{"id":3826,"date":"2025-11-12T17:00:14","date_gmt":"2025-11-12T16:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=3826"},"modified":"2026-01-12T16:04:53","modified_gmt":"2026-01-12T15:04:53","slug":"die-evangeliumsverdreher-ian-murray-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=3826","title":{"rendered":"Die Evangeliumsverdreher (Ian Murray, 2023)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Ich glaube, dass ein gro\u00dfer Teil des gegenw\u00e4rtigen Arminianismus einfach Unkenntnis der Lehre des Evangeliums ist.<\/em><br>C. H. Spurgeon,&nbsp;<em>Predigten<\/em>, 11, 29<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Als ich zu Christus kam, dachte ich, ich w\u00fcrde alles selbst tun, und obwohl ich den Herrn ernsthaft suchte, hatte ich keine Ahnung davon, dass es der Herr war, der mich suchte. Ich glaube nicht, dass ein Jungbekehrter sich dessen schon bewusst ist. Ich kann mich noch genau an den Tag und die Stunde erinnern, als ich diese Wahrheiten zum ersten Mal in meiner Seele empfing &#8211; als sie, wie John Bunyan sagt, wie mit einem hei\u00dfen Eisen in mein Herz gebrannt wurden, und ich kann mich daran erinnern, wie ich f\u00fchlte, dass ich pl\u00f6tzlich von einem Baby zu einem Mann geworden war &#8211; dass ich Fortschritte in der biblischen Erkenntnis gemacht hatte, weil ich ein f\u00fcr alle Mal den Schl\u00fcssel zur Wahrheit Gottes gefunden hatte.<br>C. H. Spurgeon,&nbsp;<em>The Early Years<\/em>&nbsp;[Die fr\u00fchen Jahre], S.&nbsp;164.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Spurgeon war es offensichtlich, nicht nur durch die Heilige Schrift, sondern auch durch seine eigene Erfahrung, dass ein Mensch &#8211; oder ein Kind \u2013 gl\u00e4ubig werden kann, ohne etwas anderes zu wissen als die Tatsache, dass der Sohn Gottes seine S\u00fcnden in seinem eigenen Leib auf dem Kreuz getragen hat. Was ihn zum Glauben gebracht hat oder was Christus nach Golgatha gebracht hat, mag er dann noch nicht wissen: \u00bbWir wussten nicht, ob Gott uns bekehrt hatte oder wir uns selbst bekehrt hatten.\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>\u00a0Sein eigenes Zeugnis zu diesem Punkt lautet: \u00bbIch erinnere mich, dass ich, als ich mich zu Gott bekehrte, durch und durch Arminianer war &#8230; Manchmal setzte ich mich hin und dachte: \u203aNun, <em>ich<\/em> habe den Herrn vier Jahre lang gesucht, bevor ich ihn gefunden habe.\u2039\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In einer weiteren Predigt, die er 28 Jahre nach der zuletzt zitierten hielt, sagt er:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIch habe einige gekannt, die bei ihrer ersten Bekehrung das Evangelium nicht sehr klar verstanden hatten, die aber durch die Entdeckung ihrer eigenen Gnadenbed\u00fcrftigkeit evangelikal geworden waren. Sie konnten das Wort \u203aGnade\u2039 nicht buchstabieren. Sie fingen mit einem \u203aG\u2039 an, aber sie machten sehr bald mit einem \u203aF\u2039 weiter, bis es so \u00e4hnlich wie \u203afreier Wille\u2039 geschrieben wurde. Aber nachdem sie ihre Schw\u00e4che erkannt haben, nachdem sie in ernste Fehler gefallen waren und Gott sie wiederhergestellt hatte, oder nachdem sie durch eine tiefe Depression des Geistes gegangen waren, haben sie ein neues Lied gesungen. In der Schule der Bu\u00dfe haben sie gelernt, richtig zu buchstabieren. Sie fingen an, das Wort \u203afrei\u2039 zu schreiben, aber sie gingen von \u203afrei\u2039 nicht zu \u203aWille\u2039, sondern zu \u203aGnade\u2039 \u00fcber, und da stand es dann in Gro\u00dfbuchstaben da: \u203aFREIE GNADE\u2039 &#8230; <strong>Sie wurden klarer in ihrer Theologie und wahrhaftiger in ihrem Glauben als sie es jemals zuvor gewesen waren<\/strong>.<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir also erkennen, dass eine falsche Lehre nicht notwendigerweise eine falsche Erfahrung oder den Heilsverlust wahrer Gl\u00e4ubiger bedeutet, kehren wir zu der Frage zur\u00fcck:&nbsp;<strong>Warum hat Spurgeon den Arminianismus so entschieden bek\u00e4mpft?<\/strong>&nbsp;Wenn Menschen unter einer Predigt, die nicht eindeutig calvinistisch ist, zu Christus gebracht werden k\u00f6nnen, und wenn sie gl\u00e4ubig sein k\u00f6nnen, ohne diese Lehren klar zu begreifen, ist dies dann ein Thema, das den Frieden der Kirche jemals st\u00f6ren sollte? Hat der moderne Evangelikalismus evtl. doch recht, wenn er die ganze Angelegenheit in den undefinierten Schwebezustand [<em>limbo<\/em>; auch \u00bbVorh\u00f6lle\u00ab] verbannt und den Arminianismus als eine Art theologisches Gespenst betrachtet, das vielleicht einmal gelebt hat und gelegentlich noch umhergeistert, \u00fcber das nachzudenken aber kein vern\u00fcnftiger Christ je Zeit verschwenden oder streiten sollte? Oder, um eine popul\u00e4re Einsch\u00e4tzung zu zitieren: Laufen wir nicht Gefahr, Wesentliches mit Unwesentlichem zu verwechseln, wenn wir diese Fragen in den Vordergrund stellen? H\u00f6ren wir uns also Spurgeons Rechtfertigung seiner Position an.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erstens vertrat Spurgeon die Ansicht, dass der Arminianismus nicht nur einige wenige Lehren betreffe, die vom Evangelium getrennt werden k\u00f6nnten, sondern dass er die gesamte Einheit der biblischen Offenbarung angehe und unsere Sicht des Erl\u00f6sungsplans in fast jedem Punkt beeintr\u00e4chtige. Er betrachtete als eine Hauptursache des Arminianismus, dass dessen Anh\u00e4nger den Inhalt des Evangeliums nicht voll kennen w\u00fcrden. Die Irrt\u00fcmer dieses theologischen Systems hinderten die Menschen daran, die ganze g\u00f6ttliche Einheit der biblischen Wahrheiten zu erfassen und sie in ihren wahren Beziehungen und in ihrer richtigen Reihenfolge wahrzunehmen. Der Arminianismus verk\u00fcrze die Heilige Schrift und widerspreche jener ganzheitlichen Sichtweise, die f\u00fcr die Ehre Gottes, die Verherrlichung Christi und die Stabilit\u00e4t des Gl\u00e4ubigen notwendig ist. Alles, was die Christen dazu verleite, hinter dieser vollst\u00e4ndigen Sicht zur\u00fcckzubleiben, sei daher eine ernste Angelegenheit, die bek\u00e4mpft werden m\u00fcsse: \u00bbIch m\u00f6chte, dass ihr das Wort Gottes eingehend studiert, bis ihr eine klare Sicht des ganzen zusammenh\u00e4ngenden Musters erhaltet, von der Auserw\u00e4hlung bis zum Ausharren bis ans Ende, und vom endg\u00fcltigen Ausharren bis zum zweiten Kommen, der Auferstehung und den Herrlichkeiten, die folgen werden, der ewigen Welt.