{"id":3447,"date":"2020-07-03T22:00:04","date_gmt":"2020-07-03T20:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=3447"},"modified":"2024-04-16T16:10:36","modified_gmt":"2024-04-16T14:10:36","slug":"was-fuer-eine-theologie-ist-denn-das-dave-hunts-falschdarstellung-von-gott-und-calvinismus-deutsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=3447","title":{"rendered":"Was f\u00fcr eine Theologie ist denn das? \u2013 Dave Hunts Falschdarstellung von Gott und Calvinismus (deutsch)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:18% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"309\" height=\"500\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/image.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3451 size-full\" srcset=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/image.jpeg 309w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/image-185x300.jpeg 185w\" sizes=\"auto, (max-width: 309px) 100vw, 309px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-text-align-left\"><span style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><em>Diese Rezension des Originals des  links abgebildeten, \u00fcbersetzten Buches von Dave Hunt (1926\u20132013) stammt von Steven J. Cole. <strong>Dies ist eine adaptierte \u00dcbertragung dieser Rezension ins Deutsche<\/strong>. <\/em><\/span><br><em>Das Buch von Hunt wurde 2011 ins Deutsche \u00fcbersetzt und von \u201eBible Baptist Ministries\u201c herausgegeben unter dem Titel: \u00bbEine Frage der Liebe: Wird Gott im Calvinismus falsch dargestellt?\u00ab [Die Frage des Titels ist keine Frage, sondern Hauptthese des Buchs.]<\/em>  Cole schreibt:<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>\u00bbAls ich Dave Hunts neuestes Buch \u201e<em>What Love is This?<\/em>\u201c mit dem Untertitel \u201e<em>Calvinism&#8217;s Misrepresentation of God<\/em>\u201c [Titel der deutschen Ausgabe: \u201e<em>Eine Frage der Liebe: Wird Gott im Calvinismus falsch dargestellt?<\/em>\u201c] las, empfand ich sowohl tiefe Traurigkeit als auch gerechten Zorn. Ich war traurig, weil viele ahnungslose und ungebildete Christen glauben werden, dass Hunt Recht hat, und dadurch eine der reichsten geistlichen Goldminen verpassen, die es gibt, n\u00e4mlich das Leben und die Schriften von Johannes Calvin und seinen Erben im Glauben. Ich war w\u00fctend,\u00a0<strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">weil Hunt sowohl Calvin als auch den Calvinismus absichtlich falsch darstellt und verleumdet und dabei auch Gott selbst grob falsch darstellt<\/mark><\/strong>. Ich wei\u00df, dass seine Falschdarstellung Absicht ist, weil viele Calvinisten, darunter auch ich, w\u00e4hrend der Entstehung des Buches wiederholt an Hunt geschrieben haben, um ihn auf seine Fehler hinzuweisen und ihn zu bitten, mit der Falschdarstellung unseres Glaubens aufzuh\u00f6ren. Aber leider ignorierte er hartn\u00e4ckig unsere Korrekturen und machte mit Volldampf weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>Das daraus resultierende Buch ist<\/strong>\u00a0<strong>ein theologisches und geistliches Desaster ersten Ranges<\/strong>.<\/mark> Wenn Sie sich auf die Boulevardpresse als verl\u00e4ssliche Nachrichtenquelle verlassen, werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass Hunt f\u00fcr Ihre Theologie zufriedenstellend ist. Er wird Ihnen dieselbe Art von sensationellen Verleumdungen liefern wie die Boulevardpresse, nur dass sie so pr\u00e4sentiert werden, als ob sie biblisch und historisch begr\u00fcndet w\u00e4ren. Aber wenn Sie in Ihrer Erkenntnis des lebendigen Gottes wachsen wollen, rate ich Ihnen, diese Boulevardtheologie ungelesen stehen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich musste mich mit dem Buch befassen, weil ein ehemaliger \u00c4ltester es an einige meiner \u00c4ltesten und andere weitergibt und ihnen sagt, es sei eine ausgewogene Kritik an der reformierten Theologie. Auf der R\u00fcckseite des Buches finden sich gl\u00fchende Bef\u00fcrwortungen von Chuck Smith, Elmer Towns, Tim LaHaye und anderen. LaHaye sagt sogar: \u201eDer Calvinismus &#8230; kommt der Blasphemie gef\u00e4hrlich nahe\u201c (Auslassungszeichen im Zitat). Mehrere Familien haben meine Kirche wegen dieser Frage verlassen, weil ich lehre, was die Heilige Schrift eindeutig best\u00e4tigt, n\u00e4mlich dass Gott souver\u00e4n beschlie\u00dft, einige zu retten, aber nicht alle. Unsere Errettung beruht auf der Grundlage von Gottes souver\u00e4ner Entscheidung f\u00fcr uns. Seine Entscheidung f\u00fcr uns ist der Grund daf\u00fcr, dass wir uns f\u00fcr den Glauben entscheiden. Daher kann sich niemand seiner Errettung r\u00fchmen, sondern nur des Herrn (1. Korinther 1,26-31; Galater 1,15; Epheser 1,3-12).