{"id":4541,"date":"2026-08-25T00:54:29","date_gmt":"2026-08-24T22:54:29","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=4541"},"modified":"2026-08-25T22:18:13","modified_gmt":"2026-08-25T20:18:13","slug":"fuehrung-als-gemeindehirte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=4541","title":{"rendered":"F\u00fchrung als Gemeindehirte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lesedauer: 13 Minuten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wenn die Bibel unsere Leiterschaft beurteilt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Im ersten Teil (\u00bb<a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=4531\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/logikos.club\/?p=4531\">Wenn Leiter starke Mitarbeiter f\u00fcrchten<\/a>\u00ab)<\/strong> haben wir ein F\u00fchrungsph\u00e4nomen betrachtet, das in Unternehmen ebenso wie in christlichen Organisationen auftreten kann: <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>Eine F\u00fchrungskraft erlebt besonders kompetente Mitarbeiter nicht als Bereicherung, sondern als Bedrohung<\/strong><\/mark>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die&nbsp;<strong>Organisationspsychologie<\/strong>&nbsp;bietet daf\u00fcr verschiedene Erkl\u00e4rungsmodelle an: bedrohtes Selbstwertgef\u00fchl, Statusschutz, Kontrollbed\u00fcrfnis, soziale Vergleichsprozesse, das \u00bbNot-Invented-Here\u00ab-Syndrom oder narzisstische Verhaltensz\u00fcge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das alles kann hilfreich sein. <strong>Aber die Bibel geht tiefer.<\/strong> Sie fragt nicht nur danach,&nbsp;<strong>wie<\/strong>&nbsp;ein Mensch sich verh\u00e4lt und welche psychologische Funktion dieses Verhalten erf\u00fcllt. Sie fragt nach dem&nbsp;<strong>Herzen<\/strong>&nbsp;\u2013 nach Stolz und Demut, Neid und Liebe, Menschenfurcht und Gottesfurcht, Selbstbehauptung und Hingabe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade f\u00fcr christliche Leiter ist diese Perspektive unverzichtbar. Denn problematische F\u00fchrung kann sich in der Gemeinde&nbsp;<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">hinter ausgesprochen geistlicher Sprache verbergen<\/mark><\/strong>. Das mag dem Leiter selbst gar nicht so bewusst sein. Die M\u00f6glichkeit der Selbstt\u00e4uschung ist immer gegeben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Saul: Wenn der Erfolg eines anderen zur Bedrohung wird<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein geradezu klassisches Beispiel bietet&nbsp;<strong>K\u00f6nig Saul<\/strong>. David hatte einen gro\u00dfen milit\u00e4rischen Erfolg errungen. Als die M\u00e4nner aus dem Kampf zur\u00fcckkehrten, sangen die Frauen Israels:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbSaul hat seine Tausende erschlagen und David seine Zehntausende.\u00ab<br><em>(1Samuel 18,7)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was h\u00e4tte ein guter K\u00f6nig denken k\u00f6nnen? \u00bbGott sei Dank f\u00fcr diesen jungen Mann! Was f\u00fcr ein Geschenk f\u00fcr Israel!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Saul reagiert anders. Er h\u00f6rt nicht zuerst den Erfolg Israels. Er h\u00f6rt den&nbsp;<strong>Vergleich<\/strong>: \u00bbSie haben David Zehntausende gegeben und mir haben sie die Tausende gegeben; es fehlt ihm nur noch das K\u00f6nigtum.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann folgt der bemerkenswerte Satz:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbUnd Saul blickte&nbsp;<strong>neidisch<\/strong>&nbsp;auf David von jenem Tag an und weiterhin.\u00ab<br><em>(1Samuel 18,9)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ver\u00e4ndert sich Sauls Wahrnehmung. David ist <strong>objektiv<\/strong> einer seiner wertvollsten M\u00e4nner. <strong>Subjektiv<\/strong> wird er zum Konkurrenten. Seine Begabung wird zur Bedrohung.&nbsp;Sein Erfolg wird zu Sauls Niederlage.&nbsp;Seine Anerkennung wird zu Sauls Kr\u00e4nkung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier begegnet uns genau jenes&nbsp;<strong>Nullsummendenken<\/strong>, das wir im ersten Teil beschrieben haben:&nbsp;<strong>\u00bbWenn David gr\u00f6\u00dfer wird, werde ich kleiner.\u00ab<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von nun an versucht Saul nicht mehr haupts\u00e4chlich, David f\u00fcr seine Aufgabe zu nutzen. Er versucht, David zu&nbsp;<strong>kontrollieren<\/strong>,&nbsp;<strong>auf Abstand zu halten<\/strong>&nbsp;und schlie\u00dflich zu&nbsp;<strong>beseitigen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neid hat die Wahrnehmung des Leiters vergiftet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neid ist kein kleines Charakterproblem<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bibel behandelt die <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>Drillinge Neid, Eifersucht und Streitsucht<\/strong><\/mark> deshalb erstaunlich ernst.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbEin gelassenes Herz ist das Leben des Leibes, aber Ereiferung [Eifersucht] ist F\u00e4ulnis der Gebeine\u00ab (Spr 14,30).