{"id":3768,"date":"2025-10-20T12:24:29","date_gmt":"2025-10-20T10:24:29","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=3768"},"modified":"2025-10-29T16:15:08","modified_gmt":"2025-10-29T15:15:08","slug":"das-gleichnis-vom-vierfachen-ackerboden-im-markusevangelium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=3768","title":{"rendered":"Das Gleichnis vom vierfachen Ackerboden im Markusevangelium"},"content":{"rendered":"\n<p>Posttraumatische Betrachtung einer missgl\u00fcckten Verk\u00fcndigung&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><sup>10\u00a0<\/sup>Und als er allein war, fragten ihn die, die um ihn waren, mit den Zw\u00f6lfen \u00fcber die Gleichnisse.<br><sup>11\u00a0<\/sup>Und er sprach zu ihnen: Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes [zu]erkennen]; denen aber, die drau\u00dfen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil,\u00a0<sup>12\u00a0<\/sup>damit \u00bbsie sehend sehen und nicht wahrnehmen, und h\u00f6rend h\u00f6ren und nicht verstehen, damit sie sich nicht etwa bekehren und ihnen vergeben werde.\u00ab\u00a0<br><strong>Markus\u00a04,10\u201312 (ELBCSV<\/strong>)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im September 2025 sprachen drei Redner \u00fcber den oben angegebenen Text aus dem Evangelium nach Markus: der erste recht ausf\u00fchrlich, der zweite eher erg\u00e4nzend und episodisch, der dritte versuchte eine rettende Zusammenfassung. Leider wurde von allen etwas gelehrt und gesagt, das nicht im Text steht noch dessen Lehre wiedergibt. Das reicht von einfachen Beobachtungsfehlern, \u00fcber das Reden von biblisch Wahrem, das aber an&nbsp;<em>anderer<\/em>&nbsp;Stelle anders gesagt und daher keine Auslegung des vorliegenden Textes ist, bis zu Behauptungen, die im direkten Widerspruch zum Text stehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Zur Verarbeitung des nicht geringen Zuh\u00f6rer-Schocks versuchen wir, einige analytische und einige ermahnende und einige motivierende Gedanken niederzuschreiben. Das Ziel solcher Betrachtung ist mehrfach. Wichtig w\u00e4re, daraus zu lernen, solche Fehler in Zukunft nicht mehr (so h\u00e4ufig) zu machen. Wir sind alle Lernende und noch nicht Vollkommene. Auch in der Verk\u00fcndigung. <strong>Also: Lasst uns aus diesem menschlich peinlichen und Gott verunehrenden \u00bbUnfall\u00ab lernen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontext<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Kontext:\u00a0<\/strong>Dieser Text ist Teil des\u00a0<strong>Diskurses Jesu mit seinen J\u00fcngern<\/strong>\u00a0und weiteren (\u00bbdie um ihn waren\u00ab; 4,10) \u00fcber die Gleichnisse (Plural!), von denen eines in den Versen 4,3\u20139 (samt Appell) berichtet wird: das sog.\u00a0<em>Gleichnis vom S\u00e4mann<\/em> oder\u00a0<em>Gleichnis vom vierfachen Ackerboden<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Um was geht es:\u00a0<\/strong>Jesus sagt, dass er mit diesem Gleichnis vom \u00bb<strong>Geheimnis des Reiches Gottes<\/strong>\u00ab rede (4,11). Zus\u00e4tzlich sagt er, dass dieses Gleichnis samt den anderen der\u00a0<strong>Lehre<\/strong>\u00a0diene (4,2).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weiterer Kontext<\/h3>\n\n\n\n<p>(1)&nbsp;&nbsp;Dieses Gleichnis wird in allen 3 Synoptikern wiedergegeben, allerdings mit&nbsp;<strong>bedeutsamen Unterschieden<\/strong>, die zur jeweiligen Botschaft des Evangeliums passen. Der Herr hat dieses grundlegende Gleichnis wohl oft erz\u00e4hlt und die Betonung unterschiedlich gelegt. Das ist zu beachten, daher ist der&nbsp;<em>jeweilige<\/em>&nbsp;Kontext wichtig.&nbsp;<strong>Man sollte daher nicht unbesehen den Text in Matth\u00e4us verwenden, um den Text in Markus zu erkl\u00e4ren!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(2)\u00a0\u00a0In\u00a0<strong>Markus\u00a0<\/strong>wird Jesus Christus, der Sohn Gottes, als Diener oder Knecht Gottes dargestellt, der mit m\u00e4chtigen Worten und Taten Gott dient. Er ist der \u00bbKnecht Jahwes\u00ab, von dem das AT spricht (s. z.B. Jesaja\u00a042,1; 52,12; 53,11).<\/p>\n\n\n\n<p>(3)&nbsp;&nbsp;Gleichzeitig berichtet&nbsp;<strong>Markus&nbsp;<\/strong>auch, wie der&nbsp;<strong>Vorbild-Diener Jesus<\/strong>&nbsp;die n\u00e4chste Generation von Dienern, die Apostel und andere, ausbildet. Daher erkl\u00e4rt Jesus den J\u00fcngern manches, was er tut und warum er es tut. So auch hier bei deren Fragen, warum Jesus (pl\u00f6tzlich) in Gleichnissen zu den Volksmengen redete.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Genre<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Wir haben hier ein Gleichnis!<\/strong>&nbsp;Ein Gleichnis lehrt&nbsp;<em>eine<\/em>&nbsp;Sache, hat (zumeist) nur <strong>eine Pointe<\/strong>. Alles andere wird dort nicht gelehrt. Einem Gleichnis wird Gewalt angetan, wenn man \u2013&nbsp;wie geschehen&nbsp;\u2013 die eigentliche Lehraussage nicht erkennt, sondern vorgefasste Probleme und Meinungen in das Gleichnis <strong>herein<\/strong>tr\u00e4gt. Ein Gleichnis darf auch nicht zur <strong>Allegorie<\/strong> gemacht werden, bei der alles im Bildbereich Erw\u00e4hnte einen geistlichen Sinn im Gegenstandsbereich haben soll. <\/p>\n\n\n\n<p>Dass dabei die Gefahr besteht, den Geist Gottes zu beleidigen, ist offenbar. Das geschieht, wenn wir dem vom Ihm gegebenen Text etwas zuzuschreiben, was Er nicht sagt und nicht beabsichtigt hat. Zumindest ist dann das Gesagte und Behauptete nicht das betrachtete Gottes Wort und hat keine entsprechende Autorit\u00e4t. Das sollte man vermeiden, auch wegen der unmittelbaren Gefahren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was lehrt das Gleichnis?&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Jesus zeigt m.E. seinen J\u00fcngern (und anderen) auf,&nbsp;<strong>warum die Predigt des Wortes, so wie Er es als treuer Knecht Gottes selbst vorlebte und wie es die J\u00fcnger in Seinem Auftrag ebenfalls tun sollten, zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen f\u00fchrt. Diese (manchmal frustrierende) Folge ihrer treuen Predigt sollte sie nicht entmutigen, denn:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Der Mangel an (nachhaltiger) Frucht liegt weder am S\u00e4mann noch am Samen.<\/strong>&nbsp;Das galt f\u00fcr den Herrn Jesus Christus selbst, das gilt auch f\u00fcr jeden seiner Nachfolger, der das Wort Gottes rein und richtig verk\u00fcndigt. (Das ist die Herausforderung jedes Predigers!) \u2013 Es ist z.B. keine Nachl\u00e4ssigkeit des S\u00e4manns, dass er nicht zuerst den Boden gepfl\u00fcgt hatte, sondern das war damals einfach so \u00fcblich. Dieses Randthema im Bildbereich des Gleichnisses ist nicht \u00bbzu vergeistlichen\u00ab (in den Gegenstandsbereich zu \u00fcbertragen)!<\/li>\n\n\n\n<li>Das beobachtbare Ergebnis des Ausstreuens des Samens (=des Predigens des Reiches Gottes), die nachhaltige Frucht, h\u00e4ngt nach Markus davon ab,&nbsp;<strong>wohin der Same ges\u00e4t wird<\/strong>: \u00bb<strong>an dem Weg<\/strong>, wo das Wort ges\u00e4t wird\u00ab, \u00bb<strong>auf das Steinige<\/strong>&nbsp;ges\u00e4t\u00ab,&nbsp;<strong>in die Dornen<\/strong>&nbsp;ges\u00e4t\u00ab oder \u00bb<strong>auf die gute Erde<\/strong>&nbsp;ges\u00e4t\u00ab. \u2013 Nicht alles, was man das Wort predigend auss\u00e4t, geht auf.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Vier deutlich verschiedene Wirkungen\/Ergebnisse bei gleichem Samen werden damit beschrieben.<\/strong>\u00a0Aber Markus sagt nicht, dass das \u00bbHerz\u00ab der H\u00f6rer so sei, wie der jeweilige Ackerboden. Das ist bei Matth\u00e4us\u00a013,19 und Lukas\u00a08,12.15 die Erkl\u00e4rung, aber nicht bei Markus. Die Formulierung in Markus ist eine andere, n\u00e4mlich: \u00bbdiese sind die, die\/wo\u2026ges\u00e4t sind\u00ab (Markus\u00a04,15\u201320).