{"id":4114,"date":"2026-04-02T16:25:35","date_gmt":"2026-04-02T14:25:35","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=4114"},"modified":"2026-04-03T21:08:00","modified_gmt":"2026-04-03T19:08:00","slug":"der-prozess-jesu-offenbarungseid-menschlicher-rechtsprechung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=4114","title":{"rendered":"Der Prozess Jesu \u2013 Offenbarungseid menschlicher Rechtsprechung"},"content":{"rendered":"\n<p>Lesedauer: 8 Minuten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehrere Historiker und Juristen haben den Prozess Jesu sowohl nach&nbsp;<strong>j\u00fcdischem (halachischem)<\/strong>&nbsp;als auch nach&nbsp;<strong>r\u00f6mischem Recht<\/strong>&nbsp;analysiert und dabei vermutliche Verfahrensfehler herausgearbeitet. Einer der bekanntesten Vertreter solcher Analysen ist&nbsp;<strong>Walter M. Chandler<\/strong>&nbsp;(1867\u20131935), ein US-amerikanischer Politiker und Jurist im19.\/20. Jhdt. mit seinem zweib\u00e4ndigen Werk \u00bb<em>The Trial of Jesus from a Lawyer\u2019s Standpoint\u00ab&nbsp;<\/em>(New York, NY: The Federal Book Co., 1908\/1925).  Diese zwei B\u00e4nde untersuchen detailliert den j\u00fcdischen Prozess (Band 1) und den r\u00f6mischen Prozess (Band 2). Chandler geht vom zuverl\u00e4ssigen Bericht der Evangelien der Heiligen Schrift aus und vergleicht das dort geschilderte Vorgehen mit den damaligen Rechtsnormen, soweit sie ihm bekannt waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich sind die Evangelien keine Gerichtsakten und unsere Quellen bzgl. der damals herrschenden j\u00fcdischen und r\u00f6mischen Rechtsprechung m\u00f6gen teilweise aus sp\u00e4teren Quellen stammen (das rabbinische Recht wird verstanden aus den uns vorliegenden Schriften der Mischna und des Talmud), auch wenn die schriftliche Form des Pentateuch \u00e4u\u00dferst zuverl\u00e4ssig vorliegt. Der Wahrheitsfindung  treten leider oft auch politisches Kalk\u00fcl und vorwissenschaftliche Voreingenommenheit der Forschenden in den Weg. Von j\u00fcdischer Seite wird <em>pro domo <\/em>Fehlverhalten der Juden meist geleugnet und den R\u00f6mern zugeschoben (s. z.B. Haim Cohn). Die historisch-kritische Schule der \u00bbchristlichen\u00ab Theologie stellt die Schriften der Evangelien unter Generalverdacht der F\u00e4lschung oder Nichthistorizit\u00e4t (s. z.B. Josef Blinzler, Pauls Winter).&nbsp;<strong>Aber das \u00fcberw\u00e4ltigende Analyseergebnis Chandlers ist, dass sowohl die j\u00fcdische wie auch die r\u00f6mische Rechtsprechung im \u00bbFall Jesus\u00ab zahlreiche unzul\u00e4ssige Verfahrensfehler beging, die zur T\u00f6tung eines Unschuldigen, Jesus Christus aus Nazareth, f\u00fchrte.<\/strong>&nbsp;Pointiert zusammengefasst haben wir es hier weder mit einem gerechten Verfahren noch mit einem Justizirrtum zu tun, sondern mit&nbsp;<strong>Justizmord<\/strong>. Dabei wollen wir den Begriff \u00bbMord\u00ab so verstehen, dass dieser die beabsichtige T\u00f6tung eines Menschen aus niedrigen Beweggr\u00fcnden bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgt eine auf 20 Punkte verk\u00fcrzte Liste der Ergebnisse von Chandler, geordnet nach j\u00fcdischem und r\u00f6mischem Gesetz.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Die Verfahrensfehler im j\u00fcdischen Prozess&nbsp;<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">(A) Unzul\u00e4ssige Zeit und Ort des Verfahrens<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>1. Nachtverhandlung.<\/strong>&nbsp;Ein Kapitalprozess (also mit Todesstrafe) durften nicht nachts stattfinden (Mischna, Sanhedrin 4,1). Das Evangelium nach Markus bezeugt aber eindeutig eine Nachtszene (Markus&nbsp;14,53\u201365).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Prozess am Vorabend eines Festes.&nbsp;<\/strong>Ein Kapitalprozess war vor einem Sabbat und vor Feiertagen verboten (Mischna, Sanhedrin 4,1). Der Prozess Jesu fand aber eindeutig direkt vor dem Passahfest statt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Falscher Ort.