{"id":4135,"date":"2026-04-06T18:57:19","date_gmt":"2026-04-06T16:57:19","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=4135"},"modified":"2026-04-06T22:47:03","modified_gmt":"2026-04-06T20:47:03","slug":"wo-stand-der-baum-der-erkenntnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=4135","title":{"rendered":"Wo stand der Baum der Erkenntnis?"},"content":{"rendered":"\n<p>Lesedauer: 18 Minuten.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Zwei B\u00e4ume im Garten Eden<\/h1>\n\n\n\n<p>Das Buch Genesis (1. Mosebuch im Pentateuch) erw\u00e4hnt mehrfach B\u00e4ume, die der Sch\u00f6pfer-Gott durch sein Sch\u00f6pfungswort in den Garten Eden gepflanzt hatte.\u00a0Zum Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbUnd Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringe, <strong>Fruchtb\u00e4ume, die Frucht tragen nach ihrer Art, in der ihr Same sei<\/strong>, auf der Erde! Und es wurde so. Und die Erde brachte Gras hervor, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und\u00a0<strong>B\u00e4ume, die Frucht tragen, in der ihr Same ist nach ihrer Art<\/strong>. Und Gott sah, dass es gut war.\u00ab (1. Mose 1,11f)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Viele dieser B\u00e4ume hatten samentragende Fr\u00fcchte, von denen&nbsp;&nbsp;sich die ersten Menschen nach Willen Gottes u. a. ern\u00e4hren sollten:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbUnd Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samenbringende Kraut gegeben, das auf der Fl\u00e4che der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem samenbringende Baumfrucht ist: Es soll euch&nbsp;<strong>zur Speise<\/strong>&nbsp;sein\u00ab (1. Mose 1,29)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im zweiten Kapitel der Genesis wird dieser Sch\u00f6pfungsakt Gottes nochmals beschrieben und dabei&nbsp;<strong>zwei B\u00e4ume<\/strong> besonders hervorgehoben:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbUnd Jahwe Gott lie\u00df aus dem Erdboden allerlei B\u00e4ume wachsen, lieblich anzusehen und gut zur Speise; und den&nbsp;<strong>Baum des Lebens<\/strong>&nbsp;in der Mitte des Gartens, und den&nbsp;<strong>Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen<\/strong>.\u00ab (1. Mose&nbsp;2,9)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Zwei B\u00e4ume<\/strong> werden von den anderen B\u00e4umen unterschieden durch besondere\u00a0<strong>Erw\u00e4hnung<\/strong>, durch\u00a0<strong>Namensgebung<\/strong>\u00a0und durch eine\u00a0<strong>Ortsangabe<\/strong>\u00a0f\u00fcr den \u00bbBaum des Lebens\u00ab. Einer dieser B\u00e4ume wird aus der allgemeinen Speiseerlaubnis ausdr\u00fccklich herausgenommen, Gott spricht ein klares\u00a0<strong>Speiseverbot<\/strong>\u00a0gegen\u00fcber Adam aus (die \u00bbM\u00e4nnin\u00ab war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gebildet worden, das folgt ab Kapitel 2,18ff):<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbUnd Jahwe Gott gebot dem Menschen [hebr.\u00a0<em>a<\/em><em>d<\/em><em>a<\/em><em>m<\/em>, dem \u00bbErdling\u00ab] und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber vom\u00a0<strong>Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6se<\/strong>n, davon sollst du\u00a0<strong>nicht essen<\/strong>; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben.\u00ab (1. Mose\u00a02,16f)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>In der Versuchungsgeschichte in Genesis 3 wird dieses\u00a0<strong>einzige Verbot<\/strong>\u00a0von der Schlange als gro\u00dfer Mangel an Gottes G\u00fcte und Liebe dargestellt (3,1), zudem wird die Intention (Absicht) und Wahrheit des g\u00f6ttlichen Verbotes angezweifelt. Wir sehen <strong>einen verleumderischen Zentralangriff auf das Wesen Gottes<\/strong>. Die Frau behauptet in ihrer Antwort folgendes:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Von der Frucht der B\u00e4ume des Gartens essen wir; aber von der&nbsp;<strong>Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist<\/strong>, hat Gott gesagt: Davon sollt ihr nicht essen und sie&nbsp;<strong>nicht anr\u00fchren<\/strong>, damit ihr nicht sterbt.