{"id":4731,"date":"2026-09-29T14:26:50","date_gmt":"2026-09-29T12:26:50","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=4731"},"modified":"2026-09-29T23:04:15","modified_gmt":"2026-09-29T21:04:15","slug":"die-macht-der-computer-und-die-ohnmacht-der-vernunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=4731","title":{"rendered":"Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F4731&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F4731&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/plugins\/pdf-print-pro\/images\/print.png?1054580255\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lesedauer: 17 Min.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:14px\">Auf diesem Blog referieren wir eher selten logische oder mathematische Themen, obwohl auch dies zum Anspruch von&nbsp;<em>logikos<\/em>&nbsp;geh\u00f6rt: Es sind Unterthemen der durch das Wort Gottes (<em>logos<\/em>) ins Dasein gerufenen Sch\u00f6pfung (1Mose 1\u20132; Johannes 1,1\u20133). Sprache, Mathematik (eine besondere Sprache), Denken, Technik, Computer (formale Sprachen): dies alles geh\u00f6rt mit in die Welt der Sch\u00f6pfung, entgeht letztlich nicht dem Herrschaftsanspruch des Obersten K\u00f6nigs im Reich Gottes. Wo Menschen ihre gottverliehene Kreat\u00fcrlichkeit und Kreativit\u00e4t anwenden und aufbl\u00fchen lassen, dies aber unausweichlich nur als gefallene Wesen tun k\u00f6nnen, werden moralisches Urteil und rationale Kritik notwendig. Daher ein kleiner Beitrag zum Thema \u00bbKI\u00ab, ausgehend von einigen zugegeben subjektiven und etwas nostalgischen Wurzeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im August 1987 besuchte ich eine internationale&nbsp;<em>Konferenz \u00fcber Anwendung der K\u00fcnstlichen Intelligenz im Engineering<\/em> in Boston.<a href=\"applewebdata:\/\/8688BFCF-5193-4C31-A67F-5D8BD7F4EC25#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Mein berufliches Interesse galt besonders den M\u00f6glichkeiten der KI, rechnergest\u00fctzte Planer, Konfigurierer und Optimierer im Bereich der Produktionsplanung dem menschlichen Planer zur Verf\u00fcgung zu stellen. Das <em>Massachusetts Institute of Technology<\/em>&nbsp;(MIT) in Cambridge war damals bekannt daf\u00fcr, dass dort \u00bbautonome mobile Robots\u00ab selbst\u00e4ndig \u00fcber den Campus liefen.<a href=\"applewebdata:\/\/8688BFCF-5193-4C31-A67F-5D8BD7F4EC25#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;Vor fast 40 Jahren war das eine Sensation. Die \u00dcbertragung auf ein selbst\u00e4ndig planendes und entsprechend agierendes und reagierendes Logistikger\u00e4t in einer Fabrikhalle war in meinem Forschungsbereich eine naheliegende Anwendung. Einige Sponsoren des MIT, wie die DARPA, dachten wohl eher an Kriegslogistik.<a href=\"applewebdata:\/\/8688BFCF-5193-4C31-A67F-5D8BD7F4EC25#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Hier war auf demselben Campus im Keim jene Auseinandersetzung schon gegenw\u00e4rtig, was \u00bbAutonomie\u00ab und Aufgabendelegation bei Computern bedeuten solle.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man schon in Boston ist, besucht man als Forscher unbedingt auch das MIT in Cambridge. Dabei geh\u00f6rt der Hochschul-Buchladen zum intellektuell reizenden Pflichtprogramm. Soweit ich mich erinnern kann, geh\u00f6rte zu den erworbenen B\u00fcchern auch <strong>Joseph Weizenbaums<\/strong>&nbsp;\u00bb<em>Computer Power and Human Reason: From Judgment to Calculation\u00ab.<\/em>&nbsp;Dieses Buch des bekannten Professors f\u00fcr Computerwissenschaften am MIT kam urspr\u00fcnglich 1976 heraus (Paperback, ISBN 0-7167-0463-3). Die erste deutsche Ausgabe erschien am 07.12.1978 bei Suhrkamp; sp\u00e4ter wurde es als&nbsp;<em>suhrkamp taschenbuch wissenschaft<\/em>&nbsp;274 mit dem Titel \u00bb<em>Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft<\/em>\u00ab ver\u00f6ffentlicht (aktuelle 16. Auflage 2023, 369 Seiten).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich hatte mich schon im Buchladen in diesem Buch festgelesen. Weizenbaum schreibt im ersten Satz seines Vorworts:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbIn diesem Buch geht es nur vordergr\u00fcndig um Computer. Im wesentlichen [sic] wird der Computer hier lediglich als Vehikel benutzt, bestimmte Ideen vorzutragen,&nbsp;<strong>die viel wichtiger als Computer sind<\/strong>.