\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>Spurgeon wurde nicht m\u00fcde, in seinen Predigten \u00dcberblicke \u00fcber die Weite und die umfassende Gr\u00f6\u00dfe von Gottes Heilsplan zu geben und \u00fcber die herrliche Einheit aller Teile dieses Plans zu reden. Im Folgenden ein typisches Beispiel aus einer Predigt \u00fcber Galater 1,15 mit dem Titel \u00bb<em>It Pleased God<\/em>&nbsp;[Es hat Gott wohlgefallen]\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSie werden, denke ich, in diesen Worten erkennen, dass der g\u00f6ttliche Heilsplan sehr klar dargelegt ist.&nbsp;<strong>Er beginnt n\u00e4mlich mit dem Willen und dem Wohlgefallen Gottes: \u203aAls es aber Gott \u2026 wohlgefiel\u2039. Das Fundament des Heils wird nicht im Willen des Menschen gelegt.<\/strong>&nbsp;Es beginnt nicht mit dem Gehorsam des Menschen und geht dann weiter zu den Absichten Gottes. Sondern hier ist sein Anfang, hier ist die Quelle, aus der die lebendigen Wasser flie\u00dfen: \u203aEs wohlgefiel Gott\u2039. Auf den souver\u00e4nen Willen und das Wohlgefallen Gottes folgt der Akt der Trennung [Absonderung], der gemeinhin unter der Bezeichnung&nbsp;<em>Erw\u00e4hlung<\/em>&nbsp;bekannt ist. Im Text hei\u00dft es, dass dieser Akt bereits im Mutterleib stattfand, was uns lehrt, dass er&nbsp;<em>vor<\/em>&nbsp;unserer Geburt stattfand, als wir noch nichts tun konnten, um ihn zu gewinnen oder zu verdienen. Gott trennte uns vom fr\u00fchesten Teil und der fr\u00fchesten Zeit unseres Seins an; und in der Tat, lange vorher, als die Berge und H\u00fcgel noch nicht aufget\u00fcrmt und die Ozeane noch nicht durch seine sch\u00f6pferische Macht geformt waren, hatte er uns in seinem ewigen Plan f\u00fcr sich selbst abgesondert. Nach diesem Akt der Absonderung kam dann die eigentliche,&nbsp;<em>wirksame Berufung<\/em>: \u203aund durch seine Gnade berufen hat\u2039. Die Berufung bewirkt nicht die Erw\u00e4hlung, sondern die Erw\u00e4hlung, die dem g\u00f6ttlichen Willen entspringt, bewirkt die Berufung. Die Berufung kommt als Folge der g\u00f6ttlichen Absicht und der g\u00f6ttlichen Absonderung [Erw\u00e4hlung], und Sie werden feststellen, wie dann der Gehorsam der Berufung folgt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der ganze Prozess l\u00e4uft also so ab: Zuerst der heilige, souver\u00e4ne Vorsatz Gottes, dann die klare und eindeutige Erw\u00e4hlung oder Trennung, dann die wirksame und unwiderstehliche Berufung und danach der Gehorsam zum Leben und die s\u00fc\u00dfen Fr\u00fcchte des Geistes, die daraus hervorgehen. Viele irren hier, weil sie die Heilige Schrift nicht kennen, wenn sie einen dieser Vorg\u00e4nge vor den anderen stellen, ohne die Reihenfolge der Schrift anzuerkennen. Diejenigen, die den Willen des Menschen an die erste Stelle setzen, wissen nicht, was sie da sagen und fest behaupten.\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Arminianismus macht sich also schuldig, die biblischen Lehren zu verwirren, er behindert ein klares und einleuchtendes Verst\u00e4ndnis der Heiligen Schrift. Weil er den ewigen Vorsatz Gottes falsch darstellt oder ignoriert, bringt er den Sinn des gesamten Erl\u00f6sungsplans durcheinander. In der Tat ist Verwirrung ohne diese grundlegende Wahrheit unvermeidlich: Ohne sie fehlt es an der Einheit des Denkens, und im Allgemeinen haben sie \u00fcberhaupt keine Vorstellung von einer zusammenh\u00e4ngenden g\u00f6ttlichen Lehre. Es ist fast unm\u00f6glich, einen Menschen zu einem Theologen zu machen, wenn man nicht mit diesen Dingen beginnt. Sie k\u00f6nnen einen jungen Gl\u00e4ubigen jahrelang auf die Universit\u00e4t schicken, aber wenn Sie ihm nicht diesen Grundbauplan des ewigen Bundes zeigen, wird er kaum Fortschritte machen, weil seine Studien keinen inneren Zusammenhang haben. Er sieht nicht, wie eine Wahrheit zur anderen passt und wie alle Wahrheiten miteinander harmonieren m\u00fcssen. Wenn er einmal eine klare Vorstellung davon bekommen hat, dass die Errettung aus Gnade geschieht, wenn er den Unterschied zwischen dem Bund der Werke und dem Bund der Gnade entdeckt hat, wenn er die Bedeutung der Erw\u00e4hlung als Ausdruck des Vorsatzes Gottes und ihren Zusammenhang mit anderen Lehren, die die Verwirklichung dieses Vorsatzes zeigen, klar verstanden hat, dann ist er auf dem besten Weg, ein einsichtsvoller Gl\u00e4ubiger zu werden. Er wird immer bereit sein, die Hoffnung, die in ihm ist, mit Sanftmut und Furcht zu begr\u00fcnden. Der Beweis ist offenkundig. Nimm irgendeine Grafschaft in ganz England, du wirst einfache M\u00e4nner beim Heckeschneiden und Schaufeln finden, die eine bessere Kenntnis der biblischen Lehre [divinity] haben als die H\u00e4lfte derer, die von unseren Akademien und Bibelschulen kommen, aus dem einfachen und vollst\u00e4ndigen Grund, dass diese M\u00e4nner zuerst in ihrer Jugend das System gelernt haben, dessen Mittelpunkt die Erw\u00e4hlung seitens Gottes ist, und danach gefunden haben, dass sich dies mit ihren eigenen Erfahrungen genau deckte. Sie haben auf diesem guten Fundament einen Tempel der heiligen Erkenntnis errichtet, der sie zu V\u00e4tern in der Gemeinde Gottes gemacht hat. Jeder andere Plan funktioniert nicht, liefert nur Holz, Heu und Stoppeln. Stapelt darauf, was ihr wollt, es wird zusammenkrachen. Sie haben keinen Bauplan [system of architecture], ihre Gedanken folgen weder der Vernunft noch der g\u00f6ttlichen Offenbarung. In ihrem undurchdachten, fragmentierten System ist der oberste Stein gr\u00f6\u00dfer als das Fundament; ein Teil des Bundes steht bei ihnen im Widerstreit zu einem anderen Teil; bei ihnen hat der mystische Leib Christi \u00fcberhaupt keine Form;&nbsp;<strong>sie geben Christus eine Braut, die er nicht kennt und die er nicht erw\u00e4hlt, und setzen ihn in die Welt, um mit jedem verheiratet zu werden, der ihn haben will; er selbst aber soll keine Wahl darin haben.