{"id":3011,"date":"2023-01-10T19:04:13","date_gmt":"2023-01-10T18:04:13","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=3011"},"modified":"2024-08-30T14:26:20","modified_gmt":"2024-08-30T12:26:20","slug":"opera-ad-extra-das-zusammenwirken-von-vater-sohn-und-heiligem-geist-im-heilswerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=3011","title":{"rendered":"Opera ad extra \u2013 Das Zusammenwirken von Vater, Sohn und Heiligem Geist im Heilswerk"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:30% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"370\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/dreieinheit_400x400.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3027 size-full\" srcset=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/dreieinheit_400x400.png 400w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/dreieinheit_400x400-300x278.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><strong>Text<\/strong> adaptiert von: James Buchanan,<em>&nbsp;Die Lehre der Rechtfertigung<\/em>. Nachdruck aus dem Druck von 1867 von T. and T. Clark, Edinburgh. Grand Rapids, MI: Baker Book House, 1977), S. 388\u2013392. <br><strong>\u00dcbersetzung, \u00dcberarbeitung und Erweiterung<\/strong> durch grace@logikos.club.<br><strong>Bildquelle<\/strong>: unbekannt (Hinweise erbeten)<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die&nbsp;<em>opera ad extra<\/em><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Heilige Schrift offenbart uns, dass Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott, der Heilige Geist, im Plan und Werk der Erl\u00f6sung des Menschen harmonisch abgestimmt und in Einheit zusammenwirken, dass aber jeder von ihnen ein anderes \u201eAmt\u201c innehat und einen anderen Teil des Werkes \u00fcbernimmt, um diesen Plan zu verwirklichen. Dies gilt f\u00fcr alle \u201eWerke [Gottes] nach au\u00dfen\u201c (den\u00a0<em>opera ad extra<\/em>), f\u00fcr die erste Sch\u00f6pfung und f\u00fcr die zweite Sch\u00f6pfung (Heil). Sie sind Wirkungen, die aus dem Wesen Gottes heraustreten und offenbar werden, und die auf den \u201eWerken Gottes nach innen\u201c (den\u00a0<em>opera ad intra<\/em>) beruhen. W\u00e4hrend uns die\u00a0<em>opera ad intra<\/em>\u00a0in der Schrift offenbaren, wie das Verh\u00e4ltnis der drei Personen der Dreieinheit zueinander ist, lassen uns die\u00a0<em>opera ad extra<\/em>\u00a0in der Schrift erkennen, wie die drei Personen der Trinit\u00e4t zwar in \u201eg\u00f6ttlicher Arbeitsteilung\u201c, jedoch untrennbar und stets harmonisch zusammenarbeiten zur Verwirklichung der einen gemeinsamen Zielsetzung (Wille, Vorsatz, Ratschluss usw.). Dies soll f\u00fcr das Heilswerk unten kurz skizziert werden. [1]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Offenbarung der drei Personen der Gottheit im Heilswerk<\/h2>\n\n\n\n<p>Das gro\u00dfartige Ziel Gottes, bestimmte erw\u00e4hlte S\u00fcnder zu erl\u00f6sen, sowie die harmonische Zusammenarbeit der drei Personen der Gottheit bei der Verwirklichung dieses Ziels k\u00f6nnten aus der Einheit der g\u00f6ttlichen Natur (es gibt nur\u00a0<em>ein<\/em>\u00a0g\u00f6ttliches Wesen!) abgeleitet werden. Denn dieses impliziert notwendigerweise die Einheit in den Ratschl\u00fcssen des g\u00f6ttlichen Willens. <strong>Aber die Unterscheidungen innerhalb der Gottheit nach den drei Personen <\/strong>(<em>Subsistenzen<\/em>) <strong>h\u00e4tten nie auf eine andere Weise so deutlich offenbart werden k\u00f6nnen, als durch die verschiedenen \u201e\u00c4mter und\u201c T\u00e4tigkeiten, die ihnen im Zusammenhang mit dem Erl\u00f6sungswerk eigen sind.<\/strong>\u00a0Es ist ein Zeichen f\u00fcr die Harmonie ihrer Absichten und ihres Zusammenwirkens in dem einen gemeinsamen Selbstoffenbarungswerk.