<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus z\u00e4hlt Neid zu den <strong>Werken des Fleisches<\/strong> (Galater&nbsp;5,19\u201321). In Korinth ist Neid ein Kennzeichen <strong>geistlicher Unreife<\/strong> (1Korinther&nbsp;3,3). Selbst die christliche Verk\u00fcndigung kann von Neid motiviert erfolgen (Philipper&nbsp;1,15)! Neid wirkt in vielen Situationen, ohne seine h\u00e4ssliche Fratze zu zeigen. [1]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders eindringlich formuliert Jakobus:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbWenn ihr aber <strong>bitteren Neid und Streitsucht<\/strong> in eurem Herzen habt, so r\u00fchmt euch nicht und l\u00fcgt nicht gegen die Wahrheit. \u2026 Denn wo Neid und Streitsucht ist, da ist Zerr\u00fcttung und jede schlechte Tat.\u00ab<br><em>(Jakobus&nbsp;3,14.16; Fettdruck hinzugef\u00fcgt)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Reihenfolge ist bemerkenswert: <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Neid beginnt im Herzen. <\/mark><\/strong>Dann entsteht Rivalit\u00e4t. Aus Rivalit\u00e4t entsteht Zerr\u00fcttung. Und aus der Zerr\u00fcttung erwachsen weitere b\u00f6se Handlungen \u2013 <strong>jeder Art<\/strong>!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kain und Abel, Joseph und seine Br\u00fcder, Saul und David zeigen alle dasselbe Muster.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Neider leidet nicht nur an seinem eigenen Mangel,&nbsp;<strong>er leidet am Segen des anderen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Liebe denkt anders<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb steht dem Neid in der Schrift nicht einfach Selbstdisziplin gegen\u00fcber, sondern die&nbsp;<strong>Liebe<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbDie Liebe ist langm\u00fctig, ist g\u00fctig; die Liebe neidet nicht.\u00ab<br><em>(1. Korinther 13,4)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist f\u00fcr geistliche Leiterschaft von enormer Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Der Neid sagt:&nbsp;<strong>\u00bbWarum kann er das besser als ich?\u00ab<\/strong><\/mark><\/li>\n\n\n\n<li>Die Liebe sagt:&nbsp;<strong>\u00bbWie gut, dass Gott ihm diese F\u00e4higkeit gegeben hat.\u00ab<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Der Neid fragt:&nbsp;<strong>\u00bbBekomme ich noch gen\u00fcgend Anerkennung?\u00ab<\/strong><\/mark><\/li>\n\n\n\n<li>Die Liebe fragt:&nbsp;<strong>\u00bbWie kann dieser Bruder seine Gabe m\u00f6glichst fruchtbar einsetzen?\u00ab<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Der Neid empfindet einen besonders begabten Mitarbeiter als&nbsp;<strong>Konkurrenz<\/strong>.<\/mark><\/li>\n\n\n\n<li>Die Liebe erkennt in ihm ein&nbsp;<strong>Geschenk Gottes<\/strong>&nbsp;an die Gemeinde.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird aus einer F\u00fchrungsfrage eine geistliche Frage. Blicken wir einmal auf Mose, der ein Millionenvolk f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mose: \u00bbEiferst du f\u00fcr mich?\u00ab<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein bemerkenswerter Gegenentwurf zu Saul findet sich bei Mose. Zwei M\u00e4nner, Eldad und Medad, weissagen im Lager. Josua erf\u00e4hrt davon und reagiert alarmiert:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbMein Herr Mose, wehre ihnen!\u00ab<br><em>(4Mose 11,28)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Josua m\u00f6chte offenbar Moses einzigartige Stellung sch\u00fctzen. Mose aber antwortet:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbEiferst du f\u00fcr mich? M\u00f6chte doch das ganze Volk des HERRN Propheten sein, dass der HERR seinen Geist auf sie legte!\u00ab<br><em>(4Mose 11,29)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welch bemerkenswerte Reaktion eines Leiters! Mose muss seine Position nicht dadurch sichern, dass andere klein bleiben. <strong>Er freut sich dar\u00fcber, wenn Gott andere gebraucht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Saul fragt faktisch:&nbsp;<strong>\u00bbWas bleibt f\u00fcr mich \u00fcbrig, wenn David gro\u00df wird?\u00ab<\/strong><\/mark><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mose fragt:&nbsp;<strong>\u00bbWarum sollten nicht noch viel mehr Menschen von Gott gebraucht werden?\u00ab<\/strong> Das ist geistliche Reife.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Delegation ist kein Verlust<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon zuvor hatte Mose eine wichtige Lektion lernen m\u00fcssen. Er versuchte, die zahlreichen Streitf\u00e4lle des Volkes selbst zu entscheiden. Sein Schwiegervater Jethro beobachtete das und sagte ihm unverbl\u00fcmt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbDie Sache ist nicht gut, die du tust. Du wirst ganz erschlaffen, sowohl du als auch dieses Volk, das bei dir ist; denn die Sache ist zu schwer f\u00fcr dich, du kannst sie nicht allein ausrichten.