{"id":4947,"date":"2026-10-22T08:28:13","date_gmt":"2026-10-22T06:28:13","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=4947"},"modified":"2026-10-22T08:56:32","modified_gmt":"2026-10-22T06:56:32","slug":"verbindliche-gemeindemitgliedschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=4947","title":{"rendered":"Verbindliche Gemeindemitgliedschaft"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F4947&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F4947&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/plugins\/pdf-print-pro\/images\/print.png?1054580255\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lesedauer: 10 Minuten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Der folgende Text ist ein Beitrag zur Frage, ob eine \u00f6rtliche christliche Gemeinde das biblische Konzept einer verbindlichen Gemeindemitgliedschaft umsetzen sollte. Manche Gemeinden haben als Ausdruck davon und als Ordnungsmittel Mitgliederlisten, andere haben unverbindliche (und oft ungepflegte) Kontakt- oder Freundeslisten, wieder andere lehnen solche Listen v\u00f6llig ab. Welche Aussagen und Argumente der Heiligen Schrift sind hier zu beachten? \u2013 Der untenstehende Text wurde dem Werk \u00bbBiblische Lehre\u00ab von John MacArthur und Richard Mayhue entnommen (Rezension <a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=2451\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/logikos.club\/?p=2451\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>), Kapitel IX \u00bbDie Gemeinde\u00ab, Abschnitt \u00bb7 Gemeindemitgliedschaft\u00ab (S. 1048ff). Nach dem Langzitat folgt eine <\/mark><\/em> <em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>Zusammenfassung<\/strong> der Argumente.<\/mark><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbIn einer Zeit, in der Verbindlichkeit ein seltenes Gut ist, sollte es nicht \u00fcberraschen, dass so viele Gl\u00e4ubige die Gemeindemitgliedschaft zu einer unwichtigen Sache machen. Es ist traurig, aber nicht ungew\u00f6hnlich f\u00fcr Christen, dass sie von einer Gemeinde zur n\u00e4chsten ziehen, und sich dabei nie der Aufsicht von \u00c4ltesten unterstellen und sich nie einer Gruppe von Mitgl\u00e4ubigen gegen\u00fcber verpflichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber die Vernachl\u00e4ssigung \u2013 oder gar Weigerung \u2013, sich einer Gemeinde als formales Mitglied anzuschlie\u00dfen, zeugt von einem mangelhaften Verst\u00e4ndnis der Verantwortung des Gl\u00e4ubigen gegen\u00fcber dem Leib Christi. Und es schneidet den Betreffenden ab von den vielen Segnungen und M\u00f6glichkeiten, die sich aus dieser Selbstverpflichtung ergeben. Es ist f\u00fcr jeden Christen entscheidend wichtig, dass er versteht, was Gemeindemitgliedschaft ist und warum sie soviel bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Definition<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn jemand errettet wird, wird er ein Glied am Leib Christi (1Kor 12,13). Weil er auf diese Weise mit Christus und den anderen Gliedern des Leibes verbunden ist, ist er qualifiziert, ein Glied des \u00f6rtlichen Ausdrucks dieses Leibes zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitglied einer Gemeinde zu werden bedeutet, sich formell gegen\u00fcber einer klar bestimmbaren \u00f6rtlichen K\u00f6rperschaft von Gl\u00e4ubigen zu verpflichten, die sich zu besonderen, von Gott verordneten Zwecken zusammengeschlossen haben. Zu diesen Zwecken geh\u00f6ren das Empfangen von Unterweisung aus Gottes Wort (1Tim 4,13; 2Tim 4,2), gegenseitiger Dienst und Auferbauung durch die richtige Verwendung der Geistesgaben (R\u00f6m 12,3\u20138; 1Kor 12,4\u201331; 1Pet 4,10\u201311), die Teilnahme an den Verordnungen von Abendmahl und Taufe (Lk 22,19; Apg 2,38\u201342) und die Verk\u00fcndigung des Evangeliums gegen\u00fcber den