\u00ab (Fettdruck hinzugef\u00fcgt)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz danach adressiert er einen Hauptkritikpunkt, der m. E. gerade in unserer Welt der generativen KI nachdenkenswert und hochaktuell ist:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbAber ein Hauptpunkt dieses Buches ist genau der, da\u00df wir alle nur zu sehr aus der Welt einen Computer gemacht haben und da\u00df&nbsp;<strong>diese abermalige Erschaffung der Welt nach dem Bild des Computers<\/strong>&nbsp;lange begonnen hatte, bevor es elektronische Computer gab.\u00ab&nbsp;<br>(Zitate alle aus der aktuellen Suhrkamp-Auflage 2023; Fettdruck hinzugef\u00fcgt).<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Computer als Metapher der Welt?&nbsp;<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was gewinnen wir, was verlieren wir, wenn wir uns die Welt wie einen riesigen Computer vorstellen? Was geschieht mit uns, wenn wir uns diese Metapher der Welt aneignen? F\u00fcr mich als ausgebildetem Ingenieur und Informatiker mit gro\u00dfem Interesse an KI war das eine spannende Frage. Ich sah hier weit \u00fcber die Aspekte der Programmierung und Programmiersprachen hinaus eine herausfordernde philosophische Fragestellung. Jeder kennt Abraham Maslows Bonmot: \u00bb<em>To a man with a hammer, everything looks like a nail<\/em>\u00ab (etwa: \u00bbWer nur einen Hammer hat, f\u00fcr den sieht jedes Problem wie ein Nagel aus\u00ab; in:&nbsp;<em>The Psychology of Science,&nbsp;<\/em>1966). Jeder nimmt die Welt durch seine Brille, hier die Brille seiner M\u00f6glichkeiten oder seines ihm vertrauten professionellen Paradigmas, wahr. Egal, ob diese Brille passt. Wir kennen das: Da wird der Nachrichtensprecher zum Erziehungsonkel. Da wird der Physiker pl\u00f6tzlich zum Welterkl\u00e4rer, zum Theologen oder zum Ethiker. Fritjof Capra und Harald Lesch lassen gr\u00fc\u00dfen. Und nun soll uns der Computer-Wissenschaftler \u00bbGott und die Welt\u00ab erkl\u00e4ren? \u2013 \u00bbSchuster bleib bei deinen Leisten!\u00ab&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Chancen und Risiken des Computer-Einsatzes sind das eine. Aber es geht nicht nur um die faszinierenden technischen M\u00f6glichkeiten, die diese neue Technologie bietet. Sie dient nur zur Veranschaulichung und als Beispiel. Es geht auch nicht nur um&nbsp;<em>Technology Assessment<\/em>, der ingenieurm\u00e4\u00dfigen und \u00f6konomischen Bewertung der guten und schlechten Folgen eines Technikeinsatzes, wie ich es in Stuttgart im Rahmen einer Ringvorlesung betreuen durfte. Es ging um tieferliegende Fragen, Fragen zum Denken, zur Wahrnehmung, zum Grundverstehen der Welt: <strong>Wie lenkt und begrenzt das Computer-Metapher unser Weltverst\u00e4ndnis?<\/strong> Inwieweit wird sich diese Metapher fatal auf unsere Weltanschauung im weitesten Sinne und auf die Selbsterkenntnis des Menschen im Speziellen auswirken? F\u00fcr einen christlich und biblisch gepr\u00e4gten Menschen blinken da einige rote Warnlampen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufsehen erregte Weizenbaums Aussage allein schon deshalb, weil hier nicht ein technikferner Kritiker redete, sondern ein international renommierter Informatik-Professor am MIT. Weizenbaum hatte 1966 eines der fr\u00fchesten \u00bbtherapeutischen\u00ab, scheinbar \u00bbmenschen\u00e4hnlichen\u00ab Dialogprogramme entwickelt, das Programm ELIZA. Menschen in aller Welt waren von diesem Computerprogramm begeistert. Es schien, als ob der menschliche Psychotherapeut nun im Computer Konkurrenz bei der Betreuung von Klienten bekommen h\u00e4tte. Arbeitsplatzverlust durch KI? Klingt wieder aktuell. Aber: War ELIZA denn intelligent, war es menschlich, konnte es einen Menschen ersetzen? Oder simulierte es nur, wenn auch erstaunlich erfolgreich, Intelligenz und Empathief\u00e4higkeit eines Menschen? Auch heutige KI-Systeme (LLMs) haben erstaunlich gute Sprachmodule, die u.