{"id":4123,"date":"2026-04-03T19:43:02","date_gmt":"2026-04-03T17:43:02","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=4123"},"modified":"2026-04-03T19:43:02","modified_gmt":"2026-04-03T17:43:02","slug":"erwaehlung-ist-liebesakt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=4123","title":{"rendered":"Erw\u00e4hlung ist Liebesakt"},"content":{"rendered":"\n<p>Lesedauer: 11 Minuten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden soll die These \u00bb<a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=4088\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/logikos.club\/?p=4088\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Heilsgeschichte ist Liebesgeschichte<\/strong><\/a>\u00ab etwas vertieft werden, indem der biblisch durchgehende Zusammenhang zwischen Erw\u00e4hlung und Liebe etwas strukturierter belegt wird. Dies k\u00f6nnte als Startpunkt f\u00fcr eigene Untersuchungen dienen, welche ausdr\u00fccklich empfohlen werden. Das Thema ist einfach viel zu grundlegend, herzbefestigend und herzerw\u00e4rmend, als dass man an ihm interesselos vorbeigehen d\u00fcrfte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Akzentsetzungen der <strong>Erw\u00e4hlung aus Liebe<\/strong> liegen im Alten und Neuen Testament etwas unterschiedlich, weil die Liebes- und Heilsgeschichte sich im AT eher um Israel dreht, wohingegen sie sich im NT allen Menschen zuwendet. Zudem ist die Selbstoffenbarung Gottes und seiner Werke und Absichten fortschreitend. Wir kommen ohne AT oder ohne NT nicht aus, sie sind beide Glaubensgrundlage des Christen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Altes Testament (AT)<\/h1>\n\n\n\n<p>Im AT geschieht Erw\u00e4hlung aus Gottes Liebe vor allem kollektiv: <strong>das Volk Israel betreffend<\/strong>. Aber die B\u00fcndnisse und die Propheten reden bereits vorausdeutend davon, dass diese Liebe mit allen Folgen erst durch \u00bbden Samen Abrahams\u00ab m\u00f6glich sein wird, durch Jesus Christus, dem Messias. Eines Tages \u00bbwird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen mit Heilung in ihren Fl\u00fcgeln\u00ab (Maleachi&nbsp;3,20; vgl. Jesaja&nbsp;58,8 u.a.). <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Mose 7,7\u20138<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00bbNicht weil ihr mehr w\u00e4ret als alle V\u00f6lker, hat Jahwe sich euch zugeneigt und euch&nbsp;<strong>erw\u00e4hlt<\/strong>; denn ihr seid das geringste unter allen V\u00f6lkern; sondern wegen der&nbsp;<strong>Liebe Jahwes<\/strong>&nbsp;zu euch und weil er den Eid hielt, den er euren V\u00e4tern geschworen hat\u2026\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kernaussage.<\/strong>&nbsp;Die Erw\u00e4hlung Israels wird ausdr\u00fccklich mit Gottes Liebe begr\u00fcndet, nicht mit Israels Glanz, Sch\u00f6nheit, Leistung oder Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Mose 10,15<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00bbJedoch deinen V\u00e4tern hat Jahwe sich zugeneigt, sie zu&nbsp;<strong>lieben<\/strong>; und er hat euch, ihre Nachkommen nach ihnen, aus allen V\u00f6lkern&nbsp;<strong>erw\u00e4hlt<\/strong>, wie es an diesem Tag ist.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kernaussage.<\/strong>&nbsp;Zuerst kommt von Gottes Seite eine Entscheidung, Israel (die Vorv\u00e4ter) zu lieben. Daraus folgt (kausal) die Erw\u00e4hlung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Maleachi 1,2\u20133<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00bbIch habe euch&nbsp;<strong>geliebt<\/strong>, spricht Jahwe; aber ihr sprecht: \u203aWorin hast du uns geliebt?