\u00ab (1. Mose&nbsp;3,2f)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Versuchung verl\u00e4uft \u00fcber einen kurzen Dialog zwischen Schlange und Frau \u00bberfolgreich\u00ab (besser: \u00bbfolgenreich\u00ab!) zur\u00a0<strong>Urs\u00fcnde<\/strong>\u00a0der Frau und Adams (siehe dazu die detailliertere Studie \u00bb<em>Was drei para-W\u00f6rter \u00fcber das Wesen der S\u00fcnde lehre<\/em>n\u00ab;\u00a0<a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=2019\">auf diesem BLOG<\/a>: logikos.club\/?p=2019). Der Weg des in S\u00fcnde gefallenen Menschen verl\u00e4uft nun von Gott weg, nach Osten, weg vom Berg Gottes (von Eden, wo Gott wohnte), hinaus aus dem Garten Eden auf den Erdboden au\u00dferhalb Endes. Die in Genesis folgende Urgeschichte zeichnet den Weg des Menschen \u00bbnach Osten\u00ab, von Gott weg, nach. Es ist ein Weg, der von Gr\u00e4bern, dem Tod, markiert ist (1. Mose 5,5ff; Refrain: \u00bbund er starb\u00ab). Erl\u00f6sungsgeschichte beginnt erst da, wo Gott selbst als Mensch in diese Welt eintritt und den Weg zur\u00fcck nach Eden, dem \u00bbParadies Gottes\u00ab mit dem \u00bbBaum des Lebens\u00ab, mit dem Menschen geht (s. Offenbarung 2,7; 22,2.14.19). Dieser Heilsweg \u00bbGo West!\u00ab soll hier nicht weiter verfolgt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen nun, wo der \u00bb<strong>Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen<\/strong>\u00ab urspr\u00fcnglich erw\u00e4hnt wird und was \u00fcber ihn ausgesagt wurde. Aber wo stand er genau?<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Der Standort des Baumes der Erkenntnis<\/h1>\n\n\n\n<p>Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass es nur vom \u00bbBaum des Lebens\u00ab ausdr\u00fccklich hei\u00dft, dass er \u00bbmitten im Garten\u00ab (hebr.\u00a0<em>betoch ha-gan<\/em>) stand (Genesis\u00a02,9). Dies wird f\u00fcr den anderen Baum, den der Erkenntnis,\u00a0<strong>nicht <\/strong><strong>ausdr\u00fccklich<\/strong>\u00a0<strong>gesagt<\/strong>. Dieser wird im Bericht mit Namen angegeben, aber ohne ausdr\u00fcckliche Ortsangabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders klingt es, wenn wir der Frau in Genesis 3,3 zuh\u00f6ren. Sie sagte zur Schlange:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bb\u2026 aber von der Frucht des Baumes,&nbsp;<strong>der in der Mitte des Gartens ist<\/strong>, hat Gott gesagt: Davon sollt ihr nicht essen und sie nicht anr\u00fchren, damit ihr nicht sterbt.\u00ab (1. Mose 3,3)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Da muss man genauer hinsehen. Zun\u00e4chst einmal nennt die Frau nicht ausdr\u00fccklich den Namen des Baumes, von dem sie nun spricht. Sie redet von jenem Baum, \u00bbder in der Mitte des Gartens ist\u00ab. Das w\u00e4re nach dem bisherigen Bericht der \u00bbBaum des Lebens\u00ab. Aus dem Kontext und der Logik der Rede der Frau muss man aber schlussfolgern, dass sie vom <strong>verbotenen<\/strong> Baum redet und diesen hier \u00bbin der Mitte des Gartens\u00ab verortet. Das wirft Fragen auf: Wie ist das zu erkl\u00e4ren? Wie ist das zu verstehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Da die Frau im selben Satz\u00a0<strong>unsicher und ungenau<\/strong>\u00a0ist bez\u00fcglich des genauen Verbotes Gottes (sie f\u00fcgt das \u00bbnicht anr\u00fchren\u00ab hinzu!), m\u00f6gen auch andere Aspekte ihrer Aussage zweifelhaft sein. Zweitens k\u00f6nnte es sein, das sie nicht eine geografische (\u00f6rtliche) Aussage \u00fcber den Baum machte, sondern mit der \u00bbMitte\u00ab eine subjektiv empfundene Wahrnehmung der Wichtigkeit wiedergab. Die \u00bbMitte\u00ab w\u00e4re also eher symbolisch als denn geografisch zu verstehen. Diese Unsicherheit bietet Raum f\u00fcr unterschiedliche theologische Deutungen, entsprechend gehen die Auslegungen auseinander.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Unterschiedliche Auslegungen des Textes<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der hebr\u00e4ische Befund von Genesis 2,9 und 3,3<\/h2>\n\n\n\n<p>Der masoretische Text von\u00a0<strong>Genesis 2,9<\/strong>\u00a0lautet w\u00f6rtlich etwa: \u00bbund den Baum des Lebens\u00a0<strong>inmitten des Gartens<\/strong>\u00a0und den Baum der Erkenntnis von Gut und B\u00f6se\u00ab. Die Ortsangabe \u00bbinmitten des Gartens\u00ab (<em>be<\/em><em>\u1e6f\u00f4<\/em><em>\u1e35\u00a0ha-g\u0101n<\/em>) steht\u00a0<strong>unmittelbar\u00a0<\/strong>beim \u00bbBaum des Lebens\u00ab. Es bedeutet je nach Kontext \u00bbinmitten\u00ab, \u00bbin der Mitte\u00ab, oder allgemeiner \u00bbinnerhalb\u00ab. Rein syntaktisch, also vom Satzaufbau her, ist der\u00a0<strong>n\u00e4chstliegende\u00a0<\/strong>Bezug der Ortsangabe der Baum des Lebens.