schrift diese Begriffe nicht immer gleichartig verwendet. Um den Sinn eines Begriffs an einer Stelle zu erfassen, muss vor allem der Kontext aufmerksam beachtet werden, reine \u201eWortstudien\u201c oder konkordante Vergleiche und Gleichsetzungen reichen nicht aus. Stevenson beobachtete auch bei dem erw\u00e4hnten Theologen der fr\u00fchen \u201eBr\u00fcderbewegung\u201c (Plymouth Brethren), <strong>John N. Darby<\/strong> (1800\u20131882), dass dieser sein Verst\u00e4ndnis in der Heilslehre sch\u00e4rfen und entsprechend Nuancen beachten musste. Stevenson sieht es daher als notwendig an, in der Soteriologie (Heilslehre) den \u201eCalvinismus\u201c der \u201eBr\u00fcder\u201c und vieler reformierter Theologen vom unbiblischen \u201eHyper-Calvinismus\u201c strikt zu trennen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbAs Darby\u2019s views developed, his position on the atonement <span style=\"font-size: revert;\">became more nuanced. <\/span><strong><span style=\"font-size: revert;\">He made a crucial distinction between<\/span> <span style=\"font-size: revert;\">propitiation and substitution.<\/span><\/strong><span style=\"font-size: revert;\"> <strong><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Propitiation<\/span><\/strong> is Godward and thus in the<\/span> <span style=\"font-size: revert;\">work of Christ there is \u2018an adequate and available sacrifice for sin<\/span> <span style=\"font-size: revert;\">for whoever would come.\u2019<sup>61<\/sup> But Darby did not believe that Christ<\/span> <span style=\"font-size: revert;\">bore, as a <strong><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">substitute<\/span><\/strong>, the sins of all people. He wrote, \u2018I can address<\/span> <span style=\"font-size: revert;\">all, and declare to them that this satisfaction [for sin] has been<\/span> <span style=\"font-size: revert;\">made\u2026 <\/span><strong><span style=\"font-size: revert;\">But I cannot say to all that Christ bore their sins, because the<\/span> <span style=\"font-size: revert;\">word does not say it anywhere.<\/span><\/strong><span style=\"font-size: revert;\"> If He had borne their sins, they<\/span> <span style=\"font-size: revert;\">would certainly be justified.\u2019<sup>62<\/sup> Darby explained how this impacted<\/span> <span style=\"font-size: revert;\">his preaching, \u2018I can say to all, that <\/span><strong><span style=\"font-size: revert;\"><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">propitiation<\/span> has been presented to<\/span> <span style=\"font-size: revert;\">God.<\/span><\/strong><span style=\"font-size: revert;\"> They have but to look there, and <\/span><strong><span style=\"font-size: revert;\">going to God by that blood<\/span> they will be received<\/strong>; they have nothing to wait for. <strong>They will not go <span style=\"font-size: revert;\">unless the Father draw them, but this is a matter of sovereign grace<\/span><\/strong><span style=\"font-size: revert;\">,<\/span> <span style=\"font-size: revert;\">with which I have nothing to do in my preaching\u2014in my teaching,<\/span> <span style=\"font-size: revert;\">yes, but not in my address to unconverted souls.\u2019<sup>63<\/sup><\/span> <span style=\"font-size: revert;\">It is reasonable to conclude that <strong>Darby was a strict Calvinist<\/strong> who<\/span> saw a <strong><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">particularity in the atonement<\/span><\/strong> but did not share the <strong>hyper-<span style=\"font-size: revert;\">Calvinist <\/span><\/strong><span style=\"font-size: revert;\">refusal of a universal gospel offer.<\/span>\u00ab<\/p>\n<cite>Mark R. Stevenson, <em>\u201eEarly Brethren Leaders and the Question of Calvinism\u201c<\/em>, in: Brethren Historical Review 6:2\u201333 [2010]. \u2013 FN61: \u00bb[Darby], CW, 29, p.287.\u00ab; FN62: \u00bb[Darby], Letters, vol.1, p.98.\u00ab; FN63: \u00bbIbid.\u00ab. Fett- und Farbdruck hinzugef\u00fcgt. <a href=\"http:\/\/brethrenhistory.org\/qwicsitePro2\/php\/docsview.php?docid=1563\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/brethrenhistory.org\/qwicsitePro2\/php\/docsview.php?docid=1563\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Link zu einem PDF-Exzerpt<\/a>.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere Untersuchungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine weitere Untersuchung k\u00f6nnte sich der Frage widmen, inwiefern die <strong>Wirksamkeit<\/strong> und <strong>effektiven Anwendung<\/strong> der S\u00fchnung begrenzt ist. <strong>Denn begrenzt ist sie, wenn wir den klaren Lehren Jesu und seiner Apostel folgend nicht an die Irrlehre der Allvers\u00f6hnung (sog. <em>Universalismus<\/em>) glauben. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die eher \u201ecalvinistische\u201c Deutung sieht das S\u00fchnungswerk (Boettner folgend genauer gesagt: die Erl\u00f6sung, also die <em>Anwendung<\/em>) Jesu <strong>in Zielsetzung und Absicht <\/strong>(engl. <em>purpose<\/em>)<strong> begrenzt<\/strong>, zumindest im Aspekt der <strong>pers\u00f6nlichen Stellvertretung im Gericht<\/strong>, die nur f\u00fcr die Erw\u00e4hlten stattfand und diese effektiv rettete. Dies ist auch die traditionelle Position der \u201eBr\u00fcderbewegung\u201c (Plymouth Brethren, KLC Brethren), die allerdings immer mehr in Richtung arminianischer Falschlehren verlassen wurde und wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Die eher \u201earminianische\u201c Deutung hingegen <strong>begrenzt die Wirksamkeit des S\u00fchnungswerkes Christi <\/strong>auch, aber nun vielmehr darin, dass dieses S\u00fchnungswerk die Rettung von Menschen nur <em>m\u00f6glich<\/em> mache (\u201eDie T\u00fcr aufstie\u00df\u201c, eine\/n Chance\/Weg er\u00f6ffnete), aber die Rettung keines einzigen Menschen <em>effektiv<\/em> vollbrachte. Jeder sollte einmal die Heilige Schrift unter Gebet studieren, um zu verstehen, was Christus gemeint hatte, als Er am Kreuz ausrief: \u201e<strong><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=1958\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/logikos.club\/?p=1958\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tet\u00e9lestai!<\/a><\/strong><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=1958\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/logikos.club\/?p=1958\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> <\/a>\u2013 Es ist <strong>vollbracht<\/strong>!\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die&nbsp;Dordrechter&nbsp;Lehrs\u00e4tze. <em>400. Jubil\u00e4um der Dordrechter Synode (1618\/1619)<\/em>, Reformations-Gesellschaft-Heidelberg e. V. (Hg.), 2019. Download: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/reformationsgesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/2018-05-04-Dordrechter-Lehrsaetze-WEB.pdf\" target=\"_blank\">https:\/\/reformationsgesellschaft.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/2018-05-04-Dordrechter-Lehrsaetze-WEB.pdf<\/a> [10.08.2020]<\/li>\n\n\n\n<li>Calvin \u00fcber R\u00f6mer 5,18: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ccel.org\/c\/calvin\/comment3\/comm_vol38\/htm\/ix.x.htm\" target=\"_blank\">https:\/\/www.ccel.org\/c\/calvin\/comment3\/comm_vol38\/htm\/ix.x.htm<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.calvinismus.ch\/wp-content\/uploads\/roemer.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.calvinismus.ch\/wp-content\/uploads\/roemer.html<\/a><br>\u00bbChristi Gerechtigkeit und Gehorsam kam nicht seiner Person allein zugute, sondern greift weit dar\u00fcber hinaus und macht die Gl\u00e4ubigen reich, welche sie zum Geschenk empfangen. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Ein Gemeinbesitz <strong>f\u00fcr alle Menschen<\/strong> ist die Gnade nun deshalb, weil sie <strong>f\u00fcr alle <\/strong>\u00f6ffentlich ausgeboten ward, nicht etwa weil alle sie wirklich hinn\u00e4hmen. Christus hat zwar f\u00fcr die S\u00fcnden der ganzen Welt gelitten, und <strong>alle empfangen unterschiedslos das Angebot der G\u00fcte Gottes<\/strong>: aber nicht alle nehmen es an<\/span>.\u00ab<\/li>\n\n\n\n<li>Calvin \u00fcber Johannes 3,16: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ccel.org\/c\/calvin\/comment3\/comm_vol34\/htm\/ix.iii.htm\" target=\"_blank\">https:\/\/www.ccel.org\/c\/calvin\/comment3\/comm_vol34\/htm\/ix.iii.htm<\/a><br>\u00bb<em>That whosoever believeth on him may not perish.<\/em>&nbsp;It is a remarkable commendation of faith, that it frees us from everlasting destruction. For he intended expressly to state that, though we appear to have been born to death, undoubted deliverance is offered to us by the faith of Christ; and, therefore, that we ought not to fear death, which otherwise hangs over us. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">And he has employed the <strong>universal<\/strong> term&nbsp;<em>whosoever,<\/em>&nbsp;both to invite all indiscriminately to partake of life, and to cut off every excuse from unbelievers. <\/span>Such is also the import of the term&nbsp;<em>World<\/em>, which he formerly used; for though nothing will be found in<em>&nbsp;the world<\/em> that is worthy of the favor of God, yet he shows himself to be reconciled to the whole world, <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">when<strong> he invites all men without exception to the faith of Christ<\/strong>, which is nothing else than an entrance into life.<\/span>\u00ab<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arminianisch denkenden Menschen werfen den \u201eCalvinisten\u201c oft vor, sie w\u00fcrden das Werk Jesu Christi am Kreuz unzul\u00e4ssig begrenzen und einengen. Dies entnehmen nicht wenige der ungl\u00fccklichen Bezeichnung \u201ebegrenzte S\u00fchnung\u201c (engl. limited atonement), die als Begriff eine geraume Zeit nach Calvin einem der sog. \u201eF\u00fcnf Punkte des Calvinismus\u201c (den \u201eLehren der Gnade\u201c Gottes) zugeordnet wurde. Dieser &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=827\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eVom Wert und der Reichweite des S\u00fchnungswerkes Christi am Kreuz\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-827","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-heilslehre"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/827","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=827"}],"version-history":[{"count":41,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/827\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3392,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/827\/revisions\/3392"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}