\u2039 \u2013 War nicht Esau der Bruder Jakobs?, spricht Jahwe. Und ich habe Jakob&nbsp;<strong>geliebt<\/strong>, Esau aber habe ich gehasst\u2026\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kernaussage.<\/strong>&nbsp;Liebe und Erw\u00e4hlung (Wahl zwischen den beiden Zwillingen, entgegen dem Normalfall der Bevorzugung des Erstgeborenen!) wird sehr speziell und ausgesprochen selektiv formuliert. Daher greift Paulus dieses Beispiel auch in R\u00f6mer&nbsp;9:10ff auf als Illustration seiner Darlegung der souver\u00e4nen Erw\u00e4hlung durch Gott.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja 43,1.4<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00bbUnd nun, so spricht Jahwe, der dich geschaffen hat, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: F\u00fcrchte dich nicht, denn ich habe dich erl\u00f6st; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. \u2026 Weil du teuer, wertvoll bist in meinen Augen und ich dich&nbsp;<strong>lieb habe<\/strong>, so werde ich Menschen hingeben an deiner statt und V\u00f6lkerschaften anstatt deines Lebens.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kernaussage.<\/strong>&nbsp;Die Erw\u00e4hlung bedeutet stets ein Vorziehen der Erw\u00e4hlten vor anderen. Sie ist ein Besitzergreifen: \u00bbDu bist mein\u00ab (Bund). Sie schlie\u00dft das notwendige Heilshandeln an den Erw\u00e4hlten mit ein: \u00bbdich habe ich erl\u00f6st\u00ab. Erw\u00e4hlung ist hier Ausdruck der treuen Bundesliebe Gottes.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jeremia&nbsp;31,3<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00bbVon ferne her ist mir der HERR erschienen: Mit&nbsp;<strong>ewiger Liebe<\/strong>&nbsp;habe ich dich geliebt; darum habe ich dich&nbsp;<strong>zu mir gezogen aus lauter Gnade<\/strong>.\u00ab (SCHL2000).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kernaussage.<\/strong>&nbsp;Dies ist sicher die Schl\u00fcsselstelle zum Liebeserw\u00e4hlen Gottes. Sie ist eingebettet in der Verhei\u00dfung des \u00bbNeuen Bundes\u00ab, dem Nachfolger des erfolglosen Alten Bundes (Mosaischer Bund, Sinai-Bund). Die \u00bbewige Liebe\u00ab dauert nicht nur zeitlich lange, sondern ist wesensartig urspr\u00fcnglich, unersch\u00f6pflich und bundestreu (mithin an Gottes Treue gebunden und daher sicher). Diese Liebe wird aktiv gg. den Geliebten: \u00bb<strong>zu mir gezogen<\/strong>\u00ab. Dies ist funktional sehr nahe zu dem, was im NT sp\u00e4ter als \u00bb<strong>effektive Berufung<\/strong>\u00ab beschrieben wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Die logische Struktur des Verses f\u00fchrt von der Liebe zum Ziehen zur Heilsbeziehung. Das entspricht dem, was das NT sp\u00e4ter detaillierter lehrt: Die ewige Liebe f\u00fchrt zur Erw\u00e4hlung, zur effektiven Berufung (im Evangelium) und zum ewigen Heil, der Verherrlichung (R\u00f6mer\u00a08,29ff). Jeremia\u00a031,3 macht bereits klar: <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Liebe ist <strong>ontologisch<\/strong>\u00a0<strong>prim\u00e4r<\/strong>\u00a0zu verstehen.<\/mark> Erw\u00e4hlung ist letztlich Ausdruck der ewigen, wirksamen Liebe Gottes, die das Heil initiiert, tr\u00e4gt und erneuert. \u2013 Wen wundert das heute noch, da Gott doch geoffenbart hat: \u00bb<strong>Gott ist Liebe<\/strong>\u00ab (1Johannes\u00a04,16)?