Verlorenen (Mt 28,18\u201320). Wenn man Mitglied einer Gemeinde wird, unterstellt man sich au\u00dferdem der F\u00fcrsorge und Autorit\u00e4t der biblisch qualifizierten \u00c4ltesten, die Gott in diese Gemeinde gestellt hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die biblische Grundlage<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Schrift auch kein ausdr\u00fcckliches Gebot enth\u00e4lt, sich formell einer \u00f6rtlichen Gemeinde anzuschlie\u00dfen, ist die biblische Grundlage f\u00fcr Gemeindemitgliedschaft im ganzen Neuen Testament zu finden. Diese biblische Basis kann am deutlichsten gesehen werden an (1) dem Beispiel der Urgemeinde, (2) der Existenz von Gemeindeleitung, (3) der Aus\u00fcbung von Gemeindezucht und (4) der Ermahnung zu gegenseitiger Erbauung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Beispiel der Urgemeinde<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der fr\u00fchen Gemeinde war \u00bbzum Glauben kommen\u00ab gleichbedeutend mit \u00bbzur Gemeinde kommen\u00ab. Der Gedanke, die Errettung zu erfahren, ohne zu einer \u00f6rtlichen Gemeinde zu geh\u00f6ren, ist dem Neuen Testament fremd. Wenn Menschen Bu\u00dfe taten und an Christus gl\u00e4ubig wurden, wurden sie getauft und zur Gemeinde hinzugetan (Apg 2,41.47; 5,14; 16,5). Dies bedeutete mehr als nur das Ausleben privater Hingabe an Christus, sondern den Zusammenschluss mit anderen Gl\u00e4ubigen in einer \u00f6rtlichen Versammlung, wo man in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten verharrte (Apg 2,42).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Briefe des Neuen Testaments wurden an Gemeinden geschrieben. Im Fall der wenigen, die an Einzelpersonen adressiert waren \u2013 1. und 2. Timotheus, Titus und Philemon \u2013 waren die Empf\u00e4nger Leiter in Gemeinden. Wie die neutestamentlichen Briefe selbst veranschaulichen, ging der Herr davon aus, dass die Gl\u00e4ubigen einer \u00f6rtlichen Versammlung verpflichtet waren. Das Neue Testament enth\u00e4lt auch den Hinweis, dass es, ebenso wie eine Liste von Witwen existierte, die f\u00fcr finanzielle Unterst\u00fctzung infrage kamen (1Tim 5,9), m\u00f6glicherweise auch eine Liste von Mitgliedern gab, die stetig l\u00e4nger wurde, je mehr Menschen errettet wurden (vgl. Apg 2,41.47; 5,14; 16,5). Es war sogar so: Wenn ein Gl\u00e4ubiger in eine andere Stadt zog, dann schrieb seine Gemeinde oft einen Empfehlungsbrief an seine neue Gemeinde (Apg 18,27; R\u00f6m 16,1; Kol 4,10; vgl. 2Kor 3,1\u20132). Solche Briefe h\u00e4tte man nicht schreiben k\u00f6nnen, wenn diese Gl\u00e4ubigen ihren geistlichen Leitern nicht bekannt und rechenschaftspflichtig gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Apostelgeschichte passen viele Begriffe nur, wenn wir davon ausgehen, dass formale Gemeindemitgliedschaft damals der normale Zustand war. Ausdr\u00fccke wie \u00bbdie ganze Versammlung\u00ab (Apg 6,5; MENG1939), \u00bbdie Gemeinde in Jerusalem\u00ab (Apg 8,1), \u00bbdie J\u00fcnger\u00ab (Apg 9,26), \u00bbin jeder Gemeinde\u00ab (Apg 14,23), \u00bbdie ganze Gemeinde\u00ab (Apg 15,22) und \u00bbdie \u00c4ltesten der Gemeinde\u00ab (Apg 20,17) setzen alle eine erkennbare Gemeindemitgliedschaft mit klar definierten Grenzen voraus (siehe auch 1Kor 5,4; 14,23; Heb 10,25), weil man nicht sagen kann, ob die \u00bbganze Gemeinde\u00ab anwesend ist, wenn man nicht wei\u00df, wer die Mitglieder der Gemeinde sind. Anders gesagt: Wenn man wei\u00df, dass sich die \u00bbganze Gemeinde\u00ab versammelt hat, setzt das voraus, dass die Leiterschaft um jeden einzelnen wei\u00df, der zu jener \u00f6rtlichen Gemeinde geh\u00f6rt, was seinerseits wieder eine klar bestimmte Mitgliedschaft voraussetzt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Existenz von Gemeindeleitung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Neue