\u00a0<strong>Das hei\u00dft, die Personen samt ihrer Reaktion auf das Wort werden im Gleichnis mit der Fruchtbarkeit der verschiedenen Ackerb\u00f6den verglichen.<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die Vermutung, dass dabei das Herz eine gro\u00dfe Rolle spielt, ist biblisch wahr, aber<\/strong>\u00a0<strong>nicht Teil des Gleichnisses noch seiner Auslegung durch den Herrn Jesus in Markus<\/strong>. Das Herz wird zwar in der AT-Referenz Jesaja\u00a06,10 zweimal erw\u00e4hnt, aber genau diesen Teil zitiert der Herr Jesus\u00a0<strong>in Markus nicht<\/strong>, sondern nur den Teil mit den\u00a0<strong>Augen und Ohren<\/strong>\u00a0(Markus\u00a04,12)! \u2013 In Matth\u00e4us und Lukas wird jeweils ein anderer Schwerpunkt gesetzt und in Matth\u00e4us wird begr\u00fcndend das Jesaja-Zitat inkl. der Nennung des Herzens wiedergegeben. Dieser Unterschied hat Bedeutung. Der Prediger muss in der Vorbereitung seiner Predigt kl\u00e4ren, welche!<\/li>\n\n\n\n<li>Die Frucht ist bei Markus\u00a0<strong>progressiv wachsend<\/strong>: 30\u279e60\u279e100. Nicht, wie der dritte Redner falsch zitierte, absteigend (so nur in Matth\u00e4us\u00a013,8.23, was zu dessen Botschaft passt). Diese Entwicklung einiger H\u00f6rer ist also sehr\u00a0<em>ermutigend<\/em>\u00a0f\u00fcr den Prediger, \u00e4hnlich Lukas 8,15, wo solche sind, die \u00bbFrucht bringen mit Ausharren\u00ab (ohne Stufung).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Das Zitat einer AT-Stelle fordert, dass man auch deren Kontext und Bedeutung erarbeitet. Schon im AT wird ermutigt, das Wort zu predigen, selbst wenn es nicht bei jedem H\u00f6rer Frucht bringt.<\/strong>\u00a0Es kann sogar sein, dass niemand h\u00f6rt\/gehorcht, wie bei Jeremia (Jeremia\u00a05,20ff)! Vielleicht verdeutlicht der Herr Jesus hier\u00a0<strong>Prediger\u00a011,4ff<\/strong>: \u00bbWer auf den Wind achtet, wird nicht s\u00e4en, und wer auf die Wolken sieht, wird nicht ernten. Wie du nicht wei\u00dft, welches der Weg des Windes ist, wie die Gebeine im Leib der Schwangeren sich bilden, ebenso wei\u00dft du das Werk Gottes nicht, der alles wirkt.\u00a0<strong>Am Morgen s\u00e4e deinen Samen und am Abend zieh deine Hand nicht ab; denn du wei\u00dft nicht, welches gedeihen wird: ob dieses oder jenes, oder ob beides zugleich gut werden wird.<\/strong>\u00ab \u2013 Das ist m.E. auch die Botschaft dieses Gleichnisses in Markus\u00a04, die der Herr Jesus seinen Nachfolgern lehrte.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Wird&nbsp;<strong>der Lehr-Punkt des Gleichnisses hier in Markus<\/strong>&nbsp;nicht erkannt oder werden weitere Gedanken (bibel-richtige oder -falsche) ins Gleichnis des vorliegenden Textes hineingelesen oder gar das Gleichnis vergewaltigend allegorisiert, wird man es nicht begreifen. Man missbraucht es letztlich, wenn auch ohne b\u00f6se Absicht, sondern oft einfach mangels gr\u00fcndlichen Studiums des Textes.&nbsp;<strong>Das dann Gesagte hat keine Autorit\u00e4t des Textes und kann sogar verf\u00fchrend oder vernebelnd wirken.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was lehrt das Gleichnis in Markus&nbsp;nicht?&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Das Gleichnis lehrt nicht, dass ein Mensch ermahnt werden soll, seinen Ackerboden (Herzensboden) zu ver\u00e4ndern.<\/strong>\u00a0Es geht nicht um Ermahnung der\u00a0<strong>H\u00f6rer<\/strong>, sondern um\u00a0<strong>Ermutigung der Verk\u00fcndiger<\/strong>\u00a0(Evangelisten, Apostel u.a.). Sie sollen stets weiter s\u00e4en, egal wieviel Frucht entsteht oder nicht. \u2013 Die Ermahnung, recht zu h\u00f6ren, wird an\u00a0<em>anderer<\/em>\u00a0Stelle getroffen, zum Beispiel in Lukas\u00a08,18: \u00bb<strong>Gebt nun Acht, wie ihr h\u00f6rt<\/strong>; denn wer irgend hat, dem wird gegeben werden, und wer irgend nicht hat, von dem wird selbst das, was er zu haben meint, weggenommen werden\u00ab. Vgl. dazu auch: 5Mose\u00a08,20; Psalm\u00a095,7\u201311 mit Hebr\u00e4er\u00a03,7.15; 4,7. \u2013 Bleiben wir aber bei Markus!<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Das Gleichnis lehrt nicht \u00fcber eine \u00bbPr\u00e4destination des Ackerbodens\u00ab.<\/strong>\u00a0Der erste Hauptredner sagte, dass die\u00a0<strong>Hauptfrage zum Text<\/strong>\u00a0folgende sei:\u00a0<strong>\u00bbDie erste Frage, wo ich Probleme hatte: Ist das Pr\u00e4destination, ist das Vorherbestimmung?<\/strong>\u00a0K\u00f6nnen die Menschen \u00fcberhaupt daf\u00fcr irgendwas, dass sie der Weg, das Steinige, das Fels ist sind?\u00ab [sic].\u00a0\u00a0\u2013 Mit dieser Angabe wurde sofort klar, dass die Predigt h\u00f6chstwahrscheinlich ins Kraut schie\u00dfen wird, denn dieses Thema wird im Text\u00a0<strong>\u00fcberhaupt nicht<\/strong>\u00a0<strong>genannt noch behandelt<\/strong>, es ist jedenfalls nicht seine erste Frage! \u2013 Die biblische Lehre der Zuvorbestimmung (Pr\u00e4destination) muss man zuerst in diesen Text hineinlegen, wenn man ihn dort finden will. Ist Pr\u00e4destination das zu lehrende Thema, dann muss man aber zu Stellen im Wort Gottes gehen, wo dar\u00fcber gelehrt wird, nicht zu Stellen, wo von der Verantwortung des Menschen die Rede ist. (s.u. unter \u00bbAngebliche Probleme\u00ab)<\/li>\n\n\n\n<li>Der dritte Redner meinte, vielleicht um die Verk\u00fcndigung zu retten, dass\u00a0<strong>die erste, wichtigste Frage des Gleichnisses<\/strong>\u00a0vielmehr folgende sei:\u00a0<strong>\u00bbWas verhindert bei dir die Frucht?\u00ab<\/strong>\u00a0\u2013 Aber das Gleichnis spricht nicht zum Ackerboden mit der Aufforderung, er m\u00f6ge sich \u00e4ndern! Das k\u00f6nnte evtl. eine weithergeholte Anwendung sein (und zwar basierend auf einer\u00a0<em>anderen<\/em>\u00a0Stelle der Schrift!), sie gr\u00fcndet aber nicht auf dem Zentralgedanken (d.h. der Lehre) des Gleichnisses.\u00a0<strong>Die \u00bberste Frage\u00ab eines Gleichnisses ist ihr Hauptpunkt, und der richtet sich in Markus m.E. an die Prediger (S\u00e4m\u00e4nner) der Frucht, und nicht an den Ackerboden. Christus lehrt hier, warum das gute Wort Gottes nicht \u00fcberall 100% Frucht bringt (wenn es doch g\u00f6ttlich, ja Gottes Kraft, ist).\u00a0<\/strong>Die Antwort ist: Es liegt an den H\u00f6rern, wie sie das Wort Gottes aufnehmen \u2013 oder auch nicht aufnehmen. Dies aber liegt au\u00dferhalb der Verantwortung des Predigers. \u2013 Die Zuh\u00f6rer der hier behandelten Verk\u00fcndigungsbeitr\u00e4ge wurden aufgefordert, folgende\u00a0<strong>Zentralfrage<\/strong>\u00a0mit nachhause mitzunehmen:\u00a0<strong>\u00bbHat das Wort Gottes bei dir Auswirkungen, hat es in deinem Herzen Auswirkungen, kann es aufgehen, kann es wachsen?\u00ab<\/strong>\u00a0(usw.). Es wurde also der Ackerboden ermahnt, wie es im Markus-Text nirgendwo getan wird. (Wenn das das Thema sein sollte, sollte der Prediger eher Lukas\u00a08,18 verwenden: \u00bbGebt nun Acht, wie ihr h\u00f6rt\u00ab, s.o.)<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Das Gleichnis in Markus erkl\u00e4rt auch nicht, dass der Ackerboden dem \u00bbHerzensboden\u00ab der H\u00f6rer zu vergleichen sei.<\/strong>&nbsp;Der Herr lehrt und deutet es nicht so. Das \u00bbHerz\u00ab taucht weder im Gleichnis noch in der Erkl\u00e4rung auf. Der dritte Redner lieferte hier leider noch eine weitere falsche Angabe, die zu Matth\u00e4us&nbsp;13 geh\u00f6rt, was aber nicht der betrachtete Predigttext war.<\/li>\n\n\n\n<li>Der erste Redner sagte abschlie\u00dfend: \u00bbDieses Gleichnis lehrt uns, dass wir selber entscheiden k\u00f6nnen, wie wir sind, welche Erde wir sind, ob wir Christen sind oder nicht.\u00ab \u2013\u00a0<strong>Nein, das lehrt dieses Gleichnis in Markus\u00a04 sicher nicht!<\/strong>\u00a0Es lehrt vielmehr, dass es einigen (den J\u00fcngern)\u00a0<strong>\u00bbgegeben ist<\/strong>, das Geheimnis des Reiches Gottes zu erkennen\u00ab (4,11), aber\u00a0<strong>\u00bbdenen, die drau\u00dfen sind\u00ab<\/strong>\u00a0(und das ist immer deren Schuld!) wird alles in geheimnisvoller Sprache (Gleichnissen) gesagt,\u00a0<strong>\u00bbdamit\u00ab<\/strong>\u00a0sie nicht sehen, wahrnehmen, bekehren, vergeben werden!