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Offenbarung der drei Personen der Gottheit wird erst im Heilswerk Gottes (im NT beschrieben) explizit deutlich. Nehmen wir das Beispiel der christlichen Taufe: Von jedem an Christus Gl\u00e4ubigen verlangt Gott, getauft zu werden, und zwar nicht einfach auf den Namen Gottes, sondern ausdr\u00fccklich \u201eauf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes\u201c (Matth\u00e4us 28,19). Auch in der apostolischen Segensformel werden ausdr\u00fccklich alle drei Personen der Trinit\u00e4t benannt: \u201eDie Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! \u201c (2Korinther 13,13). Dies ist also ein spezifisch christliches Kennzeichen, im AT verborgen, im NT geoffenbart.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Epoche vorher, der letzten des Alten Testaments (vgl. Lukas 7,27f), gab es die vorbereitende Taufe des Johannes, die als \u201eTaufe mit Wasser zur Bu\u00dfe\u201c (Matth\u00e4us 3,11f), \u201eTaufe der Bu\u00dfe\u201c (Apostelgeschichte 19,2\u20136) und \u201eTaufe der Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden\u201c (Markus 1,4) beschrieben wird. Sie wurde den Menschen, die Jesu Dienst begleiteten, verabreicht, damit sie gelehrt w\u00fcrden, an den zu glauben, der \u201enach mir [Johannes Baptist] kommt\u201c, und sie \u201emit Heiligem Geist taufen\u201c w\u00fcrde (Markus 1,7\u20138). Diese Bu\u00dftaufe war im Vergleich zur christlichen Taufe unvollkommen, weil sie den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist nicht deutlich benannte. Daher wurde die Taufe des Johannes bei der Gr\u00fcndung der christlichen Kirche durch die von Christus angeordnete (Matth\u00e4us 28,19) ersetzt, die alle drei Personen der Gottheit explizit benennt und bekennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch das gesamte Heilswerk betreffend ist in der Heiligen Schrift zu beobachten, dass jede der drei Personen der Gottheit ein bestimmtes Amt aus\u00fcbt und ein spezifisches Werk verrichtet. Auch hier gilt wieder, dass diese \u00c4mter und Werke zwar eindeutig den g\u00f6ttlichen Personen zugeordnet sind, dass sie aber stets miteinander und in v\u00f6lliger Harmonie und Einheit ausgef\u00fchrt werden. Die wahrgenommenen Unterschiede in den Werken\u00a0<em>ad extra<\/em>\u00a0sind keinesfalls Unterschieden im g\u00f6ttlichen Wesen zuzurechnen (es gibt solche nicht). Eine einzigartige Besonderheit entstand dadurch, dass die Person, die der ewige Sohn Gottes ist, auch in der Zeit wahrer Mensch geworden ist (Johannes 1,14; Galater 4,4).\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Das gro\u00dfe S\u00fchnungsopfer Jesu am Kreuz, an dessen Ende das geheimnisvolle \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c (Matth\u00e4us 27,46) des Sohnes erklang, wird beeindruckend trinitarisch so beschrieben: \u201e\u2026das Blut des\u00a0<strong>Christus<\/strong>, der durch den ewigen\u00a0<strong>Geist<\/strong>\u00a0sich selbst ohne Flecken\u00a0<strong>Gott<\/strong>\u00a0geopfert hat\u201d (Hebr\u00e4er 9,14a). Der wunderbare Anbetungshymnus in Epheser 1,3\u201314 ist ein glanzvolles Beispiel der Werke der Trinit\u00e4t im ewigen Heilsvorsatz. \u2013 Im Einzelnen:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gott-Vater<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Vater wird als Repr\u00e4sentant der Majest\u00e4t der Gottheit geoffenbart, der die Souver\u00e4nit\u00e4t aus\u00fcbt und die Vorrechte der Gottheit wahrt. Von ihm wird gesagt, dass er uns geliebt hat, dass er uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen in Christus, dass er uns in ihm auserw\u00e4hlt hat vor Grundlegung der Welt, dass er uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lobe der Herrlichkeit seiner Gnade, durch die er uns angenommen hat in dem Geliebten, dass er seinen eingeborenen Sohn gegeben hat, dass er seinen Sohn gesandt hat, um der Heiland der Welt zu sein, dass er ihn f\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht hat, dass er ihn hingestellt hat zur Vers\u00f6hnung durch den Glauben an sein Blut, dass er \u201eseinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn f\u00fcr uns alle hingegeben hat\u201c, dass \u201eGott \u2026 seine Liebe zu uns darin [erweist], dass Christus, da wir noch S\u00fcnder waren, f\u00fcr uns gestorben ist\u201c, dass es \u201edem Herrn gefiel\u2026, ihn zu zerschlagen, er hat ihn leiden lassen\u201c, dass er \u201eihn aus den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, damit euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott sei\u201c. Er hat Christus \u201edurch seine Rechte zum F\u00fchrer und Heiland erh\u00f6ht, um Israel Bu\u00dfe und Vergebung der S\u00fcnden zu geben\u201c. (Jesaja 53,10; Johannes 3,16; Apostelgeschichte 5,31; R\u00f6mer 3,25; 5,8; 8,32; 2Korinther 5,21; Epheser 1,3.4.5; 1Petrus 1,21; Hebr\u00e4er 2,7; 1Johannes 4,14)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gott-Sohn<\/h3>\n\n\n\n<p>Der ewige Sohn, Sohn Gottes und Sohn des Menschen, wird [in Seiner Menschwerdung] als in offizieller Unterordnung unter den Vater handelnd offenbart als \u201egesandt\u201c, als \u201egegeben\u201c, als \u201egekommen, um [s]einen Willen zu tun\u201c, ohne \u201eAnsehen, dass wir seiner begehrt h\u00e4tten. Er war verachtet und verlassen von den Menschen\u201c, einer, der \u201esich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist\u201c, der \u201esich selbst erniedrigte, indem er gehorsam wurde bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz\u201c, er wurde \u201egeboren unter Gesetz\u201c und \u201ef\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht\u201c, \u201eindem er ein Fluch f\u00fcr uns geworden ist\u201c, \u201evon Gott geschlagen und niedergebeugt; doch um unserer \u00dcbertretungen willen war er verwundet, um unserer Ungerechtigkeiten willen zerschlagen\u201c und hat \u201eselbst unsere S\u00fcnden an seinem Leib auf dem Holz getragen\u201c, hat \u201esich selbst f\u00fcr uns hingegeben \u2026 als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch\u201c. \u201eEr ist wohl in Schwachheit gekreuzigt worden, aber er lebt durch Gottes Kraft\u201c, er ist \u201ehinaufgestiegen \u2026 \u00fcber alle Himmel, damit er alles erf\u00fcllte\u201c und \u201ehat sich auf immerdar gesetzt zur Rechten Gottes, fortan wartend, bis seine Feinde hingelegt sind als Schemel seiner F\u00fc\u00dfe\u201c. \u201e Gott [hat] ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen gegeben, der \u00fcber jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters\u201c. (Jesaja 53; 2Korinther 13,4; Galater 3,13; Epheser 4,10; 5,2; Philipper 2,7\u20138.9\u201311; Hebr\u00e4er 10,7.9.12\u201313; 1Petrus 1,24)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gott-Heiliger Geist<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Heilige Geist wird offenbart als der, \u201eder vom Vater ausgeht\u201c und den Christus uns \u201evon dem Vater senden\u201c w\u00fcrde. Er \u201ewird von [Christus] zeugen\u201c, Christus \u201everherrlichen\u201c und \u201evon dem Meinen empfangen und euch verk\u00fcndigen\u201c. Er wird \u201edie Welt \u00fcberf\u00fchren von S\u00fcnde und von Gerechtigkeit und von Gericht\u201c, \u201evon S\u00fcnde, weil sie nicht an [Christus] glauben\u201c. Er ist der, \u201eder in unsere Herzen geleuchtet hat zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi\u201c, der uns \u201eerneuert \u2026 in dem Geist [unserer] Gesinnung\u201c, der der \u201eGeist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst\u201c ist. Er ist der \u201eder Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, [der] in euch wohnt\u201c (trinitarisch!), \u201eder in uns wirkt\u201c. Er ist \u201eder Geist der Wahrheit\u201c, der selbst \u201edie Wahrheit ist\u201c, der gekommen ist, um uns \u201ein die ganze Wahrheit [zu] leiten\u201c. Er \u201enimmt \u2026 sich unserer Schwachheit an\u201c und \u201everwendet sich f\u00fcr uns in unaussprechlichen Seufzern\u201c. \u201eDer Geist selbst bezeugt mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.