Testament zeigt ein durchgehendes Muster einer Mehrzahl von \u00c4ltesten, die jeweils \u00fcber eine \u00f6rtliche K\u00f6rperschaft von Gl\u00e4ubigen die Aufsicht f\u00fchren. Die diesen \u00c4ltesten gegebenen besonderen Aufgaben setzen eine klar definierte Gruppe von ihrer F\u00fcrsorge anvertrauten Gemeindemitgliedern voraus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese gottesf\u00fcrchtigen M\u00e4nner sind unter anderem daf\u00fcr verantwortlich, Gottes Volk zu weiden (Apg 20,28; 1Pet 5,2), sorgf\u00e4ltig unter ihnen zu arbeiten (1Thes 5,12), ihnen gut vorzustehen (1Thes 5,12; 1Tim 5,17) und \u00fcber ihre Seelen zu wachen (Heb 13,17). Die Schrift lehrt, dass die \u00c4ltesten f\u00fcr die ihnen anvertrauten Personen Gott Rechenschaft geben werden (Heb 13,17; 1Pet 5,3\u20134).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese verantwortungsvollen Aufgaben setzen voraus, dass es eine klar erkennbare, gegenseitig als solche verstandene Mitgliedschaft in der \u00f6rtlichen Gemeinde gibt. Die \u00c4ltesten k\u00f6nnen ihre Leute nur weiden, Aufsicht \u00fcber sie f\u00fchren und Gott im Blick auf ihr geistliches Wohlergehen Rechenschaft geben, wenn sie wissen, wer zur Herde geh\u00f6rt und wer nicht. Die \u00c4ltesten einer Gemeinde sind nicht verantwortlich f\u00fcr das geistliche Wohlergehen solcher Personen, die die Gemeinde nur besuchen oder nur ab und zu an den Versammlungen teilnehmen. Vielmehr sind sie vor allem daf\u00fcr verantwortlich, als Hirten jenen zu dienen, die sich der F\u00fcrsorge und Autorit\u00e4t der \u00c4ltesten bewusst unterstellt haben \u2013 und zwar mittels der verbindlichen Gemeindemitgliedschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umgekehrt ist es die Lehre der Schrift, dass sich Gl\u00e4ubige ihren \u00c4ltesten f\u00fcgen sollen. Hebr\u00e4er 13,17 sagt: \u00bbGehorcht euren F\u00fchrern und seid f\u00fcgsam\u00ab. Die Frage an jeden Gl\u00e4ubigen ist also: \u00bbWer sind deine F\u00fchrer?\u00ab Wer sich weigert, sich einer \u00f6rtlichen Gemeinde anzuschlie\u00dfen und sich der F\u00fcrsorge und Autorit\u00e4t der \u00c4ltesten dort anzuvertrauen, hat \u00fcberhaupt keine F\u00fchrer. F\u00fcr eine solche Person ist Gehorsam nach Hebr\u00e4er 13,17 unm\u00f6glich. Um es einfach zu sagen: Dieser Bibelvers setzt voraus, dass jeder Gl\u00e4ubige wei\u00df, wem er sich f\u00fcgen soll, und dies wiederum geht von einer klar definierten Gemeindemitgliedschaft aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Aus\u00fcbung von Gemeindezucht<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie schon bemerkt, sagt Matth\u00e4us 18,15\u201317, wie die Gemeinde sich um die Wiederherstellung eines Gl\u00e4ubigen bem\u00fchen soll, der in S\u00fcnde gefallen ist \u2013 ein Prozess mit vier Schritten, der gemeinhin als Gemeindezucht bekannt ist.30 Die Aus\u00fcbung der Gemeindezucht nach Matth\u00e4us 18 und anderen Bibelstellen (1Kor&nbsp;5,1\u201313; 1Tim 5,20; Tit 3,10\u201311) setzt voraus, dass die \u00c4ltesten einer Gemeinde wissen, wer ihre Mitglieder sind. Ohne eine irgendwie geartete formale Beziehung zwischen der Gemeinde und ihren Leitern g\u00e4be es keine Grundlage f\u00fcr die geistliche Rechenschaft, die das Neue Testament verlangt. Au\u00dferdem m\u00fcssen Personen, wenn sie unter Zucht gestellt worden sind und unbu\u00dffertig bleiben, gerade von der Mitgliedschaft in der Gemeinde ausgeschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ermahnung zu gegenseitiger Erbauung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Neue Testament lehrt, dass die Gemeinde der Leib Christi ist und dass Gott jedes Glied zu einem Leben aufgerufen hat, das sich dem Wachstum des Leibes widmet. Anders gesagt: Die Schrift ermahnt alle Gl\u00e4ubigen, die anderen Glieder zu erbauen, indem