{"id":3880,"date":"2026-01-12T16:01:06","date_gmt":"2026-01-12T15:01:06","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=3880"},"modified":"2026-03-30T12:21:30","modified_gmt":"2026-03-30T10:21:30","slug":"der-juengste-tag-und-das-juengste-gericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=3880","title":{"rendered":"Der \u00bbJ\u00fcngste Tag\u00ab und das \u00bbJ\u00fcngste Gericht\u00ab"},"content":{"rendered":"\n<p>Beim Lesen der Schriften und Predigten der Reformatoren oder auch in deren Tradition stehender reformatorischer Autoren kommen immer wieder die Begriffe \u00bbDer J\u00fcngste Tag\u00ab und \u00bbDas J\u00fcngste Gericht\u00ab vor. Diese Begriffe sind theologische Eigenbegriffe geworden, die sich vom heutigen Sprachgebrauch des Deutschen schwerlich erschlie\u00dfen lassen, sogar eher missdeutig sind. Sie scheinen nahezulegen, dass das gesamte Gericht am Ende der Menschheitsgeschichte an einem bestimmten Tag stattfinden werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fragen uns: (1) sprachgeschichtlich: Woher kommen diese Begriffe, (2) semantisch: Was bedeuteten sie urspr\u00fcnglich und (3) theologisch: L\u00e4uft wirklich nach biblischer Offenbarung am Ende alles an <em>einem<\/em> Tag des Gerichts zusammen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sprachgeschichtlich: Woher kommen diese Begriffe?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die beiden deutschen Begriffe&nbsp;<strong>\u00bbJ\u00fcngster Tag\u00ab<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>\u00bbJ\u00fcngstes Gericht\u00ab<\/strong>&nbsp;sind&nbsp;<strong>mittelalterliche Lehn- und \u00dcbersetzungsbildungen<\/strong>, die in der&nbsp;<strong>lateinischen kirchlichen \u00dcberlieferung<\/strong> des Christentums&nbsp;entstanden und dann im&nbsp;<strong>Althoch-\/Mittelhochdeutschen<\/strong>&nbsp;ins Deutsche \u00fcbertragen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die entsprechenden kirchenlateinischen Begriffe sind insbesondere:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>dies i\u016bdicii<\/em>&nbsp;= \u00bbTag des Gerichts\u00ab<\/li>\n\n\n\n<li><em>i\u016bdicium ultimum<\/em>&nbsp;= \u00bbletztes\/endg\u00fcltiges Gericht\u00ab<\/li>\n\n\n\n<li><em>dies novissimus \/ dies ultimus<\/em>&nbsp;= \u00bbder letzte Tag\u00ab<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Diese Ausdr\u00fccke wurden von Kirchenv\u00e4tern wie Augustinus, Hieronymus und anderen gebraucht und in liturgischen Texten verwendet. Man findet die verdeutschten Begriffe bereits im mittelalterlichen Bibeldeutsch (so beim Benediktinerm\u00f6nch <strong>Otfried von Weissenburg<\/strong> (800\u2013870), Autor des Evangelienbuches, oder beim St. Gallener <strong>Notker Labeo<\/strong> (950\/60\u20131022), Bibel\u00fcbersetzer und Fachterminiologe).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Semantisch: Was bedeutet der Begriff \u00bbj\u00fcngst\u00ab urspr\u00fcnglich?<\/h2>\n\n\n\n<p>Im \u00e4lteren Deutsch bedeutete \u00bbj\u00fcngst\u00ab nicht \u00bbam j\u00fcngsten\u00ab, also \u00bbk\u00fcrzlich\u00ab, sondern vielmehr \u00bbzuletzt, am Ende\u00ab. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der \u00bbj\u00fcngste Tag\u00ab bezeichnet also den \u00bb<em>zuletzt kommenden<\/em> Tag<\/strong>\u00ab und damit das (meist eschatologisch verstandene) <strong>Ende der Zeit<\/strong> und damit der Menschheitsgeschichte. \u2013 <strong>Entsprechend bezeichnet das \u00bbj\u00fcngste Gericht\u00ab das \u00bb<em>letzte<\/em> Gericht\u00ab<\/strong>, mithin <strong>das Endgericht \u00fcber die Menschen, das am Ende der Zeit stattfinden soll.