\u00ab<br><em>(2Mose 18,17\u201318)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jethros L\u00f6sung bestand darin, geeignete M\u00e4nner auszuw\u00e4hlen und ihnen Verantwortung zu \u00fcbertragen. In heutiger F\u00fchrungssprache w\u00fcrden wir von&nbsp;<strong>gestufter Delegation<\/strong>&nbsp;sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist dabei: Mose verliert durch Delegation nicht seine Leitungsverantwortung. <strong>Er f\u00fchrt gerade dadurch besser.<\/strong> Das ist ein entscheidender Unterschied: <strong>Delegieren bedeutet nicht, Verantwortung loszuwerden. Es bedeutet, andere verantwortlich mittragen zu lassen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein&nbsp;<strong>unsicherer Leiter<\/strong>&nbsp;erlebt das als Machtverlust. Ein&nbsp;<strong>reifer Leiter<\/strong>&nbsp;erkennt darin Multiplikation.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gemeindehirten sind keine Kontrolleure<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die neutestamentliche Gemeinde wird diese Haltung ausdr\u00fccklich normativ. Petrus schreibt den \u00c4ltesten:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbH\u00fctet die Herde Gottes, die bei euch ist \u2026 nicht als solche, die \u00fcber ihre Besitzt\u00fcmer herrschen, sondern die Vorbilder der Herde sind.\u00ab<br><em>(1Petrus&nbsp;5,2\u20133)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das neutestamentliche Bild f\u00fcr Gemeindeleitung ist&nbsp;nicht der Feldherr, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer oder Herrscher. Die Gemeinde ist kein Kasernenhof.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielmehr: Es ist ein&nbsp;<strong>Hirte<\/strong>. Ein Hirte besitzt Macht \u00fcber die ihm anvertraute Herde \u2013 aber diese Macht ist vollst\u00e4ndig auf das Wohl der Herde ausgerichtet:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Er f\u00fchrt.<\/li>\n\n\n\n<li>Er sch\u00fctzt.<\/li>\n\n\n\n<li>Er ern\u00e4hrt.<\/li>\n\n\n\n<li>Er sucht Verirrte.<\/li>\n\n\n\n<li>Er geht voran.<\/li>\n\n\n\n<li>Und er ist bereit, f\u00fcr die ihm Anvertrauten Kosten zu tragen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade darin besteht der Gegensatz zu missbr\u00e4uchlicher Macht:&nbsp;<strong>Der Hirte benutzt die Herde nicht f\u00fcr sich ; er setzt sich selbst f\u00fcr die Herde ein <\/strong>(vgl. Hesekiel 34). Er f\u00fchrt als <strong>Vorbild<\/strong>, er <strong>wacht f\u00fcrsorglich<\/strong> \u00fcber die Seelen. Denn er wird vor dem Oberhirten der Gemeinde, Jesus Christus, eines Tages dar\u00fcber Rechenschaft geben m\u00fcssen (Hebr\u00e4er&nbsp;13,17).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Diotrephes: Wenn ein Leiter der Erste sein will<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass auch christliche Gemeinden vor einem anderen Leitungsverst\u00e4ndnis nicht gesch\u00fctzt sind, zeigt Diotrephes. Johannes schreibt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbDiotrephes, der gern unter ihnen der Erste sein will, nimmt uns nicht an.\u00ab<br><em>(3Johannes 9)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem dieses Mannes wird erstaunlich knapp beschrieben:&nbsp;<strong>Er will der Erste sein.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus diesem Motiv entsteht konkretes Verhalten: <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Er akzeptiert apostolische Autorit\u00e4t nicht, redet b\u00f6se, verweigert anderen die Aufnahme und st\u00f6\u00dft diejenigen aus der Gemeinde, die anders handeln wollen.<\/mark><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist bemerkenswert. Machtmissbrauch beginnt nicht notwendig mit einer falschen theologischen Lehre. Er kann mit dem Verlangen beginnen:&nbsp;<strong>\u00bbIch will der Erste sein!\u00ab<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade deshalb muss die&nbsp;<strong>Charakterqualifikation<\/strong>&nbsp;eines Leiters seiner Leitungsfunktion vorausgehen (1Timotheus 3; Titus 1,5ff).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Christus stellt F\u00fchrung auf den Kopf<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus Christus hat seinen J\u00fcngern ausdr\u00fccklich verboten, das Herrschaftsverst\u00e4ndnis ihrer Umwelt in die Gemeinde zu \u00fcbertragen. Die Herrscher der Nationen herrschen \u00fcber ihre Untergebenen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbAber so ist es nicht unter euch; sondern wer irgend unter euch gro\u00df werden will, soll euer Diener sein; und wer irgend unter euch der Erste sein will, soll der Knecht aller sein.\u00ab<br><em>(Markus 10,43\u201344)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christus schafft damit F\u00fchrung nicht ab. Er&nbsp;<strong>definiert sie neu<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Gr\u00f6\u00dfe besteht nicht darin, wie viele Menschen <strong>mir<\/strong> dienen.