sie die \u00bbEinander\u00ab-Gebote des Neuen Testaments praktizieren (z. B. Heb 10,24\u201325) und ihre geistlichen Gaben aus\u00fcben (R\u00f6m 12,6\u20138; 1Kor 12,4\u20137; 1Pet 4,10\u201311). Gegenseitige Erbauung kann nur im Rahmen der Gemeinschaft des Leibes Christi stattfinden. Ermahnung zu diesem Dienst setz voraus, dass Gl\u00e4ubige sich gegen\u00fcber anderen Gl\u00e4ubigen in einer konkreten \u00f6rtlichen Versammlung verpflichtet haben. Gemeindemitgliedschaft ist lediglich die formale Art und Weise, diese Selbstverpflichtung einzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verpflichtung gegen\u00fcber einer \u00f6rtlichen Gemeinde praktisch zu leben, umfasst viele Arten von Verantwortung: In der \u00f6rtlichen Gesellschaft einen gottesf\u00fcrchtigen Wandel f\u00fchren, seine geistlichen Gaben in unerm\u00fcdlichem Dienst aus\u00fcben, zum Werk des Dienstes finanziell beitragen, Ermahnung in Sanftmut und Liebe aussprechen und annehmen und sich treu an der gemeinschaftlichen Anbetung beteiligen. Es wird viel erwartet, weil viel auf dem Spiel steht, denn nur wenn jeder Gl\u00e4ubige dieser Art der Verpflichtung treu nachkommt, kann die Gemeinde ihrer Berufung als Christi Repr\u00e4sentantin auf der Erde gerecht werden.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit das Zitat, es folgt eine Zusammenfassung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Argumente f\u00fcr die verbindliche Zugeh\u00f6rigkeit zu einer \u00f6rtlichen Gemeinde (Zusammenfassung durch grace@logikos.club)<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Die Zugeh\u00f6rigkeit zum Leib Christi soll \u00f6rtlich sichtbar werden.<\/strong><br>Wer durch den Glauben an Christus Glied seines Leibes geworden ist (1Kor 12,13), ist nach dem Text auch daf\u00fcr qualifiziert, sich einem \u00f6rtlichen Ausdruck dieses Leibes anzuschlie\u00dfen. (Es mag an einem politischen \u00bbOrt\u00ab (Stadt, Provinz) auch mehrere \u00f6rtliche Gemeinden geben, wie es in apostolischer Fr\u00fchzeit der Gemeinde Jesu vielleicht noch nicht n\u00f6tig war.)<\/li>\n\n\n\n<li><strong>In der Urgemeinde geh\u00f6rten Glaube und Gemeindezugeh\u00f6rigkeit zusammen.<\/strong><br>Menschen, die zum Glauben kamen, wurden getauft und der Gemeinde hinzugetan (Apg 2,41.47; 5,14; 16,5). Sie lebten ihren Glauben nicht nur privat, sondern gemeinsam in Lehre, Gemeinschaft, Brotbrechen und Gebet (Apg 2,42).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Das Neue Testament setzt erkennbare Gemeinden voraus.<\/strong><br>Bezeichnungen wie\u00bbdie ganze Gemeinde\u00ab, \u00bbdie Gemeinde in Jerusalem\u00ab oder \u00bbdie \u00c4ltesten der Gemeinde\u00ab machen nach dem Text nur Sinn, wenn klar war, wer zu einer \u00f6rtlichen Gemeinde geh\u00f6rte (Apg 6,5; 8,1; 14,23; 15,22; 20,17). Nur dann l\u00e4sst sich feststellen, ob tats\u00e4chlich die ganze Gemeinde versammelt ist.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gemeindeleitung als Hirtenaufgabe braucht eine klar erkennbare Herde.<\/strong><br>\u00c4lteste sollen Gottes Volk weiden, sorgf\u00e4ltig f\u00fcr die Gemeinde arbeiten und \u00fcber die Seelen der ihnen Anvertrauten wachen (Apg 20,28; 1Thes 5,12; Heb 13,17; 1Pet 5,2). Dazu m\u00fcssen sie wissen, wer zu ihrer Herde geh\u00f6rt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Verbindliche Zugeh\u00f6rigkeit erm\u00f6glicht geistliche F\u00fcrsorge und Aufsicht.<\/strong><br>Der Text versteht Mitgliedschaft als bewusste Unterstellung unter die F\u00fcrsorge und Autorit\u00e4t biblisch qualifizierter \u00c4ltester. Zugleich wissen diese Leiter, f\u00fcr wen sie Verantwortung tragen und wem sie vor Gott Rechenschaft geben werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sie macht die Ermahnung an Gl\u00e4ubige konkret.