\u00a0<strong>Der Geliebte, der ewig von Gott Erw\u00e4hlte, betet Ihn daf\u00fcr an!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung: Die theologische Linie im AT<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Erw\u00e4hlung wird im AT meist <strong>korporativ<\/strong>, also f\u00fcr das <strong>Volk Israel,<\/strong> gemeint. Aber sp\u00e4testens in 1Mose&nbsp;12 wird auch die <strong>individuelle Erw\u00e4hlung<\/strong> im Abrahamsbund Leitmotiv der Wiederherstellung, die sich bis in die Ewigkeit nach der Zeit erstreckt. Sonst gilt: Erw\u00e4hlung ist Gottes Wahl Israels in einer Bundesbeziehung. Grundlage und Initiative ist allein der freien, souver\u00e4nen Liebe Gottes zuzuschreiben. Das Ziel dieser Bundesliebe ist letztlich das vollkommene Heilwerden der Geliebten. Dies gilt zun\u00e4chst nur Israel, konnte aber im AT nur bei Einzelnen Wirklichkeit werden. Das Heilwerden der (dann) gl\u00e4ubigen Nation Israel ist noch ausstehend, aber <strong>durch Gottes Bundes- und Liebestreue sicher<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">2. Neues Testament (NT)<\/h1>\n\n\n\n<p>Im NT geschieht die Erw\u00e4hlung (Auserw\u00e4hlung) ausdr\u00fccklich \u00bb<strong>in Christus<\/strong>\u00ab, denn au\u00dferhalb seines Sohnes erw\u00e4hlt Gott-Vater niemand. Das ist nicht Zufall, sondern Seine Absicht, die sich von Ewigkeit zu Ewigkeit durchzieht. Die Auserw\u00e4hlung ist personalisiert, daher werden immer wieder&nbsp;<strong>Namen<\/strong>, ein Marker f\u00fcr Pers\u00f6nlichkeit und Individuum, erw\u00e4hnt. Aber alle Einzelnamen ergeben zusammen auch eine&nbsp;<strong>Namensliste<\/strong>, die Gott in einem Buch festgeschrieben und festgelegt hat (s. Studie zum \u00bbBuch des Lebens\u00ab, i.V.).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Epheser 1,3\u20135<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00bbGepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen \u00d6rtern in Christus, wie er uns&nbsp;<strong>auserw\u00e4hlt<\/strong>&nbsp;hat in ihm vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und untadelig seien vor ihm&nbsp;<strong>in Liebe<\/strong>; \u2026 nach dem Wohlgefallen seines Willens\u2026\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kernaussage.<\/strong>&nbsp;Hier werden Liebe und Auserw\u00e4hlung direkt verbunden. Die Liebe ist Ausl\u00f6ser und Vollendung der Liebe Gottes zu \u00bbuns\u00ab, also jenen \u00bbin Christus\u00ab. Diese Auserw\u00e4hlung ist eine&nbsp;<strong>ewige<\/strong>, sie stand bei Beginn der Sch\u00f6pfung und der Zeit also bereits fest (die Liste der auserw\u00e4hlten Personen steht daher seit Beginn der Sch\u00f6pfung bereits im \u00bbBuch des Lebens\u00ab).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Thessalonicher 2,13\u201314<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00bbWir aber sind schuldig, Gott allezeit f\u00fcr euch zu danken,&nbsp;<strong>vom Herrn geliebte Br\u00fcder<\/strong>, dass Gott euch&nbsp;<strong>von Anfang erw\u00e4hlt hat zur Errettung<\/strong>&nbsp;in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, wozu er euch berufen hat durch unser Evangelium, zur Erlangung der Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kernaussage.