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Beide Begriffe bezeichnen also <em><strong>einen<\/strong><\/em> endzeitlichen (eschatologischen) Moment, in dem Christus als Weltenrichter die Toten und Lebenden richtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass der menschgewordene Sohn Gottes, Jesus Christus, dieser Weltenrichter ist, offenbarte er selbst: \u00bb<em>Denn der Vater richtet auch niemand, sondern <strong>das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben<\/strong>, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.<\/em>\u00ab (Johannes 5,22\u201323). <\/p>\n\n\n\n<p>Im <strong>Niceno-Constantinopolitanums<\/strong> (381), das heute in Ost- und Westkirche des Christentums die Standardform des \u00bbGro\u00dfen Glaubensbekenntnisses\u00ab ist, bekennt der Christ ebenfalls zeitlich undifferenziert: \u00bb<strong><em>Et iterum vent\u016brus est cum gl\u014dri\u0101, iudic\u0101re vivos et mortuos, cuius regni non erit finis.<\/em><\/strong>\u00ab (\u00bb<em>Und er wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten, und seines Reiches wird kein Ende sein<\/em>.\u00ab).<\/p>\n\n\n\n<p>Ob dieses Gericht tats\u00e4chlich an genau <em>einem<\/em>, n\u00e4mlich dem \u00bbj\u00fcngsten\u00ab, Tag stattfindet, ist im n\u00e4chsten Abschnitt zu untersuchen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Theologisch: L\u00e4uft am Ende alles an <em>einem<\/em> Tag des Gerichts zusammen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Neue Testament differenziert die alttestamentliche Erwartung eines Endgerichttages (meist \u00bb<strong>Tag Jahwes<\/strong>\u00ab, <em>y\u00f4m YHWH<\/em>, genannt: Amos 5,18\u201320; Jesaja 13,6\u201313; Joel 1,15; 2,1\u201311; 3,4; 4,14; Zefania 1,14\u201318 u.a.) in <strong>mindestens drei endzeitliche Gerichtsszenen<\/strong>, die auch zeitlich zu unterscheiden sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Gericht der Glaubenden, <strong>B\u0113ma<\/strong>-Gericht, Preisgericht.<\/strong> Auch f\u00fcr alle geretteten Glaubenden gilt, dass sie Rechenschaft f\u00fcr sich, also f\u00fcr all ihr Sein, Reden und Wirken, ablegen m\u00fcssen. Der Apostel Paulus schreibt dazu u.a.: \u00bb<em>Denn wir m\u00fcssen alle vor dem <strong>Richterstuhl des Christus<\/strong> offenbar werden, damit jeder empfange, was er in dem Leib getan hat, nach dem er gehandelt hat, es sei Gutes oder B\u00f6ses.<\/em>\u00ab (2. Korinther 5,10), und: \u00bb<em>Denn wir werden alle vor den <strong>Richterstuhl Gottes <\/strong>gestellt werden. &#8230; So wird nun jeder von uns f\u00fcr sich selbst Gott Rechenschaft geben<\/em>\u00ab (R\u00f6mer 14,10b.12; s. a.: 1Kor 4,3\u20135; 1Kor 3,12\u201315 mit der Pr\u00fcfung der Werke der Gl\u00e4ubigen; Galater 6,7\u201310). \u2013 Dieses Gericht f\u00fchrt ggf. zu Belohnungen f\u00fcr Gutes und Wertvolles im Wirken f\u00fcr Gott, alternativ zu Verlust solcher Belohnung, mitnichten aber zur ewigen Verdammnis: die hier vor dem Richterstuhl\/thron Christi Stehenden sind <strong>alle ewig gerettet<\/strong> (1Kor 3,15). <strong>Das \u00bbGericht der Glaubenden\u00ab ist kein \u00bbVerdammungsgericht\u00ab!