<\/mark> <strong>Gr\u00f6\u00dfe zeigt sich darin, wie ich anderen diene<\/strong>. Da wird die Fachbezeichnung \u00bbMinister\u00ab f\u00fcr F\u00fchrungspersonen in (Politik und in) der Gemeinde wieder Programm und Maxime: \u00bbwer irgend unter euch gro\u00df werden will, soll euer Diener sein; und wer irgend unter euch der Erste sein will, soll der Knecht aller sein\u00ab (Markus&nbsp;10,43\u201344). [2]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Autorit\u00e4t ist kein Instrument zur Selbstvergr\u00f6\u00dferung. Sie ist anvertraute Verantwortung zum Wohl anderer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und Christus selbst ist daf\u00fcr das vollkommene Vorbild.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Christus machte seine J\u00fcnger handlungsf\u00e4hig<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus sammelte nicht dauerhaft alle Aufgaben bei sich:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Er berief J\u00fcnger.<\/li>\n\n\n\n<li>Er lehrte sie.<\/li>\n\n\n\n<li>Er lie\u00df sie beobachten.<\/li>\n\n\n\n<li>Er \u00fcbertrug ihnen Aufgaben.<\/li>\n\n\n\n<li>Er sandte sie aus.<\/li>\n\n\n\n<li>Er besprach mit ihnen ihre Erfahrungen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und schlie\u00dflich vertraute er ihnen eine Aufgabe an, die weit \u00fcber ihre nat\u00fcrliche Leistungsf\u00e4higkeit hinausging.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei wusste Christus vollkommen, wie unvollkommen seine J\u00fcnger waren:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Petrus w\u00fcrde versagen.<\/li>\n\n\n\n<li>Thomas w\u00fcrde zweifeln.<\/li>\n\n\n\n<li>Die J\u00fcnger w\u00fcrden einander missverstehen und \u00fcber Rangfragen streiten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem bildete Christus keine Organisation, deren Funktionsf\u00e4higkeit von seiner dauernden k\u00f6rperlichen Anwesenheit abh\u00e4ngig war. Er bef\u00e4higte andere zum Dienst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Das ist das genaue Gegenteil eines Leiters, der Mitarbeiter klein h\u00e4lt, damit er selbst unentbehrlich bleibt<\/mark><\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Woran erkennt man einen guten Gemeindehirten?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein guter Gemeindehirte muss nicht der beste Redner, kl\u00fcgste Theologe, begabteste Organisator oder kompetenteste Fachmann in jedem Bereich der Gemeinde sein. Das w\u00e4re sogar ein merkw\u00fcrdiges Verst\u00e4ndnis von Gemeindeleitung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein guter Gemeindehirte freut sich dar\u00fcber, wenn Gott seiner Gemeinde Menschen schenkt, die etwas besser k\u00f6nnen als er<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Er muss sie nicht klein machen.<\/li>\n\n\n\n<li>Er darf sie f\u00f6rdern.<\/li>\n\n\n\n<li>Er kann Verantwortung \u00fcbertragen.<\/li>\n\n\n\n<li>Er kann Anerkennung weitergeben.<\/li>\n\n\n\n<li>Er kann einen j\u00fcngeren Bruder predigen lassen, der vielleicht einmal besser predigen wird als er selbst. Oder einen Bruder, der es offenbar besser kann, weil er entsprechend von Gott begabt wurde und sich ausbilden lie\u00df.<\/li>\n\n\n\n<li>Er kann einen organisatorisch begabteren Mitarbeiter organisieren lassen.<\/li>\n\n\n\n<li>Er kann einen seelsorgerlich begabteren Bruder in der Seelsorge einsetzen.<\/li>\n\n\n\n<li>Er kann einen anderen ausbilden, der vielleicht eines Tages seinen eigenen Dienst \u00fcbernimmt (2Timotheus 2,2).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn sein Ziel lautet nicht:&nbsp;<strong>\u00bbWie bleibe ich unentbehrlich?\u00ab<\/strong>, sondern:&nbsp;<strong>\u00bbWie wird die Gemeinde Christi erbaut?\u00ab<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und was sollen die Gef\u00fchrten tun?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist allerdings nur eine Seite betrachtet. <strong>Auch Mitarbeiter k\u00f6nnen sich falsch verhalten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht jeder abgelehnte Vorschlag beweist Neid. Nicht jede Entscheidung, die mir nicht gef\u00e4llt, ist Machtmissbrauch. Und Fachkompetenz auf einem Gebiet bedeutet nicht automatisch Leitungskompetenz f\u00fcr das Ganze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Mitarbeiter k\u00f6nnen stolz, ehrgeizig, ungeduldig oder illoyal handeln. Deshalb fordert die Schrift&nbsp;<strong>weder blinde Unterordnung noch rebellischen Widerstand<\/strong>. Sie fordert uns alle auf, <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>das Ganze nicht zu einem Erfolg f\u00fcr Satan werden zu lassen<\/strong><\/mark>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nicht B\u00f6ses mit B\u00f6sem vergelten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus schreibt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbVergeltet niemand B\u00f6ses mit B\u00f6sem \u2026 Wenn m\u00f6glich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden.\u00ab<br><em>(R\u00f6mer 12,17\u201318)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade F\u00fchrungskonflikte entwickeln schnell eine zerst\u00f6rerische Eigendynamik:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Es entstehen Lager<\/li>\n\n\n\n<li>Vertrauliche Informationen werden weitergegeben.<\/li>\n\n\n\n<li>Aus einem Sachkonflikt wird ein Personenkonflikt.<\/li>\n\n\n\n<li>Sarkasmus ersetzt Argumente.