&nbsp;a. Emotionen verbal simulierend einsetzen, um in Diskussionen anschlussf\u00e4hig zu bleiben und zum Menschen positiv bindende Beziehungen, sogar Vertrauen, aufzubauen. Weitergedacht: Wie devaluieren, missverstehen und vergewaltigen wir einen Menschen, wenn wir ihm statt eines fachgebildeten, emphatief\u00e4higen Menschen eine mit Wissen vollgestopfte Rechenmaschine mit genial programmiertem Sprachmodul gegen\u00fcbersetzen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die begeisterte Reaktion von Menschen auf ELIZA brachte Weizenbaum schon damals zum Nachdenken. Sein Urteil war eine klare Kritik an der Neigung, Computern menschliche Eigenschaften, Urteilskraft und Autorit\u00e4t zuzuschreiben. Der Titel seines Buches trifft seine Hauptthese ziemlich gut:&nbsp;Computer k\u00f6nnen au\u00dferordentlich leistungsf\u00e4hig im&nbsp;<strong>Berechnen<\/strong> sein; daraus folgt aber nicht, dass sie <strong>menschliche Urteilskraft<\/strong> besitzen.&nbsp;Weizenbaum unterscheidet deshalb (im Originaltitel seines Werkes) zwischen <em>calculation<\/em> und <em>judgment<\/em>, also zwischen Berechnung und Urteilskraft. Ich kann mich noch gut erinnern, dass es unter uns Informatik-Studenten in den 80er Jahren beliebt war, den Computer bewusst als \u00bbBlechidiot\u00ab zu bezeichnen. Dieses Bewusstsein scheint abhanden gekommen zu sein. Weizensbaums Kriterium scheint mir bis heute ein unverzichtbarer Beitrag zur Diskussion, ob&nbsp;<em>K\u00fcnstliche Intelligenz<\/em> \u00fcberhaupt intelligent ist, zu sein. Ist der Begriff \u00bbKI\u00ab mehr als nur ein geschickt gew\u00e4hlter <em>Marketing-Begriff<\/em> f\u00fcr Forscher und Anbieter von KI? Das ist nicht nur eine Frage der Definition, sondern r\u00fchrt an unser Grundverst\u00e4ndnis von Mensch und von Technik.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Weizenbaums Hauptthesen<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fast 50 Jahre nach dem englischen Original erweist sich Weizenbaums Werk angesichts generativer KI und LLMs (Large Language Model, wie z. B. GPT (OpenAI), Claude (Anthropic) oder Gemini (Google DeepMind)) unserer Zeit als erstaunlich aktuell. Der Ansatz dieser Systeme hat sich stark ge\u00e4ndert: vom damaligen Paradigma regel- oder wissensbasierter Expertensysteme zu\u00a0<em>Machine Learning<\/em>, neuronalen Netzwerken und der\u00a0<em>Transformer<\/em>-Architektur<a href=\"applewebdata:\/\/8688BFCF-5193-4C31-A67F-5D8BD7F4EC25#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Weizenbaums sieben Hauptthesen<\/strong> sind immer noch bedenkenswert:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Rechnen ist nicht Urteilen.<\/strong>&nbsp;Computer k\u00f6nnen Regeln mit enormer Geschwindigkeit ausf\u00fchren (<em>calculation<\/em>). Menschliche&nbsp;<strong>Urteilskraft&nbsp;<\/strong>(<em>judgment<\/em>) umfasst dagegen Bedeutung, Erfahrung, Verantwortung und moralische Abw\u00e4gung. Genau diese Unterscheidung tr\u00e4gt schon der Untertitel&nbsp;<em>From Judgment to Calculation<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Nicht alles, was Computer k\u00f6nnen, sollten sie auch tun.<\/strong>&nbsp;Das ist wahrscheinlich Weizenbaums wichtigste normative These. Technische Machbarkeit beantwortet noch nicht die Frage nach der&nbsp;<strong>moralischen Zul\u00e4ssigkeit<\/strong>. Bestimmte Entscheidungen \u2013 insbesondere solche, die Menschen existenziell betreffen \u2013 d\u00fcrfen nicht einfach an Maschinen delegiert werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der Mensch darf nicht auf Informationsverarbeitung reduziert werden.<\/strong>&nbsp;Weizenbaum wendet sich gegen die Vorstellung, menschliches Denken sei letztlich nur eine besonders komplizierte Form algorithmischer Datenverarbeitung. Menschliche Vernunft ist f\u00fcr ihn in Sprache, Geschichte, Kultur und soziale Beziehungen eingebettet.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>ELIZA zeigte vor allem etwas \u00fcber den Menschen.