<\/strong> <br><strong>Zeitlich<\/strong> ist dieser Gerichtstermin (Offenbarungstermin) zwischen der Sammlung aller Gl\u00e4ubigen durch die erste gro\u00dfe Phase der Ersten Auferstehung und der Hochzeit des Lammes einzuordnen. Das Offenbarwerden eines jeden Gl\u00e4ubigen wird das Verst\u00e4ndnis und die Wertsch\u00e4tzung des Gl\u00e4ubigen bzgl. der Retterliebe Christi aufs St\u00e4rkste entfachen und die \u00bbBraut\u00ab in feinste Hochzeits-Leinwand kleiden. Dies bildet die ideale Vorbereitung auf die himmlische Hochzeit mit dem Retter (vgl. Offb 19,7\u20138).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Gericht der Lebenden, Gericht der V\u00f6lker, B\u00f6cke-Schafe-Gericht.<\/strong> Jesus, der Gesalbte, k\u00fcndigt dieses Gericht in seiner \u00bbEndzeitrede\u00ab (Matth\u00e4us 25,31\u201346) an und beschreibt Beteiligte und Urteilskriterien. <strong>Betroffene: <\/strong>Es geht bei diesem Gericht um \u00bballe Nationen\/V\u00f6lker\u00ab (\u03c0\u03ac\u03bd\u03c4\u03b1 \u03c4\u1f70 \u1f14\u03b8\u03bd\u03b7; Mt 25,32); damit sind universal alle Menschen auf der Erde gemeint. Heute, in der \u00bbZeit der Gnade\/Gemeinde\u00ab, Lebende werden diesem Gerichtstermin nicht unterworfen sein: Diese Glaubenden haben anstelle dessen bereits den zuvor geschehenen Gerichtstermin erlebt (s.o.). <strong>Kriterium: <\/strong>Der Richtspruch geschieht im Hinblick darauf, wie diese Menschen sich gegen\u00fcber den Geringsten der \u00bbBr\u00fcder\u00ab des K\u00f6nig-Richters Jesu Christi verhalten haben; selbst die kleinste Liebestat gegen\u00fcber dem Geringen wird gro\u00dfartig belohnt werden, da der richtende K\u00f6nig dies als Akt an ihm selbst rechnet (Mt 25,40). Die Bezeichnung \u00bbBr\u00fcder\u00ab wird von manchen (meist ersatztheologisch) gedeutet auf alle Christen, oder rein humanistisch auf \u00bballe bed\u00fcrftigen Menschen\u00ab, kontextuell richtiger sind damit jedoch Juden gemeint, also jene Menschen, die wie Jesus Christus j\u00fcdischer Abstammung sind. <strong>Folgen: <\/strong>Es gibt nur zwei Urteile: (1) Die auf der Linken, die <strong>B\u00f6cke<\/strong>, werden verflucht, ins ewige Feuer geworfen und erleiden <strong>ewige Pein<\/strong> (Mt 25,41\u201346); (2) Die auf der Rechten, die <strong>Schafe<\/strong>, werden gesegnet und ins Erbe des Reiches Gottes auf Erden gesetzt, erhalten das <strong>ewige Leben<\/strong> (Mt 25,34\u201340.46). <br><strong>Zeitlich<\/strong> ist dieser Gerichtstermin (direkt) an den <em>Beginn des Milleniums<\/em>, der tausendj\u00e4hrigen K\u00f6nigsherrschaft Christi, zu setzen (Mt 25,31; vgl. Offb 20,4\u20136). Die M\u00e4rtyrer der Gro\u00dfen Drangsalszeit (Offb 20,4) werden im Rahmen der n\u00e4chsten Phase der \u00bbErsten Auferstehung\u00ab auferstehen und ins Millennium eingehen. Zus\u00e4tzlich werden die \u00bbSchafe\u00ab dieses Gerichtstermins ebenfalls in dieses irdische Reich Christi eingehen. Da ihr Urteilsspruch den Empfang des \u00bbewigen Lebens\u00ab beinhaltet, ist davon auszugehen, dass sie nicht nur die zeitlichen Segnungen des irdischen Reiches Christi erleben werden, sondern als Besitzer des ewigen Lebens f\u00fcr immer zu den Gesegneten und Erl\u00f6sten geh\u00f6ren werden. Ihr Dienst ist ein priesterlicher. <br><strong>NB:<\/strong> Man muss aufgrund anderer Stellen davon ausgehen, dass parallel dazu ein <strong>Gericht an Israel <\/strong>ausge\u00fcbt wird, vielleicht realisiert durch die \u00bbGro\u00dfe Drangsal\u00ab, am Ende derer der kommende Messias das Wunder der Wiedergeburt, der Bu\u00dfe und des Glaubens einem \u00bb\u00dcberrest\u00ab der Israeliten geben wird (vgl. Sacharja 12,8\u201313,1ff; Hesekiel 20,34ff). Oder das Gericht Israels erfolgt zu Beginn des Millennium durch Christus und die 12 Apostel als Beisitzern (Mt 19,28). Mit dieser Reinigung im Gericht erleben sie dann auch als Nation eine \u00bbWiedergeburt\u00ab (Mt 19,28).