{"id":2434,"date":"2022-03-01T21:38:26","date_gmt":"2022-03-01T20:38:26","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=2434"},"modified":"2022-03-28T11:04:53","modified_gmt":"2022-03-28T09:04:53","slug":"die-fuenf-buecher-mose-pentateuch-ein-ueberblick-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=2434","title":{"rendered":"Die f\u00fcnf B\u00fccher Mose (Pentateuch) \u2013 Ein \u00dcberblick (II)"},"content":{"rendered":"\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>Erster Teil<\/strong> <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=2421\" target=\"_blank\">hier<\/a> (Genesis\u2013Exodus), <strong>Gesamtdokument<\/strong> (PDF) <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Pentateuch_Einfuehrung_2022.pdf\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/mark><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das dritte Buch Mose (Levitikus)<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Name und Thema.&nbsp;<\/strong>Das dritte Buch Mose hei\u00dft in der hebr\u00e4ischen Bibel nach dem ersten Wort:&nbsp;<em>Wajjiqra\u2019<\/em>&nbsp;(\u00bbund er rief\u00ab). Es ist das&nbsp;<strong>Buch der<\/strong>&nbsp;<strong>Berufung zur Heiligkeit<\/strong>: Die Heiligen sind dazu berufen, da zu sein,&nbsp;<strong>wo er ist<\/strong>&nbsp;(Joh 14,3; 17,23), und so zu sein,&nbsp;<strong>wie er ist<\/strong>&nbsp;(1Joh 3,3). Gott selbst bereitet ihnen den Weg in seine Gegenwart und er trifft Vorkehrungen und gibt Weisungen, damit sie f\u00fcr seine Gegenwart passend gemacht sind. Damit kann das Thema des Buches in einem Wort angegeben werden:&nbsp;<strong>Heiligkeit<\/strong>&nbsp;(&gt;80-mal). \u00bbDenn ich bin Jahwe, der euch aus dem Land \u00c4gypten heraufgef\u00fchrt hat, um euer Gott zu sein:&nbsp;<strong>So seid heilig, denn ich bin heilig.<\/strong>\u00ab (11,45; vgl. 1Pet 1,16).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zusammenhang.&nbsp;<\/strong>Levitikus ist die&nbsp;<strong>Fortsetzung des zweiten Buches<\/strong>, erkenntlich am Anfangswort \u00bbUnd\u00ab. Es kn\u00fcpft dort an, wo Exodus aufgeh\u00f6rt hatte, beim Haus Gottes, und f\u00fchrt dann weiter. In Exodus wurde der S\u00fcnder gerettet und zu Gott gebracht, in Levitikus wird der so Erl\u00f6ste gerufen, nun Gott zu nahen,&nbsp;<strong>Gemeinschaft mit Gott&nbsp;<\/strong>zu haben, in sein Haus (Tempel) einzutreten. Diese Gemeinschaft ist m\u00f6glich durch vermittelnden&nbsp;<strong>Priesterdienst<\/strong>&nbsp;\u2013 insbesondere des Hohenpriesters \u2013 und best\u00e4ndigen&nbsp;<strong>Opferdienst<\/strong>. Levitikus ist&nbsp;<strong>das Buch der Priester<\/strong>,&nbsp;<strong>das Buch der Anbetung<\/strong>. Es ist das Schattenbild dessen, was Petrus so umschreibt: \u00bb\u2026auch ihr selbst [werdet] als lebendige Steine aufgebaut, ein geistliches Haus, zu einer&nbsp;<strong>heiligen Priesterschaft<\/strong>, um darzubringen geistliche Schlachtopfer, Gott wohlangenehm durch Jesus Christus\u00ab (1Pet 2,5; vgl. 2,9 mit der k\u00f6niglichen Priesterschaft).