<strong>\u00a0\u2013 \u00bbEs wird ihnen gegeben\u00ab<\/strong>\u00a0hei\u00dft gerade nicht, \u00bbsie k\u00f6nnen selbst entscheiden\u00ab! Die erste Aufgabe beim Verstehen eines Textes ist:\u00a0<strong>Aufmerksam Beobachten!<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Angebliche Probleme im Text<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Das \u00bbProblem\u00ab,<\/strong>&nbsp;das der erste Redner im Text sah und einleitend wie auch sp\u00e4ter aufgreifend besprach, war die \u00bb<strong>Pr\u00e4destination<\/strong>\u00ab. Es ist erstaunlich, dass dieses Thema, das ja an anderer Stelle der Schrift v\u00f6llig klar gelehrt wird, (1) hier gesucht wird, wo es weder mit Begriff genannt noch inhaltlich verhandelt wird, und (2)&nbsp;Zweifel an einer klaren Lehre der Schrift ge\u00e4u\u00dfert werden, zudem mit daf\u00fcr v\u00f6llig untauglichem Bibeltext. Da fehlt es (wohl auch) an Basics in der Heilslehre. Es tut in der Seele weh, wenn solche eklatanten M\u00e4ngel in den Grundlagen des Glaubens und der Verk\u00fcndigung von der Kanzel ausgebreitet werden d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite Redner st\u00fcrzte sich (auch) auf Vers 12, der ihm fr\u00fcher \u00bb<strong>sehr viel Bauchschmerzen gemacht<\/strong>\u00ab habe. Dann versuchte er, das (<em>telische<\/em>)\u00a0<strong>\u00bbdamit\u00ab<\/strong>\u00a0umzuerkl\u00e4ren, und ihm eine andere Deutung zu geben. (Ich denke nicht, dass diese Behauptung einer gr\u00fcndlichen Untersuchung des Textes entsprang.) Er behauptete, dass dies \u00bbeine typische Elberfelder \u00dcbersetzung\u00ab (i.S. des konkordanten \u00dcbersetzungsansatzes) sei. Das \u00bbdamit\u00ab (gr.\u00a0<em>hina<\/em>) k\u00f6nne vielmehr mehrere Bedeutungen haben und w\u00fcrde hier eine Begr\u00fcndung einleiten (also\u00a0<em>kausal<\/em>\u00a0sein): \u00bbweil sie\u00ab. Diese Behauptung einer nicht-telischen Bedeutung von\u00a0<em>hina<\/em> (was aber die Hauptbedeutung \u00a0dieses Wortes ist) kommen haupts\u00e4chlich von solchen Theologen, die die Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes im Heil und Gericht und diese Rede Jesu als \u00bbzu hart\u00ab ablehnen.\u00a0<strong>Es ist also nicht bessere Deutung, sondern Um-Deutung in Richtung der eigenen vorgefassten theologischen Meinung<\/strong>. Die Schwierigkeit ist auch nicht zu umgehen mit der Erkl\u00e4rung, dass eben einige nicht lange genug Jesus zugeh\u00f6rt haben, sondern vorzeitig gegangen seien (und dann \u00bbdrau\u00dfen\u00ab waren), und daher nicht verstehen w\u00fcrden. Diese Leute h\u00e4tten vielmehr auch tausend Stunden h\u00f6ren k\u00f6nnen, ohne zu verstehen. \u2013\u00a0<br><strong>Einige kl\u00e4rende Kommentatoren dazu:<\/strong>\u00a0\u00bbDas Zitat wird mit der griechischen Konjunktion\u00a0<em>hina<\/em>\u00a0(damit) eingeleitet,\u00a0<strong>die in diesem Fall keine resultierende Bedeutung haben kann, sondern einen Zweck bezeichnen muss<\/strong>\u00a0(Alf, I, 333<sup>*<\/sup>)\u00ab (Pfeiffer\/ Harrison). \u2013 \u00bb<strong>\u1f35\u03bd\u03b1 wahrscheinl[ich] fin[al]\u00a0<em>damit<\/em><\/strong>; ein Ausweichen auf Nebenbedeutungen wie\u00a0<em>so dass<\/em>\u00a0(kons.) od.\u00a0<em>weil\/denn<\/em>\u00a0(kaus.) o.\u00e4., sprachl. zwar z. T. nicht unm\u00f6gl. (vgl. B II2; BDR \u00a7 4562),\u00a0<strong>erscheint forciert<\/strong>\u00ab (von Siebenthal). \u2013 \u00bb<strong>Das\u00a0\u1f35\u03bd\u03b1 darf nicht abgeschw\u00e4cht werden,\u00a0<\/strong>wie\u00a0<em>ita ut<\/em>, wie Rosenm\u00fcller und andere behaupten. Wir m\u00fcssen daran festhalten, dass diese harte \u00c4u\u00dferung auf Jesaja\u00a06,9 ff basiert und daher im Sinne dieser Stelle interpretiert werden muss.\u00ab (Lange\/Schaff).<\/p>\n\n\n\n<p>Viel besser, weil\u00a0<strong>textgebunden<\/strong>, w\u00e4re es also, wenn man sich das Jesaja-Zitat, das der Herr hier (in Ausz\u00fcgen) verwendet, einmal genauer anschauen w\u00fcrde. Es steht in Jesaja\u00a06, nach einigen Kapiteln Gerichtsworten. Daher ist es naheliegend, dass\u00a0<strong>Jesus auch hier richtend \u00fcber die ungl\u00e4ubigen Menschen redet<\/strong>. Und in der Tat lehrt die Schrift im Prinzip und vielen Beispielen, dass Gott aktiv mit Verh\u00e4rtung Menschen bestraft, so dass sie sich nicht (mehr) bekehren k\u00f6nnen.\u00a0<br>(Danach schweifte dieser zweite Redner anekdotisch ab in den Gedanken, dass Gott, der Sch\u00f6pfer, nicht effizient arbeite, sondern verschwenderisch sei. Das geh\u00f6rt aber wohl sicher nicht zum Lehrpunkt dieses Gleichnisses. Auch die misslungenen eigenen Aktivit\u00e4ten, von denen er aus seinem Erleben anschlie\u00dfend anekdotisch berichtete, haben mit der Deutung des Gleichnisses nichts zu tun.)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die \u00bbProblemstelle\u00ab Markus 4,12 im einzelnen<\/h3>\n\n\n\n<p>Markus 4,12 erkl\u00e4rt nicht, was das in Versen 3\u20139 gegebene Gleichnis bedeutet, sondern kl\u00e4rt vielmehr die Frage der J\u00fcnger (4,10),<strong>\u00a0warum\u00a0<\/strong>der Herr Jesus nun (\u00fcberhaupt)\u00a0<em>in<\/em>\u00a0<em>Gleichnissen<\/em>\u00a0redete. Das hatte er offenbar zuvor nicht gemacht. Also ging es ihnen nicht zuvorderst um den Inhalt und die Bedeutung des Gleichnisses (4,10.11 sagt: Gleichnisse;\u00a0<strong>Plural<\/strong>!), sondern\u00a0<strong>um die Tatsache, dass ihr Herr nun\u00a0<em>in Gleichnissen<\/em>\u00a0redete<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Der Herr sagt seinen J\u00fcngern, dass es ihnen \u00bbgegeben\u00ab war, \u00bbdie Gleichnisse des Reiches Gottes zu\u00a0<strong>erkennen<\/strong>\u00ab (4,11). \u2013\u00a0<strong>\u00bbGegeben\u00ab spricht von Gottes Gabe und damit Gnadengeschenk<\/strong>\u00a0\u2013 mithin Gottes Souver\u00e4nit\u00e4t\u2013 nicht von menschlicher Verantwortung und Verdienst! (Das hat der erste Redner schon einmal v\u00f6llig \u00fcbersehen.)<\/p>\n\n\n\n<p>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Zweitens sagt der Herr, dass \u00bbdenen aber, die drau\u00dfen sind\u00ab (4,11), \u00bballes in Gleichnissen zuteil wird\u00ab, und zwar\u00a0<strong>mit der Absicht, dass sie es nicht erkennen<\/strong>. Das ist hier Gottes Wille und Absicht, daher w\u00e4hlt der Herr souver\u00e4n eine offenbar geheimnisvolle Lehrweise, die dazu f\u00fchrt, dass jene, die drau\u00dfen sind, es \u00bbnicht wahrnehmen\u00ab und es \u00bbnicht verstehen\u00ab und folglich keine Vergebung empfangen (4,12).<\/p>\n\n\n\n<p>3.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Als Begr\u00fcndung verweist der Herr auf einen alten Text vom\u00a0<strong>Propheten Jesaja<\/strong>\u00a0zur\u00fcck. Dort hei\u00dft es w\u00f6rtlich (Jesaja\u00a06,10): \u00bb<strong>Mache<\/strong>\u00a0das Herz dieses Volkes fett, und\u00a0<strong>mache<\/strong>\u00a0seine Ohren schwer, und\u00a0<strong>verklebe<\/strong>\u00a0seine Augen: damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht h\u00f6rt und sein Herz nicht versteht und es nicht umkehrt und geheilt wird\u00ab. Es redet von Israel im Unglauben, dem nun im Gerichtshandeln Gottes jede M\u00f6glichkeit des Verstehens und Annehmens der guten Botschaft genommen wird.\u00a0<strong>Gott Selbst nimmt diesem Volk die Heilsm\u00f6glichkeit.<\/strong><br>Die so\u00a0Gerichteten sind in dieser Sache rein passiv Empfangende, nicht Aktive. Die Vorgeschichte erkl\u00e4rt,\u00a0<em>warum<\/em> Gott dies so tut. Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass Jesaja\u00a06,9\u201313 eine gerichtliche Antwort Jahwes ist, die durch die gleichnishafte Verk\u00fcndigung seines Propheten gegen\u00fcber dem\u00a0<strong>g\u00f6tzendienerischen Juda<\/strong>\u00a0erfolgt, dessen Bekenntnisse zur Treue gg. Jahwe durch die\u00a0<strong>Ablehnung der Anweisungen Jahwes durch ihre F\u00fchrer<\/strong>\u00a0widerlegt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>4.