{"id":3332,"date":"2024-01-30T19:38:39","date_gmt":"2024-01-30T18:38:39","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=3332"},"modified":"2024-01-30T19:52:20","modified_gmt":"2024-01-30T18:52:20","slug":"christliche-technik-gibt-es-so-etwas-2001","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=3332","title":{"rendered":"Christliche\u00a0Technik\u00a0\u2013 Gibt\u00a0es\u00a0so\u00a0etwas? (2001)"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Vortrag von&nbsp;Prof. Dr.-Ing. Uwe A. Seidel in B\u00f6blingen am 17.3.2001<a href=\"applewebdata:\/\/AE09F8F2-FB9B-47C0-BDE8-D8B09C95727F#_ftn1\"><sup>[<\/sup><\/a><sup>1]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Der Ausdruck \u00bb<em>christliche<\/em> Technik\u00ab erscheint manchem Zeitgenossen als Widerspruch. Kann Technik \u00fcberhaupt christlich sein? Technologien sind doch wohl wertfrei, allenfalls ambivalent, k\u00f6nnen also gute und schlechte Werte tragen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Begriffskl\u00e4rung<\/h1>\n\n\n\n<p>Der Begriff der Technik ist jedem Ingenieur gel\u00e4ufig. In einer bekannten Richtlinie des VDI (RL 3780<sup>[2]<\/sup>) werden mit \u201eTechnik\u201c einerseits Ger\u00e4te und Sachsysteme bezeichnet, andererseits auch das menschliche Handeln zum Entstehen solcher Sachsysteme und das Handeln unter Verwendung dieser Sachsysteme. Was aber k\u00f6nnte \u00bb<strong><em>christliche<\/em> Technik<\/strong>\u00ab genannt werden? Vielleicht kann man darunter eine Technik verstehen, wenn<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>die <strong>Planer, Gestalter und Erzeuger <\/strong>von Technik Christen sind,<\/li>\n\n\n\n<li>die <strong>Benutzer<\/strong> Christen sind, sie also f\u00fcr Christen betrieben wird,<\/li>\n\n\n\n<li>diese Technik mit <strong>christlichen Wertvorstellungen<\/strong> vertr\u00e4glich ist, oder<\/li>\n\n\n\n<li>die Technik <strong>christlichen Zielen<\/strong> dient.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Diese vier Definitionen f\u00fcgen sich sinnvoll aneinander, wenn man \u00bbchristliche Technik\u00ab teleologisch versteht, also vom Ziel oder Ende her, das erreicht werden will. W\u00e4hrend also die Technik selbst noch kein Ma\u00dfstab f\u00fcr Christlichkeit ist, lie\u00dfe sich vom Ziel her, auf das eine Technik hinf\u00fchrt, entscheiden, ob sie christlich ist oder nicht. Zum Beispiel k\u00f6nnte jemand das Telefon verwenden, um \u00fcble Nachrede zu verbreiten oder aber, um seelsorgerliche Gespr\u00e4che zu f\u00fchren. Der technisch Handelnde muss gefragt werden: Welches Ziel verfolgst Du? Worauf sollte alles hinauslaufen? Darum lautet eine m\u00f6gliche Definition, die wir hier als Arbeitsdefinition verwenden wollen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Technik ist dann christlich, wenn ihr Einsatz christlichen Werten entspricht, christlich vertretbare Ziele anstrebt und Christen sie mit dieser Kenntnis entwerfen, gestalten und einsetzen.<\/mark><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Um urteilen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt man abgestufte Werte f\u00fcr gut und b\u00f6se, wahr und unwahr. Woher kommen diese, wer setzt die Normen? Gott tut es. Er setzt als letzte Autorit\u00e4t Gebote und Verbote. Dar\u00fcber hinaus verpackt er seine Aussagen meistens in Geschichte. Ein gro\u00dfer Teil der Bibel (ca. 40&nbsp;%) ist Erz\u00e4hlung und Lebensbeschreibung \u2013 von einzelnen Menschen, von V\u00f6lkern und ihrer Geschichte. Dabei sollten die Werte des Gesetzes Gottes (5.&nbsp;Mose&nbsp;4f) von einer Generation zur anderen weitergegeben werden. Das Neue Testament beginnt mit vier Portr\u00e4ts, die zusammen die Lebensbeschreibung Jesu ergeben. Auch die Apostelgeschichte ist historisch und geistliche Erz\u00e4hlung der Ausbreitung des Christentums. Und dann kommen Lehrbriefe, die teilweise zwar recht abstrakt \u00fcber Lehre und christliche Normen sprechen, aber auch wieder sehr pers\u00f6nliche Briefe sind, die in geschichtlich relevante Situationen sehr praktisch hineinsprechen. Im Folgenden sollen einige Bibeltexte zum Nachdenken \u00fcber christliche Technik vorgelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Das&nbsp;Ebenbild<\/h1>\n\n\n\n<p>Am Anfang beschreibt das erste Buch Mose, die \u00bbGenesis\u00ab, den Menschen als Gesch\u00f6pf Gottes, hineingesetzt in eine Sch\u00f6pfung. Diese Glaubensaussagen setzen Ereignisse voraus, die niemand beobachtet hat. Woher verstehen wir dann aber, dass Gott die Welt gemacht hat?