<\/p>\n\n\n\n<p>Hunts Hauptkritikpunkt am Calvinismus ist dessen Ansicht, dass Gott nicht jedem Menschen gegen\u00fcber vollkommen liebevoll ist. Er argumentiert, dass Gott unmoralisch und ungerecht sei, wenn er alle Menschen retten k\u00f6nnte, sich aber daf\u00fcr entscheidet, nur einige zu retten. So wie jemand, der einen Ertrinkenden retten k\u00f6nnte, es aber nicht tut, unmoralisch w\u00e4re (S. 111\u2013112, 114\u2013115). Hunt vertritt die Ansicht, dass Gott m\u00f6chte, dass alle Menschen gerettet werden, und dass er allen die Rettung erm\u00f6glicht habe. Nun liegt es am Einzelnen, darauf zu reagieren, und jeder Mensch sei aus sich selbst in der Lage, darauf zu reagieren. Wenn die Menschen nicht in der Lage w\u00e4ren, aus freiem Willen auf das Evangelium zu antworten, dann w\u00e4re das Heilsangebot Gottes nicht echt, sondern eine Verh\u00f6hnung. Es w\u00e4re so, als ob Gott einem Menschen, der in einem tiefen Brunnen gefangen ist, ein Seil au\u00dferhalb dessen Reichweite hielte und sagte: \u201eNimm das Seil.\u201c Das sind die Argumente von Hunt.<\/p>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>Diese Argumente entsprechen durchaus der menschlichen Denkweise, aber die entscheidende Frage ist, ob sie mit der biblischen Offenbarung \u00fcbereinstimmen.<\/strong>\u00a0<\/mark>Hunt geht f\u00e4lschlicherweise davon aus, dass das freie Angebot des Evangeliums an alle voraussetze, dass diejenigen, denen es angeboten wird, auch in der Lage seien, darauf [heilsergreifend] zu antworten. Es gibt jedoch viele Bibelstellen, die direkt auf die Unf\u00e4higkeit des S\u00fcnders hinweisen, auf die geistliche Wahrheit [heilsergreifend] zu antworten (Johannes 6,44.65; 8,43; R\u00f6mer 3,10\u201318; 8,6\u20138; 1. Korinther 2,14; 2. Korinther 4,4; Epheser 2,1\u20133 usw.). Hunt verwirft oder verw\u00e4ssert all diese Texte, indem er sagt, dass sie nicht das bedeuten k\u00f6nnten, was die Calvinisten behaupten, denn wenn sie das bedeuten w\u00fcrden, k\u00f6nnten die S\u00fcnder nicht auf das Evangelium reagieren und somit w\u00e4re das Angebot des Evangeliums nicht g\u00fcltig. Mit anderen Worten, <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">er argumentiert im Kreis<\/mark> und nimmt an, was er sp\u00e4ter \u201ebeweist\u201c. Aber er akzeptiert nicht die klare Lehre von Gottes Wort, dass der Mensch wegen des S\u00fcndenfalls unf\u00e4hig ist, nach Gott zu suchen. Damit zieht Hunt Gott in seiner absoluten Heiligkeit herab auf das Niveau des gefallenen Menschen und macht ihn so f\u00fcr den gefallenen Menschen greifbar. Gleichzeitig erhebt er den s\u00fcndigen, stolzen Menschen, indem er ihm behauptet, er k\u00f6nne sich jederzeit f\u00fcr Gott entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Verwerfung der biblischen Lehre der Verderbtheit (Unf\u00e4higkeit) des gefallenen Menschen, f\u00e4hrt er fort, auch alle anderen der so genannten<em>&nbsp;F\u00fcnf Punkte des Calvinismus<\/em>&nbsp;zu verwerfen. Hunt behauptet, dass Gott unm\u00f6glich einige Menschen souver\u00e4n zum Heil erw\u00e4hlt haben k\u00f6nne, denn dann w\u00e4re er lieblos und ungerecht. Dabei ist es ihm offenbar v\u00f6llig egal, dass Gott in einer seiner fr\u00fchesten Selbstoffenbarungen klar und deutlich sagt: \u00bb[I]ch werde begnadigen, wen ich begnadigen werde, und werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarmen werde\u00ab (2.&nbsp;Mose 33,19). Diese Aussage verliert jeden Sinn, wenn Gott&nbsp;<em>jedem<\/em>&nbsp;einzelnen Menschen gegen\u00fcber&nbsp;<em>gleicherma\u00dfen<\/em>&nbsp;gn\u00e4dig und barmherzig ist. Von Anfang an begr\u00fcndet Gott sein Recht als heiliger Gott, einige auszuw\u00e4hlen und andere abzulehnen, nicht aufgrund menschlicher Verdienste (die es nicht gibt), sondern aufgrund seines souver\u00e4nen Willens. Doch Hunt spricht Gott dieses Vorrecht ab, obwohl die Heilige Schrift dieses \u00fcberaus h\u00e4ugfig offenbart.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend er seine humanistische (und unbiblische) Sicht von Gott darlegt und verteidigt, zerrei\u00dft Hunt Calvin und den Calvinismus \u2013 oder zumindest glaubt er, dass er das tut. <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">In Wirklichkeit versteht Hunt nicht einmal einige der grundlegenden Lehren des Calvinismus, obwohl er glaubt, dass er sie versteht.