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<strong>\u00bbdamit\u00ab:<\/strong>\u00a0Es ist falsch, wenn man die Verwendung der Stelle aus Jesaja\u00a06 in Markus\u00a04,12 so erkl\u00e4rt, dass das anbindende \u00bbdamit\u00ab (gr.\u00a0<em>hina<\/em>) keine Absicht angeben w\u00fcrde. Noch falscher ist der Versuch, die Ursache-Wirkungs-Kette umzukehren! Das \u00bbdamit\u00ab muss telisch verstanden werden (telisch=auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet).\u00a0<strong>Denn es ist Gottes Ziel und Absicht (im Gericht), dass diese Menschen nicht mehr verstehen, und so nimmt er ihnen die in Gnaden verliehene F\u00e4higkeit zu verstehen wieder weg.<\/strong>\u00a0Die F\u00fchrer Israels waren zur Zeit Jesu gr\u00f6\u00dftenteils bereits in Ablehnung und Mordgedanken gg. Jesus verh\u00e4rtet im Herzen. Darin belassen zu werden bedeutete ewiges Verderben. Aber die selektive Gnade Gottes erweichte und rettete doch einige, wie den Cheftheologen der Juden, Nikodemus, und den reichen Ratsherrn Josef von Arimathia.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Jesaja-Stelle wird auch in\u00a0<strong>Johannes\u00a012,39ff<\/strong>\u00a0begr\u00fcndend und erkl\u00e4rend f\u00fcr den Unglauben des Volkes und seiner F\u00fchrer angegeben: \u00bb<strong>Darum<\/strong>\u00a0konnten sie nicht glauben, weil Jesaja wiederum gesagt hat: \u203aEr hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verh\u00e4rtet,\u00a0<strong>damit<\/strong>\u00a0sie nicht sehen mit den Augen und verstehen mit dem Herzen und sich bekehren und ich sie heile.\u2039 Dies sprach Jesaja, weil er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete\u00ab. \u2013 Das einleitende Wort \u00bbdarum\u00ab wird im Argument mit \u00bbweil\u00ab fortgesetzt. Noch klarer kann man Ursache und Wirkung, Absicht und Folge nicht darstellen: Gott verstopft Augen und Ohren im Gericht und raubt damit\u00a0<em>alle<\/em> M\u00f6glichkeiten des Verstehens, des Umkehrens und damit des Heils.\u00a0<br>Dass\u00a0<strong>Johannes<\/strong>\u00a0die Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes im Heil herausstellt (nachdem schon Jahrzehnte die Synoptiker mit den anderen Schwerpunktsetzungen bekannt waren), ist typisch f\u00fcr seine besondere Botschaft vom souver\u00e4nen Retter-Gott.<\/li>\n\n\n\n<li>Angewandt (auf Markus\u00a04): MancheMenschen werden unserer Evangeliumspredigt nicht mit Verstehen, Umkehr und Glauben folgen,\u00a0<strong>weil<\/strong>\u00a0Gott ihre Augen und Ohren (noch) verstopft hat. \u2013\u00a0<br>Darum beten wir zu Gott, er m\u00f6ge gn\u00e4dig und barmherzig sein, die Augen und Ohren der Verlorenen (und verbockten Gl\u00e4ubigen!) zu \u00f6ffnen. Ob Gott das dann tut, ist Seine\u00a0<strong>souver\u00e4ne<\/strong>\u00a0Sache. \u2013<br>Das muss ein Verk\u00fcndiger der Guten Nachricht bedenken, wenn er auf die unterschiedlichen Reaktionen seiner Zuh\u00f6rer blickt.\u00a0<strong>Paulus<\/strong>\u00a0redete von diesem Erleben als Verk\u00fcndiger der Guten Botschaft so: \u00bbDenn wir sind f\u00fcr Gott ein Wohlgeruch Christi in denen, die errettet werden, und in denen, die verloren gehen;\u00a0<strong>den einen ein Geruch vom Tod zum Tod, den anderen aber ein Geruch vom Leben zum Leben<\/strong>\u00ab. Er zieht daraus nicht die Schlussfolgerung, dass er nun den \u00bbSamen\u00ab seiner Verk\u00fcndigung \u00e4ndern m\u00fcsse, sondern ganz im Gegenteil: \u00bbDenn wir verf\u00e4lschen nicht, wie die Vielen, das Wort Gottes, sondern als aus Lauterkeit, sondern als aus Gott, vor Gott, reden wir in Christus\u00ab (2Korinther\u00a03,15\u201317). Der Mangel liegt nicht am Wort, am Evangelium.\u00a0\u00a0Daher m\u00fcssen wir es so unverf\u00e4lscht und genau wie m\u00f6glich verk\u00fcndigen. Das rechtfertigt und bedingt allen Aufwand in der Vorbereitung der Verk\u00fcndigung. \u2013\u00a0<br>Bedenken wir noch dieses erg\u00e4nzend: W\u00e4re das Verstehen und das Heil allein eine Sache der\u00a0<strong>Verantwortung des Menschen<\/strong>\u00a0(H\u00f6rers), m\u00fcssten wir jeden Menschen bitten, betteln, psychologisch bearbeiten. (Das kann man auch hier und da leider beobachten.) Aber wenn jemand die \u00bbFreiheit des Menschen\u00ab in der Heilswahl betont, dann w\u00e4re selbst dieses f\u00fcr ihn eine unzul\u00e4ssige Einmischung in die Souver\u00e4nit\u00e4t und Freiheit des Menschen. Die biblische Verpflichtung lautet: Wir\u00a0<em>zwingen<\/em>\u00a0niemand zum Heil, weil das nicht geht und uns nicht gehei\u00dfen ist, aber motiviert von der Retterliebe Jesu \u00bb\u00fcberreden\u00ab wir unsere Zuh\u00f6rer (2Korinther\u00a05,11).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weiterer Kontext der Schrift, \u00bbParallelstellen\u00ab<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Jesaja 28,13\u00a0<\/strong>(ELB85)<strong>:<\/strong>\u00a0\u00bbUnd das Wort des HERRN f\u00fcr sie wird sein: zaw la zaw, zaw la zaw, kaw la kaw, kaw la kaw, hier ein wenig, da ein wenig; damit sie hingehen und r\u00fcckw\u00e4rts st\u00fcrzen und zerschmettert werden, sich verstricken lassen und gefangen werden.\u00ab \u2013 Man beachte auch hier das telische (Ziel und Absicht anzeigende) \u00bb<strong>damit\u00ab.<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Jesaja 29,9\u201310:\u00a0<\/strong>\u00a0\u00bbStutzt und staunt! Blendet euch und erblindet! Sie sind berauscht, doch nicht von Wein; sie schwanken, doch nicht von starkem Getr\u00e4nk. Denn Jahwe hat einen Geist tiefen Schlafes \u00fcber euch ausgegossen und hat eure Augen geschlossen; die Propheten und eure H\u00e4upter, die Seher, hat er verh\u00fcllt.\u00ab \u2013 Es ist hier v\u00f6llig klar, dass es nicht der Mensch ist, der sich berauscht hat, und daher nichts versteht, sondern\u00a0<strong>Gott ist hier der ganz Aktive<\/strong>, der (geistlichen) Schlaf und (geistliche) Blindheit (im Gericht) sendet.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>5Mose 29,3:<\/strong>\u00a0\u00bbAber Jahwe hat euch nicht ein Herz gegeben, zu erkennen, und Augen, zu sehen, und Ohren, zu h\u00f6ren, bis auf diesen Tag.\u00ab \u2013 Auch hier ist Jahwe derjenige, an dem alles Heil (Erkennen, Verstehen usw.) h\u00e4ngt.\u00a0<strong>Nur Gott kann die F\u00e4higkeiten (das Verm\u00f6gen) zur Heilsergreifung schenken.<\/strong>\u00a0Der Bettler, der selbst\u00e4ndig die leere Hand ausstreckt, um die Heilsgabe zu ergreifen, ist\u00a0<strong>frommer<\/strong>\u00a0<strong>Volks-Mythos<\/strong>, nicht Gottes Wahrheit. Gott muss sogar schon das Verlangen, die Hand auszustrecken, geben (also das Begehren nach dem wahrhaft Rettenden) und dann der Hand die Kraft und den Willen, sie auszustrecken und das Heil zu ergreifen. Gott sei Dank tut\u00a0<strong>Er<\/strong>\u00a0dies nach freiem Ermessen gezielt hier und da!<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Matth\u00e4us 13,13\u201315:<\/strong>\u00a0\u00bbDarum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen und h\u00f6rend nicht h\u00f6ren noch verstehen; und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erf\u00fcllt, die sagt: \u201eMit Geh\u00f6r werdet ihr h\u00f6ren und doch nicht verstehen, und sehend werdet ihr sehen und doch nicht wahrnehmen; denn das Herz dieses Volkes ist dick geworden, und mit den Ohren haben sie schwer geh\u00f6rt, und\u00a0<strong>ihre Augen haben sie geschlossen<\/strong>, damit sie nicht etwa mit den Augen wahrnehmen und mit den Ohren h\u00f6ren und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.