<\/p>\n\n\n\n<p>Erstens durch die Sch\u00f6pfung selbst; an ihr sehen wir Gottes unendliche Kraft und Weisheit (R\u00f6mer&nbsp;1,20). Zweitensdurch den Glauben, dass Gott sprach und es dann da war (Hebr\u00e4er&nbsp;11,3). Das kann man weder naturwissenschaftlich durch Wiederholung im Versuch beweisen noch juristisch, etwa durch Zeugen. Aber es gibt manche Hinweise, n\u00e4mlich Forschungsaussagen von Biologen und Pal\u00e4ontologen. Die Genesis erkl\u00e4rt also: Der Mensch ist zuerst einmal nicht selber Gott. Die Renaissance hat das Gegenteil behauptet. Sie redete den Menschen ein, sie k\u00f6nnten durch Ausnutzung der Technik G\u00f6tter werden, nach dem Motto: \u00bbEs gibt keinen Gott au\u00dfer dir \u2013 du musst zu dir selbst finden.\u00ab Davon muss ein christliches Weltbild Abstand nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was ist dann der Mensch? Er ist \u00bbEbenbild\u00ab Gottes und dessen Stellvertreter auf Erden. Der Ausdruck \u00bbzum Bilde Gottes und in seinem Gleichnis\u00ab (1.&nbsp;Mose&nbsp;1,27) beinhaltet zwei Aspekte: eine gewisse \u00c4hnlichkeit mit Gott und eine repr\u00e4sentative Aufgabenstellung von ihm. So hat der Mensch moralische \u00c4hnlichkeit mit Gott und wei\u00df ausnahmslos von Gut und B\u00f6se. Er ist zudem ein vernunftbegabtes, kreatives Wesen. Forscher beobachten die Natur und versuchen zu verstehen, was Gott gemacht hat und wie es \u00bbfunktioniert\u00ab, Ingenieure versuchen dies dann in technischen Systemen umzusetzen. Das ist besonders im Bereich der Bionik und Biotechnik beeindruckend belegt: Das Fliegen hat man sich von den V\u00f6geln und Insekten abgeschaut. Von der Haifischhaut profitieren Flugzeuge, Skiflieger und Schwimmer, denn eine entsprechend rauhe Au\u00dfenhaut besitzt geringe Reibungswiderst\u00e4nde als eine glatte Haut. Seit man erforschte, warum die Lotusbl\u00fcten nie schmutzig werden, gibt es Fassaden, Bekleidungsstoffe und Werkzeuge, von denen Wasser oder Schmutz abperlt. So lernen die kleinen, kreat\u00fcrlichen \u00bbKreativen\u00ab von ihrem ganz gro\u00dfen Sch\u00f6pfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber \u00bbBild\u00ab meint auch Repr\u00e4sentation. Wir vertreten Gott in seiner irdischen Sch\u00f6pfung. So sind wir Menschen Verwalter, aber nicht Eigent\u00fcmer der Dinge. Das hei\u00dft, wir sind in Verantwortung gesetzt. Dies begrenzt und orientiert unseren Umgang mit Gottes Gaben in Natur, Kultur und Technik. Damit, dass alle Menschen aus der Hand des Sch\u00f6pfers hervorgegangen und nicht durch blinden Zufall da sind, wird ihnen allen ohne Unterschied auch W\u00fcrde zugesprochen. Alle Menschen sind von W\u00fcrde und Wert, weil sie von Gott gewollt sind und nicht, wie Jacques Monod sagt, von den G\u00f6ttern der Evolution, \u00bbZufall und Notwendigkeit\u00ab, abstammen. Zusammen mit der g\u00f6ttlich verliehenen W\u00fcrde als Bilder Gottes m\u00f6chte Gott auch eine Beziehung zu uns aufbauen und durch Kommunikation pflegen. Er selbst m\u00f6chte mit den Menschen kommunizieren und will, dass sie es miteinander tun. Deswegen hat er ihnen \u00bbGeist\u00ab und differenzierte Sprachf\u00e4higkeit gegeben, im Gegensatz zu Tieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Erkl\u00e4rungen sind f\u00fcr die Praxis bedeutsam. Technologie, die die Gemeinschaft der Menschen oder ihre Kommunikationsf\u00e4higkeit untergr\u00e4bt oder hindert, ist mit christlichen Werten unvereinbar. Technologie, die Menschen minderwertig macht und versklavt, darf nicht eingesetzt werden. Hier besteht eine riesige Herausforderung f\u00fcr Christen, n\u00e4mlich mit den technischen M\u00f6glichkeiten richtig umzugehen, sowie die entsprechende Bildung zu&nbsp;f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Der&nbsp;Kulturauftrag<\/h1>\n\n\n\n<p>Gott erteilte dem Menschen den sog. Kulturauftrag: \u00bbUnd Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren\u00ab (1.