<\/strong>&nbsp;Ihr Plan verdirbt jedes Bild, das in der Schrift in Bezug auf Christus und seine Kirche verwendet wird. Der gute alte Plan der Gnadenlehre ist ein System, das, wenn man es einmal angenommen hat, selten wieder aufgegeben wird. Wenn man es richtig gelernt hat, formt es die Gedanken des Herzens, und es gibt dem Charakter derer, die einmal seine Kraft entdeckt haben, einen heiligen Stempel.\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist oft gesagt worden, dass der Calvinismus keine evangelistische Botschaft habe, wenn es um die Verk\u00fcndigung des Kreuzes geht &#8211; weil er nicht sagen k\u00f6nne, dass Christus f\u00fcr die S\u00fcnden aller Menschen aller Zeiten und Orte gestorben sei. Aber das S\u00fchnopfer Christi stand im Mittelpunkt aller Predigten Spurgeons, und er war keineswegs der Meinung, dass ein universales S\u00fchnopfer [eine allgemeine S\u00fchnung] f\u00fcr die Evangelisation notwendig sei, sondern er war der Meinung, dass er, wenn die arminianische Position wahr w\u00e4re, keine wirklich geschehene Erl\u00f6sung predigen k\u00f6nnte, weil dies die Botschaft des Evangeliums in heilloses Durcheinander werfen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Spurgeon war der Meinung, dass nicht nur das Ausma\u00df des S\u00fchneopfers in Frage gestellt w\u00fcrde, sondern auch dessen Wesen selbst, wenn die Prediger aufh\u00f6rten, das Kreuz in den Kontext des gesamten Heilsplans zu stellen, oder je verg\u00e4\u00dfen, dass das vergossene Blut \u203adas Blut des ewigen Bundes\u2039 ist. Wenn wir dagegen mit der Heiligen Schrift der Auffassung sind, dass Golgatha die Erf\u00fcllung des gro\u00dfen Gnadenplans ist, in dem der Sohn Gottes Stellvertreter und Haupt derer wurde, die der Vater vor Grundlegung der Welt geliebt hat (Epheser&nbsp;1,4), dann sind sowohl das Wesen als auch das Ausma\u00df des S\u00fchnopfers gekl\u00e4rt. Dass sein Tod seinem Wesen nach stellvertretend war (Christus trug anstelle der betreffenden S\u00fcnder die Strafe f\u00fcr deren S\u00fcnden) und dass er stellvertretend f\u00fcr die erlitten wurde, mit denen er durch einen ewigen Bund verbunden war, sind zwei Wahrheiten, die wesentlich miteinander verbunden sind.<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;Diesen Menschen, so erkl\u00e4rt die Schrift, k\u00f6nnen keine S\u00fcnden mehr zur Last gelegt werden. Die Gabe Christi f\u00fcr sie stellt au\u00dfer Zweifel, dass Gott ihnen mit ihm auch alles frei geben wird (R\u00f6mer 8,32\u201333). Das muss auch so sein, denn das S\u00fchnopfer bedeutet nicht nur die Erl\u00f6sung von den&nbsp;<em>Folgen<\/em>&nbsp;der S\u00fcnde, wie sie die menschliche Natur betroffen haben (Knechtschaft und Verunreinigung durch die S\u00fcnde), sondern, was noch wunderbarer ist, von der S\u00fcnde&nbsp;<em>selbst<\/em>, die uns vor Gott schuldig gemacht und verdammt hat. Christus hat das g\u00f6ttliche Verdammungsurteil auf sich genommen, ein Urteil, das keinen Sinn macht, wenn man nicht davon ausgeht, dass es sich um das Urteil handelt, das aufgrund der S\u00fcnden von konkreten Personen ergangen war.<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>Durch sein Opfer begegnet er v\u00f6llig dem Zorn, der eigentlich seinem Volk zusteht, und beseitigt ihn f\u00fcr sein Volk. In seiner Person hat er die Forderungen der Heiligkeit und des Gesetzes Gottes vollst\u00e4ndig erf\u00fcllt, so dass nun auf Grund der g\u00f6ttlichen Gerechtigkeit die g\u00f6ttliche Gunst f\u00fcr diejenigen gesichert ist, an deren Stelle (also: stellvertretend) der Heiland gelitten hat und gestorben ist. Mit anderen Worten: Das Kreuz hat einen auf Gott ausgerichteten Bezug: Es war ein S\u00fchnewerk, durch das Gott, der Vater, in Frieden gesetzt wird, und auf dieser Grundlage, n\u00e4mlich dem Gehorsam und dem Blut Christi, flie\u00dfen nun alle Segnungen des Heils frei und sicher zu S\u00fcndern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist es, was in R\u00f6mer 3,21.26 so deutlich gelehrt wird. Robert Haldane schreibt \u00fcber diese Verse: \u00bbEs wird gezeigt, dass Gott nicht nur so barmherzig ist, dass er vergibt, sondern auch, dass er treu und gerecht ist, wenn er dem S\u00fcnder seine S\u00fcnden vergibt. Der Gerechtigkeit wurde voll Gen\u00fcge getan und das garantiert die Befreiung des S\u00fcnders. Selbst der gr\u00f6\u00dfte S\u00fcnder wird nun durch das S\u00fchneopfer seines B\u00fcrgen vollkommen w\u00fcrdig, die die g\u00f6ttlichen Liebe zu empfangen, weil er nun nicht nur als vollkommen unschuldig gesehen wird, sondern auch die Gerechtigkeit Gottes besitzt. \u00bbDen, der S\u00fcnde nicht kannte, hat er f\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit w\u00fcrden in ihm.\u00ab [2.&nbsp;Korinther 5,21].<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Spurgeon erfreute sich der Herrlichkeit dieser Wahrheit: \u00bbEr hat Christus bestraft, warum sollte er zweimal f\u00fcr ein Vergehen bestrafen? Christus ist f\u00fcr alle S\u00fcnden seines Volkes gestorben, und wenn du im [Gnaden-]Bund bist, geh\u00f6rst du zu Christi Volk. Du kannst gar nicht mehr verdammt sein. Du kannst gar nicht mehr f\u00fcr deine S\u00fcnden leiden. Da Gott niemals ungerechterweise zweimal die Strafzahlung f\u00fcr eine Schuld verlangen kann, kann er eine Seele, f\u00fcr die Jesus gestorben ist, niemals im Gericht zerst\u00f6ren.