\u201c\u00ab \u2013 Entsprechend der Absicht des Matth\u00e4us-Evangeliums modifiziert Matth\u00e4us unter Inspiration Gottes seine Quelle im AT so, dass die\u00a0<strong>Verantwortung des Menschen<\/strong>\u00a0(aktives \u00bbhaben sie geschlossen\u00ab) umso deutlicher herausgestellt wird. Das verringert nicht die Aussage\/Zitat in den anderen Stellen, noch modifiziert Matth\u00e4us diese. Jede Verwendung hat den Sinn, der aus dem Kontext jeweils hervorgeht.<br><strong>Darf Matth\u00e4us so \u00bbfalsch\u00ab oder \u00bbmodifiziert\u00ab Jesaja\u00a06,9\u201310 zitieren?<\/strong>\u00a0Ja nat\u00fcrlich, der Heilige Geist hat es ihm so diktiert! Beides lehrt die Schrift, jedes aber an seinem Ort:\u00a0<strong>Gottes souver\u00e4nes Handeln im Gericht und in der Erl\u00f6sung, aber auch des Menschen Verantwortung in der Heilsannahme und Bewirken von Heilsfolgen.<\/strong> Philipper\u00a02,12\u201313 liefert den Zusammenhang eindr\u00fccklich. \u2013 Und: Der Kontext der Jesaja-Stelle zeigt, dass diese \u00bbVerh\u00e4rtung\u00ab eine\u00a0<strong>zeitweilige<\/strong>\u00a0ist, weil Israels \u00dcberrest\u00a0<strong>durch souver\u00e4ne Erw\u00e4hlung seitens Gottes<\/strong>\u00a0noch Heil erfahren wird (s. R\u00f6mer\u00a011)!<\/li>\n\n\n\n<li><strong>2Korinther 3,14:<\/strong>\u00a0Diese Verh\u00e4rtung Israels wird im NT aufgegriffen: \u00bbAber ihr Sinn ist\u00a0<strong>verh\u00e4rtet worden<\/strong>, denn bis auf den heutigen Tag bleibt beim Lesen des alten Bundes dieselbe Decke unaufgedeckt, die in Christus weggetan wird.\u00ab \u2013 Das Passiv ist hier das\u00a0<em>Passivum divinum<a href=\"applewebdata:\/\/3CBCFD39-AC49-4187-A099-DA13AC6911C5#_ftn1\"><sup><strong>[1]<\/strong><\/sup><\/a>,\u00a0<\/em>die Menschen sind darin (schon rein sprachlich deutlich!) nicht aktiv. Nur in Christus (und durch sein Wirken) kann und wird (!) eines Tages diese Decke weggenommen werden. Auch hier ist\u00a0<strong>Gott souver\u00e4n \u00fcber Anfang, Art und Ende des Gerichts<\/strong>. \u2013 Dass wir hier von einem Ende sprechen d\u00fcrfen, ist in sich eine gro\u00dfe Gnade, die wir bejubeln.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Als Paulus auf der Missionsreise nach Korinth kam<\/strong>, wollte er sein \u00bbS\u00e4en\u00ab einstellen aus Frustration \u00fcber den widerspenstigen \u00bbharten Boden\u00ab. Zumindest kann man Apostelgeschichte\u00a018,6ff so verstehen: Viele widerstrebten und l\u00e4sterten, aber einige h\u00f6rten und glaubten und wurden getauft. Der gleiche Same der Verk\u00fcndigung brachte auch hier unterschiedlichste \u201eFrucht\u201c!\u00a0<br>Wie ermutigt der Herr Jesus nun seinen frustrierten \u00bbS\u00e4mann\u00ab Paulus? Er sagt: \u00bbF\u00fcrchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll dich angreifen, um dir etwas B\u00f6ses zu tun;\u00a0<strong>denn ich habe ein gro\u00dfes Volk in dieser Stadt<\/strong>.\u00ab \u2013\u00a0<strong>Der Trost und die Motivation des S\u00e4manns ist nicht die Verantwortung des Menschen, sondern die Gegenwart und die Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes im Heil.<\/strong>\u00a0(Das begreife mal ein Arminianer!)<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einige Zitate<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>\u00bbDie Verse 11 und 12 erkl\u00e4ren, warum diese Wahrheit in Gleichnissen gelehrt wird.<\/strong>&nbsp;Gott offenbart die f\u00fcr die Seinen bestimmten Geheimnisse denen, die gehorsam und aufnahmebereit zuh\u00f6ren. Er enth\u00e4lt sie aber absichtlich denen vor, die das ihnen angebotene Licht ablehnen. Das sind die Leute, die Jesus als \u00bbjene \u2026, die drau\u00dfen sind\u00ab bezeichnet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Worte von Vers&nbsp;12 m\u00f6gen dem oberfl\u00e4chlichen Leser ungerecht und hart erscheinen: \u00bbDamit sie sehend sehen und nicht wahrnehmen und h\u00f6rend h\u00f6ren und nicht verstehen, damit sie sich nicht etwa bekehren und ihnen vergeben werde.\u00ab Aber wir m\u00fcssen uns an das enorme Vorrecht erinnern, das jene Menschen damals genossen. Der Sohn Gottes selbst hatte in ihrer Mitte gelehrt und viele m\u00e4chtige Wunder getan. Statt ihn als den gottgesandten Messias anzuerkennen, lehnten sie ihn selbst dann noch ab. Weil sie das Licht der Welt abgelehnt hatten, sollte ihnen das Licht seiner Lehre nicht gegeben werden. Von nun an w\u00fcrden sie seine Wunder sehen, aber ihre geistliche Bedeutung nicht verstehen, und seine Worte h\u00f6ren, aber doch die wunderbaren Lehren hinter ihnen nicht erkennen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt so etwas wie die Tatsache, \u00bbdass man das Evangelium zum letzten Mal h\u00f6rt\u00ab. Es ist m\u00f6glich, den Tag der Gnade durch fortgesetztes S\u00fcndigen zu verpassen. Es gibt M\u00e4nner und Frauen, die den Retter abgelehnt haben und nie wieder die Gelegenheit zur Bu\u00dfe und Vergebung erhalten werden. Sie m\u00f6gen das Evangelium h\u00f6ren, aber es trifft auf verh\u00e4rtete Ohren und ein gef\u00fchlloses Herz. Wir sagen: \u00bbWo Leben ist, da ist auch Hoffnung\u00ab, aber die Bibel spricht von Menschen, die zwar erweckt, aber jenseits jeder Hoffnung der Bu\u00dfe sind (z.\u2005B. in Hebr 6,4\u20136). (MacDonald, William ; Eichler, C. (\u00dcbers.):&nbsp;<em>Kommentar zum Neuen Testament.<\/em>&nbsp;7. Aufl. Bielefeld: Christliche Literatur-Verbreitung, 2018.)<\/p>\n\n\n\n<p>________________________________________________________________________________&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbGericht muss sein; denn auch dadurch, dass das B\u00f6se getroffen und weggetan wird, geschieht Gottes Wille.&nbsp;<strong>Jesus wollte Gottes Reich niemals so verk\u00fcndigen, dass auch ein unbu\u00dffertiger und glaubensloser Sinn es finden kann<\/strong>.\u00ab (Schlatter, Adolf.&nbsp;<em>Die Evangelien nach Markus und Lukas: Ausgelegt f\u00fcr Bibelleser<\/em>. 2. Aufl. Bd. 2. Berlin: Evangelische Verlagsanstalt, 1954.)<\/p>\n\n\n\n<p>________________________________________________________________________________&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Markus 4,12&nbsp;<\/strong><strong>\u1f35\u03bd\u03b1 wahrscheinl. fin. damit;<\/strong>&nbsp;<strong>ein Ausweichen auf Nebenbedeutungen wie so dass (kons.) od. weil\/denn (kaus.) o.\u00e4., sprachl. zwar z. T. nicht unm\u00f6gl. (vgl. B II2; BDR \u00a7 4562), erscheint forciert;<\/strong>&nbsp;hier (wie typischerweise in den Schriften des AT u. NT) ist vorausgesetzt, dass Gottes Souver\u00e4nit\u00e4t u. die Verantwortung des Menschen keine Antithesen darstellen: wenn Gott die, die nicht zu J\u00fcngern Jesu werden, verwirft, so tragen diese die Verantwortung daf\u00fcr selbst (vgl. V. 13\u201320); gleichzeitig steht nichts von dem, was geschieht, au\u00dferhalb des g\u00f6ttl. Ratschlusses u. Planes (vgl. Carson, Mt, S. 308f); im flgd. werden Teile aus Jesaja 6,9\u201310 zitiert (statt der 2. Pl. [MT\/LXX] steht hier die 3. Pl., statt v. Heilung [MT\/LXX] ist [wie im Targum u. in der syrischen Peschitta] v. Vergebung [\u1f00\u03c6\u03b5\u03b8\u1fc7] die Rede), zwei Verse voll bitterer Ironie aus einem Abschnitt, der von der selbstverschuldeten (bis zum Exilgericht andauernden) Verstockung des Gottesvolkes spricht (vgl. zu Matth\u00e4us 13,14).\u00ab (von Siebenthal, Heinrich; Haubeck, Wilfrid:&nbsp;<strong>Matth\u00e4us bis Offenbarung, Neuer Sprachlicher Schl\u00fcssel zum Griechischen Neuen Testament<\/strong>. 2., durchges. Aufl.. Gie\u00dfen; Basel: Brunnen, 2007.)