&nbsp;Mose&nbsp;2,15). Damit setzt Gott den Menschen in Verantwortung zu sich, dem Sch\u00f6pfer. Der Mensch ist von der Natur und dem Mitmenschen abh\u00e4ngig; denn die Natur hat er sich nicht selbst gemacht, sondern er wird in diese g\u00f6ttliche Sch\u00f6pfung hinein \u00bbgesetzt\u00ab. Adam kam hinzu, nachdem f\u00fcnfeinhalb Tage lang schon einiges geschehen war, auf das er keinen Einfluss und von dem er nichts beobachtet hatte. Erst recht nicht war er Gottes Berater. Diesen kategorialen Unterschied zwischen dem Sch\u00f6pfergott und allen geschaffenen Wesen und Dingen zu bedenken, wird schon Hiob aufgefordert: \u00bbWo warst du, als ich die Erde gr\u00fcndete? Tu es kund, wenn du Einsicht besitzt!\u00ab (Hiob&nbsp;38,4).<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Die&nbsp;Grenze<\/h1>\n\n\n\n<p>Wir sind also in Vorgegebenes hineingeboren und darauf angewiesen. Dazu z\u00e4hlt auch, dass Gott den Menschen zur Gemeinschaft mit seinesgleichen verpflichtet, indem er Adam mit Eva verbindet. Auch ist der Mensch endlich, denn indem er in den Garten Eden gesetzt wird, sind ihm zugleich Grenzen gesetzt. Offensichtlich war Eden ein umz\u00e4unter Garten (Garten als intelligent gestaltete Natur), jedenfalls bestand eine deutliche Markierung. Diese trug geistig-moralische Bedeutung, n\u00e4mlich sinngem\u00e4\u00df: \u00bbIch gebe dir Grenzen, um dir zu zeigen, dass du Verwalter bist, aber kein souver\u00e4ner Herrscher. Denn der Sch\u00f6pfer bin ich. Aber dich setze ich als mein Bild, meinen Repr\u00e4sentanten, ein, um alles zu gestalten, zu verwalten und zu bewahren.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die Grenze zeigt Gott auch mit dem \u00bbdu sollst&#8230;\u00ab und \u00bbdu sollst nicht&#8230;\u00ab auf. Er erteilt Gebote. Fast 100&nbsp;% aller Baumfr\u00fcchte durfte gegessen werden, nur von&nbsp;<em>einem<\/em>&nbsp;Baum sollte nicht gegessen werden. Dieser stand im Mittelpunkt des Gartens (1.&nbsp;Mose&nbsp;3,3). Die Grenze war, richtig verstanden, nicht dazu da, um den Menschen zu \u00e4rgern, ihm Gottes Segen zu schm\u00e4lern oder irgendwie Gl\u00fcck zu verhindern. Vielmehr sollte dem Menschen stets bewusst sein, dass \u00fcber ihm der steht, der absolute Grenzen setzen kann. Das Misstrauen zu Gott als dem Grenzenzieher hat dann die Schlange ges\u00e4t. Wir kennen den Ausgang der Geschichte. Sie ist unser aller Geschichte. Aber mit den Grenzen, die Gott gezogen hat, hat er einen Segensraum aufgerichtet. Wer diesen durch \u00bb\u00dcbertretung\u00ab verl\u00e4sst, tritt ins Elend (R\u00f6mer&nbsp;5,14).<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man mit diesem Wissen um die Gebote Gottes an das Thema \u00bbChristliche Technik\u00ab herangeht, sieht man, dass Gott uns durch diese Eingrenzung einen Entfaltungsraum gibt. Der Zeitgeist behauptet dagegen: \u00bbDu brauchst genau die Dinge, die Gott dir verbietet.\u00ab Doch im Glauben antworten wir: \u00bbNein, wir brauchen sie nicht.\u00ab Denn durch die Gebote werden wir zu Menschen, die sich unter Gottes Segen entfalten k\u00f6nnen. In technologischen und anderen Bereichen gibt es viele verbotene Fr\u00fcchte. Jesus Christus hat viel von S\u00fcnde, H\u00f6lle und Verderben als von Realit\u00e4ten gesprochen. Ein Christ l\u00e4sst sich das sagen und macht auch andere Menschen darauf aufmerksam, dass etwas Schlimmes auf sie wartet. Dies zu tun ist etwas sehr Positives; denn wer andere nicht vor einer Gefahr warnt, macht sich schuldig. Wer \u00fcber Gebote und Grenzen spricht, muss auch \u00fcber S\u00fcnde und ewiges Gericht sprechen. Damit macht er klar, dass ein bestimmtes Verhalten oder ein bestimmter Umgang zur Belohnung oder Bestrafung f\u00fchren, zum ultimativen Segen oder zum ewigen Fluch. Im Gegensatz zu Gott sind dem Menschen also Grenzen gesetzt, vor deren \u00dcbertretung Gott ernsthaft warnt.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Der&nbsp;Gescheiterte<\/h1>\n\n\n\n<p>Wer \u00fcber den Zusammenhang von Technik und Christ spricht, muss auch \u00fcber das Geschehnis des S\u00fcndenfalls reden. Der Mensch ist nicht mehr so gut, wie er aus Gottes Hand hervorgekommen ist. Nach meiner \u00dcberzeugung ist der S\u00fcndenfallbericht (1.