<\/mark> <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>So stellt Hunt von Anfang an und auf praktisch jeder Seite falsch dar, was Calvinisten glauben.<\/strong><\/mark> Auch wenn er nicht mit dem \u00fcbereinstimmt, was sie wirklich glauben, so stellt er doch gr\u00f6\u00dftenteils eine Karikatur auf und greift sie an, die manchmal eine gewisse \u00c4hnlichkeit mit der Wirklichkeit hat, aber meistens so weit davon entfernt ist, dass biblisch informierte Calvinisten sie ebenfalls angreifen w\u00fcrden. Sie w\u00fcrden es nur nicht als Calvinismus bezeichnen, wie Hunt es f\u00e4lschlicherweise tut. Hier sind ein paar (von vielen) Beispielen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Hunt sagt, dass der Calvinismus die rettende Gnade Gottes auf einige wenige Auserw\u00e4hlte beschr\u00e4nke und die Mehrheit der Menschheit ohne Hoffnung oder M\u00f6glichkeit auf Erl\u00f6sung lasse (S. 78). Das Angebot der Errettung gelte nur den Auserw\u00e4hlten (S. 103). In Wahrheit glauben Calvinisten, dass Gottes rettende Gnade der ganzen Welt frei angeboten wird und dass es im Himmel eine unz\u00e4hlige Schar aus allen St\u00e4mmen der Erde geben wird, die durch das Blut Jesu erkauft wurde (Offenbarung 5,9\u201312).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Hunt sagt, dass der Calvinismus die Schuld f\u00fcr die S\u00fcnde und die Verdammnis der S\u00fcnder vollst\u00e4ndig Gott zuschreibe, der alles so vorherbestimmt habe, dass es so kommen musste (S. 84). Gott veranlasse alle Menschen zur S\u00fcnde (S. 42). Die Wahrheit ist, dass Calvinisten glauben, dass zwar alles unter Gottes souver\u00e4nem Willen steht (Epheser 1,11), er aber nicht der Urheber der S\u00fcnde ist. Die S\u00fcnder sind f\u00fcr ihre eigene Verdammnis verantwortlich, und niemand kann Gott daf\u00fcr verantwortlich machen, dass sie in die H\u00f6lle kommen. Ich habe Hunt pers\u00f6nlich auf das\u00a0<em>Westminster Glaubensbekenntnis<\/em>, Kapitel 3, Absatz 1, verwiesen, in dem die reformierte Erkl\u00e4rung steht, dass Gott souver\u00e4n \u00fcber alles ist und dennoch nicht f\u00fcr die S\u00fcnde verantwortlich ist. <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Aber Hunt hat dies ignoriert und bleibt bei seiner verleumderischen Anschuldigung.<\/mark><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Hunt sagt, der Calvinismus leugne jede echte Wahlm\u00f6glichkeit des Menschen (S. 89). In Verbindung damit leugneten die Calvinisten, dass der Mensch einen Willen habe (S. 94). \u201eCalvin zufolge hat die Erl\u00f6sung nichts damit zu tun, ob ein Mensch an das Evangelium glaubt oder nicht\u201c (S. 42). Die Wahrheit ist, dass Calvin und die Calvinisten an die menschliche Wahl und den Willen glauben. Sie behaupten jedoch, dass der gefallene Mensch, wie sogar der Arminianer Wesley es ausdr\u00fcckte, \u201efest in der S\u00fcnde und der Nacht der Natur gefangen\u201c sei, unf\u00e4hig, sich f\u00fcr das Heil zu entscheiden, wenn nicht Gott souver\u00e4n in ihren Herzen wirkt. Ich bin mir nicht sicher, woher Hunt die l\u00e4cherliche Behauptung hat, Calvin habe die Erl\u00f6sung vom Glauben getrennt. Eine einfache Lekt\u00fcre seiner Kapitel \u00fcber Glauben und Umkehr in der\u00a0<em>Institutio<\/em>\u00a0(Buch 3, Kapitel 2 und 3) <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">zeigt, dass Hunt Calvin entweder nicht gelesen hat oder ihn absichtlich falsch darstellt.<\/mark><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Hunt sagt: \u201eDer Calvinismus pr\u00e4sentiert einen Gott, der die H\u00f6lle mit denen f\u00fcllt, die er retten k\u00f6nnte, aber stattdessen verdammt, weil er sie nicht liebt\u201c (S. 116). <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Hunt behauptet dreist, dass Gott, wenn er nicht allen Barmherzigkeit erweist, obwohl alle gleich schuldig sind, die Gerechtigkeit pervertiere (S. 115)!<\/mark> Die Wahrheit ist, dass Calvinisten behaupten, Gott sei m\u00e4chtig, alle zu retten, die er retten will (z. B. den Apostel Paulus). Aber er ist niemandem das Heil schuldig. Aus Gr\u00fcnden, die nur im geheimen Ratschluss seines Willens bekannt sind, hat Gott beschlossen, sowohl in der Errettung seiner Auserw\u00e4hlten als auch in der gerechten Verdammnis derer, die gegen ihn rebelliert haben, verherrlicht zu werden. Das gesamte Argument des Paulus in R\u00f6mer 9 lautet, dass Gott als g\u00f6ttlicher T\u00f6pfer das Vorrecht hat, einige Gef\u00e4\u00dfe f\u00fcr die Barmherzigkeit und andere f\u00fcr den Zorn zu machen, und dass wir keinen Grund haben, sein Handeln in Frage zu stellen. Die Bibel macht auch deutlich, dass Gottes Liebe nicht allen Menschen\u00a0<em>in gleicher Weise<\/em>zuteil wird. Er liebte Israel, aber er beschloss nicht, die umliegenden V\u00f6lker in gleichem Ma\u00dfe zu lieben (5.