<\/p>\n\n\n\n<p>________________________________________________________________________________&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00bb12<\/strong>&nbsp;Die einleitende Konjunktion (<em>hina<\/em>, \u201edamit\u201c) stammt von Markus. Das folgende Zitat stammt aus Jesaja 6,9\u201310, wo es im MT [masoretischen Text] ein Befehl ist; dies ist nicht \u00fcberraschend, da im semitischen Denken ein Befehl verwendet werden kann, um ein Ergebnis auszudr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Markus folgt dem Text der LXX. Allerdings l\u00e4sst er die starken Aussagen des ersten Teils von Vers 10 weg: \u201eVerh\u00e4rte das Herz dieses Volkes, verstopfe ihre Ohren und verschlie\u00dfe ihre Augen\u201c und \u00e4ndert das \u201eund ich heile sie\u201c (<i>kai<\/i><em> iaomai<\/em> <em>autous<\/em>) der LXX in \u201eund ihnen wird vergeben\u201c (<em>kai apheth\u0113 autois<\/em>). Damit folgt Markus der Targuman-Angabe zur Authentizit\u00e4t der Aussage.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den ersten Blick scheint die Aussage zu besagen, dass der Zweck der Gleichnisse darin besteht, dass Ungl\u00e4ubige (\u201edie Au\u00dfenstehenden\u201c, Vers 11) die Wahrheit nicht empfangen und sich nicht bekehren k\u00f6nnen. Dass diese Aussage theologisch als schwierig angesehen wurde, l\u00e4sst sich daran erkennen, dass Matth\u00e4us&nbsp;<em>hina&nbsp;<\/em>(\u201edamit\u201c) in&nbsp;<em>hoti&nbsp;<\/em>(\u201emit dem Ergebnis, dass\u201c) \u00e4ndert (die NIV \u00fcbersetzt&nbsp;<em>hina<\/em>&nbsp;mit dem mehrdeutigen \u201eso dass\u201c) und Lukas die&nbsp;<em>m\u0113pote<\/em>-Klausel (\u201eansonsten\u201c) wegl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In j\u00fcngster Zeit gab es mehrere Versuche, die telische Kraft von&nbsp;<em>hina&nbsp;<\/em>abzuschw\u00e4chen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1. Es wird behauptet, dass&nbsp;<em>hina<\/em>&nbsp;im Text dasselbe bedeute wie&nbsp;<em>hoti<\/em>. Jesus spr\u00e4che also nicht vom&nbsp;<strong>Zweck<\/strong>&nbsp;der Gleichnisse, sondern von ihrem&nbsp;<strong>Ergebnis<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Markus habe das urspr\u00fcngliche aram\u00e4ische Wort&nbsp;<em>de<\/em>&nbsp;falsch \u00fcbersetzt. Es bedeute \u201ewer\u201c und nicht \u201edamit\u201c. Der Text sollte also lauten: \u201eDas Geheimnis des Reiches Gottes ist euch gegeben worden. Aber denen, die drau\u00dfen sind&nbsp;<em>und<\/em>immer sehen, aber nie wahrnehmen \u2026 wird alles in Gleichnissen gesagt\u201c (Hervorhebung von mir).<\/p>\n\n\n\n<p>3. Die zweckm\u00e4\u00dfige Idee (ausgedr\u00fcckt sowohl durch&nbsp;<em>hina<\/em>&nbsp;als auch durch&nbsp;<em>m\u0113pote<\/em>) ist nicht authentisch f\u00fcr Jesus, sondern repr\u00e4sentiert die Theologie des Markus.<\/p>\n\n\n\n<p>4.\u00a0<em>hina<\/em>\u00a0sei eine Einleitungsformel zur freien \u00dcbersetzung von Jesaja 6,9\u201310. Nach diesem Verst\u00e4ndnis w\u00e4re\u00a0<em>hina<\/em>\u00a0fast gleichbedeutend mit\u00a0<em>hina pl\u0113r\u014dth\u0113<\/em>, \u201edamit es erf\u00fcllt werde\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alle diese Versuche haben ihre M\u00e4ngel.<\/strong>&nbsp;Obwohl 1 und 2 das Problem von&nbsp;<em>hina<\/em>&nbsp;mildern, gehen sie nicht auf das von&nbsp;<em>m\u0113pote<\/em>&nbsp;(\u201eansonsten\u201c) ein, das ebenfalls einen Zweck suggeriert (vgl. auch BAG, S. 378, wo nach der Er\u00f6rterung der M\u00f6glichkeit, dass&nbsp;<em>hina<\/em>&nbsp;\u201emit dem Ergebnis, dass\u201c bedeutet, diese f\u00fcr diesen Abschnitt rundweg abgelehnt wird). L\u00f6sung 3 findet keinerlei Unterst\u00fctzung, w\u00e4hrend 4, eindeutig die beste Wahl der vier, daran scheitert, dass Markus an anderer Stelle&nbsp;<em>hina<\/em>&nbsp;nicht im Sinne von \u201edamit es sich erf\u00fcllen m\u00f6ge\u201c verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vielleicht l\u00e4sst sich Vers 12 am besten als authentische Aussage verstehen, die einfach lehrt, dass ein Grund, warum Jesus in Gleichnissen lehrte, darin bestand, die Wahrheit vor \u201eAu\u00dfenstehenden\u201c&nbsp;<\/strong>(was ich als \u201ehartn\u00e4ckige Ungl\u00e4ubige\u201c verstehe)<strong>&nbsp;zu verbergen.<\/strong>&nbsp;Selbst eine fl\u00fcchtige Lekt\u00fcre der Evangelien zeigt, dass die Gleichnisse Jesu nicht immer klar waren. Selbst die J\u00fcnger hatten Schwierigkeiten, sie zu verstehen (vgl. Markus 7,17). Deshalb lehrte Jesus (zumindest in einigen F\u00e4llen) in Gleichnissen, damit seine Feinde nicht die volle Bedeutung seiner Worte verstehen und falsche Anschuldigungen oder Anklagen gegen ihn erheben konnten. Er wusste, dass das Verstehen in einigen F\u00e4llen zu mehr S\u00fcnde und nicht zur Annahme der Wahrheit f\u00fchren w\u00fcrde. Dar\u00fcber hinaus ist es nicht fremd f\u00fcr die Lehre der Schrift, dass Gott in seiner Weisheit einige (auch hier verstehe ich darunter \u201ehartn\u00e4ckige Ungl\u00e4ubige\u201d) verh\u00e4rtet, um seine souver\u00e4nen Absichten zu verwirklichen (vgl. R\u00f6m 11,25\u201332). Marshall findet einen guten Mittelweg, wenn er sagt: \u201eDurch diese Methode des Lehrens in Gleichnissen lud Jesus seine Zuh\u00f6rer nicht nur ein, unter die Oberfl\u00e4che zu blicken und die wahre Bedeutung zu finden, sondern er gab ihnen gleichzeitig die M\u00f6glichkeit \u2013 die viele von ihnen auch nutzten \u2013, die Augen und Ohren vor dem eigentlichen Kernpunkt zu verschlie\u00dfen\u201d (<em>Commentary on Luke<\/em>, S. 323). F\u00fcr eine eingehende Behandlung des Zwecks der Gleichnisse in der Lehre Jesu vgl. R. Stein,&nbsp;<em>An Introduction to the Parables of Jesus<\/em>&nbsp;(Philadelphia: Westminster, 1981), S. 25\u201335.\u00ab<br>(Wessel, Walter W.:&nbsp;<em>Markus<\/em>. In: Gaebelein, F. E. (Hrsg.):&nbsp;<em>The Expositor\u2019s Bible Commentary: Matth\u00e4us, Markus, Lukas<\/em>. Bd. 8. Grand Rapids, MI : Zondervan Publishing House, 1984, S. 649\u2013650.)<\/p>\n\n\n\n<p>________________________________________________________________________________&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbChrist\u2019s agents in the sowing of the good seed are the&nbsp;<em>preachers<\/em>&nbsp;of the word. Thus, as in all the cases about to be described, the sower is the same, and the seed is the same; while the result is entirely different, the whole difference must lie in the&nbsp;<em>soils,<\/em>&nbsp;which mean the&nbsp;<em>different states of the human heart<\/em>.&nbsp;<strong>And so, the great general lesson held forth in this parable of the sower is, that however faithful the preacher, and how pure soever his message,&nbsp;<em>the effect of the preaching of the word depends upon the state of the hearer\u2019s heart<\/em>.<\/strong>\u00ab (Jamieson, Robert, A. R. Fausset, und David Brown.&nbsp;<em>Commentary Critical and Explanatory on the Whole Bible<\/em>. Oak Harbor, WA: Logos Research Systems, Inc., 1997.) \u2013&nbsp;&nbsp;Bem.: Dies ist eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Texte in Matth\u00e4us und Lukas, aber nicht f\u00fcr den hier in Markus.<\/p>\n\n\n\n<p>________________________________________________________________________________&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbVer. 12.\u00a0<strong>They may see<\/strong>.\u2014<strong>The\u00a0<\/strong><strong>\u1f35<\/strong><strong>\u03bd\u03b1<\/strong><strong>\u00a0is not to be softened<\/strong>, as if\u00a0<em>ita ut<\/em>, as Rosenm\u00fcller and others assert. We must maintain that this hard utterance was based upon Isa. 6:9 seq., and therefore that it must be interpreted in the meaning of that passage: not as an absolute sentence, but as a\u00a0<em>deserved, economical<\/em>, and\u00a0<em>pedagogical<\/em> visitation\u00ab (Lange, John Peter, Philip Schaff, und William G. T. Shedd.\u00a0<em>A commentary on the Holy Scriptures: Mark<\/em>. Bellingham, WA: Logos Bible Software, 2008.).<\/p>\n\n\n\n<p>________________________________________________________________________________&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00abThat<\/strong>&nbsp;(\u1f31\u03bd\u03b1&nbsp;[<em>hina<\/em>]). Mark has the construction of the Hebrew \u201clest\u201d of Isa. 6:9f. with the subjunctive and so Luke 8:10, while Matt. 13:13 uses causal&nbsp;\u1f41\u03c4\u03b9&nbsp;[<em>hoti<\/em>] with the indicative following the LXX. See on Matt. 13:13 for the so-called causal use of&nbsp;\u1f31\u03bd\u03b1&nbsp;[<em>hina<\/em>]. Gould on Mark 4:12 has an intelligent discussion of the differences between Matthew and Mark and Luke.