<\/strong>&nbsp;ELIZA simulierte unter anderem einen rogerianischen Psychotherapeuten. Es ahmte n\u00e4mlich mittels eines Skriptes (DOCTOR) bestimmte \u00e4u\u00dferliche Gespr\u00e4chsweisen eines rogerianischen Therapeuten nach. Eine typische Gespr\u00e4chsweise besteht deshalb darin, Aussagen des Klienten aufzugreifen, zu spiegeln, zu paraphrasieren und durch offene Fragen weiterzuf\u00fchren. Weizenbaum war \u00fcberrascht, wie schnell Menschen dem relativ einfachen Programm Verst\u00e4ndnis und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen zuschrieben. Selbst Personen, die wussten, wie es funktionierte, konnten emotional darauf reagieren. Daraus entstand eine seiner bleibenden Warnungen:&nbsp;<strong>Menschen schreiben Maschinen sehr leicht Geist, Verst\u00e4ndnis und Autorit\u00e4t zu, die diese aber gar nicht besitzen.<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Das eigentliche Problem ist daher weniger die Macht der Computer als die Abdankung menschlicher Vernunft.&nbsp;<\/strong>Der deutsche Titel trifft diesen Gedanken besonders scharf mit Verwendung des Begriffs \u00bbOhnmacht\u00ab. Gef\u00e4hrlich wird Computertechnik, wenn Menschen sagen:&nbsp;<strong>\u00bbDer Computer hat entschieden\u00ab<\/strong>&nbsp;\u2013 und damit ihre eigene Verantwortung an ein technisches System abgeben. Vor wenigen Jahrzehnten lernten und lehrten wir noch, dass Verantwortung nur ein Mensch \u00fcbernehmen kann, auch wenn dieser sich technischer Hilfsmittel bedient. Wer aber hat Verantwortung f\u00fcr sog. \u00bbautonome Systeme\u00ab?<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Wissenschaftlich-technische Rationalit\u00e4t hat Grenzen.<\/strong>&nbsp;Ein Problem kann mathematisch optimal gel\u00f6st und die L\u00f6sung trotzdem menschlich oder moralisch falsch sein.&nbsp;<strong>Effizienz ist keine ausreichende Kategorie f\u00fcr Wahrheit, Gerechtigkeit oder das Gute.<\/strong>&nbsp;Weizenbaum richtet seine Kritik deshalb auch gegen einen \u00fcbersteigerten technologischen Rationalismus.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der Computer soll Werkzeug des Menschen bleiben, und nicht Instanz \u00fcber dem Menschen werden.<\/strong> Weizenbaums Kritik ist deshalb keine simple Technikfeindlichkeit, er war schlie\u00dflich selbst ein bedeutender Informatiker. Er wandte sich gegen die&nbsp;<strong>unangemessene \u00dcbertragung menschlicher Entscheidungsbefugnisse auf Computer<\/strong>, nicht gegen sinnvollen Computereinsatz \u00fcberhaupt.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die heutige&nbsp;<strong>KI-Debatte<\/strong>&nbsp;sind besonders Thesen 4 und 7 relevant. Das Programm ELIZA arbeitete noch mit im Vergleich zu heutigen Sprachmodellen \u00e4u\u00dferst primitiven Verfahren. Aber trotzdem beobachtete Weizenbaum bereits einen Effekt, den wir heute verst\u00e4rkt erleben: dass&nbsp;<strong>sprachliche Plausibilit\u00e4t mit Verst\u00e4ndnis verwechselt&nbsp;<\/strong>wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir bezeichnen diesen Effekt trefflich als den&nbsp;<mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>ELIZA-Effekt<\/strong>:&nbsp;<strong>Menschen neigen dazu, einem Computersystem aufgrund seiner sprachlichen Reaktionen mehr Verst\u00e4ndnis, Absicht oder Pers\u00f6nlichkeit zuzuschreiben, als technisch und ethisch gerechtfertigt ist.<\/strong><\/mark><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spinnen wir  weiter: Ist erst einmal fl\u00e4chendeckend die emotionale Bindung des Menschen zur Maschine aufgebaut, kann man diese zur vollautomatisierten rechnergest\u00fctzten Analyse, Ausforschung und subtilen Lenkung der Nutzer verwenden. Und wenn digitale Systeme erst einmal kontinuierlich \u00bbwissen\u00ab, was die Bev\u00f6lkerung denkt und will, kann&nbsp;<em>Big Brother<\/em>&nbsp;auch wieder besser schlafen. Die Macht ist gesichert. Das schillernd aufscheinende Manipulations- und Machtpotential ist f\u00fcr manche Menschen und Politiker offenbar Hunderte von Milliarden Dollar wert. Die Dystopien des 20. Jahrhunderts werden zum Partei-Wahlprogramm des 21. Jahrhunderts. Was Huxley, Orwell und Bradbury noch als zu bef\u00fcrchtendes Szenario beschrieben haben, wird nun als glorreiche Zukunftsvision verkauft.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Konsequenzen f\u00fcr das menschliche (\u00dcber-)Leben<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weizenbaums Grundthese von 1976 k\u00f6nnte man f\u00fcr 2026 fast unver\u00e4ndert formulieren:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die entscheidende Frage lautet nicht nur: \u00bbWas kann KI?