<\/strong>&nbsp;Der \u00bbOberste Rat\u00ab (Sanhedrin), gleichzeitig oberster Gerichtsort, durfte nur im \u00bbLischkat ha-Gasit\u00ab (der Tempelhalle) urteilen (Talmud, Sanhedrin 88b). Die wohl entscheidenden Verhandlungen fanden aber im Haus des (alten) Hohepriesters statt, der damals die politische Macht besa\u00df.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">(B) Verfahrensstruktur<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>4. Kein formelles Anklageverfahren.<\/strong>&nbsp;Es gab keine klare, vorher formulierte Anklage. Sie wurde zusammengebastelt und mehrfach ver\u00e4ndert wegen mangelnden oder widersprechenden Zeugenaussagen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Fehlende Verteidigung.&nbsp;<\/strong>Das j\u00fcdisches Recht verlangte eine entlastende Argumentation zugunsten des Angeklagten (Mischna, Sanhedrin 4,5). Sie fand nicht statt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6. Urteil am selben Tag.<\/strong>&nbsp;Kapitalurteile mussten auf mindestens zwei Tage verteilt werden, um nicht \u00fcberhastet Fehler zu begehen (Mischna, Sanhedrin 5,5). Tats\u00e4chlich geschahen Verhaftung, Verhandlungen und Exekution innerhalb desselben Tages (nach j\u00fcdischer Rechnung).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">(C) Beweisrecht<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>7. Widerspr\u00fcchliche Zeugen.<\/strong>&nbsp;Das Evangelium nach Markus (Markus&nbsp;14,56\u201359) berichtet von widerspr\u00fcchlichen Zeugen. Nach j\u00fcdischem recht war aber eine \u00fcbereinstimmende Zeugenaussage von 2 oder 3 Zeugen zwingend erforderlich: \u00bbauf zweier Zeugen Aussage oder auf dreier Zeugen Aussage hin soll eine Sache best\u00e4tigt werden\u00ab (5Mose&nbsp;19,15).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>8. Falsche Zeugen zugelassen.&nbsp;<\/strong>Da die Zeugenaussagen inkonsistent und widerspr\u00fcchlich waren, h\u00e4tte das Verfahren eingestellt werden m\u00fcssen. Bei Erweis der Unschuld Jesu h\u00e4tten die falschen Zeugen harte Strafen zu erwarten (5Mose&nbsp;19,18).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>9. Selbstbelastung als Beweis.<\/strong>&nbsp;Es war im j\u00fcdischen Strafrecht unzul\u00e4ssig, vom Angeklagten eine Selbstbelastung zu verlangen (Talmud, Sanhedrin 9b). Im Prozess Jesu wurden jedoch Aussagen von Jesus Christus gegen ihn verlangt und verwendet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">(D) Richterverhalten<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>10. Vorverurteilung.<\/strong>&nbsp;Richter mussten unparteiisch sein und alleine den Fall nach bewiesenen oder bezeugten Fakten entscheiden. Die Evangelien machen aber mehrfach deutlich, dass die j\u00fcdischen Richter bereits vor der Verhandlung feindselig gegen Jesus eingestellt waren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>11. Hoherpriester verh\u00f6rt selbst.<\/strong>&nbsp;Im Fall Jesus war der Ankl\u00e4ger, also Partei, gleichzeitig auch der Richter. Das war verboten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>12. Emotionale Reaktion (Zerrei\u00dfen der Kleider).<\/strong>&nbsp;Dieses theatralische Zeichen \u00fcberbordender Emotionalit\u00e4t des Hohepriesters Kajaphas (vgl. Matth\u00e4us&nbsp;26,65) muss als Zeichen von Voreingenommenheit gedeutet werden. (Es lohnt sich die Schilderung in Matth\u00e4us&nbsp;26,57\u201366 zu verfolgen. Kajaphas begeht einen Rechtsfehler nach dem anderen.)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">(E) Urteil und Abstimmung<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>13. Einstimmiges Schuldspruchproblem.