&nbsp;<strong>He argues that Mark here probably \u201cpreserves the original form of Jesus\u2019 saying.\u201d<\/strong>&nbsp;God ironically commands Isaiah to harden the hearts of the people. If the notion of purpose is preserved in the use of&nbsp;\u1f31\u03bd\u03b1&nbsp;[<em>hina<\/em>] in Mark and Luke, there is probably some irony also in the sad words of Jesus. If&nbsp;\u1f31\u03bd\u03b1&nbsp;[<em>hina<\/em>] is given the causative use of&nbsp;\u1f41\u03c4\u03b9&nbsp;[<em>hoti<\/em>] in Matthew, the difficulty disappears.&nbsp;<strong>What is certain is that the use of parables on this occasion was a penalty for judicial blindness on those who will not see.<\/strong><strong>\u00ab<\/strong><sup>&nbsp;&nbsp;<\/sup>(Robertson, A.T.&nbsp;<em>Word Pictures in the New Testament<\/em>. Nashville, TN: Broadman Press, 1933.)<\/p>\n\n\n\n<p>________________________________________________________________________________&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbThe purpose of&nbsp;<strong>parables<\/strong>&nbsp;was to instruct the initiates without revealing the items of instruction to the ones who were&nbsp;<strong>without.<\/strong>&nbsp;This is in keeping with the Biblical principle that spiritual understanding is restricted to those who have become&nbsp;<strong>spiritual<\/strong>&nbsp;by properly relating themselves to Christ and his message (I Cor 2:6ff.).&nbsp;<br><strong>12.<\/strong>&nbsp;That such was the purpose of Christ\u2019s use of parables is further confirmed by a quotation from the OT.&nbsp;<strong>The citation is introduced with the Greek conjunction&nbsp;<em>hina<\/em>&nbsp;(that), which in this instance cannot have a resultant meaning but must indicate purpose (Alf, I, 333<sup>*<\/sup>).<\/strong>&nbsp;This verse is a free rendering of Isa 6:9, 10, giving the gist, but not reproducing the exact wording, of the prophetic passage.\u00ab (Pfeiffer, Charles F., und Everett Falconer Harrison, Hrsg.&nbsp;<em>The Wycliffe Bible Commentary: New Testament<\/em>. Chicago: Moody Press, 1962.)<br><br>(*) Die Stelle im&nbsp;<em>Greek NT<\/em>&nbsp;von Alford wird von Alford wie folgt kommentiert:&nbsp;\u00bb<strong>We must keep the&nbsp;<em>hina<\/em>&nbsp;strictly to its telic meaning\u2013 in order that.<\/strong>&nbsp;When God transacts a matter, it is idle to say that the result is not the purpose.&nbsp;He doeth all things after the counsel of His own will.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>________________________________________________________________________________&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEach of the three fruitless hearts is influenced by a different enemy:\u00a0<strong>the hard heart\u2014the devil himself<\/strong> snatches the seed;\u00a0<strong>the shallow heart\u2014the flesh<\/strong>\u00a0counterfeits religious feelings;\u00a0<strong>the crowded heart\u2014the things of the world<\/strong>\u00a0smother the growth and prevent a harvest. These are the three great enemies of the Christian:\u00a0<strong>the world, the flesh, and the devil<\/strong>\u00a0(Eph. 2:1\u20133).\u00ab (Wiersbe, Warren W.\u00a0<em>The Bible exposition commentary<\/em>. Wheaton, IL: Victor Books, 1996.)<\/p>\n\n\n\n<p>________________________________________________________________________________&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00bbA. DAS GLEICHNIS VOM S\u00c4EMANN<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>I.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Markus<\/em>&nbsp;bemerkt die Bedeutung des H\u00f6rens, wenn der Heiland spricht (Vers 3).&nbsp;<em>Matth\u00e4us<\/em>&nbsp;beginnt mit dem Wort \u201eSiehe&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Markus<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Lukas<\/em>&nbsp;sprechen vom Samen in der Einzahl, aber&nbsp;<em>Matth\u00e4us<\/em>&nbsp;spricht von Samen in der Mehrzahl (King James \u00dcbersetzung) oder wie es die \u00dcbersetzung von J. N. Darby wiedergibt, von ,,einigen K\u00f6rnern&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Same ist immer das Wort Gottes, aber es wird gesehen als ges\u00e4t, entweder durch den S\u00e4emann, den Herrn Jesus, oder durch, Seine Diener, die vielen S\u00e4em\u00e4nner; in der Hand eines jeden ist der Same oder Samen oder K\u00f6rner. Wie jemand bemerkte: \u201eDas Auge des g\u00f6ttlichen\u00b7 Dieners in&nbsp;<em>Markus&#8216;<\/em>, Bericht ruht auf jedem einzelnen Korn, und wie der einzelne Sperling, so ist nicht eines von ihnen vor Gott vergessen\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sowohl&nbsp;<em>Markus<\/em>&nbsp;als auch&nbsp;<em>Matth\u00e4us<\/em>&nbsp;erw\u00e4hnen bei der Saat, die auf das Steinichte fiel, dass nicht viel Erde da war,&nbsp;<em>Lukas<\/em>&nbsp;f\u00fcgt hinzu, dass auch Feuchtigkeit fehlte.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nur&nbsp;<em>Markus<\/em>&nbsp;sagt: \u201eUnd es gab keine Frucht\u201c (Vers 7) von dem Samen, der unter die Domen fiel; die anderen Evangelisten bemerken, dass es erstickte.&nbsp;<em>Markus<\/em>&nbsp;gibt das Gleichnis mit den meisten Einzelheiten wieder. Wir sehen einen Beweis daf\u00fcr, da\u00df die Evangelisten unabh\u00e4ngig voneinander arbeiteten und schrieben in der Benutzung des Wortes \u201eauf\u201c in Vers 8 von Matth\u00e4us 13 und des Wortes \u201ein&#8220; in Vers 8 von&nbsp;<em>Markus&#8216;<\/em>&nbsp;Bericht.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In&nbsp;<em>Markus<\/em>&nbsp;h\u00e4lt der Diener und Prophet alles in Seiner gesegneten Hand, und das Ergebnis ist dort ein Zunehmen &#8211; von drei\u00dfig-zu sechzig-zu hundertf\u00e4ltig. Bei&nbsp;<em>Matth\u00e4us<\/em>&nbsp;aber hat der K\u00f6nig, wie wir sehen werden, das K\u00f6nigreich in die H\u00e4nde von Menschen gelegt, und das Ergebnis ist umgekehrt: dort ist es Verringerung von hundert- zu sechzig- zu drei\u00dfigf\u00e4ltig. In&nbsp;<em>Lukas<\/em>&nbsp;jedoch lesen wir, dass der Same das Wort Gottes ist, und demzufolge finden wir weder Verringerung noch Steigerung, weder R\u00fcckschritt noch Fortschritt, weil es sicher ist, dass es hundertf\u00e4ltig Frucht bringt mit Ausharren &#8211; ein besonderer Ausdruck bei&nbsp;<em>Lukas<\/em>!<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die Erkl\u00e4rung dieses Gleichnisses durch unseren Herrn wird von unseren Evangelisten fast gleichlautend wiedergegeben, wobei Matth\u00e4us den Abschnitt aus Jesaja\u00b7 6 ganz zitiert, w\u00e4hrend ihn Markus etwas und Lukas noch mehr k\u00fcrzt.<\/p>\n\n\n\n<p>II.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Matth\u00e4us&nbsp;<\/em>stellt die abgeschnittene \u201eFamilienbeziehung\u201c mit Israel als einer Nation klarer heraus als die anderen Evangelisten, wenn er sagt: \u201eAn jenem Tage aber ging Jesus aus dem Hause hinaus und setzte sich an den See.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nur hier sagt Er etwas zu der Frage der J\u00fcnger: \u201eWarum redest du in Gleichnissen zu ihnen?\u201c \u2013 nicht: was bedeutet dies Gleichnis (Vers 10)! Und von Matth\u00e4us wird uns gesagt, dass dieses Reden in Gleichnissen als Strafe dienen soll f\u00fcr&nbsp;die H\u00f6rer, die den Herrn bereits verworfen und ihre Herzen verh\u00e4rtet hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Weil es um die Betonung dieses Grundsatzes geht, teilt uns auch nur&nbsp;<em>Matth\u00e4us<\/em>&nbsp;mit (in Vers 12): \u201eDenn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird \u00dcberfluss haben; wer aber nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, genommen werden.