&nbsp;Mose&nbsp;3) genauso wie der Sch\u00f6pfungsbericht historischer Fakt und kein Mythos. Er ist historisch und heilsgeschichtlich Wahrheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist daraus zu lernen? Daraus ist vor allem zu lernen, dass menschliches Handeln misslingen kann, sowohl willentlich als auch versehentlich. Vielleicht l\u00e4sst sich auch urteilen anhand von Ziel und Motivation. Doch immer besteht die M\u00f6glichkeit, dass auch ein Ingenieur mit bestem Willen handelt und trotzdem schuldig wird. Die Wirklichkeit des B\u00f6sen, die Erfahrung des Scheiterns und der Zerst\u00f6rung von Beziehungen, ist genauso gegenw\u00e4rtig wie bei Eva die Schlange. Vermutlich stand Adam neben Eva, und damit erhebt sich der Vorwurf: \u00bbAdam, warum warst du so still?\u00ab Sein Schweigen war verantwortungslos und verh\u00e4ngnisvoll, ebenso wie das vieler anderer M\u00e4nner in entscheidenden Momenten der Weltgeschichte. Dazu ein Beispiel: Eine Frau namens Sarah sagt ihrem Mann: \u00bbDu, ich kann dir kein Kind geb\u00e4ren. Da du aber einen Erben brauchst, geh doch zu meiner Magd Hagar ein!\u00ab Darauf schweigt Abraham und tut es (1.&nbsp;Mose&nbsp;16,2). Wer heute nach Nahost schaut, wei\u00df, welche Folgen das Schweigen dieses Mannes hatte \u2013 die jahrtausendalte Fortsetzung des bitteren Bruderstreits zwischen Ismael und Isaak.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem S\u00fcndenfall lebt der Mensch mit der Erfahrung des Scheiterns und der (Ohn-) Macht des Zerst\u00f6rerischen in seiner Hand. Er kann sich aus dieser verfahrenen Situation nicht selber herausziehen. Aber Gott hat Vorsorge getroffen, dass es weitergehen kann, was jedoch mit Schmerzen verbunden ist. Er legt dem Mann die M\u00fchsal der Arbeit auf, den Schwei\u00df, die Disteln und Dornen, und der Frau die M\u00fchsal der Schwangerschaft und Geburt sowie den Versuch, den Mann zu kontrollieren (1.&nbsp;Mose&nbsp;3,16), was entsprechende Beziehungsst\u00f6rungen der Eheleute entstehen l\u00e4sst. Auch bekleidet Gott das erste Menschenpaar mit Tierfellen, wof\u00fcr einige unschuldige Tiere sterben mussten. Von daher will christliches Handeln kein romantisch verbr\u00e4mtes Zur\u00fcck in das Paradies und dieses mit menschlichen \u2013 gar technologischen \u2013 Mitteln erobern. Sondern der Christ wei\u00df, dass der Weg in die Gemeinschaft mit Gott \u00fcber einen sehr m\u00fchseligen und schmerzhaften Weg f\u00fchrt. Auch Gottes Wort an die Schlange dr\u00fcckt gr\u00f6\u00dften Schmerz aus: \u00bbUnd ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen;&nbsp;<em>er<\/em>&nbsp;wird dir den Kopf zermalmen, und&nbsp;<em>du<\/em>&nbsp;wirst ihm die Ferse zermalmen.\u00ab (1.&nbsp;Mose&nbsp;3,15). Diese g\u00f6ttliche Verf\u00fcgung der Hoffnung auf eine Welt ohne den B\u00f6sen und das B\u00f6se ist letztlich durch das Sterben von Jesus Christus Wirklichkeit geworden. Jetzt ist der Weg zur neuen Sch\u00f6pfung frei. Christen wissen: Gott wird die heile Welt herauff\u00fchren. Jesus k\u00fcndigt an: \u00bbSiehe, ich mache alles neu!\u00ab (Offenbarung&nbsp;21,5).<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Der Heilsbed\u00fcrftige<\/h1>\n\n\n\n<p>Wir Menschen sind unf\u00e4hig, eine heile Welt selbst zu realisieren, sondern sind darin vollst\u00e4ndig auf Gott angewiesen. Wir stecken in gro\u00dfer Not und sind \u00fcberaus heilsbed\u00fcrftig. Darum k\u00f6nnen wir heilfroh sein, dass uns die frohe Botschaft er\u00f6ffnet wird: Gott bietet Vergebung an. Wer zum Beispiel im beruflichen Umgang mit der Technik Fehler gemacht hat, kann dar\u00fcber mit Gott sprechen. Gott gibt in seiner Liebe dem Erl\u00f6sung suchenden Menschen Vergebung. Jedem, der es will, wird die M\u00f6glichkeit der Vers\u00f6hnung zugesprochen. Wer diese annimmt, dem sichert Gott das Heil zu. Zwar soll nach gemachten Fehlern das Bestm\u00f6gliche getan werden, um herauszukommen, aber Jesus Christus gibt das Einzige, was wirklich rettet. Er tr\u00e4gt nicht nur den Titel \u00bbHeiland\u00ab (d. i. \u00bbRetter\u00ab), sondern ist es wesenhaft. In ihm neigt sich Gottherzlich zu den Gefallenen herab. Das nennen wir \u00bbErbarmen\u00ab, oder mit Martin Luther trefflich \u00bbBarmherzigkeit\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>An dem, der dieses Heilsangebot annimmt, arbeitet Gott heilsam und heiligend weiter. Ein Christ wei\u00df, dass Gott sein gutes Werk