&nbsp;<\/strong>Nach rabbinischer Regel (Mischna, Sanhedrin 17a) durfte ein Todesurteil nicht ergehen, wenn die Mitglieder des Sanhedrin&nbsp;<em>einstimmig<\/em>&nbsp;eine Verurteilung forderten. Der Angeklagte war in diesem Falle freizusprechen. \u2013 Dies erscheint uns befremdlich, da wir andere Rechtsnormen haben (angels\u00e4chsisches, r\u00f6misch gepr\u00e4gtes Recht, das Einm\u00fctigkeit einer Jury fordert). Das Argument f\u00fcr diese Regelung der Juden ist auf die \u00dcberlegung aufgebaut, dass Einstimmigkeit beweist, dass niemand im Sanhedrin versucht hatte, den Angeklagten zu verstehen, seine Sicht der Dinge zu bewerten und m\u00f6glicherweise als Anwalt des Angeklagten Entlastendes vorzutragen. Weil es damals keine Verteidiger im modernen Sinne gab, mussten die Richter damals Verteidiger des Angeklagten sein! Chandler schreibt: \u00bb Wenn nun das Urteil einstimmig auf Verurteilung lautete, war es offensichtlich, dass der Angeklagte vor Gericht keinen Freund und keinen Verteidiger gehabt hatte. F\u00fcr die j\u00fcdische Mentalit\u00e4t kam dies fast einer Gewalttat durch den P\u00f6bel gleich. Es deutete zumindest auf eine Verschw\u00f6rung hin.&nbsp;<strong>Das Element der Barmherzigkeit, das in jedem hebr\u00e4ischen Urteil enthalten sein musste, fehlte in einem solchen Fall<\/strong>.\u00ab (Bd.&nbsp;1, S.&nbsp;280, eigene \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>14. Fehlende gestaffelte Abstimmung.<\/strong>&nbsp;Die j\u00fcngsten Richter mussten zuerst abstimmen (Schutzmechanismus). Hier \u00fcbernimmt Kajaphas den Anfang und gibt mit seiner Autorit\u00e4t die Richtung vor.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>15. Sofortige Vollstreckung.<\/strong>&nbsp;Nach j\u00fcdischem Recht muss Raum f\u00fcr eine \u00dcberpr\u00fcfung des Urteils sein. Insbesondere verbot das hebr\u00e4ische Recht \u00fcbereilte Entscheidungen in Kapitalverbrechen. Dies erforderte Aufschub, der aber nicht gew\u00e4hrt wurde.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Die Verfahrensfehler im r\u00f6mischen Prozess&nbsp;<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">(A) Rolle von&nbsp;Pontius Pilatus<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>16. Strafe trotz Unschuldsfeststellung.<\/strong>&nbsp;Pilatus stellte den Hohenpriestern und der Volksmenge gegen\u00fcber klar fest: \u00bbIch finde keine Schuld an diesem Menschen\u00ab (Lukas&nbsp;23,4). Auch Herodes, zu dem Jesus gesandt wurde, fand keine todesw\u00fcrdige Schuld (vgl. Lukas&nbsp;23,14; vgl. 23,15.22). Trotzdem urteilte er gegen die r\u00f6mische Strafprozessordnung, dass die mordl\u00fcsterne Volksmenge mithilfe der r\u00f6mischen Besatzungsmacht mit Jesus machen konnten, was sie wollten: \u00bbJesus aber \u00fcbergab er ihrem Willen\u00ab (Lukas&nbsp;23,25b).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>17. Politischer Druck der Menge.<\/strong>&nbsp;Eine Volksmenge durfte nicht rechtsprechen, ein Richter nicht unter \u00f6ffentlichem Druck urteilen. Genau dies geschieht aber im Fall Jesu offenbar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>18. Unklare Anklage.<\/strong>\u00a0Urspr\u00fcnglich lautete die Anklage auf Gottesl\u00e4sterung (z.B. Lukas\u00a022,71). Das war den R\u00f6mern nicht vermittelbar, sie waren Mehrgottgl\u00e4ubige. Also \u00e4nderten die Juden ihre Anklage und schoben sie auf die politische Ebene. Sie klagten Jesus des angeblichen Hochverrats (\u00bbK\u00f6nig der Juden\u00ab) an (Lukas\u00a023,2ff; so steht es dann auch auf dem Schild \u00fcber Jesu Kreuz). Die Haltlosigkeit der Anklage offenbart das l\u00e4cherliche Nullargument der Anklage vor Pilatus: \u00bbWenn dieser nicht ein \u00dcbelt\u00e4ter w\u00e4re, h\u00e4tten wir ihn dir nicht \u00fcberliefert.\u00ab (Johannes\u00a018,30).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">(B) Prozessf\u00fchrung<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>19. Kompetenzverschiebung.<\/strong>&nbsp;Der Fall war Pilatus so \u00bbbrenzlig\u00ab, dass er ihn Herodes Antipas, der gerade zu Gast in Jerusalem weilte, als scheinbar zust\u00e4ndigem Richter vorlegte (Jesus stammte aus Galil\u00e4a, Herodes war f\u00fcr diese Gegend zust\u00e4ndig; Lukas&nbsp;23,6\u201312).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>20. Gei\u00dfelung ohne Urteil.