\u00ab \u2013 sondern: \u00bbWelche Entscheidungen d\u00fcrfen wir ihr vern\u00fcnftigerweise \u00fcberlassen, und welche Verantwortung muss beim Menschen bleiben?\u00ab<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weizenbaum sah sich angesichts der massiv steigenden Verwendung von softwarebasierten Systemen im Milit\u00e4r der 70er und 80er Jahre zum Mahner berufen. Dies reizte zum Widerspruch und zum Widerstand, verschaffte ihm aber auch Kultstatus unter den Intellektuellen und der Antikriegsbewegung. Seine Sorge \u00fcber die zunehmende Rolle der Computertechnik im kaltem wie im hei\u00dfen<em>&nbsp;<\/em>Krieg<em>&nbsp;<\/em>(<em>warfare<\/em>), und die Gefahr, dass Computer die Kriegf\u00fchrung t\u00f6dlicher und potenziell katastrophal machen, ist des Nachdenkens wert. Er konnte ja schon damals Beispiele von global bedrohlichen Beinahe-Katastrophen bieten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute, wo KI-basierte Systeme bereits vielfach autonom Menschen angreifen und t\u00f6ten \u2013Soldaten wie Zivilbev\u00f6lkerung\u2013, sollten unsere Alarmglocken umso lauter schrillen. Erst k\u00fcrzlich \u00fcbernahmen KI-Systeme mittels Hacker-Angriffen ganze Webseiten. Die USA erkannten gerade noch rechtzeitig vor Angriff auf ein chinesisches Schiff, dass die davon ausgehende Bedrohungsaussage durch KI gef\u00e4lscht worden war. Ein KI-System schottete sich selbst\u00e4ndig gegen die Steuerung und Beauftragung durch seine Betreiber ab und erzeugte damit eine gef\u00e4hrliche technische \u00bbAutonomie\u00ab.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man wird unwillk\u00fcrlich an den Goetheschen Zauberlehrling erinnert, der schon vor 230 Jahren lehrte (1797): Wer Kr\u00e4fte oder Techniken in Gang setzt, die er nicht hinreichend versteht und beherrscht, riskiert, die Kontrolle \u00fcber die Folgen zu verlieren. Selbst Designer und Investoren von KI-Systemen warnen nun, fordern \u00f6ffentlich Grenzen der Legalit\u00e4t ihrer Anwendung, ziehen den Staat als \u00dcberwachungsinstanz heran.<a href=\"applewebdata:\/\/8688BFCF-5193-4C31-A67F-5D8BD7F4EC25#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;KI als Fluch? Vor einem \u00bbSegen f\u00fcr die Menschheit\u00ab br\u00e4uchte man ja nicht warnen. Wir m\u00fcssen leider vermuten, dass auch diese Technologie nicht zuerst&nbsp;<em>dem Menschen<\/em> dienen soll, sondern nur <em>bestimmten Menschen<\/em>&nbsp;\u2013 auf Kosten der anderen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese&nbsp;<em>bestimmten&nbsp;<\/em>Menschen sorgen daf\u00fcr, dass Nachrichten und Studienergebnisse von realen oder potentiellen Gefahren vertuscht oder verleugnet werden, wenn sie dem Gewinn- und Machtstreben im Wege stehen. Diese&nbsp;<em>bestimmten&nbsp;<\/em>Menschen haben \u00bbExperten\u00ab f\u00fcr jeden Kommunikationskanal. Sie lassen&nbsp;<em>ad nauseam&nbsp;<\/em>Narrative erz\u00e4hlen. Der UN-Weltklimarat (IPCC) zum \u00bbaktuellen Klima\u00ab, die WHO und Herr Fauci zu Corona und mRNA-\u00bbImpfung\u00ab, sie alle vertreten nat\u00fcrlich ganz von Eigeninteressen losgel\u00f6st nur die reine und wahre Wissenschaft. Wenn da nicht die dummen \u00bbLeaks\u00ab w\u00e4ren. Nein, es wird immer solche geben, die die Stimme des Warners und das rote Warnlicht wegerkl\u00e4ren, herausdrehen oder \u00fcberkleben. Vor allem, wenn es um viel Macht und viel Geld geht.&nbsp;Man kann anscheinend recht erfolgreich mit der Naivit\u00e4t und Leichtgl\u00e4ubigkeit eines Gro\u00dfteils der Menschen rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An jeder neuen Technologie verdienen gewisse Kreise Unsummen. Bei KI und R\u00fcstung hei\u00dfen diese Gewinnler verschleiernd der \u00bbmilit\u00e4risch-industrielle Komplex\u00ab, der sich fast undurchschaubar aus Bankern, Investoren, Industriellen, Forschern und Politikern zusammensetzt. Diese Kreise sch\u00fctzen ihre Macht und ihre Geldgier mit ihren Medien, ihren&nbsp;<em>Influencern<\/em>&nbsp;und ihren Talk-Show-Politikern, die den Menschen auf allen Kan\u00e4len versichern, dass alles \u00bbalternativlos\u00ab, \u00bbnotwendig\u00ab, \u00bbterrorabwehrend\u00ab, \u00bbkindersch\u00fctzend\u00ab