\u201c Alle Glaubenden sind \u201eversiegelt worden \u2026 mit dem Heiligen Geist der Verhei\u00dfung\u201c und haben ihn als \u201edas Unterpfand [Zusicherung, Angeld] unseres Erbes\u201c. (Johannes 15,26; 16,8\u20139.13.14; R\u00f6mer 8,16.26; 2Korinther 4,6; Epheser 1,13.14; 4,23; Philipper 2,13; 1Johannes 5,6)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Diese Zeugnisse der Heiligen Schrift reichen aus, um zu zeigen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Es besteht ein wirklicher Unterschied zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, da \u00fcber jeden von ihnen vieles geoffenbart wird, was von den beiden anderen jeweils nicht ausgesagt wird. Dies betrifft aber nicht ihr Wesen als Gott, da sie dieses ewig v\u00f6llig identisch besitzen.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Im Rahmen desselben Gnadenplans bekleiden die Personen der Gottheit verschiedene\u00a0\u201e<strong>\u00c4mter<\/strong>\u201c und vollbringen in Abstimmung und Harmonie verschiedene Teile desselben\u00a0<strong>Werkes<\/strong>\u00a0der Errettung.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Zielsetzung der Summe und Einheit alles Wirkens Gottes ist <strong>seine eigene Verherrlichung<\/strong>, also die glanzvolle Darstellung seiner Vollkommenheiten. (Dies ist auch im Sch\u00f6pfungswerk zu beobachten, Genesis 1,1\u20132, R\u00f6mer 1,19\u201320; Hebr\u00e4er 1,2ff usw.)<\/p>\n\n\n\n<p>Da diese grundlegenden Wahrheiten klar geoffenbart sind, k\u00f6nnen wir uns nur in unentwirrbaren Irrtum verwickeln, wenn wir leugnen oder missachten w\u00fcrden, dass es solche Unterscheidungen im Zeugnis (Selbstoffenbarung) Gottes in der Heiligen Schrift gibt. Wir sollten nicht dem Vater das zuschreiben, was die Schrift dem Sohn zuschreibt, oder dem Sohn das, was die Schrift dem Geist zuschreibt, oder dem Geist das, was die Schrift dem Sohn zuschreibt (usw.).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein, zwei abschreckende Beispiele m\u00f6gen gen\u00fcgen: Wer dem Vater dankt, dass er f\u00fcr uns am Kreuz gestorben sei, irrt. Wenn der Dankende lernf\u00e4hig ist, kann ihm mit Gottes Wort schnell geholfen werden, wenn er aber diese Aussage festh\u00e4lt und gar lehrt, verbreitet er l\u00e4sterlichen Irrtum (sog.&nbsp;<em>Patripassianismus<\/em>). Ein anderer Verwechslungsirrtum ist es, wenn man als Grund unserer Rechtfertigung das Werk des Geistes&nbsp;<em>in<\/em>&nbsp;uns (z.B. Bu\u00dfe und Glauben, denen angeblich<em>&nbsp;<\/em>die Neugeburt&nbsp;<em>zeitlich&nbsp;<\/em>folge, oder die <em>prozesshafte <\/em>Heiligung) angibt und nicht das Werk Christi&nbsp;<em>f\u00fcr<\/em>&nbsp;uns, das&nbsp;<em>au\u00dferhalb<\/em>&nbsp;von uns geschah (stellvertretender S\u00fchnetod am Kreuz). (Dazu im Anschluss noch einige Anmerkungen und Zitate.)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Endnoten und Erg\u00e4nzungen<\/h3>\n\n\n\n<p>[1]\u00a0Siehe: John MacArthur und Richard Mayhue,\u00a0<em>Biblische Lehre \u2013 Eine systematische Zusammenfassung biblischer Wahrheit<\/em>, 3. Aufl. (Berlin: EBTC, 2023), S. 258 und 278.<\/p>\n\n\n\n<p>Erg\u00e4nzend noch einige sprachliche Anmerkungen und Zitate zur \u201eRechtfertigung aus Glauben\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Die Schrift sagt in R\u00f6mer 5,1, dass \u201ewir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben\u201c. Das<strong>&nbsp;Verb&nbsp;<em>rechtfertigen<\/em><\/strong>&nbsp;des deutschen Textes steht in der 1.Person Plural Indikativ Perfekt Vorgangspassiv, deutet also auf ein vollendetes Geschehnis (Akt) in der Vergangenheit, das fortlaufende Wirkung bis in die Gegenwart hat, n\u00e4mlich Frieden zu haben (Pr\u00e4sens; Indikativ, m.l. Konjunktiv). Es gibt das durch Wortstellung am Satzanfang betonte griech. Wort&nbsp;<em>dikai\u00f3o<\/em>&nbsp;(im Aorist Partizip Passiv Plural Nominativ Maskulinum,&nbsp;\u03b4\u03b9\u03ba\u03b1\u03b9\u03c9\u03b8\u03ad\u03bd\u03c4\u03b5\u03c2&nbsp;) wieder, was auf jenen Zeitpunkt deutet, bei dem eine Person vollst\u00e4ndig und in einem Akt von Gott gerechtfertigt wurde und nun daraus folgend bleibenden Frieden hat (Pr\u00e4sens von&nbsp;<em>echo<\/em>) aufgrund des aus Gnade geschenkten lebendigen Glaubens (so: Vine, Unger, White:&nbsp;<em>NT Words 2<\/em>&nbsp;und z.B. Lange et al in ihrem R\u00f6merbrief-Kommentar).