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt auch&nbsp;<strong>bemerkenswerte Unterschiede<\/strong>&nbsp;zwischen Exodus und Levitikus: Anders als in Exodus ruft Gott Mose weder aus dem Dornbusch (2Mo 3) noch von dem Berg Sinai (2Mo 19), sondern er ruft ihn \u00bbaus dem&nbsp;<strong>Zelt der Zusammenkunft<\/strong>\u00ab. Denn dort wohnt Gottes Herrlichkeit und der Erl\u00f6ste soll zu ihm eingehen; dies ist die h\u00f6chste Bestimmung der Erl\u00f6sten. Das dritte und damit mittlere der Moseb\u00fccher f\u00fchrt uns damit ins&nbsp;<strong>Herz und<\/strong>&nbsp;auf den&nbsp;<strong>Gipfel unserer Bestimmung<\/strong>: Wir werden ewig beim Herrn sein, und wir werden ewig den anbeten, der auf dem Throne ist, und das Lamm. Und so wie das Lamm in der Mitte des Thrones Gottes steht (Off 5,6), so steht dieses Buch in der Mitte der f\u00fcnf B\u00fccher Mose. Der Dreh- und Angelpunkt aller Wege Gottes ist Menschwerdung, Tod und Auferstehung des Herrn Jesus Christus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christus (Typologie).<\/strong>&nbsp;Die in den ersten sieben Kapiteln beschriebenen blutigen&nbsp;<strong>Opfer<\/strong>&nbsp;sind allesamt&nbsp;<strong>ein Schattenbild unseres Herrn, der als Lamm Gottes in diese Welt kam<\/strong>&nbsp;(Joh 1,29), \u00bbder durch den ewigen Geist sich selbst ohne Flecken Gott geopfert hat\u00ab (Heb 9,14). Auf Grund dieses Opfers k\u00f6nnen wir Gott nahen und ihm dienen (Heb 9,14b; 10,19). Er ist aber nicht allein Grund, sondern auch&nbsp;<strong>Substanz (Inhalt) und Gegenstand aller Anbetung<\/strong>. Die sich anschlie\u00dfenden Kapitel 8 und 9, welche die&nbsp;<strong>Weihe der Priester zum Dienst<\/strong>&nbsp;beschreiben, finden ihre Erf\u00fcllung in unserem Hohen Priester Jesus Christus. Er ist nicht allein das&nbsp;<strong>Opfer<\/strong>, das Gottes Ehre wiederhergestellt und den S\u00fcnder gerechtfertigt hat, sondern er ist auch der&nbsp;<strong>Hohe Priester<\/strong>, der allein das Recht und die Macht hat, sich f\u00fcr die Seinen vor Gott zu verwenden, damit diesen sein Opfer zugerechnet wird (Heb 8,1\u20132). Er ist der Priester, der den Auss\u00e4tzigen f\u00fcr rein erkl\u00e4ren und so vor Gott stellen kann (Kap 13\u201314): \u00bbUnd siehe, ein Auss\u00e4tziger kam herzu, warf sich vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen. Und er streckte seine Hand aus, r\u00fchrte ihn an und sprach: Ich will; werde gereinigt! Und sogleich wurde er von seinem Aussatz gereinigt.\u00ab (Mt 8,2\u20133). Und er ist&nbsp;<strong>der gro\u00dfe Sachwalter<\/strong>, der pers\u00f6nlich daf\u00fcr sorgt, dass alle S\u00fcnden seines Volkes vor Gott bekannt und vor Gott ges\u00fchnt werden (16,15\u201316.21\u201322): \u00bbMeine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht s\u00fcndigt; und wenn jemand ges\u00fcndigt hat \u2013 wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die S\u00fchnung f\u00fcr unsere S\u00fcnden, nicht allein aber f\u00fcr die unseren, sondern auch f\u00fcr die ganze Welt.\u00ab (1Joh 2,1\u20132).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Merkhilfe<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Heiligung \u2013 Gemeinschaft mit Gott und untereinander<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>1\u201310: Wie kann man Gott nahen?<\/strong><br><strong>(a)<\/strong>&nbsp;durch den&nbsp;<strong>Opferdienst&nbsp;<\/strong>(1\u20137);<strong>&nbsp;<br>(b)&nbsp;<\/strong>durch den&nbsp;<strong>Priesterdienst&nbsp;<\/strong>(8\u201310).