in ihm angefangen hat und es auch vollenden wird (Philipper&nbsp;1,6). Er wei\u00df, dass Gott <em>alles<\/em>, was passiert, so verwendet, wie es \u00bbzum Guten mitwirkt\u00ab (R\u00f6mer&nbsp;8,28). Dieses Gute ist die Einpr\u00e4gung des Charakters Jesu im Christen, dergestalt, dass dieser dem Sohn Gottes \u00bbgleichf\u00f6rmig\u00ab wird. Einpr\u00e4gen ist mit Druck verbunden, \u00e4hnlich wie es des Druckes bedarf, wenn man auf einer M\u00fcnze etwas einpr\u00e4gt. Wenn also Christen auch druckvolle Situationen erleben, \u00e4ndert das nichts an der Sicherheit ihres Heils, sondern es soll ihr Wesen positiv, d. h. christusoffenbarend, ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Die&nbsp;Ewigkeitsperspektive<\/h1>\n\n\n\n<p>Als Christ wei\u00df ich also, wo ich ankommen werde. W\u00fcsste ich dieses nicht, bliebe mir nichts \u00fcbrig, als Technologie so einzusetzen, dass die Entwicklung irgendwie in Richtung Garten Eden zur\u00fcckl\u00e4uft. Dieser Weg zur\u00fcck wurde aber vom Mensch verwirkt und von Gott versperrt. Wenn dieses begrenzte Erdenleben mein einziges Leben w\u00e4re, w\u00e4re es das einzige \u00bbParadies\u00ab, das ich erleben w\u00fcrde. Es ist verst\u00e4ndlich, wenn Menschen ohne Gott und Glauben in ihr Leben alles M\u00f6gliche hineinzustecken versuchen. Und so wachsen am st\u00e4rksten eben die Vergn\u00fcgungsanbieter und die Entertainment-Industrie. In diesen spielt Musik und Technologie eine gro\u00dfe Rolle, um die seelische Leere der Gottesentfremdung irgendwie aufzuf\u00fcllen. Das war ein beliebter Technologieeinsatz schon bei denen, die \u00bbvom Angesicht Gottes wegliefen\u00ab (s. 1.&nbsp;Mose&nbsp;4,16.21.22). Auch heute finden Menschen ihre Idole (d. i. \u00bbAbg\u00f6tter\u00ab) oft unter Musikern. Das Sch\u00f6ne beim Glauben an Jesus Christus ist also: In Heilssicherheit wei\u00df ich, wohin es einmal gehen wird, und darum muss ich die Technik nicht dazu einsetzen, um mir ein ersehntes \u00bbParadies\u00ab zu erringen. Denn der Glaube befreit von Sorge um mich selbst, so dass ich mich zukunftsorientiert dem Dienst f\u00fcr Gott und am N\u00e4chsten zuwenden kann. Auch so kann man einmal Technik beurteilen: Sie soll nicht mir dienen, sondern Verst\u00e4rkungsfaktor sein, dass ich anderen besser dienen kann. Hat Jesus Christus im Gebot der N\u00e4chstenliebe nicht genau dieses verlangt?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der erl\u00f6ste Mensch also Christus \u00e4hnlicher wird, geht er auch ethisch verantwortlicher mit den Dingen um. Denn Jesus Christus w\u00e4re mit unserer Technik nicht negativ umgegangen; in ihm will Gott uns ja den idealen Menschen zeigen. Wenn sich sein Wesen in uns auspr\u00e4gt, wird auch unser Technikeinsatz christlicher. Und weil Gott die Zukunft er\u00f6ffnet, erwartet der christliche Glaube die Vervollkommnung und damit auch den wirklich perfekten Technikeinsatz weder vom Menschen noch hier auf der Erde, sondern von Gott und in der von ihm geschaffenen Zukunft. Nun ist zwar jeder Ingenieur vom \u00bbBazillus der Technik-Faszination\u00ab infiziert. Sonst w\u00fcrde keiner ein solches Studium beginnen. Trotzdem erwartet ein Ingenieur, der zuerst und vor allem Christ ist, das Vollkommene nur von Gott, nicht von Menschen, noch von Anwendungen der Technologie.<\/p>\n\n\n\n<p>Christen wissen auch vom Leben nach dem Tod. Diese Glaubensaussage hilft zu verstehen, was menschliches Leben hier soll. \u00bbSo lehre uns denn z\u00e4hlen unsere Tage, damit wir ein weises Herz erlangen!\u00ab (Psalm&nbsp;90,12). Wenn ich mein Leben vom Ende her beurteile, also mit Ewigkeitsperspektive (die mir nur die Offenbarung Gottes in der Bibel geben kann), dann gibt es in manchen Dingen einen anderen Wert, als es Politik, Zeitgeist oder Werbung zu vermitteln suchen. Auch brauche ich dann nicht jede Modestr\u00f6mung mitzumachen, jede aktuelle Mode ist morgen sowieso schon wieder veraltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Von daher unterscheiden Christen zwischen einem \u00bbSchon jetzt\u00ab und einem \u00bbNoch nicht\u00ab. Durch den Glauben an Christus leben sie in diesem Spannungsfeld. Von dieser Ewigkeitsperspektive her kann ich zum Beispiel Erf\u00fcllungsaufschub ertragen, dass ich jetzt nicht alles erf\u00fcllt bekomme, wie ich es mir vorstelle. Durch das Wissen um die zuk\u00fcnftige Herrlichkeit kann ich auch etwas erleiden. \u00bbDer Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, nachdem ihr eine kurze Zeit gelitten habt, er selbst wird euch vollkommen machen, befestigen, kr\u00e4ftigen, gr\u00fcnden\u00ab (1.