\u00bb<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der evangelikale Arminianismus predigt ein stellvertretendes S\u00fchnopfer und h\u00e4lt an einer universalen Erl\u00f6sung fest, aber weil er wei\u00df, dass diese Universalit\u00e4t nicht das universale Heil aller sichert, muss er notwendigerweise die Realwirkung des stellvertretenden S\u00fchnopfers Christi abschw\u00e4chen und es als etwas Unbestimmtes und Unpers\u00f6nliches darstellen.<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;Das w\u00e4re aber eine Stellvertretung, die niemand wirklich erl\u00f6st, sondern die Erl\u00f6sung aller Menschen nur als&nbsp;<em>M\u00f6glichkeit<\/em>&nbsp;anbietet. In der arminianischen Heilslehre hat das S\u00fchnopfer keine besondere Beziehung zu einzelnen Personen, sie sichert niemandem die Erl\u00f6sung. Aus demselben Grund hat diese Lehre auch die unvermeidliche Tendenz, die Bedeutung der S\u00fchne zu untersch\u00e4tzen und die Tatsache zu verdunkeln, dass die Rechtfertigung des S\u00fcnders&nbsp;<em>allein<\/em>&nbsp;aufgrund des Werkes Christi erfolgt.<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;<strong>Es ist nicht der Glaube, der das S\u00fchnopfer f\u00fcr uns pers\u00f6nlich wirksam macht, sondern das S\u00fchnopfer selbst hat bereits die Rechtfertigung und die Gerechtigkeit der erw\u00e4hlten S\u00fcnder gesichert<\/strong>. Selbst der Glaube, durch den wir diese Segnungen erlangen, ist eine Gabe, deren Urheber und Erwerber Christus ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn der Arminianismus das Wesen des S\u00fchnopfers als pers\u00f6nliche Stellvertretung im Gericht [vicarious] nicht leugnet, so besteht doch immer die Gefahr, dass er dies tut, und das ist ein Grund, warum der Arminianismus in mehr als einer Periode der Geschichte zu einem Modernismus gef\u00fchrt hat, der nun die Stellvertretung und die S\u00fchne ganz und gar leugnet. Sobald eine verschwommene und undeutliche Sicht des S\u00fchneopfers in der Gemeinde Gottes akzeptiert wird, ist es mehr als wahrscheinlich, dass die n\u00e4chste Generation zu der endg\u00fcltigen Unklarheit eines Mannes wie F. W. Robertson aus Brighton kommt, von dem gesagt wurde: \u00bbRobertson glaubte, dass Christus irgendetwas getan hatte, das irgendwie mit der Erl\u00f6sung zusammenhing.\u00ab Wer sich eingehender mit der Beziehung zwischen der Gnaden- und der S\u00fchnelehre befassen m\u00f6chte, findet in John Owens Werk&nbsp;<em>The Death of Death in the Death of Christ&nbsp;<\/em>(London: Banner of Truth, 1959) eine ausf\u00fchrliche Untersuchung der einschl\u00e4gigen Schriftstellen. Spurgeons Position war dieselbe wie die jenes gro\u00dfen Puritaners.<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollten mit der Erw\u00e4hnung dieser besonderen Lehre im vorliegenden Zusammenhang nur zeigen, dass Spurgeon darin mehr sah als nur einen Streit \u00fcber das Ausma\u00df der Erl\u00f6sung. In einer Predigt \u00fcber die \u00bbBesondere Erl\u00f6sung\u00ab (Particular Redemption)&nbsp;im Jahr 1858 sagte er: \u00bbDie Lehre von der Erl\u00f6sung ist eine der wichtigsten Lehren des Glaubenssystems. Ein Irrtum in diesem Punkt wird unweigerlich zu einem Irrtum im gesamten System unseres Glaubens f\u00fchren.\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mehr als zwanzig Jahre sp\u00e4ter war dies immer noch seine \u00dcberzeugung:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDie Gnade Gottes kann nicht vereitelt werden, und Jesus Christus ist nicht vergeblich gestorben. Diese beiden Grunds\u00e4tze liegen meiner Meinung nach aller gesunden Lehre zugrunde. Die Gnade Gottes kann letztendlich nicht vereitelt werden. Ihr ewiges Ziel wird sich erf\u00fcllen, ihr Opfer und ihr Siegel werden wirksam sein; die durch die Gnade Auserw\u00e4hlten werden alle sicher zur Herrlichkeit gebracht werden.\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDie Arminianer sind der Meinung, dass Christus, als er starb, nicht in der Absicht starb, irgendeine bestimmte Person zu retten. Sie lehren ferner, dass der Tod Christi an sich nicht zweifelsfrei die Rettung irgendeines lebenden Menschen sicherstellt &#8230; sie sind gezwungen, zu behaupten, dass das S\u00fchnopfer Christi vergeblich w\u00e4re, wenn der Wille des Menschen nicht nachgeben und sich freiwillig der Gnade hingeben w\u00fcrde &#8230; Wir sagen, dass Christus so gestorben ist, dass er unfehlbar das Heil einer unz\u00e4hlbaren Menge gesichert hat, die durch Christi Tod nicht nur gerettet werden&nbsp;<em>kann<\/em>, sondern gerettet&nbsp;<em>wurde<\/em>, gerettet werden&nbsp;<em>muss<\/em>&nbsp;und unter keinen Umst\u00e4nden nochmals in Gefahr laufen k\u00f6nnte, aus dieser Rettung zu fallen.\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Spurgeon f\u00fchrte der Irrtum, Christus sei f\u00fcr alle Menschen&nbsp;<em>gleicherma\u00dfen<\/em>&nbsp;gestorben, zu einer weiteren Entfernung von der Bibel, weil dieser Irrtum die H\u00f6rer des Evangeliums \u00fcber das Wesen des rettenden Glaubens in die Irre f\u00fchrte:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIch habe manchmal gedacht, wenn ich Ansprachen von einigen Erweckungspredigern h\u00f6rte, die immer wieder sagten: \u203aGlaube, glaube, glaube!