<\/li><li><strong>11\u201315: Wie soll man Gott nahen?&nbsp;<\/strong>(<strong>Reinheitsgesetze<\/strong>&nbsp;f\u00fcr Nahrung, Krankheit)<\/li><li><strong>16\u201317: Der Gro\u00dfe S\u00fchnungstag (j\u00e4hrliches Zentralopfer)&nbsp;<\/strong>und weitere Gesetze<\/li><li><strong>18\u201322: Wie soll man einander nahen?&nbsp;<\/strong>(<strong>Reinheitsgesetze<\/strong>&nbsp;f\u00fcr Gemeinschaft)<\/li><li><strong>23: Wie feiern wir Seine Gegenwart miteinander? (Feste Jahwes)<\/strong><\/li><li><strong>24\u201327: Wie sieht die Gemeinschaft der Erl\u00f6sten aus? (Soziale Verordnungen)<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das vierte Buch Mose (Numeri)<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Name und Thema.&nbsp;<\/strong>Das vierte Buch Mose hei\u00dft in der hebr\u00e4ischen Bibel wiederum nach einem der ersten W\u00f6rter&nbsp;<em>Bemidbar<\/em>&nbsp;(\u00bbin der W\u00fcste\u00ab). Es geht um die dem Exodus und der Zeit am Horeb folgende&nbsp;<strong>W\u00fcstenwanderung des Volkes Gottes<\/strong>, die wegen vieler Rebellionen (10\u201325; insbes. 14,22) und fortgesetztem G\u00f6tzendienst gr\u00f6\u00dftenteils (38 der 40 Jahre) ein Irrweg unter Gottes gerechtem Zorn war (vgl. Hes 20,4\u201326). In diesem&nbsp;<strong>Buch des Zornes Gottes<\/strong>finden sich die uns so gel\u00e4ufigen Geschichten von den Wachteln (vgl. Ps 106,13\u201315), von der auss\u00e4tzigen Mirjam, vom geschlagenen Felsen, von den feurigen und von der ehernen Schlange, von Bileam und von Pinehas. Wegen der beiden auff\u00e4lligen&nbsp;<strong>Musterungen<\/strong>&nbsp;und Zahlenangaben bzgl. der ersten (1) und der zweiten (26) Generation (M\u00e4nnliche ab 20 J.) wird das Buch auch \u00bbNumeri\u00ab (Zahlen) genannt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zusammenhang.&nbsp;<\/strong>Numeri ist die zeitlich und vor allem inhaltlich schl\u00fcssige&nbsp;<strong>Fortsetzung des dritten Buches<\/strong>: Das unter Knechtschaft schmachtende Israel war erl\u00f6st und zu Gott gebracht worden, Gott hatte das Volk zu sich gerufen, damit es gleich ihm heilig sei und ihm priesterlich diene. Nun muss Israel als ein von Gott Erw\u00e4hlter, Erl\u00f6ster und Geheiligter den Weg ziehen, der es&nbsp;<strong>durch eine feindliche Welt ans Ziel<\/strong>&nbsp;bringen muss. Sie h\u00e4tten diesen Weg nicht aus eigener Kraft und eigenem Willen geschafft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Typologie.&nbsp;<\/strong>Das neutestamentliche Gegenst\u00fcck wird von Petrus so gesagt: \u00bbGeliebte, ich ermahne euch&nbsp;<strong>als Fremdlinge und als solche, die ohne B\u00fcrgerrecht sind<\/strong>, euch der fleischlichen Begierden zu enthalten, die gegen die Seele streiten, und dass ihr euren Wandel unter den Nationen ehrbar f\u00fchrt, damit sie, worin sie gegen euch als \u00dcbelt\u00e4ter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tag der Heimsuchung\u00ab (1Pet 2,11-12). Numeri beschreibt unseren \u00bb<strong>Wandel unter den Nationen<\/strong>\u00ab, spricht von&nbsp;<strong>Erprobung&nbsp;<\/strong>und<strong>&nbsp;Bew\u00e4hrung<\/strong>&nbsp;(Jak 1,12), von&nbsp;<strong>Widersachern<\/strong>&nbsp;und von&nbsp;<strong>Kampf<\/strong>, der uns wider diese verordnet ist (Eph 6,12; Jak 4,7; 1Pet 5,8).