oder \u00bbfriedenssichernd\u00ab (beliebig austauschbar) sei. Daher m\u00fcsse man auch eine Schuldenaufnahme bis zum Platzen des Geldsystems hinnehmen. Dass dies Hunderte von Millionen  Zivilpersonen ins Ungl\u00fcck der R\u00fccklagen- und Existenzberaubung st\u00fcrzten w\u00fcrde, wird nicht verraten. Man bedient sich des Orwellschen \u00bbDoublespeak\u00ab: einen billionenschweren Schuldenberg nennt man \u00bbSonderverm\u00f6gen\u00ab und die Simulation menschlichen Verhaltens und Wissens nennt man \u00bbIntelligenz\u00ab. Das klingt so authentisch wie romantische Flitterwochen mit einem chinesischen Silikon-Robot.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wenn es schief geht: Ein S\u00fcndenbock ist immer schnell zur Hand. Seit Jahrhunderten mehrfach bew\u00e4hrt hat sich f\u00fcr Regierungen auch die Methode, innenpolitisches und wirtschaftliches Versagen im Ernstfall mit dem Eintreten in einen Krieg zu verschleiern. KI kann helfen, den \u00bbVerteidigungsfall\u00ab festzustellen, wo ihn keiner will oder sieht.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Verschw\u00f6rungstheoretiker \u2013 oder Verschw\u00f6rungsleugner?&nbsp;<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das klingt nun alles nach \u00bbVerschw\u00f6rungstheorie\u00ab. KI als gro\u00dfer Topos der Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlung? Nein, das lehnen wir ab, das machen nur \u00bbdie Anderen\u00ab! Wir fallen lieber auf der anderen Seite vom Pferd und werden zum \u00bbVerschw\u00f6rungsleugner\u00ab. Was ist damit gewonnen?&nbsp;\u2013 Wir m\u00fcssen uns der christlichen Weltanschauung wappnen, die ihr Fundament im \u00bbWort der Wahrheit\u00ab gegr\u00fcndet hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den, der an die Heilige Schrift als Offenbarungswort Gottes glaubt, skizziert <strong>Psalm&nbsp;2<\/strong>&nbsp; atemberaubend, dass seit langem(!) eine globale Verschw\u00f6rung im Gange ist. Sie richtet sich wider Christus, wider den \u00bbGesalbten Gottes\u00ab, wider den Sohn Gottes selbst. Hier entscheidet sich auch auf h\u00f6chstem Niveau, ob eine als ambivalent eingesch\u00e4tzte Technologie Segen oder Fluch f\u00fcr die Menschheit ist. Damit w\u00e4ren wir bei der spannenden Frage, ob es so etwas wie eine \u00bbchristliche Technik(nutzung)\u00ab gibt. Dazu haben wir aber bereits an anderer Stelle Beitr\u00e4ge geliefert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bibelleser, der Christi Sprache und Sein Wort kennt, muss lernen, die stechende Note dessen wahrzunehmen, der \u00bbein&nbsp;<strong>Menschenm\u00f6rder<\/strong>&nbsp;von Anfang an\u00ab ist und der \u00bbnicht in der Wahrheit steht, weil keine Wahrheit in ihm ist\u00ab, der vielmehr \u00bbein&nbsp;<strong>L\u00fcgner<\/strong>&nbsp;und deren Vater\u00ab ist. So hat ihn der Sohn Gottes entlarvend charakterisiert (Johannes&nbsp;8). <strong>Folgenabsch\u00e4tzung ist ja nicht mit blo\u00dfer Betrachtung von Folgen erledigt, sie hat auch immer etwas mit Zielen und Absichten zu tun.<\/strong> Genauso ist es beim Ansatz der Techniklenkung: Was sind die Traumvorstellungen, W\u00fcnsche, Ziele und Werte der Technikschaffenden? Bei manchen Forschungen und Anwendungen ist der menschenverachtende&nbsp;<em>Spiritus Rector<\/em>&nbsp;unschwer identifizierbar. Kein Mensch braucht Viren, die mittels&nbsp;<em>Gain-of-function<\/em>-Technologie erheblich erh\u00f6hte Ansteckungs- und Schadf\u00e4higkeit haben. Niemand braucht Hacker, die Krankenh\u00e4user erpressen, denen sie die Patientendaten gestohlen oder verschl\u00fcsselt haben. Niemand braucht ferngelenkte Raketen oder Kampfdrohnen, die Handelsschiffe versenken. Niemand? Niemand bei \u00bbgesundem Verstand\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist Gottes Gnade, dass selbst nichtglaubende Menschen \u2013wie beispielsweise Josef Weizenbaum\u2013, mahnend und mit nachvollziehbarer Kritik ihre Stimme erheben. Weizenbaum war j\u00fcdisch gepr\u00e4gt, religi\u00f6s bzw. mystisch sensibel, aber gegen\u00fcber institutionalisierter Religion und dogmatisch formulierter Gottesvorstellung distanziert. Seine Technikkritik beruht auf einem&nbsp;<strong>humanistischen Menschenbild<\/strong>, das ausdr\u00fccklich Raum f\u00fcr das Nicht-Formalisierbare, das Mysterium und eine \u00bblebendige Wahrheit\u00ab l\u00e4sst. Der Mensch ist f\u00fcr ihn nicht vollst\u00e4ndig als informationsverarbeitende Maschine beschreibbar. Es gibt f\u00fcr ihn Dimensionen menschlichen Lebens, wie Liebe, W\u00fcrde, Verantwortung und Wahrheit, die sich einer vollst\u00e4ndigen Formalisierung entziehen. Er sagte 1998 in einem Gespr\u00e4ch mit Bernhard P\u00f6rksen: \u00bbMeine Auffassung ist in der Tat, dass es etwas Unsagbares gibt, eine lebendige Wahrheit, die sich nicht in Worte fassen l\u00e4sst.