\u2039, dass ich gerne selbst gewusst h\u00e4tte, was wir glauben sollen, damit wir gerettet werden. Ich f\u00fcrchte, dass es in dieser Frage sehr viele Unklarheiten und Ungenauigkeiten gibt. Ich habe oft die Behauptung geh\u00f6rt, dass man gerettet wird, wenn man glaubt, dass Jesus Christus f\u00fcr einen gestorben ist. Mein lieber H\u00f6rer, lassen Sie sich nicht von einer solchen Vorstellung t\u00e4uschen. Du magst glauben, dass Jesus Christus f\u00fcr dich gestorben ist, und du magst dabei etwas glauben, was nicht wahr ist; du magst etwas glauben, das dir \u00fcberhaupt nichts Gutes bringt. Das ist nicht der rettende Glaube. Der Mensch, der den rettenden Glauben hat, gelangt sp\u00e4ter zu der \u00dcberzeugung, dass Christus f\u00fcr ihn gestorben ist, aber das ist nicht das Wesen des rettenden Glaubens. Setzen Sie sich das nicht in den Kopf, sonst wird es Sie ruinieren. Sagen Sie nicht: \u203aIch glaube, dass Jesus Christus f\u00fcr mich gestorben ist\u2039, und haben dann das Gef\u00fchl, dass Sie nun gerettet seien. Ich bitte Sie, sich daran zu erinnern, dass der echte Glaube, der die Seele rettet, als Hauptelement das Vertrauen &#8211; die absolute Ruhe der ganzen Seele &#8211; auf den Herrn Jesus Christus setzt, was meine Errettung angeht, egal, ob er nun besonders oder speziell f\u00fcr mich gestorben ist oder nicht, und wenn ich mich ganz und allein auf ihn verlasse, so bin ich gerettet. Sp\u00e4ter erkenne ich, dass ich ein besonderes Anrecht am Blut des Erl\u00f6sers habe. Aber wenn ich meine, das erkannt zu haben, bevor ich an Christus geglaubt habe, dann habe ich die biblische Ordnung der Dinge umgedreht und als Frucht meines Glaubens das genommen, was nur von Rechts wegen zu erlangen ist, von einem Menschen, der bereits absolut auf Christus und Christus allein vertraut, um gerettet zu werden.\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>noch pr\u00e4gnanterer Sprache hat auch Charles Hodge aufgezeigt, wie der Arminianismus den Zusammenhalt der gesamten biblischen Offenbarung zerst\u00f6rt. Nachdem Hodge festgestellt hat, dass der entscheidende Unterschied zwischen dem arminianischen und dem augustinischen System die Lehre von Gottes Erw\u00e4hlung eines Teils der gefallenen Menschenfamilie zum ewigen Leben betrifft (mit der daraus folgenden Bereitstellung seines Sohnes f\u00fcr ihre Erl\u00f6sung und Seines Geistes, um ihre Reue, ihren Glauben und ihr heiliges Leben bis zum Lebensende zu sichern), f\u00e4hrt er fort: Obwohl man sagen kann, dass dies der Wendepunkt zwischen diesen gro\u00dfen Systemen ist, die die Kirche in allen Zeitaltern gespalten haben, so schlie\u00dft dieser Punkt doch notwendigerweise alle anderen Streitpunkte mit ein: das Wesen der Erbs\u00fcnde, das Motiv Gottes bei der Bereitstellung der Erl\u00f6sung, das Wesen und die Absicht des Werkes Christi und das Wesen der g\u00f6ttlichen Gnade oder das Wirken des Heiligen Geistes. So h\u00e4ngen in hohem Ma\u00dfe das gesamte System der biblischen Lehre (Theologie) und notwendigerweise auch das Wesen unseres Glaubens von der Sichtweise in dieser besonderen Frage ab. Es handelt sich also um eine Frage von h\u00f6chst praktischer Bedeutung. Es ist nicht nur eine Sache m\u00fc\u00dfiger Spekulation.<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ein zweiter Grund, warum Spurgeon den Arminianismus so vehement ablehnte, war, dass er sah, dass der Geist dieses Systems direkt in die Gesetzlichkeit f\u00fchrt.<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>&nbsp;Denn obwohl die evangelischen Arminianer die Erl\u00f6sung durch Werke leugnen, besteht die Tendenz der von ihnen vertretenen Irrt\u00fcmer darin, den Taten des S\u00fcnders unangemessen hohe Bedeutung zuzuweisen und dabei die Betonung in erster Linie auf den menschlichen Willen und das menschliche Bem\u00fchen zu legen. Dies ist die logische Folge eines Systems, das die menschliche Entscheidung als den entscheidenden Faktor bei der Bestimmung der Errettung ansieht und den Glauben als etwas darstellt, das jeder Mensch jederzeit realisieren kann, wenn er es will. Ein moderner Evangelist hat zum Beispiel geschrieben: \u00bbWir kennen Christus nicht durch die f\u00fcnf physischen Sinne, sondern wir kennen ihn durch den sechsten Sinn, den Gott jedem Menschen gegeben hat, n\u00e4mlich die F\u00e4higkeit zu glauben\u00ab. Wenn Gott allen Menschen diese F\u00e4higkeit gegeben hat, dann muss der Wendepunkt von der menschlichen Reaktion abh\u00e4ngen, da eindeutig nicht alle gerettet sind. Diese Konsequenz wird vom Arminianismus akzeptiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Um es mit den Worten eines zeitgen\u00f6ssischen Predigers zu sagen, der auch diese (arminianische) Ansicht vertritt: \u00bbDiese Liebe Gottes, die so unermesslich, unmissverst\u00e4ndlich und unendlich ist, diese Liebe Gottes, die sich bis zu dem hinbeugt, was ein Mensch ist und kann, kann auch v\u00f6llig abgelehnt werden. Gott wird sich keinem Menschen gegen dessen Willen aufdr\u00e4ngen&#8230;. Aber wenn du diese Liebe wirklich willst, musst du glauben &#8211; du musst die Liebe Gottes empfangen, du musst sie annehmen.\u00ab Die Betonung hier liegt auf dem \u00bbdu\u00ab. Damit wird unweigerlich der Eindruck erweckt, dass es ausschlie\u00dflich&nbsp;<em>unser<\/em>&nbsp;Glaube es ist, der uns rettet \u2013 als ob der Glaube die Ursache des Heils w\u00e4re. Dies ist aber das genaue Gegenteil von Spurgeons Vorstellung vom Geist der Evangeliumspredigt. \u00bbIch k\u00f6nnte nicht wie ein Arminianer predigen\u00ab, sagt er, und im folgenden Abschnitt sagte er auch genau, warum: Der Arminianer hat zum Ziel, den Menschen zum aktiven Handeln zu dr\u00e4ngen. Im Gegensatz dazu sollten wir das Handeln des Menschen in dieser Sache ein f\u00fcr alle Mal abt\u00f6ten. Wir sollten ihm zeigen, dass er verloren und verdorben ist und dass sein Handeln jetzt \u00fcberhaupt das Werk der Bekehrung ausmacht. Vielmehr muss er nach oben schauen. Die Arminianer versuchen, den Menschen hochzuziehen. Wir versuchen, ihn zu Boden zu bringen und ihm das Gef\u00fchl zu vermitteln, dass er in Gottes Hand liegt und dass es seine Aufgabe ist, sich Gott zu unterwerfen und laut zu rufen: \u203aHerr, rette, oder wir gehen zugrunde!\u2039 Wir sind der Meinung, dass der Mensch nie so nahe an der Gnade ist, als wenn er anf\u00e4ngt zu f\u00fchlen, dass er \u00fcberhaupt nichts tun kann. Wenn er sagt: \u203aIch kann beten, ich kann glauben, ich kann dies tun und ich kann das andere tun!\u2039, dann sind das Zeichen der Selbstgen\u00fcgsamkeit und des Hochmuts auf seiner Stirn.