<\/li>\n\n\n\n<li>Der betroffene Mitarbeiter sammelt Unterst\u00fctzer.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Leiter auch.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwann diskutiert kaum noch jemand die urspr\u00fcngliche Sache. Christen m\u00fcssen sich vor diesen Mechanismus unbedingt h\u00fcten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wahrheit und Liebe geh\u00f6ren zusammen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Alternative zum Schweigen ist nicht Aggression. Paulus spricht davon, \u00bbdie Wahrheit festhaltend in Liebe\u00ab zu handeln (Epheser 4,15). Das bedeutet:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wir schweigen nicht aus Menschenfurcht.<\/li>\n\n\n\n<li>Aber wir explodieren auch nicht aus Frustration.<\/li>\n\n\n\n<li>Wir unterscheiden Beobachtung und Interpretation.<\/li>\n\n\n\n<li>Wir nennen konkrete Vorg\u00e4nge.<\/li>\n\n\n\n<li>Wir unterstellen nicht leichtfertig Motive.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Und wir behandeln auch einen fehlbaren Leiter als Bruder.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Matth\u00e4us 18 ernst nehmen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn tats\u00e4chlich S\u00fcnde vorliegt, gibt Christus einen erstaunlich einfachen ersten Schritt vor:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbWenn aber dein Bruder gegen dich s\u00fcndigt, so geh hin, \u00fcberf\u00fchre ihn zwischen dir und ihm allein.\u00ab<br><em>(Matth\u00e4us 18,15)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht zuerst der Freundeskreis. Nicht der \u00bbFlurfunk\u00ab. Nicht eine Unterst\u00fctzergruppe.&nbsp;<strong>Zuerst der Betroffene selbst.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ziel lautet dabei ausdr\u00fccklich nicht, einen Gegner zu besiegen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbWenn er auf dich h\u00f6rt, hast du deinen Bruder gewonnen.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Vorw\u00fcrfen gegen von Gott eingesetzte \u00c4lteste m\u00fcssen zus\u00e4tzlich die besonderen Anweisungen von 1Timotheus 5,19\u201321 beachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00c4lteste \u2013 Von Gott oder von Menschen \u00bbeingesetzt\u00ab?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal erlebt man eine gef\u00e4hrliche \u00bb<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Titelgl\u00e4ubigkeit<\/mark><\/strong>\u00ab, besonders in traditionsgepr\u00e4gten Kulturen. Da wird wie selbstverst\u00e4ndlich davon ausgegangen, dass jemand, den einige Menschen nach der dort \u00fcblichen Vorgehensweise \u00bbeingesetzt\u00ab haben, nun tats\u00e4chlich zu denen geh\u00f6ren, die <strong>der Heilige Geist<\/strong> \u00bbals Aufseher gesetzt hat, die Versammlung Gottes zu h\u00fcten, die er sich erworben hat durch das Blut seines Eigenen\u00ab (Apostelgeschichte 20,28). Dieser tragische Irrtum hat schmerzliche und oft langwierige Konsequenzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Halten wir <strong>die biblische Wahrheit <\/strong>fest: \u00c4ltester (Gemeindehirte) einer \u00f6rtlichen Gemeinde wird man nicht dadurch, dass einige M\u00e4nner dies so sehen und entscheiden und es ihrer Gemeinschaft verk\u00fcnden. Man wird auch nicht \u00c4ltester dadurch, dass eine Gemeinschaft einen Kandidaten anfragt und (wie auch immer) \u00fcber sein \u00bbAmt\u00ab entscheidet.&nbsp;<strong>Das Einsetzen eines \u00c4ltesten bleibt vielmehr exklusives Privileg des Heiligen Geistes<\/strong>&nbsp;(Apostelgeschichte 20, 28).<strong>&nbsp;<\/strong>Das ist auch verst\u00e4ndlich, denn es geht bei den Gef\u00fchrten um \u00e4u\u00dferst wertvolle Menschen: Gott hat sie \u00bbsich erworben durch das Blut seines Eigenen\u00ab (ebenda).<strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aufgabe der Gemeinde ist es, jene \u00c4ltesten (Aufseher, Gemeindehirten) zu&nbsp;<strong>erkennen und anzuerkennen<\/strong>, die <strong>Gott selbst<\/strong> (ein-)gesetzt hat. Daher m\u00fcssen Kandidaten f\u00fcrs Diakone- und \u00c4ltestenamt \u00bbzuerst erprobt werden\u00ab, \u00bbdann lass sie dienen, wenn sie untadelig sind\u00ab (1Timotheus&nbsp;3,10). Das hei\u00dft: Es f\u00e4llt kein \u00c4ltester aus einem Ernennungsgremium mitten in eine \u00f6rtliche Gemeinde hinein. Sondern er wird mitten aus seinem bew\u00e4hrten Dienst \u2013 Dienen <em>wie<\/em> ein \u00c4ltester\u2013 nach Bew\u00e4hrung erkannt und benannt werden. <strong>Die Aufgabe der \u00f6rtlichen Gemeinde ist also, die vom Heiligen Geist als \u00c4lteste eingesetzten M\u00e4nner zu erkennen und dann auch (offiziell) anzuerkennen, <em>wenn<\/em> sie bew\u00e4hrt und \u00bbuntadelig\u00ab sind.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alexander Strauch, Leiter einiger Seminare und Autor einiger B\u00fccher zu \u00bbBiblische \u00c4ltestenschaft\u00ab, hat die Frage: \u00bb<strong>Wie wird man falsche (=nicht von Gott eingesetzte) \u00c4lteste los?