<\/strong>&nbsp;Hier wird von Paulus eine&nbsp;<strong>Parallelstruktur<\/strong>&nbsp;aufgebaut zwischen \u00bbvom Herrn&nbsp;<strong>geliebt<\/strong>\u00ab und \u00bbvon Anfang&nbsp;<strong>erw\u00e4hlt<\/strong>&nbsp;zur Errettung\u00ab. Das Ziel jener Liebe und Erw\u00e4hlung ist, dass die Erw\u00e4hlten die \u00bb Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus\u00ab erlangen. Nichts weniger ist das Liebesziel Gottes, dass die Erw\u00e4hlten so herrlich werden wie sein Sohn. Das bedeutet nicht, dass sie zu G\u00f6ttern werden (das ist analytisch Unsinn, reine Begriffsverwirrung), sondern Jesus, dem menschgewordenen Gottessohn, im Wesen gleich werden, mithin \u00bbTeilhaber der g\u00f6ttlichen Natur\u00ab werden (2Petrus&nbsp;1,4). Was das bedeutet, ist schwerlich zu umfassen: Wir werden lieben, reden, denken, urteilen, wollen\u2026 wie Jesus Christus! Gigantisch.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">R\u00f6mer 8,29\u201330<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00bbDenn welche er zuvor erkannt hat, die hat er auch zuvor bestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichf\u00f6rmig [zu]sein], damit er [der] Erstgeborene sei unter vielen Br\u00fcdern. Welche er aber zuvor bestimmt hat, diese hat er auch berufen; und welche er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kernaussage.<\/strong>&nbsp;Das \u00bbZuvorerkennen\u00ab (<em>progin\u014dsk\u014d<\/em>) wird nach biblisch-hebr\u00e4ischem Denken als liebendes Erw\u00e4hlen, als Etablieren einer best\u00e4ndigen Lebensbeziehung in Liebe verstanden. Es geht nicht um Information (schon gar nicht um eine \u00bbPrognose\u00ab!), sondern um Beziehung, also um Heil, Leben und Fruchtbarkeit. Alles andere macht keinen Sinn.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">R\u00f6mer 9,13 (zitiert Maleachi)<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00bbwie geschrieben steht: \u203aJakob habe ich&nbsp;<strong>geliebt<\/strong>, aber Esau habe ich gehasst.\u2039\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kernaussage.<\/strong>&nbsp;Paulus illustriert und belegt seine Lehraussagen zur&nbsp;<strong>liebenden Erw\u00e4hlung<\/strong>&nbsp;der Geretteten mit dem beispielgebenden souver\u00e4nen Handeln Gottes am Zwillingspaar Jakob und Esau (s.o.). Paulus geht es im Kontext des Zitats jedoch weder um die irdische Geschichte jener zwei Personen noch um jene ihrer Nachkommen und V\u00f6lker, sondern um das&nbsp;<strong>ewige Heil<\/strong>, wie Verse 9,22\u201324, deutlich machen. Es geht ihm (auch) um \u00bbuns, die er auch berufen hat, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den&nbsp;<strong>Nationen<\/strong>.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kolosser 3,12<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00bbZieht nun an, als Auserw\u00e4hlte Gottes, als Heilige und Geliebte\u2026\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kernaussage.<\/strong>&nbsp;Paulus macht deutlich: Wer ein \u00bb<strong>Auserw\u00e4hlter<\/strong>\u00ab ist, ist damit auch ein \u00bbHeiliger\u00ab und ein \u00bb<strong>Geliebter<\/strong>\u00ab.