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Eine zweite Beobachtung ist auch wichtig: Der Vers ist\u00a0<strong>elliptisch<\/strong>\u00a0<strong>aufgebaut<\/strong>, das hei\u00dft, er hat Auslassung(en). Das Hebr\u00e4ische sagt nicht ausdr\u00fccklich: \u00bb<strong>nur<\/strong>\u00a0der Baum des Lebens stand in der Mitte\u00ab. Deshalb gibt es \u00dcbersetzungen und Kommentare, die den Satz als zusammenfassende Nennung der zwei Sonderb\u00e4ume lesen. Man muss aber gezielt zu den ungenauen \u00bb\u00dcbertragungen\u00ab greifen, um folgende <strong>falsche Wiedergabe<\/strong> zu finden: \u00bbMitten im Garten \u203astanden\u2039 der Baum des Lebens und der Baum, der zur Erkenntnis von Gut und B\u00f6se f\u00fchrt.\u00ab (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NG\u00dc\/1.Mose2%2C9\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Neue Genfer \u00dcbersetzung<\/a>). Das ist<strong> Auslegung<\/strong>, nicht treue Wiedergabe des Textes.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann folgt\u00a0<strong>Genesis 3,3<\/strong>: \u00bbvon der Frucht des Baumes, der inmitten des Gartens ist\u00ab. Hier steht im\u00a0<strong>Singular<\/strong> (Einzahl):<strong>\u00a0\u00bbdes Baumes, der\u00ab<\/strong>. Im Gespr\u00e4ch mit der Schlange meint die Frau damit offenkundig (nur) den einen Baum, von dem zu essen Gott verboten hatte. Das klingt so, als ob der\u00a0<strong>Baum der Erkenntnis<\/strong>\u00a0<em><strong>aus ihrer Perspektive<\/strong><\/em>\u00a0ebenfalls als ein Baum \u00bbinmitten des Gartens\u00ab bezeichnet werden k\u00f6nnte. Man beachte: Die Frau liefert keine sachliche Ortsangabe, sondern\u00a0<strong>ihren pers\u00f6nlichen Eindruck, ihr subjektives Wissen, Bewerten und Denken<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wohin tragen uns die sprachlichen \u00dcberlegungen?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Erstens:<\/strong>&nbsp;Der st\u00e4rkste unmittelbare Satzbezug in Genesis 2,9 lokalisiert (nur) den <strong>Baum des Lebens<\/strong> in der Mitte. Das ist der grammatisch konservativste Befund.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zweitens:<\/strong>&nbsp;Genesis 3,3 zeigt, dass die Frau den verbotenen Baum ebenfalls mit der Formel \u00bbinmitten des Gartens\u00ab verortet. Das kann hei\u00dfen: 1.) der Erkenntnisbaum stand auch dort; 2.)&nbsp;der Erkenntnisbaum stand irgendwie nahe beim Lebensbaum, oder 3.)&nbsp;\u00bbinmitten\u00ab ist hier funktional-symbolisch gemeint, also als \u00bbder zentrale Baum der Erprobung\u00ab im Kontext. Der Text selbst entscheidet diese drei M\u00f6glichkeiten nicht vollst\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Drittens:<\/strong>&nbsp;Der eigentliche erz\u00e4hlerische Zug ist vermutlich nicht botanisch-geografisch, sondern theologisch: Beide B\u00e4ume sind die beiden Brennpunkte der Erz\u00e4hlung: 1.)&nbsp;Gott gibt dem Menschen das Leben und die F\u00fclle (Genuss), weil der Mensch als Gesch\u00f6pf das Leben nicht in sich selbst hat. 2.)&nbsp;Das Leben und Gedeihen des Menschen ist nur gesichert in Anerkennung, dass der Lebensgeber auch der Gebieter ist, dem man Gehorsam schuldig ist: Der Sch\u00f6pfungsakt hatte Menschen \u00bbim Bild und Gleichnis Gottes\u00ab gezeitigt, aber keine G\u00f6tter (mit wesenseigener Aseit\u00e4t). Dass die Ortsangabe zwischen Genesis&nbsp;2,9 und 3,3 \u00bbwandert\u00ab, ist&nbsp;<strong>literarisch auff\u00e4llig und wahrscheinlich beabsichtigt<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Auslegung der patristischen und lateinischen Tradition<\/h2>\n\n\n\n<p>In der alten Kirche wird der botanisch-r\u00e4umliche Aspekt meist rasch vom moralischen und sakramentalen verdr\u00e4ngt.