\u00a0Mose 7,6\u20138). In seinem unergr\u00fcndlichen Willen lie\u00df er es zu, dass die V\u00f6lker viele Jahrhunderte lang ihren eigenen Weg in der geistlichen Finsternis gingen. Er gab ihnen das Zeugnis seiner G\u00fcte durch die Sch\u00f6pfung und die allgemeine Gnade, was ausreicht, um sie zu verdammen, aber nicht, um sie zu retten (Apostelgeschichte 14,16\u201317; R\u00f6mer 1,18\u201332). <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Seltsamerweise argumentiert Hunt jedoch entgegen der Schrift und der Geschichte, dass Gott alle Heiden genauso liebe wie seine auserw\u00e4hlte Braut, die Kirche.<\/mark> Ich m\u00f6chte von ihm wissen, wie Gott die amerikanischen Indianer, die hier [in Nordamerika] vor 3.000 Jahren lebten, in gleichem Ma\u00dfe geliebt hat, wie er K\u00f6nig David liebte und sich ihm offenbarte? Ein kurzer Blick auf die heutige Welt zeigt, dass nicht alle die gleiche \u201eChance\u201c haben, das Evangelium zu h\u00f6ren und darauf zu reagieren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Um den Calvinismus zu diskreditieren, muss Hunt Calvin und seine ber\u00fchmte\u00a0<em>Institutio<\/em>\u00a0diskreditieren.<\/mark> Man mag es kaum glauben, aber Hunt verwirft die gesamte\u00a0<em>Institutio<\/em>\u00a0in einem Pauschalurteil, indem er behauptet, sie stammte aus den beiden Hauptquellen Augustinus und der lateinischen Vulgata-Bibel (S. 38)! Da Calvin ein Neubekehrter war, als er die erste Ausgabe der\u00a0<em>Institutio<\/em>\u00a0schrieb, k\u00f6nne sie \u201eunm\u00f6glich aus einem tiefen und voll entwickelten evangelischen Verst\u00e4ndnis der Schrift stammen&#8220;. Aber Hunt erw\u00e4hnt nicht, ob sie tats\u00e4chlich ein solches Verst\u00e4ndnis widerspiegeln oder nicht! Wenn sie so oberfl\u00e4chlich waren, wie Hunt behauptet, warum hatten sie dann einen so tiefgreifenden Einfluss, nicht nur auf seine Generation, sondern auch auf gottesf\u00fcrchtige christliche Gelehrte durch die Jahrhunderte hindurch, bis in die heutige Zeit? Ich kann pers\u00f6nlich bezeugen, dass von den Hunderten von B\u00fcchern [au\u00dferhalb der Bibel], die ich je gelesen habe, keines der\u00a0<em>Institutio<\/em>\u00a0in Bezug auf ihre tiefe geistliche Erkenntnis das Wasser reichen kann. Calvin nutzt die Heilige Schrift, um Gott zu erheben und zu preisen und mich als S\u00fcnder zu dem\u00fctigen, wie es nur wenige Autoren verm\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was den Menschen Calvin betrifft, so behauptet Hunt, dass dieser so stark von Augustinus beeinflusst war, dass er sich nie wirklich von seinen r\u00f6misch-katholischen Wurzeln gel\u00f6st habe. Er lehnt Augustins Schriften v\u00f6llig ab, indem er behauptet: \u201eCalvin sch\u00f6pfte aus einem stark verschmutzten Strom, als er die Lehren des Augustinus annahm! Wie k\u00f6nnte man in eine so verunreinigende Ketzerei eintauchen, ohne verwirrt und infiziert zu werden?\u201c (S. 51). Ich muss mich fragen, ob Hunt Augustinus \u00fcberhaupt gelesen hat! Ich habe gro\u00dfe Teile der Werke von Augustinus gelesen, und obwohl er offensichtlich an einigen Stellen von der katholischen Kirche auf schlimme Weise verdorben wurde, hatte er auch ein solides biblisches Verst\u00e4ndnis vieler wesentlicher christlicher Lehren. Ihn als \u201estark verunreinigten Strom\u201c und als Verfechter einer \u201everunreinigenden Ketzerei\u201c abzutun, zeugt von Hunts, nicht von Augustins Unwissenheit und Irrtum.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn Calvin Augustinus oft positiv zitiert (weil es viel Positives zu zitieren gibt und weil Calvin nicht ann\u00e4hernd \u00fcber die theologischen Ressourcen verf\u00fcgte, auf die wir zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen), streitet er oft mit Augustinus, wenn er meint, dass dieser die Schrift nicht richtig ausgelegt hat. Calvins einzige Quelle der Wahrheit war die Bibel, wie T. H. L. Parkers ausgezeichnetes Buch&nbsp;<em>Calvin&#8217;s Preaching<\/em>&nbsp;[Westminster\/John Know Press] so gekonnt aufzeigt. H\u00e4tte Hunt entweder Augustinus oder Calvin sorgf\u00e4ltig gelesen, h\u00e4tte er gesehen, dass diese M\u00e4nner versuchten, ihre Lehren allein auf die Bibel zu st\u00fctzen. Nat\u00fcrlich haben beide M\u00e4nner Fehler gemacht. Wer tut das nicht? Aber wenn man diese M\u00e4nner liest, sp\u00fcrt man: \u201eSie kannten Gott auf eine Weise, wie ich Gott nicht kenne!