<\/strong>\u00ab einmal pointiert so beantwortet: Entweder sie ziehen in eine andere Stadt, gehen heim zu ihrem Herrn \u2013 oder es gibt eine Gemeindespaltung. Viele bleiben im \u00bbAmt\u00ab lange \u00fcber die Zeit hinaus, wo sie wirklich \u00bbdienen\u00ab (k\u00f6nnen oder sollten). Der angenommene Ehr- und Machtverlust eines R\u00fccktritts \u00fcberwiegt wohl manchmal gegen\u00fcber dem G\u00f6ttlichen und Gemeindef\u00f6rderlichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Beispiel aus dem Gemeindeleben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir eine fiktive, aber durchaus realistische Gemeinde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drei \u00c4lteste tragen gemeinsam Verantwortung. Einer von ihnen hat \u00fcber viele Jahre den gr\u00f6\u00dften Teil der Verk\u00fcndigung \u00fcbernommen. Er ist angesehen und hat viel Gutes f\u00fcr die Gemeinde getan.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun entwickelt sich ein anderer Bruder sehr erfreulich. Er studiert die Schrift gr\u00fcndlich, kann gut lehren und seine Bibelstunden werden von vielen Gemeindegliedern gesch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist zun\u00e4chst ein Grund zur Freude. Doch allm\u00e4hlich ver\u00e4ndert sich etwas. Der Bruder bekommt seltener Gelegenheit zu lehren. Lieber l\u00e4dt man externe Redner ein. Vorschl\u00e4ge von ihm werden regelm\u00e4\u00dfig vertagt. Bei Sitzungen zu bestimmten Themen wird er nicht eingeladen. Einer der \u00c4ltesten \u00e4u\u00dfert schlie\u00dflich: <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">\u00bbIch bin mir nicht sicher, ob er sich in die richtige Richtung entwickelt. <strong>Ich habe kein Vertrauen in ihn.<\/strong>\u00ab<\/mark> Auf Nachfrage kann er allerdings keine konkrete falsche Lehre und kein konkretes Fehlverhalten nennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was geschieht hier? Es gibt mehrere M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Vielleicht besitzt der \u00c4lteste Informationen, die anderen fehlen.<\/li>\n\n\n\n<li>Vielleicht hat der Bruder tats\u00e4chlich unreif oder falsch gehandelt.<\/li>\n\n\n\n<li>Vielleicht wurde seine Begabung \u00fcbersch\u00e4tzt.<\/li>\n\n\n\n<li>Vielleicht bestehen sachliche Gr\u00fcnde, ihm bestimmte Aufgaben noch nicht zu \u00fcbertragen (, die benannt werden k\u00f6nnen).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber eine weitere M\u00f6glichkeit muss ebenfalls gepr\u00fcft werden:&nbsp;<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Hat ein Leiter begonnen, die Begabung eines Mitarbeiters als Bedrohung zu erleben?<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nun sind alle Beteiligten gefordert<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der j\u00fcngere Bruder darf nicht anfangen, Unterst\u00fctzer um sich zu sammeln und gegen den \u00c4ltesten Stimmung zu machen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die anderen \u00c4ltesten d\u00fcrfen die Situation nicht aus Bequemlichkeit ignorieren.<\/li>\n\n\n\n<li>Und der betreffende \u00c4lteste muss bereit sein, sich selbst vor Gott zu pr\u00fcfen:<ul><li><strong>Freue ich mich wirklich dar\u00fcber, wenn dieser Bruder w\u00e4chst?<\/strong><\/li><\/ul><ul><li><strong>Kann ich ihm Verantwortung \u00fcbertragen?<\/strong><\/li><\/ul><ul><li><strong>Kann ich mich dar\u00fcber freuen, wenn Menschen von seiner Verk\u00fcndigung profitieren?<\/strong><\/li><\/ul><ul><li><strong>Kann ich ihn \u00f6ffentlich loben?<\/strong><\/li><\/ul>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Kann ich mir vorstellen, dass er eines Tages Aufgaben besser erf\u00fcllt als ich?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und schlie\u00dflich:&nbsp;<strong>Will ich Christus gro\u00df machen \u2013 oder brauche ich selbst den ersten Platz?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">J<strong>etzt zeigt sich, ob eine \u00c4ltestenschaft wirklich als Hirtenteam funktioniert. <\/strong>Die anderen \u00c4ltesten k\u00f6nnen Beobachtungen offen ansprechen. Der j\u00fcngere Mitarbeiter kann geh\u00f6rt werden. Konkrete Bedenken k\u00f6nnen benannt und gepr\u00fcft werden. Verantwortung kann zun\u00e4chst begrenzt \u00fcbertragen und anschlie\u00dfend ausgewertet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aus Misstrauen wird \u00fcberpr\u00fcfbares Vertrauen. <\/strong>Aus Konkurrenz kann Zusammenarbeit werden. Und aus einem m\u00f6glichen Konflikt kann sogar geistliches Wachstum entstehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der entscheidende Unterschied<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Saul<\/strong> sah in David einen Mann, dessen Wachstum seine eigene Stellung bedrohte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mose<\/strong> konnte sich dar\u00fcber freuen, dass andere vom Geist Gottes gebraucht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Diotrephes<\/strong> wollte der Erste sein. Christus machte sich zum Diener aller.