<\/strong>&nbsp;Die Gei\u00dfelung war in sich bereits eine so schwere Bestrafung, dass manche an ihr starben. Pilatus lies Jesus gei\u00dfeln, ohne dass er vorher ein Urteil gesprochen hatte: \u00bbDann lie\u00df er ihnen Barabbas frei; Jesus aber lie\u00df er gei\u00dfeln und \u00fcberlieferte ihn, damit er gekreuzigt w\u00fcrde\u00ab (Matth\u00e4us&nbsp;27,26). Pilatus wurde zum Inbegriff von grausamer Rechtsbeugung zur Sicherung der eigenen Karriere.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung (Chandler, Bd. 2, S.&nbsp;157\u2013159.168)<\/h1>\n\n\n\n<p>\u00bbDie Kreuzigung folgte auf die endg\u00fcltige Entscheidung des Pilatus und beendete damit den ber\u00fchmtesten Prozess der Weltgeschichte. Er begann mit der Verhaftung Jesu in Gethsemane um Mitternacht und endete mit seiner Kreuzigung auf Golgatha am Nachmittag desselben Tages. Wie wir gesehen haben, handelte es sich um einen doppelten Prozess, der im Rahmen der Zust\u00e4ndigkeiten der beiden ber\u00fchmtesten Rechtssysteme der Menschheitsgeschichte gef\u00fchrt wurde. In beiden Verfahren wurde im Wesentlichen die richtige Frage aufgeworfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vor dem Sanhedrin<\/strong>&nbsp;wurde der Gefangene der Gottesl\u00e4sterung angeklagt und verurteilt. Betrachtet man Jesus als blo\u00dfen Menschen, als einfachen j\u00fcdischen B\u00fcrger, so war dieses Urteil \u201erechtlich gesehen im Wesentlichen richtig\u201c; es war jedoch ungerecht und emp\u00f6rend, da die Formen des Strafverfahrens, auf deren Einhaltung jeder j\u00fcdische Gefangene Anspruch hatte, v\u00f6llig missachtet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Verfahren vor Pilatus<\/strong>&nbsp;wurde, wie wir Grund zu der Annahme haben, im Gro\u00dfen und Ganzen unter geb\u00fchrender Beachtung der Rechtsformen durchgef\u00fchrt. Doch das Ergebnis war ein richterlicher Mord, denn der Richter \u00fcbergab Jesus, nachdem er ihn freigesprochen hatte, zur Kreuzigung. \u201eIch finde keinerlei Schuld an ihm\u201c lautete das Urteil des Pilatus. Doch dieses gerechte und rechtschaffene Urteil wurde durch Folgendes zunichte gemacht und ausgel\u00f6scht: \u201eUnd sie dr\u00e4ngten mit lauten Stimmen darauf, dass er gekreuzigt werde.\u201c Und die Stimmen von ihnen und von den Hohenpriestern setzten sich durch. Und Pilatus f\u00e4llte das Urteil, dass es so geschehen sollte, wie sie verlangten.&nbsp;<strong>Wahrhaftig eine schreckliche Verh\u00f6hnung der Gerechtigkeit!<\/strong>&nbsp;\u201e<em>Absolvo<\/em>\u201c (Freispruch) und \u201eIbis ad crucem\u201c (Du wirst ans Kreuz gehen) in einem Atemzug waren die letzten \u00c4u\u00dferungen eines r\u00f6mischen Richters, der das r\u00f6mische Recht in dem denkw\u00fcrdigsten Gerichtsverfahren, das die Menschheit kennt, h\u00e4tte durchsetzen sollen. \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser letzte Akt des gro\u00dfen Dramas bietet einen erb\u00e4rmlichen Anblick der r\u00f6mischen Verkommenheit. Ein r\u00f6mischer Statthalter von adeliger Herkunft, mit dem&nbsp;<em>Imperium<\/em>&nbsp;ausgestattet, mit einer pr\u00e4torianischen Kohorte unter seinem Befehl und gest\u00fctzt auf die milit\u00e4rische Macht und die Ressourcen eines Weltreiches, kriecht und duckt sich vor einem Jerusalemer P\u00f6bel.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h1>\n\n\n\n<p>Beide B\u00e4nde von Chandler sind in der Internet-Bibliothek archive.org mehrfach vorhanden und k\u00f6nnen komplett als PDF heruntergeladen werden. Sie sind auch als Nachdruck in verschiedenen Buchformaten sowie als Kindle-eBook erh\u00e4ltlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesedauer: 8 Minuten. Mehrere Historiker und Juristen haben den Prozess Jesu sowohl nach&nbsp;j\u00fcdischem (halachischem)&nbsp;als auch nach&nbsp;r\u00f6mischem Recht&nbsp;analysiert und dabei vermutliche Verfahrensfehler herausgearbeitet. Einer der bekanntesten Vertreter solcher Analysen ist&nbsp;Walter M. 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