&nbsp;<strong>Das ist alles untrennbar die neue Identit\u00e4t<\/strong>&nbsp;(=was jemand wahrhaft ist) jedes Erl\u00f6sten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung: Die theologische Linie im NT<\/h2>\n\n\n\n<p>Im NT wird die Erw\u00e4hlung offenbart und gelehrt als&nbsp;<strong>christologisch<\/strong>&nbsp;(nur \u00bbin Christus\u00ab), meist (aber nicht immer) auf&nbsp;<strong>das ewige Heil<\/strong> bezogen  und&nbsp;<strong>individuell<\/strong>&nbsp;zugespitzt. Die&nbsp;<strong>Liebe Gottes<\/strong>&nbsp;ist Initiator, Beweggrund und stabiler Verbindungsgarant und damit ein Erkennungszeichen der wirklich von Gott vor aller Zeit und f\u00fcr alle Ewigkeit&nbsp;<strong>Erw\u00e4hlten<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Das Verh\u00e4ltnis von Liebe und Erw\u00e4hlung<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Grund der Erw\u00e4hlung ist Gottes freier Liebeswille<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist Gottes \u00bbWohlgefallen\u00ab, also sein ureigener, vollkommener Wille, ob und wo er seine Liebe Menschen frei (=unverdient, nicht als Reaktion) schenkt und diese Menschen&nbsp;<strong>zur Lebens- und Liebesbeziehung mit sich auserw\u00e4hlt<\/strong>&nbsp;(vgl. 5Mose&nbsp;7,8; Epheser&nbsp;1,4\u20135). Erw\u00e4hlung ist damit&nbsp;<strong>niemals verdienstbasiert<\/strong>&nbsp;(\u00bbLohn\u00ab), sondern exklusiv&nbsp;<strong>gnadenhaft und von ewiger Liebe motiviert<\/strong>. (Durch die Gnadengabe der Liebe Gottes erzeugt der Heilige Geist im Erw\u00e4hlten angemessene Gegenliebe; damit ist der \u00abKreis der Liebe\u00ab geschlossen, R\u00f6mer 5,5b.)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Die Erw\u00e4hlung zum ewigen Heil ist Ausdruck der Liebe Gottes<\/h2>\n\n\n\n<p>Das AT wie das NT (s. z.B. Jesaja 43; 2Thess 2,13) offenbaren uns das liebende Herz Gottes und wie dieses \u00bbHerz\u00ab den dreieinigen Retter-Gott zu rettendem Handeln bewegt.&nbsp;<strong>Gottes Liebe ist konkret und sichtbar geworden in Jesus Christus.<\/strong>&nbsp;Das Kreuz Jesu war daf\u00fcr weder der Anfangspunkt noch der Schlusspunkt, aber der Wendepunkt: Keiner kann nun noch an Gottes Heiligkeit und Liebe ernsthaft zweifeln.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Erw\u00e4hlung aus Liebe ist nicht universalistisch zu verstehen<\/h2>\n\n\n\n<p>Man meint, dass der Ausdruck \u00bbAuserw\u00e4hlung\u00ab sprachlich gen\u00fcgend klar w\u00e4re, um das Wortwesentliche zu erfassen, dass der Auserw\u00e4hlungsakt n\u00e4mlich wesenseigen Nichterw\u00e4hlte zur\u00fcckl\u00e4sst; sonst w\u00e4re es keine Wahl, keine Auswahl (s. z.B. Maleachi&nbsp;1, R\u00f6mer&nbsp;9). Neben der \u00bballgemeinen Liebe\u00ab, die Gott zu allen Menschen und zu allen seinen Gesch\u00f6pfen hat, gibt es auch eine&nbsp;<strong>\u00bbspezielle Liebe\u00ab Gottes<\/strong>, die er nur zu den von Ihm frei Erw\u00e4hlten hat, von denen er (exklusiv) auch will, \u00bbdass [sie] heilig und untadelig vor ihm seien in Liebe\u00ab (Epheser&nbsp;1,4). <strong>Gottes spezielle Liebe ist differenziert wirksam, nach Gottes freiem Liebeserw\u00e4hlen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. In Christus wird die Spannung neu gerahmt<\/h2>\n\n\n\n<p>Da uns Gott sein vorweltlich und konkret (namentlich) gefasstes Auserw\u00e4hlungsergebnis vorenthalten hat, bleibt f\u00fcr die Nachfolger Jesu bis zur Vollendung des Heilsratschlusses Gottes Unklarheit \u00fcber die Identit\u00e4t jener, die Auserw\u00e4hlte sind. F\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Zeit (\u00bbGnadenzeit\u00ab!) wird den J\u00fcngern Jesu vom Heiland und Gottessohn Jesus Christus&nbsp;<strong>befehlsweise<\/strong> aufgetragen,&nbsp;<strong>alle Menschen<\/strong>&nbsp;zur Bu\u00dfe (Umkehr) und zum Glauben an Jesus Christus aufzurufen. Der \u00bbErfolg\u00ab dieser Mission ist g\u00f6ttlich gesichert, was ein gro\u00dfer Trost und eine gro\u00dfe Motivation f\u00fcr jeden Boten Jesu ist (s. z.B. Apostelgeschichte&nbsp;18,10). Am Ende singt der Himmel dem Lamm Gottes zu: \u00bbDu bist geschlachtet worden und hast f\u00fcr Gott erkauft, durch dein Blut, aus&nbsp;<strong>jedem Stamm<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>jeder Sprache<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>jedem Volk<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>jeder Nation<\/strong>\u00ab (Offenbarung&nbsp;5,9).