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit stehen auch heutige christliche Leiter vor einer einfachen, aber tiefgehenden Frage:&nbsp;<strong>Werden durch meine Leitung andere Menschen geistlich st\u00e4rker, reifer und fruchtbarer im Dienst f\u00fcr Christus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder anders formuliert:&nbsp;<strong>Brauche ich die Schw\u00e4che anderer, damit meine eigene Gr\u00f6\u00dfe sichtbar bleibt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ein Gemeindehirte darf sich dar\u00fcber freuen, wenn die Schafe wachsen.<\/li>\n\n\n\n<li>Er darf sich dar\u00fcber freuen, wenn Mitarbeiter kompetenter werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Er darf sich dar\u00fcber freuen, wenn die Gemeinde Zuwachs bekommt von M\u00e4nnern und Frauen, die bestimmte Dienstl\u00fccken ausf\u00fcllen k\u00f6nnen, Kapazit\u00e4t einbringen und\/oder die Qualit\u00e4t der Arbeit steigern k\u00f6nnen.<\/li>\n\n\n\n<li>Er darf sich dar\u00fcber freuen, wenn ein Bruder Aufgaben \u00fcbernimmt, die fr\u00fcher nur er selbst erledigen konnte. Er darf sogar darauf hinarbeiten und planen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn die Gemeinde geh\u00f6rt nicht ihm.&nbsp;<strong>Die Herde geh\u00f6rt Gott.<\/strong>&nbsp;<strong>Die Gaben verteilt Gott. Das Wachstum schenkt Gott. Und der oberste Hirte ist Christus.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Ein geistlich unreifer Leiter versucht (bewusst\/unbewusst), sich unersetzlich zu machen.&nbsp;<\/mark>Ein guter Gemeindehirte bildet Menschen aus, denen er immer mehr anvertrauen kann. Er \u00f6ffnet Dienstbereiche f\u00fcr andere, f\u00fcr die sie die Gaben bekommen haben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein gr\u00f6\u00dfter Erfolg besteht nicht darin, dass ohne ihn nichts funktioniert, sondern darin, dass die Menschen, die Gott ihm anvertraut hat, wachsen, Verantwortung \u00fcbernehmen und ihrerseits andere zum Dienst bef\u00e4higen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies alles zur h\u00f6heren Ehre Gottes und Seines Sohnes Jesus Christus. <strong>Soli Deo Gloria!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anmerkungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>[1]<\/strong>\u00a0 <strong>Neid aus biblische Sicht. <\/strong>Die Bibel spricht erstaunlich h\u00e4ufig \u00fcber Neid als innere Herzenshaltung und Motiv (Beweggrund). Neid ist oft Ursache von Streit, Hass und Zerst\u00f6rung. Besonders die Weisheitsliteratur im Alten Testament analysiert den Neid psychologisch sehr treffend, w\u00e4hrend die Briefe des Neuen Testaments ihn als Werk des Fleisches und als Gegensatz zur Liebe beschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wesen. <\/strong>Neid&nbsp;ist nach der Heiligen Schrift letztlich <strong>Unzufriedenheit mit Gott<\/strong>, weil dieser anderen etwas anvertraut hat, was der Neider f\u00fcr sich selbst begehrt. Im Kern ist dies Rebellion gegen den H\u00f6chsten. Manchmal spielt auch das Motiv der <strong>Eifersucht<\/strong> mit. Neid regt sich zum Beispiel, wenn man andere gesegnet(er) sieht mit Verm\u00f6gen (1Mose&nbsp;26,14; Spr&nbsp;28,22), mit Kindern (1Mose&nbsp;30,1), mit Gunst eines \u00dcbergeordneten (1Mose&nbsp;37,11). Der Ursprung des Neides liegt beim&nbsp;<strong>Ur-Neider, dem Teufel<\/strong>. Wo Neid im Herzen Platz findet, folgt daher Teuflisch-s\u00fcndiges, wie Streitsucht, L\u00fcge, Seelisches, Teuflisches und Zerr\u00fcttung \u2013 jede b\u00f6se Tat (Jakobus&nbsp;3,14\u201316; Philipper&nbsp;1,15a.17).&nbsp;Grunds\u00e4tzlich will der Neider den Beneideten sch\u00e4digen, sei es wirtschaftlich, seelisch oder im Ruf\/Ansehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>S\u00fcnde. <\/strong>Neid ist eine \u00fcble Eigenschaft, die dem Menschen&nbsp;<strong>seit dem S\u00fcndenfall<\/strong>&nbsp;eigen ist. Man kann dies am ersten Mord der Geschichte (einem Brudermord: Kain\u2013Abel!) bereits deutlich erkennen, aber auch durch die Patriarchengeschichte gut weiterverfolgen. Stephanus berichtete von Josephs neidischen Br\u00fcdern: \u00bbUnd die Patriarchen, <strong>neidisch<\/strong> auf Joseph, verkauften ihn nach \u00c4gypten\u00ab (Apostelgeschichte&nbsp;7,9).&nbsp;Sp\u00e4ter lesen wir von K\u00f6nig Saul: \u00bbUnd Saul blickte&nbsp;<strong>neidisch<\/strong>&nbsp;auf David von jenem Tag an und weiterhin\u00ab (1Samuel 18,9). Die Weisheitsspr\u00fcche Salomons und manche Psalmen lehren: \u00bb<strong>Beneide nicht<\/strong>&#8230;\u00ab, insbesondere dann, wenn das Begehrte s\u00fcndig ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Im Neuen Testament lesen wir, dass Jesus Christus von den Juden u.&nbsp;a. aus Neid verraten und ermordet wurde. Pilatus roch den Braten: \u00bbDenn er wusste, dass sie ihn [Jesus] <strong>aus Neid \u00fcberliefert<\/strong> hatten\u00ab (Matth\u00e4us&nbsp;27,18). Der Apostel Paulus klagte, dass der Neid auf ihn und seinen gesegneten Dienst andere dazu trieb, sich \u00fcber sein Gefangensein zu freuen, weil es ihnen Platz verschaffte, an seiner Stelle die Verk\u00fcndigung zu \u00fcbernehmen (<strong>Neid als Dienstmotiv<\/strong>(!); Philipper&nbsp;1,15.18).