&nbsp;<strong>Augustinus<\/strong>&nbsp;betont entschieden: Der verbotene Baum war nicht b\u00f6se an sich; jede von Gott geschaffene Pflanze im Paradies ist gut. Verboten war der Baum vielmehr deswegen,&nbsp;<strong>um den Menschen Gehorsam zu lehren<\/strong>. Der Name \u00bbErkenntnis von Gut und B\u00f6se\u00ab erkl\u00e4rt sich bei ihm daraus, dass der Mensch nach dem Essen am eigenen Leib den Unterschied zwischen dem&nbsp;<strong>Guten des Gehorsams<\/strong>&nbsp;und dem&nbsp;<strong>B\u00f6sen des Ungehorsams<\/strong>&nbsp;erfahren sollte. Damit verschiebt Augustinus die Frage von \u00bbWo stand der Baum geografisch?\u00ab zum theologisch-teleologischen: \u00bbWozu diente das Verbot?\u00ab (Was war die gute Absicht Gottes, sein Telos, mit diesem Verbot?). Der Garten bleibt bei ihm real, aber der dogmatische Fokus liegt auf&nbsp;<em>ordo, obedientia<\/em>&nbsp;(Ordnung, Gehorsam) und dem Ursprung der S\u00fcnde.&nbsp;<strong>Der Baum ist gut; der S\u00fcndenfall liegt im Menschen, der zu seinem eigenen Verderben das geringere Gut (Auge, Lust, Begehren) gegen\u00fcber dem h\u00f6heren Gut (Gehorsam Gott gegen\u00fcber) w\u00e4hlt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Thomas von Aquin<\/strong>&nbsp;\u00fcbernimmt diese Linie. In der&nbsp;<em>Summa Theologiae<\/em>&nbsp;nennt er sowohl den Baum des Lebens als auch den Baum der Erkenntnis&nbsp;<strong>materielle B\u00e4ume<\/strong>. Der Baum der Erkenntnis hei\u00dfe so \u00bbmit Blick auf das sp\u00e4tere Geschehen\u00ab, weil der Mensch nach dem Essen durch die Strafe den Unterschied von Gut und B\u00f6se erfahre. Auch hier ist die Standortfrage sekund\u00e4r gegen\u00fcber der Lehre von Natur, Gehorsam und Strafe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die lateinisch-westliche Linie bei Augustinus und Aquin verlagert die Debatte also stark auf&nbsp;<strong>Gehorsam, Willensordnung, S\u00fcnde und Strafe<\/strong>&nbsp;und sp\u00e4ter auf die <strong>Lehre von der Erbs\u00fcnde<\/strong>. Der Erkenntnisbaum wird nicht als&nbsp;<strong>metaphysisch \u00bbschlechter\u00ab Gegenbaum<\/strong>&nbsp;zum Lebensbaum verstanden, sondern als&nbsp;<strong>guter Baum, der durch das Verbot zum Ort der Pr\u00fcfung<\/strong>&nbsp;wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die \u00bbherzenserforschend-theologische\u00ab Deutung des Textes<\/h2>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte sich fragen, ob und inwiefern man den Text so deuten k\u00f6nne, dass die Aussage der Frau (\u00bbinmitten des Gartens\u00ab) eine Verschiebung in ihrer Wahrnehmung der Realit\u00e4t darstellt? <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Dass die Frau sozusagen&nbsp;<strong>den \u00bbVerbots-Baum\u00ab zum Mittelpunkt ihrer subjektiven Vorstellung von Gott<\/strong>&nbsp;macht, statt dass sie den lebensstiftenden \u00bbBaum des Lebens\u00ab real (objektiv) als Mitte des Garten Edens wahrnimmt.<\/mark><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Gl\u00fcck berichtet die Schrift von den&nbsp;<strong>verborgenen Vorg\u00e4ngen im Denken, F\u00fchlen und Entscheiden<\/strong>&nbsp;(dem \u00bbHerz\u00ab) der Frau. Sie war ja (wie viele lehren) mit \u00bbfreiem Willen\u00ab und unschuldig geschaffen worden. Solchen Menschen begegnen wir ja seit dem S\u00fcndenfall nicht mehr, der menschgewordene \u00bbHeilige\u00ab nat\u00fcrlich ausgeschlossen. Wir m\u00fcssen also nicht spekulieren, brauchen keine tiefenpsychologische Deutung, der Text reicht. Sehen wir also, wohin ihr \u00bbfreier Wille\u00ab sie f\u00fchrt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen Frappierendes: Die Wahrnehmung der Frau verschiebt sich vom Lebens-<strong>Mittelpunkt<\/strong>&nbsp;und der F\u00fclle des Segens zur g\u00f6ttlich vorgegebenen&nbsp;<strong>Grenze<\/strong>&nbsp;ihres Segensraums. Der verbotene Rand wird mental-seelisch zum Zentrum. Das eigentliche Zentrum, das&nbsp;<strong>Leben in F\u00fclle<\/strong>, wird \u00fcberblendet, ausgeblendet, verblasst. Die Frau ver\u00e4ndert das Gebot Gottes, warum wissen wir nicht. Letztlich wird die Frau dadurch anf\u00e4llig gegen\u00fcber der L\u00fcge der Schlange. Wir sehen nicht nur eine sprachliche oder rein mentale, sondern&nbsp;<strong>eine kognitiv-theologische Verschiebung: ihr Gottesbild h\u00e4ngt schief.