&nbsp;Petrus&nbsp;5,10). Dieses Leiden kann bez\u00fcglich des Glaubens geschehen, aber auch einfach darin bestehen, dass ich wie alle Menschen den Ereignissen dieser Welt ausgesetzt bin, den Katastrophen und Unf\u00e4llen, den Wettereinfl\u00fcssen oder Ern\u00e4hrungsbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso kann die Entwicklung der Gentechnik, nachdem jetzt das menschliche Genom entschl\u00fcsselt worden ist, weiteres Leiden nach sich ziehen. Auch Christen werden vielleicht unter kommenden Verh\u00e4ltnissen leiden m\u00fcssen. Aber sie k\u00f6nnen es, weil sie wissen: Es gibt ein \u00bbSchon jetzt\u00ab. Darin besteht die Sinnerf\u00fcllung.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings k\u00f6nnen Christen auch gerade an der Sinnerf\u00fcllungsfrage leiden, wenn etwas misslingt. Das Wissen jedoch, was am Ende der Tage durch Gott kommen wird, tr\u00e4gt hindurch.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Christen mit diesem Ewigkeitsblick und Erf\u00fcllungsaufschub leben k\u00f6nnen, daran \u00e4ndert sich nichts, wenn viele dieses nur als Ideologie bezeichnen. Der Glaube wird allerdings auf Belastbarkeit erprobt, wenn diese F\u00e4higkeit, Spannung zu ertragen, von \u00bbgesch\u00e4ftst\u00fcchtigen\u00ab Arbeitgebern zum Eigennutz missbraucht wird. Es kann vorkommen, dass solch einer beschlie\u00dft: Diesen Christen gebe ich weniger Lohn und mute ihnen trotzdem mehr \u00dcberstunden zu.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Die&nbsp;christliche&nbsp;Grundnorm<\/h1>\n\n\n\n<p>Christen erwarten von der \u00bbTechnik\u00ab lediglich, dass das Menschenm\u00f6gliche getan wird. Dadurch ist der Blick gesch\u00e4rft f\u00fcr manche Vertr\u00f6stungen der Welt, die im Grunde nur Ausreden f\u00fcr Passivit\u00e4t sind. Wenn Gottes Auftrag an Menschen lautet, in der Welt, in die uns Gott gesetzt hat, als Techniker, Ingenieur oder Architekt zu arbeiten, dann erkennen Gl\u00e4ubige ihre Verantwortung. Sie sollen sich nicht zur\u00fcckziehen und alle technischen Neuerungen bek\u00e4mpfen, sollen sich weder passiv hinter Klostermauern zur\u00fcckziehen noch aktiv in die falsche Richtung, also falsche Ziele verfolgend, arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Christen k\u00f6nnen sich f\u00fcr Passivit\u00e4t in der Welt nicht entschuldigen. Sie sind bef\u00e4higt, mit dieser noch nicht endg\u00fcltigen Wirklichkeit umzugehen und im Glauben aktiv zu arbeiten, auch technisch, und nicht angesichts des Scheitern-K\u00f6nnens zu verzweifeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch welches ist die Norm? Was lehrte Jesus? F\u00fcr was steht er? Seine Zeitgenossen haben das zu erforschen versucht. Verschiedene religi\u00f6se und politische Gruppen haben Beauftragte zu Jesus gesandt und ihm Fragen gestellt, vorrangig Fangfragen. Entscheidend war die Frage nach der Maxime: \u00bbWelche oberste Norm soll unser Handeln kennzeichnen?\u00ab Jesus antwortete darauf: \u00bbDas erste [Gebot] ist: \u203aH\u00f6re, Israel: Der Herr, unser Gott, ist ein Herr; und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft\u2039\u00ab (Markus&nbsp;12,29f). Das Wort \u00bbHerz\u00ab bezeichnet das Zentrum der Pers\u00f6nlichkeit, von dem aus alles andere gesteuert wird: die intellektuelle F\u00e4higkeit, den Willen, die Liebesf\u00e4higkeit u. a. Alle Lebensmodi (o. Fakult\u00e4ten des Lebens) h\u00e4ngen von der Grundeinstellung des Herzens ab: Ist das Herz klar, sind es auch die daraus folgenden Handlungen. Jesus sagte: \u00bbDu sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen\u00ab, also nicht oberfl\u00e4chlich, nicht rituell, nicht aufgesetzt oder manchmal, sondern stets mit allem. Gott ist nie oberfl\u00e4chlich, er geht stets gezielt zur Schaltzentrale, hinunter zur Wurzel (also&nbsp;<em>radikal<\/em>), greift immersiv zum \u00bbHerzen\u00ab des Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was hat das mit Technik zu tun? Das