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gericht der Toten, Gericht am \u00bbGro\u00dfen wei\u00dfen Thron\u00ab.<\/strong> Dieses Gericht ist nach der prophetischen Entfaltung der Endzeit in der Offenbarung (Apokalypse) das letzte gro\u00dfe Gericht. <strong>Betroffene:<\/strong> Hier treten nur \u00bbdie Toten\u00ab auf (Offb 20,12.13), also alle Menschen, die k\u00f6rperlich bereits gestorben waren (erster Tod), jetzt aber auferstehen m\u00fcssen zum Erscheinen vor diesem Gericht, um ihr letztendliches Urteil zu erhalten: \u00bb<em>Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren<\/em>\u00ab (Offb 20,13); das umfasst <em>alle<\/em> Toten zu jenem Zeitpunkt. Es gibt kein Versteck mehr f\u00fcr die Angeklagten, das Verbrennen\/Zerstreuen\/Vernichten des verstorbenen K\u00f6rpers hilft \u00fcberhaupt nichts. <strong>Kriterium: <\/strong>Es werden \u00bbB\u00fccher\u00ab ge\u00f6ffnet, die alle Werke\/Taten eines jeden Angeklagten aufgezeichnet enthalten. Aufgrund dieser Beweislage wird das Urteil gerecht gesprochen (Offb 20,12.13). Die soziale Stellung z\u00e4hlt nicht, nur die Taten (Offb 20,12). Als Gegenprobe wird zudem nachgesehen, ob einer der Angeklagten im \u00bbBuch des Lebens\u00ab geschrieben steht, was letztlich das Entscheidende ist. (Auch die Glaubenden haben viele belastende Eintragungen in diesem Buch der Werke \u2013 aber alle getilgt durch die S\u00fchnetat Christi.) Vom Kontext her muss man davon ausgehen, dass dieser Check im Lebensbuch bei den Angeklagten <em>ausnahmslos<\/em> Fehlanzeigen liefern wird, denn die ewige Pein (\u00bbFeuersee\u00ab) und der ewige Tod ist ihr Urteil (Offb 20,15). <br><strong>Zeitlich: <\/strong>Dieses Gericht findet eine gewisse kurze Zeit <strong>nach dem Millennium<\/strong> statt (Offb 20,7).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum sollten wir das \u00bbSchafe-B\u00f6cke-Gericht\u00ab und das \u00bbGericht am Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron\u00ab unterscheiden?<\/h2>\n\n\n\n<p>Zu den biblischen Gr\u00fcnden, das \u00bbSchafe-B\u00f6cke-Gericht\u00ab und das \u00bbGericht am Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron\u00ab zu unterscheiden und nicht zu einem \u00bbJ\u00fcngsten Gericht\u00ab zusammenzuwerfen, geh\u00f6ren zusammenfassend folgende neun:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Der&nbsp;<em><strong>Zeitpunkt<\/strong><\/em>&nbsp;des Schafe-B\u00f6cke-Gerichts steht im Zusammenhang mit der Wiederkunft Christi (s. Mt 25,31-32). Jesus der Gesalbte kommt in Herrlichkeit mit seinen Engeln, setzt sich als K\u00f6nig der K\u00f6nige und Weltenrichter auf seinen glorreichen Thron und alle Nationen\/V\u00f6lker werden vor ihm versammelt. Das Gericht am Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron findet&nbsp;<em>nach<\/em>&nbsp;der Wiederkunft Christi (Offb 19) und der tausendj\u00e4hrigen Herrschaft Christi mit den Heiligen (Offb 20,4\u20137) statt: Erst nachdem die tausend Jahre vollendet sind (20,7), findet das Gericht am Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron statt (20,11\u201315).