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Evangelium Gottes ist kein \u00bbAngebot\u00ab Gottes, sondern sein&nbsp;<strong>g\u00f6ttlicher Befehl<\/strong>, wie der Apostel Paulus predigte: \u00bbNachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit \u00fcbersehen hat,&nbsp;<strong>gebietet<\/strong>&nbsp;er jetzt den Menschen, dass sie alle \u00fcberall Bu\u00dfe tun sollen, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat\u00ab (Apostelgeschichte&nbsp;17,30\u201331).<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn nun jemand auf die Predigt des Evangeliums \u00bbmit [seinem] Mund&nbsp;<strong>Jesus als Herrn<\/strong>&nbsp;bekennt und&nbsp;<strong>in [seinem] Herzen glaubt<\/strong>, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, [er] errettet werden\u00ab wird. \u00bbDenn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, mit dem Mund aber wird bekannt zum Heil\u00ab (R\u00f6mer&nbsp;10,9\u201310). Man muss es vor Gott und Mensch aussprechen, und die Worte m\u00fcssen nat\u00fcrlich aufrichtig und authentisch sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Solange \u00bbGnadenzeit\u00ab w\u00e4hrt, werden&nbsp;<strong>alle Menschen<\/strong>&nbsp;zu Jesus Christus als Herrn und Retter gerufen. Welche Menschenmenge sich letztendlich ergibt von solchen, die entsprechend kommen, glauben und errettet werden, wird sich uns erst nach der Gnadenzeit zuverl\u00e4ssig und fehlerfrei offenbaren. <strong>Auserw\u00e4hlung spielt also f\u00fcr unsere Mission keine entscheidende Rolle.<\/strong>&nbsp;Es gilt der \u00bbMissionsbefehl\u00ab Jesu bis zu dessen Aufhebung wegen Zielerreichung!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warnung. <\/strong>Wer allerdings hartn\u00e4ckig das Evangelium und den Retter Jesus Christus ablehnt, muss damit rechnen, dass ihm das Wort vom Heil nicht l\u00e4nger angeboten wird. \u00bbHeute, wenn ihr seine Stimme h\u00f6rt, verh\u00e4rtet eure Herzen nicht!\u00ab (Hebr\u00e4er&nbsp;3,7 u.a.). Die ablehnenden Juden mussten vom Apostel Paulus h\u00f6ren: \u00bbZu euch musste&nbsp;<strong>notwendigerweise<\/strong>&nbsp;das Wort Gottes&nbsp;<strong>zuerst<\/strong>&nbsp;geredet werden; weil ihr es aber von euch sto\u00dft und&nbsp;<strong>euch selbst des ewigen Lebens nicht f\u00fcr w\u00fcrdig erachtet<\/strong>, siehe, so wenden wir uns zu den Nationen.\u00ab (Apostelgeschichte&nbsp;13,46). Das lenkt und begrenzt die Mission auf Menschen, die h\u00f6ren und glauben wollen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Weiterf\u00fchrende Studien<\/h1>\n\n\n\n<p>Weiterf\u00fchrendes liefert u.a. die detailliertere Studie \u00bb<strong><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=2131\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Auserw\u00e4hlung \u2013 Fragen \u00fcber Fragen<\/a><\/strong>\u00ab auf diesem BLOG (Link: https:\/\/logikos.club\/?p=2131).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesedauer: 11 Minuten. 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