Gebot, Gott zu lieben, hat Jesus Christus oft wiederholt, und darum sollte es auch f\u00fcr Christen die oberste ethische Norm sein. Darauf folgt das zweite Gebot, das der Liebe zum N\u00e4chsten: \u00bbDu sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u00ab (Markus&nbsp;12,31a). In beiden Geboten ist laut Jesus Christus der ganze Dekalog, das, was Gott vom Menschen will, zusammengefasst. Ich bezeichne dies als \u00bbchristliche Grundnorm\u00ab. Die Christen haben sich immer daran orientiert. Aus dem Gebot der N\u00e4chstenliebe l\u00e4sst sich Weiteres ableiten, zum Beispiel, dass die Bed\u00fcrftigkeit meines N\u00e4chsten vor meiner eigenen Vorrang hat. Welch ein Anspruch!<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus zeigt Jesu Gebot der Feindesliebe, dass dem anderen zumindest ein Recht zusteht, anders zu sein. Dieses kleine St\u00fcckchen Liebe, den anderen anders sein zu lassen, auch wenn er eine ganz andere Kultur in unsere Gesellschaft bringt, sollten Christen zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was das im verantwortlichen Umgang mit Technik zu bedeuten hat, ist nicht schwer zu folgern. Denn zum Teil leben wir davon, dass wir anderen bestimmte Techniken vorenthalten, so in der Kriegstechnologie und der zivilen Technologie. Auch ist logisch, dass Reiche die besseren Technologien besitzen. Ist nicht im Wirtschaftlichen \u00fcberall das Geld entscheidend? Wer viel Geld hat (oder erzeugen kann), bekommt alles, wer wenig hat, kriegt nichts. Ist das alles mit dem Liebesgebot in \u00dcbereinstimmung zu bringen? Nur wenige Christen haben Gegenzeichen im Bereich der Wirtschaft und Gesellschaft gesetzt, etwa durch Streben nach Gerechtigkeit und Wohlt\u00e4tigkeit. Manche Unternehmer versuchen, die Verantwortung, die ihre Angestellten tragen, zu honorieren und zu f\u00f6rdern, indem sie sie zu Mitunternehmern machen, sei es durch organisierte Mitsprache oder indirekt durch Kapitalbeteiligungen. Es gibt einige interessante Modelle, wie man diese Grundnormen in kreativer Art umsetzen kann, Mitarbeiter zu f\u00fchren sowie Nutzen und Risiko miteinander zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung<\/h1>\n\n\n\n<p>Fassen wir unsere Betrachtung in Form einiger Leitaussagen zusammen, \u00fcber die man ins Gespr\u00e4ch kommen sollte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Mensch wurde im Bild und Gleichnis Gottes erschaffen, hat mithin unver\u00e4u\u00dferliche W\u00fcrde und Wert.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Mensch ist Mitmensch. Er darf mit jemandem in Beziehung treten, der genauso ein Recht auf Fehler und Schwachheiten wie er selbst hat. Er ist mit Begabungen, demselben Wert, aber auch mit denselben Schwachheiten versehen, er ist S\u00fcnder.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Mensch ist Teilhaber. Er muss darauf achten, dass die Teilhabe gerecht geschieht.<\/li>\n\n\n\n<li>Christen k\u00f6nnen unterscheiden zwischen dem, was jetzt m\u00f6glich ist, und dem, was erst unter der Herrschaft Jesu Christi m\u00f6glich sein wird. Sie d\u00fcrfen nicht das Recht des Relativen verachten, indem sie denen Schwierigkeiten machen, die keine perfekten L\u00f6sungen erreichen.<\/li>\n\n\n\n<li>Christen akzeptieren, dass es verschiedene berechtigte Anspr\u00fcche gibt, dass manche ihr Leben eben anders leben, auch als Ingenieure. Christliche Technik fragt danach, was moralisch vertretbar ist oder nicht.<\/li>\n\n\n\n<li>Dabei bindet sich der Christ an Gottes Wort, an die Lehre Jesu Christi. Dieser hat sich in verschiedenen Fragen der Lebensf\u00fchrung immer auf die Genesis bezogen. Er geht also immer auf die Urspr\u00fcnge zur\u00fcck, wo er als Sch\u00f6pfer gehandelt hat.<\/li>\n\n\n\n<li>Somit und letztlich ist Jesus das immer verpflichtende Vorbild f\u00fcr christliche Ethik, auch und gerade im Erschaffen, Gestalten, Einsetzen und Nutzen von Technik.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Christliche Technik \u2013 Gibt es so&nbsp;etwas?