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wahrheit Gottes hat offenbar solch durchdringende Kraft, dass selbst die Gro\u00dfmacht der Menschen, \u00bbdie die Wahrheit in Ungerechtigkeit niederhalten [o. unterdr\u00fccken]\u00ab (R\u00f6mer&nbsp;1,17), nicht verhindern kann, dass diese hier und da erleuchtend und mahnend aufblitzt. Zumindest als Ahnung des Herzens, manchmal sogar als wahre Einsicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott sei Dank!&nbsp;<strong>Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft<\/strong>&nbsp;w\u00e4re sonst nur eine weitere unentdeckte, perfide Strategie des alten Menschenfeindes, die erfolgreich kr\u00e4ftig geleugnet w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Ausblick<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Aspekt der Technologie-Nutzung sollte Gegenstand gesonderter \u00dcberlegung werden: Di<strong>e ubiquit\u00e4r pr\u00e4sente Digitaltechnik, besonders in Form des symbiotisch anmutenden Lebensbegleiters Smartphone, ver\u00e4ndert auch den Menschen.<\/strong> Die Forschungsfrage lautete in ihrer allgemeinen Formulierung: Was macht Technologie mit dem Menschen? Konkreter und spezifischer f\u00fcr diesen BLOG ist die Fragestellung, inwieweit diese Technologie die Theologie des glaubenden Christen beeinflusst und ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die klassisch angesetzten Meinungsumfragen, wie die zum&nbsp;<em>State of Theology<\/em>&nbsp;in den USA (Ligonier Ministries; Lifeway Research) oder die Barna-Studie&nbsp;<em>The Open Generation<\/em>, bei der auch \u00fcber tausend Jugendliche in Deutschland befragt wurden, k\u00f6nnen evtl. Hintergr\u00fcnde und erste Startpunkte zum Nachdenken geben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der schleichend gr\u00f6\u00dfer werdende Ersatz des physisch realisierten Gemeindelebens durch viele schillernde digitale Ersatzangebote zeigt Folgen im Bewerten, Entscheiden, Erleben und Verhalten. Die Kraft digitaler Pr\u00e4senz dr\u00e4ngt die K\u00f6rperlichkeit des Menschseins in Wichtigkeit nach hinten. Ist das Internet im Himmel \u2013 ist der Himmel im Internet? Garantiert die digitale (Alter Ego-) Pr\u00e4senz Ewigkeit? \u00dcberhaupt: Wozu braucht es jetzt noch eine <em>leibliche<\/em> Auferstehung?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer den Tod nur noch als&nbsp;<em>technisches<\/em>&nbsp;Problem sieht, erwartet konsequenterweise von Zukunftstechnologien die Erl\u00f6sung. <strong>Wo Technologie nicht mehr nur&nbsp;<em>Werkzeug des Menschen<\/em>&nbsp;ist, beginnt sie, den Menschen selbst neu zu definieren.<\/strong> Der Mensch als Algorithmus, den man ohne weiteres ins Internet \u00bbhochladen\u00ab k\u00f6nne. Harari l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen: \u00bbwe may even succeed in creating completely inorganic beings\u00ab (2017). Dies scheint mir eine besonders perfide und widerg\u00f6ttliche Form von \u00bbDie Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft\u00ab zu sein.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Endenoten<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:14px\"><a href=\"applewebdata:\/\/8688BFCF-5193-4C31-A67F-5D8BD7F4EC25#_ftnref1\">[1]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Second International Conference on Applications of Artificial Intelligence in Engineering<\/em>, 4.