&nbsp;<\/strong>Oder ist es schon auf den Boden gefallen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jetzt wird es brandgef\u00e4hrlich!&nbsp;<\/strong>Denn ihre falsche Vorstellung spannt eine Leinwand auf, auf die die Schlange einen angeblichen Mangel projizieren konnte. Wo das Gottesbild schief h\u00e4ngt, entsteht eine Zielscheibe f\u00fcr die t\u00f6dlichen Pfeile Satans. Die Frau f\u00e4llt auf diese Gott die Ehre abschneidenden L\u00fcgen prompt herein. Der Tod folgt dann aber so \u00bbgewiss\u00ab, wie es Gott vorher gesagt hatte. Wir lernen:&nbsp;<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Wenn Gottes Ehre in Konkurrenz zu den \u00bbBed\u00fcrfnissen\u00ab und \u00bbGef\u00fchlen\u00ab des Menschen tritt, f\u00fchrt die Priorisierung des Menschen todsicher ins Verderben, die Priorisierung Gottes aber zu Leben in \u00dcberfluss.<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die These dieses Ansatzes<\/strong>&nbsp;l\u00e4sst sich so formulieren: \u00bb<strong>Die Bezeichnung des verbotenen Baumes als \u00bbinmitten des Gartens\u00ab durch die Frau (Genesis 3,3) l\u00e4sst sich als Hinweis auf eine beginnende Verschiebung der inneren Orientierung lesen, in der das Verbotene jenen Platz des Lebenszentrums einnimmt, der nach Genesis 2,9 (allein) dem Baum des Lebens zukommt. Im Kern wird das Gottesbild verzerrt und verf\u00e4lscht, was gr\u00f6\u00dftes Unheil ausl\u00f6st.\u00ab<\/strong>&nbsp;Diese These ist&nbsp;<strong>exegetisch verantwortbar<\/strong>, ohne den Text zu \u00fcberdehnen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h1>\n\n\n\n<p>Bleibt man eng am hebr\u00e4ischen Text, kann man Folgendes festhalten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Der sichere Textbefund<\/strong> liefert in&nbsp;<strong>Genesis 2,9<\/strong>&nbsp;<strong>ausdr\u00fccklich<\/strong>&nbsp;<strong>nur<\/strong>&nbsp;vom&nbsp;<strong>Baum des Lebens<\/strong>, dass er \u00bb<strong>inmitten des Gartens<\/strong>\u00ab stand. Das ist die objektive Feststellung.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ebenfalls zu beachten <\/strong>ist, dass in&nbsp;<strong>Genesis 3,3<\/strong> die Frau sagt, dass der&nbsp;<strong>verbotene Baum<\/strong> \u00bb<strong>inmitten des Gartens<\/strong>\u00ab sei. Das ist ihre subjektive Darstellung. Sie kommt in einem Satz, der eine Falschaussage \u00fcber das Gebot Gottes enth\u00e4lt; das weckt Zweifel.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Folgerung:<\/strong><br>(1)&nbsp;Die Schrift erlaubt&nbsp;<strong>nicht<\/strong>&nbsp;die harte Behauptung: \u00bbIm Zentrum des Garten Edens stand <strong>sicher<\/strong>&nbsp;<strong>nur<\/strong>&nbsp;der Baum des Lebens.\u00ab&nbsp;<br>(2) Die Schrift erlaubt&nbsp;<strong>nicht<\/strong>&nbsp;die harte Behauptung: \u00bbBeide B\u00e4ume standen <strong>sicher beide<\/strong> im Mittelpunkt des Garten Edens.\u00ab&nbsp;<br>Der Text h\u00e4lt die Sache bewusst in einer produktiven Spannung.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Der Ansatz der oben dargestellten&nbsp;<strong>\u00bbherzenserforschend-theologische\u00ab Deutung<\/strong>&nbsp;<strong>des Textes<\/strong>&nbsp;als innerer Fehlorientierung der Frau, die zur Gedankens\u00fcnde und dann zur Tats\u00fcnde und zum Anstecken anderer zur S\u00fcnde f\u00fchrt, ist&nbsp;<strong>textlich und exegetisch verantwortbar<\/strong>.<strong>&nbsp;<\/strong>Er m\u00fcsste mit den einschl\u00e4gigen Stellen des Neuen Testaments gepr\u00fcft und erg\u00e4nzt werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Warum die Verf\u00fchrung der Frau auch im NT relevant ist<\/h1>\n\n\n\n<p>Eine kurze \u00dcbersicht samt Kurzkommentar von Bibelstellen im NT soll erste Hilfen bieten, dieses Ur-Ereignis biblisch zu deuten und seine Relevanz f\u00fcr uns Christen zu erfassen. Auch wenn die Frau die Ur-S\u00fcnde beging, so ist doch der Mann an ihrer Seite als Repr\u00e4sentant der Menschen \u00f6ffentlich verantwortlich f\u00fcr die Ur-S\u00fcnde und alle ihre Folgen. Mann wie Frau brauchen Erl\u00f6sung und S\u00fchnung (usw.). Gott bereitet alles Heilsnotwendige vor und schenkt es jedem Glaubenden frei, wenn er umkehrt, indem er seine S\u00fcnde bekennt und an den Retter-Gott glaubt. Die Errettung \u00bballein aus Glauben\u00ab, \u00bballein in Christus\u00ab gilt seit \u00bb<em>Paradies lost<\/em>\u00ab bis \u00bb<em>All the children are in<\/em>\u00ab, wenn die Gnadenzeit zu Ende gekommen sein wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Korinther&nbsp;11,3<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbIch f\u00fcrchte aber, dass etwa,&nbsp;<strong>wie die Schlange Eva durch ihre List verf\u00fchrte<\/strong>, so euer Sinn verdorben und abgewandt werde von der Einfalt gegen\u00fcber dem Christus.