<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Indem der Arminianismus den Empfang der Liebe und des Heils Gottes von der Erf\u00fcllung von Bedingungen auf Seiten des S\u00fcnders abh\u00e4ngig macht, statt allein von der Gnade, leistet er einem Irrtum Vorschub, dem nicht genug widersprochen werden kann: \u00bbSeht ihr nicht sofort, dass dies Gesetzlichkeit ist\u00ab, sagt Spurgeon, \u00bbdass dies unser Heil von unserem Werk abh\u00e4ngig macht, dass dies unser ewiges Leben von etwas abh\u00e4ngig macht, das wir tun? Nein, die Lehre von der Rechtfertigung selbst, wie sie von einem Arminianer gepredigt wird, ist doch nichts anderes als die Lehre von der Errettung durch Werke; denn er meint immer, der Glaube sei ein Werk des Gesch\u00f6pfes und eine Bedingung f\u00fcr seine Annahme. Es ist genauso falsch zu sagen, dass der Mensch durch den Glauben als Werk gerettet wird, wie dass er durch die Taten des Gesetzes gerettet wird. Wir sind gerettet durch den Glauben, den Gott uns&nbsp;<em>als Gabe<\/em>&nbsp;schenkt. Dieser Glaube ist das erste Zeichen seiner ewigen Gunst uns gegen\u00fcber. Es ist nicht der&nbsp;<em>Glaube aus uns heraus<\/em>&nbsp;(als<em>&nbsp;unser Werk<\/em>), der uns rettet, sonst sind wir aus Werken gerettet, und keinesfalls allein aus Gnaden.\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;\u00bbWir haben ihn nicht um den Bund der Gnade gebeten\u00ab, erkl\u00e4rt er in einer anderen Predigt, \u00bbWir haben ihn nicht gebeten, uns zu erw\u00e4hlen. Wir haben ihn nicht gebeten, uns zu erl\u00f6sen. Diese Dinge wurden alle getan,&nbsp;<em>bevor<\/em>&nbsp;wir geboren wurden. Wir haben ihn nicht gebeten, uns durch seine Gnade zu berufen, denn leider kannten wir den Wert dieses Rufes nicht. Wir waren tot in \u00dcbertretungen und S\u00fcnden, aber er gab uns umsonst von seiner ungeforderten, aber grenzenlosen Liebe. Die vorauseilende Gnade kam zu uns und \u00fcbertraf all unser Verlangen, all unser Wollen und all unsere Gebete.\u00bb<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a><sup>&nbsp;<\/sup>Liebt Gott mich, weil ich ihn liebe? Liebt Gott mich, weil mein Glaube stark ist? Dann muss er mich ja wegen etwas Gutem&nbsp;<em>in mir<\/em>&nbsp;geliebt haben \u2013 aber das entspricht nicht der Evangeliumsbotschaft. Das Evangelium stellt den Herrn so dar, dass er die&nbsp;<em>Unw\u00fcrdigen<\/em>liebt und die&nbsp;<em>Gottlosen<\/em>&nbsp;rechtfertigt. Deshalb muss ich die Vorstellung, dass die (rettende) g\u00f6ttliche Liebe irgendwie von menschlichen Bedingungen abh\u00e4ngte, v\u00f6llig aus meinem Denken verbannen.\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>&nbsp;Der Arminianismus wird mit apostolischer H\u00e4rte verdammt, weil er die Herrlichkeit, die allein der Gnade Gottes zukommt, verdunkelt.<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>&nbsp;Daher ist er ein so schwerwiegender Irrtum, dass es dabei keinen Raum f\u00fcr Kompromisse gibt.&nbsp;<strong>Wir k\u00f6nnen Gemeinschaft mit Br\u00fcdern haben, die unter dem Einfluss dieser Irrt\u00fcmer stehen, aber in der Verk\u00fcndigung und Lehre der Kirche darf es kein Zaudern oder Unklarheit in dieser Frage geben<\/strong>. Auf einer pers\u00f6nlichen Ebene k\u00f6nnen wir sagen: Es die umfassende Verk\u00fcndigung der \u00bbLehren der Gnade\u00ab, die dem Gl\u00e4ubigen jenen Frieden gibt, den Horatius Bonars mit folgenden sch\u00f6nen Worten beschreibt:<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Liebe ist oft so schwach,<br>Meine Freude kommt und geht;<br>Aber der Friede mit Gott bleibt derselbe<br>\u2013 Der Ewige kennt keine Ver\u00e4nderung.<br>Ich \u00e4ndere mich, Er bleibt Derselbe,<br>Der Christus kann niemals sterben;<br>Seine Liebe, nicht meine, ist meine Ruhest\u00e4tte,<br>Seine Wahrheit, nicht&nbsp;meine, bleibt das Band.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war dieser Glaube, der Spurgeon in Zeiten von Krankheit und Dunkelheit, die er manchmal durchlebte, st\u00fctzte. Er offenbarte seine Herzensempfindungen, als er sagte: \u00bbIch werde wohl nie verstehen, was ein Arminianer tut, wenn er in Krankheit, Kummer und Betr\u00fcbnis ger\u00e4t.\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>\u00a0Dennoch hat der Herausgeber Charles\u00a0T.\u00a0Cook diese Worte im Nachdruck der Predigt in der\u00a0<em>Kelvedon Edition\u00a0<\/em>gestrichen.<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>\u00a0Es passt wohl kaum zu unseren aktuellen Vorstellungen, dass der Arminianismus den Herzensfrieden untergrabe. Aber wo sonst kann der Gl\u00e4ubige in Zeiten der Not ruhen als in der Gewissheit, dass er allein durch die ewige und unver\u00e4nderliche Gnade Gottes gerettet, bewahrt und zur Herrlichkeit bestimmt ist!<\/p>\n\n\n\n<p>Zum gleichen Thema gibt er auch an anderer Stelle dieses Zeugnis:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIch w\u00fcrde viele Lehren freudig aufgeben, wenn ich glaubte, dass sie nur Parteiparolen w\u00e4ren und nur der Aufrechterhaltung einer Sekte dienten; aber diese Lehren der Gnade, diese kostbaren Lehren der Gnade, gegen die so viele streiten, k\u00f6nnte ich nicht aufgeben oder ein Jota von ihnen abschw\u00e4chen, denn sie sind die Freude und der Jubel meines Herzens. Wenn man voller Gesundheit und Kraft ist und alles gut geht, kann man vielleicht sehr bequem von den einfachen Wahrheiten des Christentums leben; aber in Zeiten, wo der Geist hart bedr\u00e4ngt wird und die Seele sehr niedergeschlagen ist, braucht man Lebensnotwendiges und echte Nahrung [the marrow and the fatness].<strong> In Zeiten innerer Zerrissenheit muss das Heil von Anfang bis Ende <em>ganz<\/em> aus Gnade\u00a0bestehen.