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Hunt stellt Calvin als den b\u00f6sen Tyrannen von Genf dar, der versuchte, dem Volk die unwiderstehliche Gnade aufzuzwingen, ganz im Einklang mit seiner Auffassung, dem Menschen jegliche Entscheidungsfreiheit abzusprechen (S. 62\u201363). \u201eCalvin \u00fcbte eine \u00e4hnliche Autorit\u00e4t aus wie das Papsttum, das er nun verachtete\u201c (S. 63). Hunt wirft Calvin vor, eine \u201ediktatorische Kontrolle \u00fcber die Bev\u00f6lkerung\u201c auszu\u00fcben (S. 64). Er habe die Anwendung von Folter zur Erlangung von Gest\u00e4ndnissen gebilligt, einschlie\u00dflich der grausamen 30-t\u00e4gigen Folterung eines Opfers, das dann an einen Pfahl gebunden, mit den F\u00fc\u00dfen festgenagelt und enthauptet wurde (S. 65). Und nat\u00fcrlich macht Hunt Calvin f\u00fcr die Verbrennung von Servetus verantwortlich, ohne seinen Lesern den historischen Kontext zu erl\u00e4utern (S. 68\u201370). Hunt kommt zu dem Schluss, dass \u201eCalvins Verhalten Tag f\u00fcr Tag und Jahr f\u00fcr Jahr das genaue Gegenteil dessen war, was er getan h\u00e4tte, wenn er wirklich vom Geist Gottes geleitet worden w\u00e4re\u201c (S. 72). Mit all diesen Anschuldigungen kn\u00fcpft Hunt an militante antichristliche Kritiker wie Voltaire, Will Durant, Erich Fromm und andere an (siehe&nbsp;<em>Christian History<\/em>[Bd. V, Nr. 4], S. 3).<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich hatte Calvin Feinde, sogar zu seiner Zeit, die seine Schw\u00e4chen aufgriffen und sie \u00fcbertrieben, um ihn zu verleumden, weil ihnen seine Lehre nicht gefiel. Jeder gottesf\u00fcrchtige Mensch muss damit rechnen, dass er auf die eine oder andere Weise so behandelt wird (Matth\u00e4us 5,11\u201312; Lukas 6,26; 2. Timotheus 3,12). Aber jeder, der T. H. L. Parkers&nbsp;<em>Das Leben Calvins<\/em>, sein&nbsp;<em>Die Predigten Calvins&nbsp;<\/em>oder Bezas&nbsp;<em>Das Leben Calvins<\/em>&nbsp;(Beza war Calvins Sch\u00fcler und Nachfolger in Genf) gelesen hat, wird entsetzt sein, wie ein bekennender Christ einen gro\u00dfen Mann Gottes wie Calvin so r\u00fccksichtslos angreifen kann, wie Hunt es tut. \u00dcber Calvin sagte Beza: \u201eIch war sechzehn Jahre lang sein Zeuge, und ich glaube, dass ich das volle Recht habe zu sagen, dass in diesem Mann allen ein Vorbild f\u00fcr das Leben und Sterben eines Christen gezeigt wurde. Es wird nicht leicht sein, es herabzusetzen, und es wird schwer sein, es nachzuahmen\u201c (<em>Christliche Geschichte<\/em>, ebd., S. 2).<\/p>\n\n\n\n<p>Die schlichte Tatsache der Geschichte ist, dass die gottesf\u00fcrchtigen Puritaner, einschlie\u00dflich John Bunyan und John Owen, sowie die geistlichen Giganten Jonathan Edwards, George Whitefield, Charles Simeon, Charles Spurgeon, die Princeton-Theologen, Martyn Lloyd-Jones, Francis Schaeffer und eine Vielzahl anderer auf Calvin nicht nur als klugen Theologen, sondern auch als gro\u00dfes Vorbild der Fr\u00f6mmigkeit geschaut haben. Ich habe die\u00a0<em>Institutio<\/em>\u00a0gelesen, etwa ein halbes Dutzend Calvin-Biografien, Tausende von Seiten seiner Kommentare, zahlreiche B\u00fccher \u00fcber Calvin und seine Theologie sowie mehrere B\u00fccher mit seinen Predigten. <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Ich habe nie etwas aufgeschnappt, das auch nur ann\u00e4hernd der Karikatur von Hunt \u00fcber diesen Mann entspricht.<\/mark> Ich stimme dem gelehrten schottischen Theologen William Cunningham zu, der sagte: \u201eCalvin ist der Mann, der neben dem heiligen Paulus am meisten Gutes f\u00fcr die Menschheit getan hat\u201c (<em>Christian History<\/em>, ebd.). Der Angriff von Hunt ist einfach unter aller Kritik. Ein b\u00f6ser, grausamer Tyrann h\u00e4tte keine so erhabenen Ansichten \u00fcber Gott und so tiefe Einblicke in Gottes Wort schreiben k\u00f6nnen, wie sie in Calvins Schriften zu finden sind. Wenn so viele gro\u00dfe M\u00e4nner Gottes Calvin Tribut zollen, sollte Hunt dann nicht wenigstens in Betracht ziehen, dass er etwas \u00fcbersehen haben k\u00f6nnte?<\/p>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Ein weiteres gro\u00dfes Problem der Arbeit Hunts ist seine unwissenschaftliche Manipulation des Quellenmaterials, damit es seinen Zwecken diene.