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Hier wird die NT-Gemeinde gewarnt vor der Verf\u00fchrung durch die \u00bbSchlange\u00ab, den Satan. Paulus nutzt Eva als\u00a0<strong>Typus f\u00fcr geistliche Gef\u00e4hrdung<\/strong>\u00a0<strong>durch List<\/strong>. Im Kontext geht es um die Verf\u00fchrung durch als Wahrheit getarnte Lehre, der die Christen mangels Unterscheidungsverm\u00f6gen nicht nur keinen Widerstand bieten, sondern das Falsche sogar \u00bbgut ertragen\u00ab, ja sogar als \u00bbbegehrenswert\u00ab geradezu willkommen hei\u00dfen (s. Kontext).<strong>\u00a0Herausforderung: Werden die M\u00e4nner wieder schweigen, zuschauen, mitmachen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Timotheus &nbsp;2,13\u201314<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bb\u2026 denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva; und Adam wurde nicht&nbsp;<strong>betrogen<\/strong>, die Frau aber wurde betrogen und fiel in \u00dcbertretung.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Hier wird die Lehrautorit\u00e4t in der Gemeinde Jesu Christi exklusiv M\u00e4nnern anvertraut und mit dem Ur-Betrugsfall im Garten Eden begr\u00fcndet. Die Frau dient als&nbsp;<strong>Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr Verf\u00fchrbarkeit<\/strong>. Da damit eine geschlechterspezifische Begr\u00fcndung f\u00fcr Teile der&nbsp;<strong>Gemeindeordnung (Lehre\/Autorit\u00e4t)<\/strong>&nbsp;geliefert wird, w\u00fctet der aktuelle Zeitgeist vehement gegen diese Anweisung des Apostels. Hilfreich ist an dieser Stelle der Hinweis, dass die hier vorgegebene funktionelle Differenzierung der Geschlechterrollen keine ontologische Wertaussage mit sich bringt. Die Anweisung wird auch nicht mit der Intelligenz oder fachlichen Kompetenz der Geschlechter begr\u00fcndet, es gibt ganz offenbar kluge Frauen und dumme M\u00e4nner. Gott nimmt sich sein ureigenes Recht heraus, in&nbsp;<strong>seiner<\/strong>&nbsp;<strong>Gemeinde<\/strong>&nbsp;die Autorit\u00e4tsstrukturen vorzugeben. Wem das nicht passt, kann seinen eigenen kirchlichen Verein gr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">R\u00f6mer 5,12\u201319<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbDarum, so wie durch\u00a0<strong>einen Menschen<\/strong>\u00a0die S\u00fcnde in die Welt gekommen ist und durch die S\u00fcnde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle ges\u00fcndigt haben\u2026\u00a0\u00a0Denn so wie durch den Ungehorsam\u00a0<strong>des einen Menschen<\/strong>\u00a0die vielen in die Stellung von S\u00fcndern gesetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen in die Stellung von Gerechten gesetzt werden.\u00ab (R\u00f6mer 5,12.19)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>In diesem Text werden zwei Familien kontrastiert, indem deren \u00bbH\u00e4upter\u00ab (Repr\u00e4sentanten) gegen\u00fcbergestellt werden. Adam ist das Haupt der Familie aller Menschen, Christus das Haupt der Familie der Erl\u00f6sten.\u00a0<strong>Der Fokus ist also auf die Repr\u00e4sentationsfunktion. Daher wird die Frau, Eva, \u00fcberhaupt nicht namentlich erw\u00e4hnt,<\/strong>\u00a0aber im vorausgesetzten S\u00fcndenfall mitgedacht. Gegen\u00fcber Gott ist <strong>Adam<\/strong> f\u00fcr den S\u00fcndenfall des Menschen voll verantwortlich. Da er im Gegensatz zu Eva das Gebot Gottes <strong>direkt<\/strong> empfangen hatte (die Frau war noch gar nicht erschaffen worden!), war seine S\u00fcnde eine \u00bb<strong>\u00dcbertretung<\/strong>\u00ab und wog daher schwerer. Adams S\u00fcnde wird allen Menschen (seiner Familie) zugerechnet, er riss alle mit in den Tod. Dass alle Menschen \u00bbin Adam\u00ab sind und daher ohne Christus schuldige S\u00fcnder vor Gott, beweisen sie best\u00e4ndig dadurch, dass sie alle s\u00fcndigen (R\u00f6mer\u00a03,23; 5,12). <strong>Herausforderung: Welcher Familie geh\u00f6re ich an? Wer ist mein \u00bbHaupt\u00ab?