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Die<strong>&nbsp;Pr\u00e4position&nbsp;<em>aus<\/em><\/strong>&nbsp;(griech.&nbsp;<em>ek<\/em>&nbsp;in&nbsp;\u1f10\u03ba \u03c0\u03af\u03c3\u03c4\u03b5\u03c9\u03c2&nbsp;= \u201eaus Glauben\u201c, auch: \u201eauf der Grundlage des Glaubens\u201c) markiert den Glauben als die&nbsp;<em>subjektive<\/em>&nbsp;Ursache und das aneignende Werkzeug, w\u00e4hrend \u201edie Gnade [Gottes], in der wir stehen\u201c die&nbsp;<em>objektive<\/em>&nbsp;oder erzeugende (kreative) Ursache unserer Rechtfertigung ist, durch die wir aus dem Zustand der S\u00fcnde und Verdammnis in den Zustand der Gerechtigkeit und des Lebens gebracht wurden. Kurz gesagt: Die Gnade Gottes eignet uns aktiv die Rechtfertigung zu, wir empfangen sie passiv im Glauben. Dies hat dann vielf\u00e4ltige Folgen, die R\u00f6mer 5 weiter benennt und ausf\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Die richtige Zuordnung der Werke der Personen der Gottheit ist auch f\u00fcr den Zentralartikel des christlichen Glaubens, der \u201eRechtfertigung aus Glauben\u201c, von gro\u00dfer Bedeutung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list has-small-font-size\">\n<li>Richard\u00a0<strong>Albert Mohler<\/strong>\u00a0jr. (*1959): \u201eDie meisten Amerikaner glauben, dass ihr Problem darin besteht, dass ihnen irgend etwas\u00a0<em>von au\u00dfen<\/em>\u00a0widerfahren sei, und dass die L\u00f6sung dieses Problems\u00a0<em>in ihnen<\/em>\u00a0selbst gefunden werden wird. Mit anderen Worten: sie glauben, dass sie ein\u00a0<em>externes<\/em>\u00a0Problem haben, das mit einer\u00a0<em>inneren<\/em>\u00a0L\u00f6sung beseitigt werden kann. Das Evangelium sagt aber im Gegensatz dazu, dass wir ein\u00a0<em>inneres<\/em>\u00a0Problem haben, und dass die einzige L\u00f6sung daf\u00fcr eine\u00a0<em>externe<\/em>\u00a0Gerechtigkeit ist.\u201c (Beitrag auf der Konferenz T4G, 2006)<\/li>\n\n\n\n<li><strong>R. C. Sproul<\/strong>&nbsp;(1939\u20132017): \u201eWenn wir sagen, dass die reformatorische Sicht der Rechtfertigung <strong>synthetisch<\/strong> ist, dann meinen wir damit, dass, wenn Gott einen Menschen gerecht spricht, das nicht aufgrund dessen geschieht, was er durch seine Analyse in dem Menschen findet. Stattdessen geschieht es aufgrund dessen, was der Person <strong>hinzugef\u00fcgt<\/strong> wird. Dasjenige, was hinzugef\u00fcgt wird, ist nat\u00fcrlich die Gerechtigkeit Christi. Deshalb sagte Luther, dass die Gerechtigkeit, durch die wir gerechtfertigt werden,&nbsp;<em>extra nos<\/em>&nbsp;ist, das hei\u00dft \u201e<em>getrennt<\/em>&nbsp;von uns\u201c oder \u201e<em>au\u00dferhalb<\/em>&nbsp;von uns\u201c. Er nannte sie auch eine \u201e<em>fremde<\/em>&nbsp;Gerechtigkeit\u201c, nicht eine Gerechtigkeit, die uns geh\u00f6rt, sondern eine Gerechtigkeit, die uns fremd ist. Sie kommt&nbsp;<em>von au\u00dferhalb der Sph\u00e4re unseres eigenen Verhaltens<\/em>. Mit diesen beiden Begriffen redete Luther \u00fcber die Gerechtigkeit Christi.\u201c (R.C. Sproul,&nbsp;<em>Das Herzst\u00fcck der Reformation.<\/em>&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.evangelium21.net\/media\/1128\/das-herzstueck-der-reformation\" target=\"_blank\">Artikel<\/a>&nbsp;auf Evangelium21.net vom 17.11.2018)&nbsp;https:\/\/www.evangelium21.net\/media\/1128\/das-herzstueck-der-reformation [Fettdruck hinzugef\u00fcgt]<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text adaptiert von: James Buchanan,&nbsp;Die Lehre der Rechtfertigung. Nachdruck aus dem Druck von 1867 von T. and T. Clark, Edinburgh. 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