<\/mark> F\u00fcr seine Angriffe auf Calvin zitiert er oft den militanten Gegner des Christentums Will Durant, ohne jemals zuzugeben, dass er einen Feind des Glaubens zitiert. Er zitiert oft den liberalen Frederic Farrar, ohne dessen theologische Voreingenommenheit zuzugeben. Obwohl Hunt in seinen anderen Schriften militant antikatholisch ist, beruft er sich auf den prokatholischen F\u00fchrer der Oxford-Bewegung, Pusey, wenn dieser sich auf die Seite von Hunt gegen den Calvinismus stellt. Aber Hunt erw\u00e4hnt nicht einmal in einer Fu\u00dfnote die theologische Voreingenommenheit seiner Quellen. Unwissende Leser k\u00f6nnten meinen, dass er gro\u00dfe M\u00e4nner des Glaubens zitiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber viel schlimmer ist die Art und Weise, wie er Quellen benutzt, um eklatante historische Fehler zu \u201ebeweisen&#8220;! Er zitiert eine Quelle (S. 19), die behauptet, dass unter anderem Richard Baxter, John Newton und John Bunyan gegen den Calvinismus waren! Jeder, der diese M\u00e4nner gelesen hat, wei\u00df, dass sie alle starke Bef\u00fcrworter der souver\u00e4nen Erw\u00e4hlung durch Gott waren. (Baxter vertrat ein universales S\u00fchnopfer, aber er war auch ein starker Bef\u00fcrworter der menschlichen Verderbtheit und der souver\u00e4nen Erw\u00e4hlung durch Gott.) Auf derselben Buchseite zieht er ein Zitat aus Spurgeons Autobiographie heran, um zu beweisen, dass Spurgeon gegen das begrenzte S\u00fchnopfer war. Aber im urspr\u00fcnglichen Kontext argumentierte Spurgeon\u00a0<em>f\u00fcr<\/em>\u00a0die begrenzte Vers\u00f6hnung (Autobiographie von C. H. Spurgeon [Banner of Truth], 1:171\u2013172)! Tats\u00e4chlich stellt Spurgeon fest (1:172), dass die Lehre, Christus sei f\u00fcr alle gestorben, \u201etausendmal absto\u00dfender ist als irgendeine der Folgen, die man mit der calvinistischen und christlichen Lehre von der besonderen und partikul\u00e4ren Erl\u00f6sung in Verbindung bringt.\u201c Sp\u00e4ter (S. 122) zitiert Hunt \u201eeinen britischen Gelehrten, der Spurgeons Schriften und Predigten gr\u00fcndlich kannte&#8220;, um erneut festzustellen, dass Spurgeon das begrenzte S\u00fchnopfer definitiv ablehne und dem Menschen Willensfreiheit zuspreche. In seinem Literaturverzeichnis (S. 428) f\u00fchrt Hunt jedoch Spurgeons Predigt \u201e<em>Free-Will \u2013 A Slave<\/em>\u201c auf, in der Spurgeon den freien Willen widerlegt [2. Dezember 1855, Text: Johannes 5,40; New Park Street Pulpit, Bd. 1]. Iain Murray (<em>The Forgotten Spurgeon<\/em>\u00a0[Banner of Truth], S. 81 ff.) f\u00fchrt zahlreiche Referenzen an, um zu zeigen, dass Spurgeon nicht nur die \u201ebegrenzte S\u00fchne\u201c bejahte; er argumentierte auch, dass diejenigen, die sie leugnen, die gesamte Lehre der stellvertretenden S\u00fchne schw\u00e4chen und untergraben. In seiner Autobiographie (1:168) bezeichnete Spurgeon den Arminianismus (was Dave Hunts Ansicht ist, auch wenn Hunt dies leugnet, da er an der ewigen Sicherheit festh\u00e4lt) als Irrlehre und sagte klar und deutlich: \u201eDer Calvinismus ist das Evangelium und nichts anderes.\u201c <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Entweder ist Hunt ein sehr schlampiger Gelehrter, oder er versucht absichtlich, seinen Lesern vorzugaukeln, dass Spurgeon auf seiner Seite steht, obwohl er genau wei\u00df, dass das nicht der Fall ist.<\/mark><\/p>\n\n\n\n<p>Auf Seite 102 zitiert Hunt erneut Spurgeon und behauptet, er \u201ek\u00f6nne die Lehre nicht akzeptieren, dass die Wiedergeburt vor dem Glauben an Christus durch das Evangelium komme&#8220;. <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Offensichtlich zitiert er Spurgeon aus dem Zusammenhang gerissen f\u00fcr seine eigenen Zwecke (wie er es h\u00e4ufig tut), ohne irgendein Verst\u00e4ndnis von Spurgeons Theologie zu haben.<\/mark> Murray (ebd., S. 90 ff.) dokumentiert ausf\u00fchrlich, dass Spurgeon glaubte, dass Glaube und Umkehr unm\u00f6glich sind, bevor Gott den S\u00fcnder neues Leben schenkt. Zum Beispiel zitiert Murray (S. 94) Spurgeon mit den Worten, dass Bu\u00dfe und Glaube \u201edas erste offensichtliche Ergebnis der Wiedergeburt\u201c seien. Und: \u201eEvangelische Reue kann niemals in einer nicht-wiedergeborenen Seele existieren.\u201c Murray f\u00fchrt viele weitere Beispiele an. Spurgeon glaubte, \u201edass das Werk der Wiedergeburt, der Bekehrung, der Heiligung und des Glaubens nicht ein Akt des freien Willens und der Kraft des Menschen ist, sondern der m\u00e4chtigen, wirksamen und unwiderstehlichen Gnade Gottes\u201c (S. 104).