<\/li>\n\n\n\n<li>Der&nbsp;<em><strong>Zweck<\/strong><\/em>&nbsp;des Schafe-B\u00f6cke-Gerichts ist es, zu sehen, wer das Reich (Millennium) \u00bberben\u00ab wird (Mt 25,34) und wer nicht (Mt 25,41). Der Zweck des Gerichts am Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron ist es, richterlich nach Beweislage (\u00bbB\u00fccher\u00ab, Taten) zu erweisen und zu urteilen, dass die dort Angeklagten (die \u00bbToten\u00ab) alle gerechterma\u00dfen auf ewig in den Feuersee geworfen werden (Offb 20,15).<\/li>\n\n\n\n<li>Die&nbsp;<em><strong>Angeklagten<\/strong><\/em>&nbsp;im Schafe-B\u00f6cke-Gericht sind sowohl Gl\u00e4ubige als auch Ungl\u00e4ubige (Schafe und B\u00f6cke\/Ziegen; Mt 25,32). Die&nbsp;<em>Angeklagten<\/em>&nbsp;im Gericht am Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron scheinen Ungl\u00e4ubige zu sein. Obwohl der Text in Offenbarung 20,11\u201315 die Anwesenheit von Gl\u00e4ubigen bei diesem Gericht nicht ausschlie\u00dft, werden Gl\u00e4ubige bei diesem Gericht \u00fcberhaupt nicht erw\u00e4hnt. Aber Ungl\u00e4ubige, die beim Gericht am Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron zum Feuersee verurteilt werden, werden erw\u00e4hnt (Offb 20,15).<\/li>\n\n\n\n<li>Die&nbsp;<em><strong>Rechtsgrundlage<\/strong> (Kriterien)<\/em>&nbsp;f\u00fcr das Urteil beim Schafe-B\u00f6cke-Gericht ist, wie die Nationen die \u00bbBr\u00fcder\u00ab Christi behandelt haben (Mt 25,40). Die Grundlage f\u00fcr das Gericht am Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron sind (alle) deren Werke (Offb 20,13).<\/li>\n\n\n\n<li>Die&nbsp;<em>Angeklagten<\/em>&nbsp;des Schafe-B\u00f6cke-Gerichts scheinen solche Menschen zu sein, die zum Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu Christi <strong>leben<\/strong>. Es wird keine gemeinsame Auferstehung der erl\u00f6sten und unerl\u00f6sten Toten erw\u00e4hnt. Das Gericht am Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron besagt, dass es f\u00fcr die <strong>Toten<\/strong> ist, die speziell f\u00fcr dieses Gericht auferstehen (Offb 20,13). Das Meer und der Hades geben ihre Toten f\u00fcr dieses Gericht heraus.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Schafe-B\u00f6cke-Gericht erw\u00e4hnt keinen \u00bb<strong>Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron<\/strong>\u00ab, w\u00e4hrend das Gericht am Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron dies ausdr\u00fccklich tut (Offb 20,11).&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Das Schafe-B\u00f6cke-Gericht erw\u00e4hnt kein \u00bb<strong>Buch des Lebens<\/strong>\u00ab, w\u00e4hrend das Gericht am Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron dies tut (Offb 20,12).<\/li>\n\n\n\n<li>Das Schafe-B\u00f6cke-Gericht deutet nicht darauf hin, dass der <strong>Tod und der Hades in den Feuersee geworfen <\/strong>werden, w\u00e4hrend dies beim Gericht am Gro\u00dfen Wei\u00dfen Thron der Fall ist (20,14).<\/li>\n\n\n\n<li>Die Tatsache, dass es zwei Auferstehungen gibt, die <strong>durch tausend Jahre voneinander getrennt<\/strong> sind (s. Offb 20,4b\u20135), deutet stark darauf hin, dass es zwei Gerichte geben wird, die durch tausend Jahre voneinander getrennt sind.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"680\" height=\"734\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/drei_versch_gerichte_b_peters.