\u20137. August 1987, Boston (MA, USA). Diese Veranstaltung besch\u00e4ftigte sich stark mit Expertensystemen (<em>Knowledge-Based Expert Systems<\/em>) und aneren technischen\/industriellen KI-Anwendungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:14px\"><a href=\"applewebdata:\/\/8688BFCF-5193-4C31-A67F-5D8BD7F4EC25#_ftnref2\">[2]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Rodney Brooks hatte ab Mitte der 1980er Jahre am MIT&nbsp;<em>Artificial Intelligence Laboratory<\/em>&nbsp;eine neue Generation solcher autonomen mobilen Roboter entwickelt (<em>A Mobile Robot Project<\/em>&nbsp;(1985),&nbsp;<em>A Robust Layered Control System for a Mobile Robot<\/em>&nbsp;(1985)). Marc Raibert, der 1986 von der&nbsp;<em>Carnegie Mellon University&nbsp;<\/em>kam, entwickelte die ber\u00fchmten einbeinigen, zweibeinigen und vierbeinigen dynamischen Laufroboter und gr\u00fcndete dann 1992 als MIT-Spinoff die&nbsp;<em>Boston Dynamics<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:14px\"><a href=\"applewebdata:\/\/8688BFCF-5193-4C31-A67F-5D8BD7F4EC25#_ftnref3\">[3]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;DARPA =&nbsp;<em>Defense Advanced Research Projects Agency<\/em>&nbsp;(etwa:&nbsp;<em>US-Agentur f\u00fcr fortgeschrittene Verteidigungsforschung<\/em>); Forschungsbeh\u00f6rde des US-Verteidigungsministeriums (<em>Department of Defense<\/em>), die risikoreiche, technologisch weit vorausgreifende Forschungsprojekte mit m\u00f6glicher milit\u00e4rischer Bedeutung finanziert. \u2013 Ein Beispiel der angedeuteten F\u00f6rderung: \u00bb<em>Dynamically Stable Legged Locomotion: Second Report to DARPA\u00ab&nbsp;<\/em>(Forschungsbericht 1983) dokumentiert die DARPA-finanzierten Arbeiten Raiberts von Oktober 1981 bis Dezember 1982.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:14px\"><a href=\"applewebdata:\/\/8688BFCF-5193-4C31-A67F-5D8BD7F4EC25#_ftnref4\">[4]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die&nbsp;Transformer-Architektur&nbsp;ist eine Architektur f\u00fcr k\u00fcnstliche neuronale Netze, die 2017 von Forschern bei Google in dem Aufsatz&nbsp;<em>Attention Is All You Need<\/em>&nbsp;vorgestellt wurde. Sie bildet die technische Grundlage praktisch aller modernen <em>Large Language Models<\/em> (LLM), also auch von GPT-Modellen (GPT = Generative Pre-trained Transformer). Ein Transformer ist eine neuronale Netzwerkarchitektur, die mittels Attention kontextabh\u00e4ngige Beziehungen zwischen Tokens berechnet und daraus schichtweise komplexe Repr\u00e4sentationen von Sprache erzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:14px\"><a href=\"applewebdata:\/\/8688BFCF-5193-4C31-A67F-5D8BD7F4EC25#_ftnref5\">[5]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Warum warnen Erfinder und Betreiber einer Technologie vor ihrer eigenen Technologie und motivieren mit Schreckensszenarien eine staatliche \u00dcberwachung(sbeh\u00f6rde)? Wie so oft bei Gro\u00dftechnologien mit hohen Risiken liegt auch hier die Vermutung nahe, dass die betreffenden Unternehmen damit Haftungsverantwortung an den Staat delegieren wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesedauer: 17 Min. Auf diesem Blog referieren wir eher selten logische oder mathematische Themen, obwohl auch dies zum Anspruch von&nbsp;logikos&nbsp;geh\u00f6rt: Es sind Unterthemen der durch das Wort Gottes (logos) ins Dasein gerufenen Sch\u00f6pfung (1Mose 1\u20132; Johannes 1,1\u20133). Sprache, Mathematik (eine besondere Sprache), Denken, Technik, Computer (formale Sprachen): dies alles geh\u00f6rt mit in die Welt der &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=4731\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4736,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"footnotes":""},"categories":[19,7],"tags":[],"class_list":["post-4731","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-denken","category-polemics"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4731","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4731"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4731\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4777,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4731\/revisions\/4777"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4731"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4731"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4731"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}