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1.&nbsp;Korinther 15,21\u201322; 45\u201349<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bb\u2026 denn da ja&nbsp;<strong>durch einen Menschen der Tod kam<\/strong>, so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie&nbsp;<strong>in dem Adam alle<\/strong>&nbsp;sterben, so werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Auch hier arbeitet der Apostel Paulus wieder mit der Adam-Christus-Parallele: zwei Menschenmengen werden \u00fcber ihre \u00bbH\u00e4upter\u00ab in Kontrast gesetzt. In diesem Zusammenhang wird wieder&nbsp;<strong>Adam<\/strong>, nicht Eva, f\u00fcr die S\u00fcnde und die Todesfolge verantwortlich gemacht. Eva bleibt im Hintergrund, auch wenn sie \u00bbMutter der Lebendigen\u00ab ist. Adam \u00fcbernimmt die Repr\u00e4sentationsfunktion.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Offenbarung 12,9; 20,2<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbUnd es wurde geworfen\u00a0<strong>der gro\u00dfe Drache, die alte Schlange, welcher Teufel und Satan genannt wird<\/strong>, der den ganzen Erdkreis verf\u00fchrt, geworfen wurde er auf die Erde, \u2026 Und er griff de<strong>n Drachen, die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist<\/strong>; und er band ihn tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund und schloss zu und versiegelte \u00fcber ihm&#8230;\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Diese Stellen in der Offenbarung Jesus Christi identifizieren die Schlange aus dem Garten Eden als Drachen, Teufel und Satan. Auch dies zeigt \u00fcber die R\u00fcckbindung die Wahrheit des Genesisberichts an; wir haben dort keine mythische Erz\u00e4hlung, sondern Gottes (Heils-) Geschichte. Eva wird auch hier nicht genannt, aber \u00fcber die erw\u00e4hnte Verf\u00fchrung (20,3) angespielt, also vorausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Johannes 2,16f<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bb\u2026 denn alles, was in der Welt ist, die&nbsp;<strong>Lust des Fleisches<\/strong>&nbsp;und die&nbsp;<strong>Lust der Augen<\/strong>&nbsp;und der&nbsp;<strong>Hochmut des Lebens<\/strong>, ist nicht von dem Vater, sondern ist von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Klassisch werden die drei genannten weltlichen Versuchungen als Anspielung auf den Ur-S\u00fcndenfall in Genesis\u00a03,6 gedeutet (Sehen \u2013 Begehren \u2013 Selbst\u00fcberh\u00f6hung) gedeutet:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbUnd die Frau&nbsp;<strong>sah, dass der Baum gut zur Speise<\/strong>&nbsp;und dass er eine&nbsp;<strong>Lust f\u00fcr die Augen<\/strong>&nbsp;und dass der Baum&nbsp;<strong>begehrenswert w\u00e4re, um Einsicht zu geben<\/strong>; und sie nahm von seiner Frucht und a\u00df, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er a\u00df.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die\u00a0<strong>inneren Vorg\u00e4nge der Frau in der Verf\u00fchrung zur S\u00fcnde<\/strong>\u00a0sind exemplarisch f\u00fcr die dann alle Menschen umfassenden Verf\u00fchrbarkeit zur Tats\u00fcnde. Wir lernen, dass der Tats\u00fcnde die Herzenss\u00fcnde vorausgeht. Jesus sagt, dass diese Herzenss\u00fcnde die schwerere ist und daher bei Gott ebenfalls justiziabel ist (Matth\u00e4us\u00a05,21ff). Jakobs markiert die Herzenss\u00fcnde als Folge einer weltlichen \u00bbBegierde\u00ab; der Herzenss\u00fcnde folgt dann als \u00bbVollendung\u00ab die Tats\u00fcnde (Jakobus\u00a01,15), s.u. Am Fu\u00dfe dieser schl\u00fcpfrigen Rampe wartet der ewige Tod.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Matth\u00e4us 4,1\u201311<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbUnd der Versucher trat zu ihm [Jesus Christus] hin und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese <strong>Steine zu Broten<\/strong> werden. \u2026 Wenn du Gottes Sohn bist, so <strong>wirf dich hinab<\/strong>; denn es steht geschrieben: \u203aEr wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, und sie werden dich auf H\u00e4nden tragen, damit du nicht etwa deinen Fu\u00df an einen Stein sto\u00dfest.