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3893\" style=\"aspect-ratio:0.9264405833208049;object-fit:contain;width:496px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/drei_versch_gerichte_b_peters.png 680w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/drei_versch_gerichte_b_peters-278x300.png 278w\" sizes=\"auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die drei Gerichtstermine (Quelle: Benedikt Peters (2008).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Disclaimer und Quellen<\/h2>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">J. MacArthur &amp; R. Mayhue, <em>Biblische Lehre: Eine systematische Zusammenfassung biblischer Wahrheit<\/em>. 3. Aufl. Berlin: EBTC, 2023, ISBN: 978-3947196500. <\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Michael J. Vlach, <em>Why the Sheep\/Goat Judgment and Great White Throne Judgment Are not the Same Event, <\/em>Blogeintrag, 23.06.2011, <a href=\"https:\/\/mikevlach.blogspot.com\/2011\/06\/why-sheepgoat-judgment-and-great-while.html\">https:\/\/mikevlach.blogspot.com\/2011\/06\/why-sheepgoat-judgment-and-great-while.html<\/a> (12.01.2026). Vlachs grundlegende und weiterf\u00fchrende Beitr\u00e4ge und Monographien sind zum Verst\u00e4ndnis des \u00bbDispensationalismus\u00ab und dessen aktuellen Formen m.E. unverzichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Michael J. Vlach, <em>Dispensationalismus. Fakten und Mythen<\/em>. 1. Aufl. Berlin: EBTC, 2020. (Die \u00fcberarbeitete 2. Auflage kommt 2026 heraus.)<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Benedikt Peters, <em>Ge\u00f6ffnete Siegel. Auslegung zur Offenbarung<\/em>. \u00dcberarb. Neuauflage (Bielefeld: CLV, 2008). Tabellarische \u00dcbersicht auf S. 195. Link zur <a href=\"https:\/\/api.clv.de\/download_free\/?article=4139174c4d2fcf5656c856212ffe89fc&amp;asset=5b7ac5f27e1a42448fb025fad9f0d7a3&amp;dl_type=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">PDF des Buches auf der Verlagsseite des CLV<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Lesen der Schriften und Predigten der Reformatoren oder auch in deren Tradition stehender reformatorischer Autoren kommen immer wieder die Begriffe \u00bbDer J\u00fcngste Tag\u00ab und \u00bbDas J\u00fcngste Gericht\u00ab vor. Diese Begriffe sind theologische Eigenbegriffe geworden, die sich vom heutigen Sprachgebrauch des Deutschen schwerlich erschlie\u00dfen lassen, sogar eher missdeutig sind. Sie scheinen nahezulegen, dass das gesamte &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=3880\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDer \u00bbJ\u00fcngste Tag\u00ab und das \u00bbJ\u00fcngste Gericht\u00ab\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[15,14,10],"tags":[200],"class_list":["post-3880","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-studien","category-studierzimmer","category-theologie","tag-dispensationalismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3880","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3880"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3880\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4087,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3880\/revisions\/4087"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3880"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3880"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3880"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}