<\/p>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Auf Seite 100 findet sich ein weiteres Beispiel daf\u00fcr, wie Hunt aus dem Zusammenhang gerissene Zitate verwendet, um seinen Gegner schlecht und sich selbst gut aussehen zu lassen.<\/mark> Er zitiert R. C. Sproul, um so zu klingen, als ob Sproul die Ansicht, dass Gott den S\u00fcndern gegen\u00fcber nicht so liebevoll ist, voll und ganz bef\u00fcrwortet. Aber im vorhergehenden und nachfolgenden Kontext von Sprouls Buch wirft Sproul einen Einwand auf, den ein Kritiker stellen k\u00f6nnte, r\u00e4umt den Einwand des Kritikers um des Argumentes willen als wahr ein und wirft dann eine weitere Frage auf, um zu zeigen, dass die Frage des Kritikers fehlgeleitet ist. Hunt l\u00e4sst den Kontext weg und l\u00e4sst Sproul so erscheinen, als w\u00fcrde er etwas sagen, was er gar nicht sagt! <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>Das ist wissenschaftlich und argumentativ unglaublich schlechtes Arbeiten von Hunt.<\/strong><\/mark><\/p>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Auf Seite 99 offenbart Hunt seine Unkenntnis der Theologie<\/mark>, wenn er behauptet, dass J. I. Packer seinen calvinistischen Mitstreitern und sogar sich selbst widerspreche, wenn er erkl\u00e4re, dass die Wiedergeburt dem Glauben und der Rechtfertigung folge. Hunt zitiert dann einen Satz von Packer, der von Rechtfertigung durch Glauben spricht, nicht von Wiedergeburt! Das sind unterschiedliche theologische Begriffe mit unterschiedlichen Bedeutungen, wie jeder, der auch nur ein rudiment\u00e4res Verst\u00e4ndnis von Theologie hat, wei\u00df! Aber egal, Hunt diskreditiert Packer gegen\u00fcber dem ahnungslosen Leser, und das ist alles, was f\u00fcr Hunt z\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re ein Leichtes, diese Rezension auf Buchl\u00e4nge auszudehnen, denn die Irrt\u00fcmer, die fehlerhafte Logik und die grobe Fehldarstellung des Calvinismus und des Gottes der Bibel nehmen einfach kein Ende. Sowohl in der pers\u00f6nlichen Korrespondenz mit Hunt vor der Ver\u00f6ffentlichung des Buches als auch bei der Lekt\u00fcre des Buches selbst habe ich mich gefragt, wie es um Hunts pers\u00f6nliche Integrit\u00e4t bestellt ist. Wenn er wirklich nicht wei\u00df, was Calvinisten glauben, h\u00e4tte er das Buch nicht schreiben d\u00fcrfen, bevor er nicht ein angemessenes Verst\u00e4ndnis ihrer Ansichten gewonnen hat. Es ist nicht so, dass Hunt nicht vorher mit dieser Frage konfrontiert worden w\u00e4re. <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Au\u00dfer mir haben ihn eine Reihe von Reformierten gewarnt, dass er den reformierten Glauben falsch darstelle. Aber er ignorierte diese Warnungen und st\u00fcrmte weiter vor sich hin.<\/mark> In Kapitel 2 begr\u00fcndet er sein Vorgehen mit der Behauptung, dass Calvinisten elit\u00e4r seien und dass der Calvinismus nicht biblisch sein k\u00f6nne, weil er so schwer zu verstehen sei, dass [auch] Hunt ihn nicht verstehen k\u00f6nne. Ich kenne jedoch viele, die jung im Glauben sind und diese Lehren sehr gut verstehen. Hunt h\u00e4tte lange genug innehalten sollen, um die gegnerische Ansicht zu verstehen, damit er sie nicht falsch darstellt. <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>Seine Angriffe auf sein selbstgebasteltes Feindbild diskreditieren ihn, er ist einfach kein seri\u00f6ser Kritiker.<\/strong><\/mark><\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl Hunt energisch widersprechen w\u00fcrde, glaube ich, dass der Grund f\u00fcr seinen verleumderischen Angriff auf Calvin und die Calvinisten und <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">seine blasphemischen Anschuldigungen gegen den Gott der Bibel in seiner Weigerung liegt, sich einer klaren biblischen Offenbarung zu f\u00fcgen, die nicht in die menschliche Logik passt<\/mark>. Nachdem er erkl\u00e4rt hat, dass Gott sich erbarmt, wem er will, und verh\u00e4rtet, wen er will, erhebt Paulus den Einwand: \u00bbIhr werdet dann zu mir sagen: &#8218;Warum findet er noch Schuld? Denn wer widersetzt sich seinem Willen?&#8217;\u00ab (R\u00f6mer 9,19). Die logische Antwort von Dave Hunt lautet: \u201eDer Grund, warum Gott zu Recht Fehler finden kann, ist, dass er jedem Menschen einen freien Willen und die M\u00f6glichkeit zur Erl\u00f6sung gegeben hat.\u201c Das ist logisch vollkommen einleuchtend. Aber das Problem ist, dass das nicht die\u00a0<em>biblische<\/em>\u00a0Antwort ist! Die biblische Antwort lautet: \u201eIm Gegenteil, wer bist du, o Mensch, der du Gott vorwurfsvoll entgegentrittst? Das Geformte wird doch nicht zu dem, der es geformt hat, sagen: &#8218;Warum hast du mich so gemacht&#8216;, oder?