<\/strong>\u00ab<a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Textquelle und Disclaimer<\/h3>\n\n\n\n<p>Der vorstehende Text ist ein Auszug aus Kapitel 3 des Buches \u00bb<em>The Forgotten Spurgeon<\/em>\u00a0[Der vergessene Spurgeon]\u00ab von Iain Murray, das den Titel <strong>\u00bb<em>Arminianism Against Scripture<\/em><strong>\u00ab<\/strong><\/strong><strong>\u00a0<\/strong>[Arminianismus im Widerstreit zur Schrift] tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Textquelle:<\/strong>&nbsp;banneroftruth.org\/uk\/resources\/book-excerpts\/2023\/the-gospel-isnt-found-in-arminianism\/; eigene \u00dcbersetzung von grace@logikos.club.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Endenoten<\/h3>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band&nbsp;7, S.&nbsp;85.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band&nbsp;4, S.&nbsp;339.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 35, S.&nbsp;226. Bei meiner Dokumentation von Spurgeons Ansichten zu den Lehren der Gnade werde ich mich nicht auf seine fr\u00fchen Predigten beschr\u00e4nken.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 11, S.&nbsp;29.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 56, S.&nbsp;230.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 6, S.&nbsp;305.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wie Hugh Martin in seinem Werk&nbsp;<em>The Atonement, in Its Relations to the Covenant, the Priesthood, the Intercession of Our Lord<\/em>, 1887, zeigt, ist der sicherste Weg, einem Einwand gegen die angebliche Ungerechtigkeit eines stellvertretenden S\u00fchneopfers (der Unschuldige stirbt anstelle des Schuldigen) zu begegnen, indem man die Wahrheit der \u00bbBundestreue und Verantwortung Christi und der Bundeseigenschaft derer, deren S\u00fcnden er s\u00fchnt, indem er an ihrer Stelle und f\u00fcr sie stirbt\u00ab (S. 10) darlegt. Die Bundeseigenschaft ist der Grund f\u00fcr seine Stellvertretung, und durch diese Tatsache \u00bbwird die Stellvertretung seines Opfers nicht nur ans Licht gebracht, sondern gerechtfertigt. Es ist nicht nur wahr, dass er f\u00fcr uns leidet; es ist auch wahr, dass wir in ihm leiden. Und der zweite Satz rechtfertigt die Wahrheit und Gerechtigkeit des ersten. Er steht stellvertretend f\u00fcr uns, weil er mit uns eins ist &#8211; mit uns identifiziert, und wir mit ihm\u00ab (S. 43). Das ist die gro\u00dfe biblische Wahrheit: Christus war nach dem Willen und der Gabe des Vaters vor seiner Menschwerdung mit seinem Volk verbunden, und deshalb ist er f\u00fcr sie gestorben.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u00bbSo wie die S\u00fcnde zu den Personen geh\u00f6rt, so ruht der Zorn auf den Personen, die f\u00fcr die S\u00fcnde verantwortlich sind.\u00ab John Murray, Monographie \u00fcber das S\u00fchnopfer, 1962, vgl. denselben Autor,&nbsp;<em>R\u00f6merbrief<\/em>, Bd. 1, 1960, S. 116\u2013121.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Exposition of Romans<\/em>&nbsp;(London: Banner of Truth, 1958), S. 154.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 5, S.&nbsp;245.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;Thomas Goodwin stellt in seinem Kommentar zu Epheser&nbsp;1\u20132,11, in dem er \u00bbdie gro\u00dfe Liebe, mit der er uns geliebt hat\u00ab erkl\u00e4rt, fest: \u00bbDass Gott in seiner Liebe auf Personen eingeht. Gott wirft nicht nur mit Propositionen um sich, indem er sagt: Ich will den lieben, der glaubt, und ihn retten, wie die Arminianer meinen; nein, er wirft mit Personen um sich. Und Christus starb nicht nur f\u00fcr S\u00e4tze, sondern f\u00fcr Personen. . . Er hat uns nackt geliebt; er hat uns geliebt, nicht wir ihn. Es war nicht f\u00fcr unseren Glauben, noch f\u00fcr irgendetwas in uns; \u203anicht aus Werken\u2039, sagt der Apostel; nein, auch nicht aus Glauben. Nein, er wirft auf nackte Menschen; er liebt euch, nicht die euren. Daher ist hier der Grund, dass seine Liebe niemals versagt, weil sie auf die Person, einfach als solche, gerichtet ist. Der Bund der Gnade ist ein Bund von Personen, und Gott gibt uns die Person Christi und die Person des Heiligen Geistes&#8230;\u00ab,&nbsp;<em>Werke von Thomas Goodwin<\/em>, 1861, Bd. 2, S. 151.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;Charles Hodge sagt in seinem Kommentar zu R\u00f6mer 3,21\u201331: \u00bbDer Grund der Rechtfertigung ist nicht unser eigenes Verdienst, noch unser Glaube, noch unser evangelischer Gehorsam; nicht das Werk Christi in uns, sondern sein Werk f\u00fcr uns, das hei\u00dft sein Gehorsam bis zum Tod, V. 25.\u00ab (<em>R\u00f6mer<\/em>, Edinburgh: Banner of Truth, 1986, S.&nbsp;103) Historisch gesehen hat der Arminianismus die Rechtfertigungslehre wiederholt gef\u00e4hrdet, und genau diese Gefahr sahen Calvin und andere Reformatoren voraus, als sie erkl\u00e4rten, dass eine Einigung \u00fcber die Rechtfertigung unm\u00f6glich ist, wenn wir die Lehre nicht im Zusammenhang mit Gottes gn\u00e4digem Vorsatz, die Auserw\u00e4hlten zu retten, verstehen: Solange diese Punkte nicht unumstritten sind, werden wir, auch wenn wir immer wieder wie Papageien wiederholen, dass wir durch den Glauben gerechtfertigt sind, niemals die wahre Lehre von der Rechtfertigung vertreten. Es ist keinen Deut besser, heimlich von der alleinigen Grundlage des Heils verf\u00fchrt zu werden, als offen von ihr abgewichen zu sein.\u00ab Johannes Calvin,&nbsp;<em>Traktate<\/em>, Bd. 3, S. 254. Nur wenn die Rechtfertigungslehre inhaltlich ausgeh\u00f6hlt wurde, k\u00f6nnen Calvinismus und Arminianismus miteinander verschmolzen werden. \u00bbEs ist ganz sicher\u00ab, sagt Hieronymus Zanchius, \u00bbdass die Lehre von der unentgeltlichen Rechtfertigung durch Christus nur auf die Lehre von der unentgeltlichen Vorherbestimmung in Christus gest\u00fctzt werden kann, da die letztere die Ursache und Grundlage der ersteren ist\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zu Owens Meinung \u00fcber die Unm\u00f6glichkeit eines Kompromisses mit dem Arminianismus siehe seine&nbsp;<em>Darstellung des Arminianismus<\/em>, Werke von John Owen, Bd. 10 (London: Banner of Truth, 1967), S.