<\/h1>\n\n\n\n<p>Nein, <em>an sich<\/em> nicht. Schon eher von einer \u00bbchristlichen Technikfolgenabsch\u00e4tzung\u00ab, einer Bewertung von Technik anhand christlicher Werte, Maximen und Normen. Es ist zu beurteilen, welche Werte und Ziele beim Erschaffen und Betreiben gesetzt werden und wirksam sind. Von \u00bbchristlicher\u00ab Technik kann man nur reden, wenn sie wertvertr\u00e4glich mit christlichen Werten ist. Dazu bedarf es der Ausrichtung an dem, was Jesus Christus gesagt hat und in der Bibel schriftlich aufzeichnen lie\u00df. Das wird auch den Blick f\u00fcr den Unterschied zwischen dem, was ist, und dem, was noch nicht ist, sch\u00e4rfen und die Geduld mit dem Unvollkommenen im anderen und in mir selbst f\u00f6rdern. Gelebtes Christsein macht gen\u00fcgsam beim Entzug und im Verzicht und geduldig im Leiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus fordert im Blick auf die Ewigkeit auf: \u00bbWenn aber dein rechtes Auge dir Ansto\u00df gibt, so rei\u00df es aus und wirf es von dir&#8230;\u00ab (Matth\u00e4us&nbsp;5,29). Er r\u00e4t in dieser Bildsprache also zu entschiedener Vorgehensweise: Weg mit dem, das dich auf deinem Weg zur Ewigkeit, zu Gott hin, hindert, selbst wenn es ein geliebter, faszinierender Technikeinsatz ist! Technik hingegen mit Ewigkeitsperspektive einzusetzen, mag an ein gutes Ziel f\u00fchren. Ein Ingenieur oder Techniker, der Christ ist, muss sich immer fragen, ob er einmal vor Jesus stehend \u00e4hnlich dem Knecht des bekannten Gleichnisses (vgl. Matth\u00e4us&nbsp;25,14\u201330; Lukas&nbsp;19,16\u201327) sagen kann: \u00bbHerr, ich habe gehandelt, auch unter verst\u00e4rkendem Einsatz der Technik, um das, was ich von dir bekommen habe, zu vermehren.\u00ab Er muss fragen, ob dann Jesus wohl antworten wird: \u00bbWohl, du guter und treuer Knecht! \u00dcber weniges warst du treu, \u00fcber vieles werde ich dich setzen; geh ein in die Freude deines Herrn!\u00ab und den Betreffenden dann in gr\u00f6\u00dfere Verantwortung setzt. Die hier genannten Leitlinien k\u00f6nnen eine praktische Hilfe f\u00fcr die Realisierung verantwortlicher, \u00bbchristlicher Technik\u00ab sein.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><sup>[1]<\/sup>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Uwe A. Seidel beim DCTB-Regionaltreffen in B\u00f6blingen am 17.3.2001. Verk\u00fcrzte Wiedergabe (s.\u00a0<em>Das Fundamentum<\/em>, Nr. 5\/2001, DCTB e.V.), \u00dcberarbeitung vom Vortragenden autorisiert. \u2013 Angesichts der Entwicklungen der letzten beiden Jahrzehnte (Big Data, automatisierte \u00dcberwachung und Predictive Profiling, AI, Transhumanismus, Homo deus etc. nebst Zivilreligion, Carbonkult u.a.) erweisen sich die hier skizzierten \u00dcberlegungen weiter als \u00e4u\u00dferst relevant.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>[2]<\/sup>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;o. V.:&nbsp;<em>Technikbewertung \u2013 Begriffe und Grundlage<\/em>&nbsp;(Technology assessment \u2013 Concepts and foundation), VDI 3780. Erscheinungsdatum 2000-09.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Vortrag von&nbsp;Prof. Dr.-Ing. Uwe A. Seidel in B\u00f6blingen am 17.3.2001[1] Der Ausdruck \u00bbchristliche Technik\u00ab erscheint manchem Zeitgenossen als Widerspruch. Kann Technik \u00fcberhaupt christlich sein? Technologien sind doch wohl wertfrei, allenfalls ambivalent, k\u00f6nnen also gute und schlechte Werte tragen. Begriffskl\u00e4rung Der Begriff der Technik ist jedem Ingenieur gel\u00e4ufig. In einer bekannten Richtlinie des VDI (RL &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=3332\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eChristliche\u00a0Technik\u00a0\u2013 Gibt\u00a0es\u00a0so\u00a0etwas? (2001)\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[19,132],"tags":[149,150,151,148],"class_list":["post-3332","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-denken","category-practical","tag-ta","tag-technik","tag-techniker","tag-technikfolgenabschaetzung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3332","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3332"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3332\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3342,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3332\/revisions\/3342"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3332"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3332"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3332"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}