\u201c Mit anderen Worten, die Antwort Gottes lautet: \u201eDu hast kein Recht, diese Frage zu stellen!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich gebe zu, diese Antwort ist\u00a0<em>logisch<\/em>\u00a0nicht befriedigend! Vor Jahren, als ich Student war, habe ich mit Paulus dar\u00fcber gestritten und ihm vorgeworfen, dass er sich genau dann aus dem Staub macht, wenn ich eine Antwort auf meine Frage brauche. Eines Tages, als ich mit Paulus stritt, \u00f6ffnete mir der Herr die Augen und ich sah. Er sagte: \u201eIch habe die Frage beantwortet, wei\u00dft du! Du magst nur die Antwort nicht!\u201c Da wurde mir klar, dass ich mich dem unterwerfen musste, was Gott durch Paulus geschrieben hatte. An diesem Tag wurde ich zum \u201eCalvinisten&#8220;, obwohl ich noch keine einzige Seite von Calvin gelesen hatte. Wenn Dave Hunt seine Logik der Offenbarung Gottes in der Heiligen Schrift unterwerfen w\u00fcrde, w\u00fcrde er auch das werden, was er jetzt hasst und so grob falsch darstellt: ein \u201eCalvinist\u201c! Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht mit der Lekt\u00fcre von Dave Hunt. <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>Nehmen Sie sich ein Exemplar von Calvins\u00a0<em>Institutio<\/em>\u00a0und beginnen Sie, sich an der Majest\u00e4t Gottes zu erfreuen!<\/strong><\/mark>\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Dieses Buch von Dave Hunt hat <strong>aufgrund der zahlreichen Strohmann-Attacken, des Beharrens von Hunt, nachgewiesene Fehler nicht einzugestehen und zu beseitigen sowie wegen seines verleumderischen Charakters<\/strong> einen Platz in der &#8222;Hall of Shame&#8220; wohl verdient.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber den Autor der Rezension<\/h2>\n\n\n\n<p><em>Steven J. Cole<\/em> diente seit Mai 1992 der christlichen Gemeinde <em>Flagstaff Christian Fellowship<\/em> als Pastor bis zum Eintritt in den Ruhestand im Dezember 2018. Von 1977 bis 1992 war er Pastor der <em>Lake Gregory Community Church<\/em> in Crestline, Kalifornien. Er ist Absolvent des  <em>Dallas Theological Seminary<\/em> (Th. M., 1976 in <em>Bible Exposition<\/em>) und der <em>California State University<\/em> in Long Beach (B. A., philosophy, 1968). Er hat Freude am Schreiben; seine Beitr\u00e4ge wurden in vielen unterschiedlichen Publikationen ver\u00f6ffentlicht. .<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Textquelle<\/h2>\n\n\n\n<p>https:\/\/bible.org\/article\/what-theology-dave-hunt-s-misrepresentation-god-and-calvinism [03.JUN.2020]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erg\u00e4nzendes<\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.betanien.de\/verlag\/material\/JamesWhite2.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die gro\u00dfe calvinistische Verschw\u00f6rung. Eine Stellungnahme zu Vorw\u00fcrfen von T. A. McMahon<\/a> [03.JUN.2020]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Rezension des Originals des links abgebildeten, \u00fcbersetzten Buches von Dave Hunt (1926\u20132013) stammt von Steven J. Cole. Dies ist eine adaptierte \u00dcbertragung dieser Rezension ins Deutsche. Das Buch von Hunt wurde 2011 ins Deutsche \u00fcbersetzt und von \u201eBible Baptist Ministries\u201c herausgegeben unter dem Titel: \u00bbEine Frage der Liebe: Wird Gott im Calvinismus falsch dargestellt?\u00ab &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=3447\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eWas f\u00fcr eine Theologie ist denn das? \u2013 Dave Hunts Falschdarstellung von Gott und Calvinismus (deutsch)\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[17,11,2],"tags":[35,36,34],"class_list":["post-3447","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-falschlehre","category-hall-of-shame","category-rezension","tag-arminianismus","tag-dave-hunt","tag-huntismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3447","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3447"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3447\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3453,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3447\/revisions\/3453"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3447"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3447"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3447"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}