&nbsp;5\u20137. Spurgeon hatte die Texte, von denen behauptet wurde, sie lehrten eine universale Erl\u00f6sung, gr\u00fcndlich studiert, und er scheute sich nicht, sie zu erl\u00e4utern. Siehe z. B. seine feierliche Warnung vor denen, die \u00bbmit ihrem Fleisch die verderben, f\u00fcr die Christus gestorben ist\u00ab, Band&nbsp;12, S.&nbsp;542.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 4, S.&nbsp;130.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 26, S.&nbsp;252.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 4, Seiten 130 und 135.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 58, Seiten 583\u2013584.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Systematic Theologie<\/em>, Bd.&nbsp;2, S. 330\u2013331. Die Theologie, die die Familie Hodge ein Jahrhundert lang in Princeton lehrte, war die gleiche wie das System, das Spurgeon seinen Studenten am&nbsp;<em>Pastor&#8217;s College<\/em>&nbsp;einpflanzen wollte. A. A. Hodges&nbsp;<em>Outlines of Theology<\/em>(Edinburgh: Banner of Truth, 1972) war in der Tat ihr Lehrbuch f\u00fcr systematische Theologie. Bei einem Besuch in England im Jahr 1877 war Dr. Hodge beim j\u00e4hrlichen Picknick des Colleges anwesend, als Spurgeon sagte: \u00bbJe l\u00e4nger ich lebe, desto klarer scheint es, dass das System von Johannes Calvin der Vollkommenheit am n\u00e4chsten kommt\u00ab, Pike, Bd. 6, S. 197<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;\u00bbDer Arminianismus neigt sich zur Gesetzlichkeit; es ist nichts anderes als die Gesetzlichkeit, die an der Wurzel des Arminianismus liegt.\u00ab&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band&nbsp;6, S.&nbsp;304.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 6, S.&nbsp;259.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 6, S.&nbsp;304. \u00bbUnser Glaube verursacht nicht das Heil, noch unsere Hoffnung, noch unsere Liebe, noch unsere guten Werke; sie sind Dinge, die ihm als sein Ehrenschutz beiliegen. Der Ursprung des Heils liegt allein im souver\u00e4nen Willen Gottes, des Vaters, in der unendlichen Wirksamkeit des Blutes Jesu, des Sohnes Gottes, und in der g\u00f6ttlichen Einwirkung Gottes, des Heiligen Geistes\u00ab, Band&nbsp;3, S.&nbsp;357. \u2013 \u00bbIch kenne nur eine Antwort auf die Frage: \u203aWarum haben einige geglaubt?\u2039, und diese Antwort ist: Weil Gott es wollte.\u00ab,&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band&nbsp;9, S.&nbsp;355<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 14, S.&nbsp;573.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 24, S.&nbsp;440.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe Thomas Goodwins tiefgr\u00fcndige Behandlung dieses Themas in seiner Auslegung von Eph.&nbsp;2,5. \u00bbUnsere ganze Errettung aus Gnade\u00ab, sagt er, \u00bbist das Gr\u00f6\u00dfte von allem anderen, von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen, um es zu wissen und damit vertraut zu sein. \u203aAus Gnade seid ihr gerettet\u2039, das ist das gro\u00dfe Axiom, der gro\u00dfe Grundsatz, den er in alle ihre Herzen bringen m\u00f6chte. Und es geht darum, den Plan Gottes, die Herrlichkeit seiner Gnade zu f\u00f6rdern, so steht es hier, Vers. 7. Das ist die Summe und Substanz des Evangeliums, und es ist die Summe des gro\u00dfen Planes Gottes. Darum werdet ihr finden, dass, wenn ein Mensch von dem Weg und der Stra\u00dfe der freien Gnade zu etwas anderem abweicht, man sagt, dass er sich von Gott abwendet. Gal. 1,6: \u203aIch wundere mich, dass ihr so schnell von dem abgewichen seid, der euch berufen hat\u2039 &#8211; weil sie nicht an der Lehre der freien Gnade festhielten &#8211; \u203azur Gnade Christi, zu einem anderen Evangelium\u2039. Es war Gottes gro\u00dfer Plan, die Gnade voranzubringen, und deshalb nennt er ihr Abweichen von der Lehre davon eine Vereitelung der Gnade Gottes, Gal.&nbsp;2,21, was die Menschen tun, indem sie irgendetwas mit ihr vermischen.\u00ab,&nbsp;<em>Werke<\/em>, Band&nbsp;2, S.&nbsp;230\u2013231.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band 4, S.&nbsp;463.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;C. H. Spurgeon,&nbsp;<em>Sermons of Comfort and Assurance.&nbsp;<\/em>The Kelvedon Edition,<em>&nbsp;<\/em>ausgew\u00e4hlt und hrsg. v. Charles T. Cook<em>&nbsp;<\/em>(Zondervan, 1961), S.&nbsp;36.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/C340821A-4569-408C-9C85-699BC9D0511A#_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Sermons<\/em>, Band&nbsp;18, S.&nbsp;621.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich glaube, dass ein gro\u00dfer Teil des gegenw\u00e4rtigen Arminianismus einfach Unkenntnis der Lehre des Evangeliums ist.C. H. Spurgeon,&nbsp;Predigten, 11, 29 Als ich zu Christus kam, dachte ich, ich w\u00fcrde alles selbst tun, und obwohl ich den Herrn ernsthaft suchte, hatte ich keine Ahnung davon, dass es der Herr war, der mich suchte. Ich glaube nicht, &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=3826\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Evangeliumsverdreher (Ian Murray, 2023)\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[11,3,7],"tags":[127],"class_list":["post-3826","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hall-of-shame","category-heilslehre","category-polemics","tag-lehren-der-gnade"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3826","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3826"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3826\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3829,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3826\/revisions\/3829"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3826"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3826"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3826"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}