\u201c Mit anderen Worten: Jene, zu denen Jesus kam und die Ihn aufnahmen (als einer Nation war Er ihnen gegeben worden), nur jene, die Ihn in Wahrheit durch Glauben in ihre Herzen aufgenommen hatten &#8211; f\u00fcr&nbsp;diese war Er gleichsam \u201ezweifach gegeben\u201c, und deshalb hatten sie \u00dcberfluss.&nbsp;&nbsp;Aber jene, die Ihn nicht im Glauben angenommen hatten, obwohl Er ihnen als der Messias gegeben war, \u201ehatten\u201c Ihn nicht durch Glauben, und Er w\u00fcrde von ihnen genommen werden und anderen \u2013 den Nationen &#8211; gegeben werden. F\u00fcr&nbsp;diese, die Christus verwarfen, sprach Er in Gleichnissen, damit. sie in ihren Herzen noch mehr verh\u00e4rtet werden m\u00f6chten, \u201edamit sie nicht etwa &#8230; sich bekehren, und ich sie heile&#8220;. Sie f\u00fchlten sich nicht krank und brauchten keine Heilung: schrecklicher Zustand! So stand es um die Nation als Ganzes.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In&nbsp;<em>Matth\u00e4us<\/em>&nbsp;ist es das \u201eWort vom Reich\u201c (Vers 19), aber in Lukas ist es das \u201eWort Gottes\u201c (8,11).<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wiederum liegt in&nbsp;<em>Matth\u00e4us<\/em>&nbsp;die Betonung auf dem Verstehen des Wortes, w\u00e4hrend sie in&nbsp;<em>Lukas<\/em>&nbsp;auf dem Bewahren liegt (8,15) und in&nbsp;<em>Markus<\/em>&nbsp;auf dem Aufnehmen (4,20). So wird das Wort zuerst verstanden, dann aufgenommen, und immer bewahrt oder auf das praktische Leben angewandt.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Beim Vergleichen der drei Evangelisten ist au\u00dferdem zu bemerken, dass&nbsp;<em>Markus<\/em>&nbsp;von \u201edem B\u00f6sen\u201c spricht (Vers 19), womit er auf dessen Charakter im Allgemeinen hinweist;&nbsp;<em>Markus<\/em>&nbsp;sagt, alsbald kommt ,,der Satan&#8220; (Vers 15), womit er auf dessen Charakter als Widersacher hinweist; und schlie\u00dflich sagt&nbsp;<em>Lukas<\/em>, \u201eDann kommt der Teufel\u201c, womit er auf den Feind als Ankl\u00e4ger hinweist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Auch sehen wir, dass in&nbsp;<em>Matth\u00e4us<\/em>&nbsp;die Betonung auf dem S\u00e4emann liegt &#8211; \u201eDer den guten Samen s\u00e4t, ist der Sohn des Menschen\u201c (13,37); in&nbsp;<em>Markus<\/em>&nbsp;liegt die Betonung auf dem Werk des S\u00e4emanns \u2013 \u201eDer S\u00e4emann s\u00e4t das Wort\u201c ( 4,14 ); und in&nbsp;<em>Lukas<\/em>&nbsp;liegt die Betonung auf dem Samen &#8211; ,,Der Same ist das Wort Gottes\u201c (8,11 ). Man kann nicht anders, als den Herrn dieser kostbaren, inspirierten Berichte anzubeten, wenn man diese wundervolle Harmonie und dennoch den unterschiedlichen Charakter der Evangelien sieht!<\/p>\n\n\n\n<p>Ill.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Lukas<\/em>: Schlie\u00dflich kommen wir zu&nbsp;<em>Lukas<\/em>, wo es hei\u00dft, dass der kostbare Same \u201ezertreten&#8220; wurde (Vers 5) und dass er an einen Platz fiel, wo weder viel Erde noch Feuchtigkeit war (Vers 6). Weil aber das, was in die gute Erde fiel, in seinem innersten Wesen das reine Wort Gottes. war, konnte es nur volle Frucht bringen, was durch \u201ehundertf\u00e4ltig\u201c ausgedr\u00fcckt wird.\u00ab<br>(Cor Bruins,&nbsp;<em>Er wohnte unter uns. Die g\u00f6ttliche Absicht in den Unterschieden der vier Evangelien<\/em>, Neustadt: Paulus, 1992.)<\/p>\n\n\n\n<p>________________________________________________________________________________&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcbersichtsgrafiken f\u00fcr den synoptischen Vergleich<\/h3>\n\n\n\n<p>Die folgenden Grafiken f\u00fcr den synoptischen Vergleich stammen von&nbsp;<a href=\"mailto:grace@logikos.club\">grace@logikos.club<\/a>&nbsp;(\u00a9&nbsp;1990\u20132025). Sie d\u00fcrfen gerne frei mit Quellenangabe verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgangspunkt der <strong>Textbeobachtung<\/strong> ist eine tabellarische Gegen\u00fcberstellung der synoptischen Texte (Gleichnis samt Erl\u00e4uterung durch Jesus Christus) (Bild 1).<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1804\" height=\"2006\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Textvergleich-1-e1760955738556.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3778\" srcset=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Textvergleich-1-e1760955738556.png 1804w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Textvergleich-1-e1760955738556-270x300.png 270w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Textvergleich-1-e1760955738556-921x1024.png 921w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Textvergleich-1-e1760955738556-768x854.png 768w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Textvergleich-1-e1760955738556-1381x1536.png 1381w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"482\" height=\"342\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Tabelle1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3774\" style=\"width:674px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Tabelle1.png 482w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Tabelle1-300x213.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 482px) 100vw, 482px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"482\" height=\"295\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Bodenvergleich.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3775\" style=\"width:674px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Bodenvergleich.png 482w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Bodenvergleich-300x184.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 482px) 100vw, 482px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"482\" height=\"292\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Feindvergleich.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3776\" style=\"width:674px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Feindvergleich.png 482w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Saemann_Feindvergleich-300x182.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 482px) 100vw, 482px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Endenote<\/h3>\n\n\n\n<p style=\"font-size:13px\"><a href=\"applewebdata:\/\/3CBCFD39-AC49-4187-A099-DA13AC6911C5#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Das&nbsp;<strong>Passivum divinum<\/strong>&nbsp;ist eine theologische Sprachform im AT wie im NT, die es erm\u00f6glicht, \u00fcber Gott zu sprechen, ohne seinen Namen zu verwenden. Dem bibelkundigen Leser war klar, dass der ungenannte Akteur der im Passiv genannten T\u00e4tigkeit Gott ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Posttraumatische Betrachtung einer missgl\u00fcckten Verk\u00fcndigung&nbsp; 10\u00a0Und als er allein war, fragten ihn die, die um ihn waren, mit den Zw\u00f6lfen \u00fcber die Gleichnisse.11\u00a0Und er sprach zu ihnen: Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes [zu]erkennen]; denen aber, die drau\u00dfen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil,\u00a012\u00a0damit \u00bbsie sehend sehen und nicht wahrnehmen, und h\u00f6rend &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=3768\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDas Gleichnis vom vierfachen Ackerboden im Markusevangelium\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[11,13,10],"tags":[190,191,102,192],"class_list":["post-3768","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hall-of-shame","category-predigten","category-theologie","tag-exegese","tag-gleichnisse","tag-hermeneutik","tag-predigtbesprechung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3768"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3768\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3805,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3768\/revisions\/3805"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}