&nbsp;Die Apostel und die ersten Christen wurde von den Juden <strong>aus Neid verfolgt<\/strong> (Apostelgeschichte&nbsp;13,45; 17,5).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>L\u00f6sung. <\/strong>Neid ist ein seltsames Ding: Es ist zugleich <strong>starkes Motiv<\/strong> des s\u00fcndigen Menschen, kennzeichnet ihn also, aber gleichzeitig ist es ein <strong>eifrig verborgen gehaltenes Motiv<\/strong>. Denn das Eingest\u00e4ndnis des Neides bedeutet ja oft gleichzeitig das Eingest\u00e4ndnis des Mangels, dass n\u00e4mlich andere besser, begabter, reicher, flei\u00dfiger oder sonst wie bevorzugter sind, als man selbst. Manchmal nagt im Verborgenen zus\u00e4tzlich die Erkenntnis, dass man selbst nicht ganz unschuldig an diesem Mangelzustand ist. Aber Versteckspielen hilft nicht. Gott sieht stets, wenn Neid bei unseren Motiven mitwirkt, vor ihm sind wir offen und aufgedeckt (Hebr\u00e4er 4,12\u201313). Aber auch Menschen \u00bbriechen manchmal den Braten\u00ab, wie die Beispiele oben zeigen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Daher gilt: Neid muss als \u00bb<strong>Werk des [s\u00fcndigen] Fleisches\u00ab<\/strong>\u00a0(Galater\u00a05,20) <strong>unbedingt abgelegt werden<\/strong>: \u00bbLasst uns anst\u00e4ndig wandeln wie am Tag;\u00a0<strong>nicht in \u2026 Streit und Neid<\/strong>; sondern zieht den Herrn Jesus Christus an, und treibt nicht Vorsorge f\u00fcr das Fleisch zur Befriedigung seiner Begierden\u00ab und: \u00bb<strong>Legt nun ab \u2026 allen \u2026 Neid<\/strong>\u00a0und alles \u00fcble Nachreden\u00ab (R\u00f6mer\u00a013,13; 1Petrus\u00a02,1). Neid ist Folge von <strong>Lieblosigkeit<\/strong>: \u00bb<strong>die Liebe neidet nicht<\/strong>\u00a0[o.\u00a0<strong>ist nicht eifers\u00fcchtig<\/strong>]\u00ab (1Korinther\u00a013,4). Das zeigt, dass Neid sehr tief steckt, er ist eine Herzenss\u00fcnde und l\u00e4uft unserem Wesen als Kinder Gottes zuwider. Das hat \u00fcble Konsequenzen: Gott wird verunehrt, die Gemeinde zerr\u00fcttet und zerst\u00f6rt, \u00bbjede schlechte Tat\u00ab scheint nun m\u00f6glich geworden zu sein (2Korinther\u00a012,20, Jakobus\u00a03,14\u201316). Unser selbstloser Dienst an den Glaubensgeschwistern hingegen wird be-\/verhindert (Kontext von 1Korinther\u00a012\u201314).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:13px\"><strong>[2] <\/strong>Lateinisch\u00a0<strong><em>minister<\/em><\/strong>\u00a0bedeutet zun\u00e4chst \u00bbDiener, Gehilfe, Helfer\u00ab, also gerade nicht prim\u00e4r \u00bbHerrscher\u00ab. Das Wort steht in Beziehung zu\u00a0<em>minus<\/em>\u00a0(\u00bbweniger\u00ab) und bildet semantisch einen interessanten Gegensatz zu\u00a0<strong><em>magister<\/em><\/strong>\u00a0(\u00bbMeister, Vorsteher\u00ab; zu\u00a0<em>magis<\/em>\u00a0= \u00bbmehr\u00ab). In der Vulgata steht in Markus 10,43 <em>minister<\/em> genau an der Stelle, an der wir f\u00fcr das griech. Wort \u03b4\u03b9\u03ac\u03ba\u03bf\u03bd\u03bf\u03c2 deutsch \u00bbDiener\u00ab lesen: \u00bb<em>quicumque voluerit fieri maior, erit vester\u00a0<strong>minister<\/strong><\/em>\u00ab. In der Reformation wurden kirchliche Amtstr\u00e4ger kirchenlateinisch als Minister bezeichnet, z. B. war ein <em>minister verbi<\/em> ein \u00bbDiener des Wortes\u00ab. In der Politik hatte sich das Verst\u00e4ndnis, dass die Herrschenden eigentlich Diener des Volkes, des Souver\u00e4ns, sind, ebenfalls im Begriff durchgesetzt (z. B. engl. <em>Prime Minister<\/em>). Unvermittelt denkt man auch an den Spruch Friedrich II. , dass der Herrscher der \u00bberste Diener des Staates\u00ab sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesedauer: 13 Minuten. Wenn die Bibel unsere Leiterschaft beurteilt Im ersten Teil (\u00bbWenn Leiter starke Mitarbeiter f\u00fcrchten\u00ab) haben wir ein F\u00fchrungsph\u00e4nomen betrachtet, das in Unternehmen ebenso wie in christlichen Organisationen auftreten kann: Eine F\u00fchrungskraft erlebt besonders kompetente Mitarbeiter nicht als Bereicherung, sondern als Bedrohung. Die&nbsp;Organisationspsychologie&nbsp;bietet daf\u00fcr verschiedene Erkl\u00e4rungsmodelle an: bedrohtes Selbstwertgef\u00fchl, Statusschutz, Kontrollbed\u00fcrfnis, soziale Vergleichsprozesse, &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=4541\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eF\u00fchrung als Gemeindehirte\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4543,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"footnotes":""},"categories":[132],"tags":[174,212,175],"class_list":["post-4541","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-practical","tag-aelteste","tag-fuehrungsstil","tag-gemeindehirten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4541","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4541"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4541\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4566,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4541\/revisions\/4566"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4541"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4541"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}