\u2039 \u2026 Dies <strong>alles will ich dir geben<\/strong>, wenn du niederf\u00e4llst und mich anbetest.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Versuchung Jesu in der W\u00fcste geschah nach 40 Tagen Fasten und laufenden Angriffen des Diabolos (s. Lukas\u00a04,1\u20132) und kulminierte in diesen drei Versuchungen:\u00a0<strong>Essen<\/strong>\u00a0(k\u00f6rperliches Verlangen), <strong>Schauwunder<\/strong> (um Ansehen zu erringen) und\u00a0<strong>Abk\u00fcrzung zum globalen K\u00f6nigtum\u00a0<\/strong>(also, ohne die S\u00fcndenfrage zu kl\u00e4ren). Alle drei Aufforderungen zur Tat lag kein Auftrag des Vaters zugrunde, sondern war Aufforderung Satans. Jesus musste schon allein deswegen alle drei Aufforderungen als illegitim zur\u00fcckweisen.\u00a0<strong>Er tat nur, was der Vater ihm hie\u00df, niemals das, was der Teufel Ihm anbot.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Kontrast zwischen der Versuchung Jesu in der W\u00fcste zur Versuchung der Frau im Garten Eden k\u00f6nnte nicht gr\u00f6\u00dfer sein. Die drei Versuchungsbereiche, die bei der Frau \u00bberfolgreich\u00ab zur S\u00fcnde f\u00fchrten (und wohl bei Milliarden von Menschen seitdem), will Satan auch beim \u00bbSohn des Menschen\u00ab wirksam werden lassen. Und <strong>Satan zielt bei Jesus Christus genau dorthin, \u00bbwo es weh tut\u00ab.<\/strong> Aber im Gegensatz zur Frau (und dem schweigenden Adam) kennt Jesus Christus das Wort Gottes, will nur diesen tun, und zerschie\u00dft daher alle Versuchungsangebote Satans mit Gottes Wort (alle mit Zitaten aus Deuteronomium, 5. Mose). <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gott sei Dank!<\/strong>\u00a0Der Heilige erweist sich vor aller Augen als reines und heiliges Opfer (als \u00bbLamm ohne Fehl und ohne Flecken\u00ab; 1. Petrus\u00a01,19) und als heiliger Hoherpriester: \u00bbDenn ein solcher Hoherpriester geziemte uns: heilig, unschuldig, unbefleckt, abgesondert von den S\u00fcndern\u00ab (Hebr\u00e4er\u00a07,26). Vgl. dazu das dreifache apostolische Zeugnis der S\u00fcndlosigkeit Jesu: 2. Korinther\u00a05,21; 1. Petrus 2,22; 1. Johannes 3,5!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jakobus 1,14\u201315<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbJeder aber wird&nbsp;<strong>versucht<\/strong>, wenn er von seiner&nbsp;<strong>eigenen Begierde<\/strong>&nbsp;fortgezogen und gelockt wird. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die&nbsp;<strong>S\u00fcnde<\/strong>; die S\u00fcnde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den&nbsp;<strong>Tod<\/strong>.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dieser Text beschreibt die Wirkungskette einer\u00a0<strong>Versuchung zur S\u00fcnde<\/strong>. Gott versucht auf diese Weise und mit dieser Zielsetzung keinen Menschen, niemanden. Seine Versuchungen sind Erprobungen des Glaubens und dienen der Reifung (1. Petrus 1,3ff). Hier wird vielmehr beschrieben, wie die S\u00fcnde im S\u00fcnder (im \u00bbalten Menschen\u00ab) wirkt. Eva dient implizit als\u00a0<strong>Urmodell der Versuchung<\/strong>\u00a0(s.o.), die Versuchung wirkt indessen in allen unerl\u00f6sten Menschen, da sie alle \u00bbSklaven der S\u00fcnde\u00ab sind (Johannes\u00a08,34; R\u00f6mer 6,16\u201320). Erst \u00bbWenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein\u00ab (Johannes 8,36). Erst ab der Einsmachung des Glaubenden mit Jesu Sterben muss ein glaubender Mensch \u00bbder S\u00fcnde nicht mehr <strong>dienen<\/strong>\u00ab (R\u00f6mer 6,6): Der alte Zwangsablauf ist zerbrochen, die Herrschaft der S\u00fcnde beendet: \u00bbAlso herrsche nicht die S\u00fcnde in eurem sterblichen Leib, um seinen Begierden zu gehorchen\u00ab (R\u00f6mer 6,12). <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Halleluja!<\/mark><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesedauer: 18 Minuten. Zwei B\u00e4ume im Garten Eden Das Buch Genesis (1. 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