<\/strong><br>Hebr\u00e4er 13,17 fordert Gl\u00e4ubige auf, ihren F\u00fchrern zu gehorchen und sich ihnen zu f\u00fcgen. Eine verbindliche Zugeh\u00f6rigkeit hilft zu kl\u00e4ren, wer diese F\u00fchrer sind und wem gegen\u00fcber diese Verantwortung gilt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gemeindezucht setzt eine bestimmbare Zugeh\u00f6rigkeit voraus.<\/strong><br>Der in Matth\u00e4us 18,15\u201317 beschriebene Wiederherstellungsprozess und weitere Anweisungen zur Gemeindezucht setzen nach dem Text voraus, dass die Gemeinde wei\u00df, wer zu ihr geh\u00f6rt. Ein Ausschluss aus der Gemeinde ist nur m\u00f6glich, wenn zuvor eine erkennbare verbindliche Zugeh\u00f6rigkeit bestand.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sie schafft einen konkreten Rahmen f\u00fcr gegenseitige Erbauung.<\/strong><br>Die neutestamentlichen \u00bbEinander\u00ab-Gebote und der Gebrauch geistlicher Gaben richten sich auf das Wachstum des Leibes Christi (z. B. Heb 10,24\u201325; R\u00f6m 12,6\u20138; 1Kor 12,4\u20137; 1Pet 4,10\u201311). Eine verbindliche Zugeh\u00f6rigkeit macht diese gegenseitige Verantwortung in einer konkreten Gemeinschaft lebbar.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sie er\u00f6ffnet M\u00f6glichkeiten zum gemeinsamen Dienst.<\/strong><br>In der Gemeinde k\u00f6nnen Gl\u00e4ubige aus Gottes Wort Unterweisung empfangen, einander dienen und auferbauen, ihre Gaben einsetzen, an Taufe und Abendmahl teilnehmen und das Evangelium verk\u00fcndigen (1Tim 4,13; 2Tim 4,2; R\u00f6m 12,3\u20138; Lk 22,19; Mt 28,18\u201320).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sie hilft, den Glauben dauerhaft und rechenschaftspflichtig zu leben.<\/strong><br>Der Text beschreibt Mitgliedschaft als eine Selbstverpflichtung gegen\u00fcber einer klar bestimmbaren Gruppe von Gl\u00e4ubigen. Sie wirkt dem dauernden Wechsel von Gemeinde zu Gemeinde entgegen, ohne sich einer geistlichen Leitung oder verbindlichen Gemeinschaft anzuvertrauen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sie macht praktische Verantwortung verbindlich.<\/strong><br>Zur Zugeh\u00f6rigkeit geh\u00f6ren nach dem Text ein gottesf\u00fcrchtiger Lebenswandel, treuer Dienst, finanzielle Beteiligung am Werk, liebevolle Ermahnung und die best\u00e4ndige Teilnahme an der gemeinsamen Anbetung.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Fazit: Kein explizites Gebot, sondern eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<\/strong><br>Die Schrift enth\u00e4lt kein ausdr\u00fcckliches Gebot zur formalen Gemeindemitgliedschaft. Diese ist vielmehr aus einer Vielzahl von Aussagen und Geboten des Neuen Testaments zu begr\u00fcnden. <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Eine \u00f6rtliche Gemeinde kann nicht entsprechend dem NT gehorsam funktionieren, wenn sie keine Verbindlichkeit und definierte Mitgliedschaft pflegt. <\/mark><\/strong>Ob sie dar\u00fcber schriftliche Listen f\u00fchrt (was zu empfehlen ist) oder nicht, ist nachrangig eine Frage der Ordnung, Transparenz und Organisation. Es geht vielmehr um die Sache selbst: <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Erst eine verbindliche und bekannte Gemeindezugeh\u00f6rigkeit macht die Verantwortung f\u00fcreinander, die Leitung durch \u00c4lteste, geistliche Rechenschaft und den gemeinsamen Dienst konkret und erkennbar.<\/mark><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesedauer: 10 Minuten. Der folgende Text ist ein Beitrag zur Frage, ob eine \u00f6rtliche christliche Gemeinde das biblische Konzept einer verbindlichen Gemeindemitgliedschaft umsetzen sollte. Manche Gemeinden haben als Ausdruck davon und als Ordnungsmittel Mitgliederlisten, andere haben unverbindliche (und oft ungepflegte) Kontakt- oder Freundeslisten, wieder andere lehnen solche Listen v\u00f6llig ab. 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