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Numeri spricht von mannigfaltigem&nbsp;<strong>Straucheln<\/strong>&nbsp;(Jak 3,2; vgl. Ps 105), aber auch von&nbsp;<strong>Gottes gn\u00e4digen Vorkehrungen<\/strong>, welche daf\u00fcr sorgen, dass Sein Volk trotz Versagen und trotz Verz\u00f6gerung doch&nbsp;<strong>am Ziel ankommt<\/strong>: Er n\u00e4hrt es t\u00e4glich durch das vom Himmel fallende&nbsp;<strong>Manna<\/strong>&nbsp;(vgl. Eph 5,29). Er&nbsp;<strong>segnet<\/strong>&nbsp;es priesterlich (6,24\u201326). Er f\u00fchrt es und ist bei ihm bis an das Ende des Pilgerweges (Mt 28,20). Der von ihm erw\u00e4hlte&nbsp;<strong>Hohepriester<\/strong>&nbsp;(17) erh\u00e4lt es in der rechten Beziehung zu Gott und rettet es durch eine feindliche Welt hindurch (Heb 7,25). Den Israeliten war als Erbe ein Land in dieser Sch\u00f6pfung bereitet; auf uns wartet&nbsp;<strong>ein himmlisches Erbe<\/strong>&nbsp;(1Pet 1,4). Dieses Erbe kann uns nicht verloren gehen. Daf\u00fcr sorgt Gottes Macht und Gottes Treue, worauf der zweitletzte Satz des Buches hinweist: \u00bbUnd so verblieb ihr Erbteil beim Stamm der Familie ihres Vaters\u00ab (36,12b). Gott sorgt daf\u00fcr, dass wir auf dem Weg durch die W\u00fcste unser Erbe nicht verlieren, wiewohl wir schwach sind wie die T\u00f6chter Zelophchads, die, auf sich gestellt, das v\u00e4terliche Erbe verloren h\u00e4tten. Allein die Heirat mit einem Mann aus ihrem Stamm (36,5\u20139) vermochte deren Erbe sicherzustellen. Auch wir, die Braut und die Ehefrau des Lammes, verl\u00f6ren auf unserem langen Weg zum Ziel alles, was uns Gott bereitet hat, h\u00e4tte sich Christus nicht als unser Br\u00e4utigam mit uns verbunden und verb\u00fcrgte nicht er f\u00fcr die Sicherheit unseres Erbes.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Merkhilfe<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Dienst und Wandel auf der W\u00fcstenreise<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>1,1\u201325,18: Das Ende der ersten Generation in der W\u00fcste&nbsp;<\/strong>(Buchteil 1)<br><strong>(a)<\/strong>&nbsp;Die&nbsp;<strong>Treue<\/strong>&nbsp;Israels am Sinai (1,1\u201310,10);<strong>&nbsp;<br>(b)&nbsp;<\/strong>Die&nbsp;<strong>rebellische<\/strong>&nbsp;Generation in der W\u00fcste (10,11\u201325,18).<\/li><li><strong>26,1\u201336,13: Die neue Generation, Ausblick ins Verhei\u00dfene Land<\/strong>&nbsp;(Buchteil 2)<br><strong>(a)<\/strong>&nbsp;Die Vorbereitung der neuen Generation Israels (26,1\u201330,16);<strong>&nbsp;<br>(b)&nbsp;<\/strong>Die Vorbereitung f\u00fcr Krieg und Einzug ins Verhei\u00dfene Land (31,1\u201336,13).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das f\u00fcnfte Buch Mose (Deuteronomium)<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Name und Thema.&nbsp;<\/strong>Das f\u00fcnfte Buch Mose hei\u00dft in der hebr\u00e4ischen Bibel nach den einleitenden Worten&nbsp;<em>\u02be\u0113lleh hadd<sup>e<\/sup>\u1e07\u0101r\u00eem<\/em>&nbsp;(\u00bbDies sind die Worte\u00ab), kurz:&nbsp;<em>Debarim<\/em>&nbsp;(\u00bbdie Worte\u00ab). Das Thema dieses den Pentateuch (\u00bbF\u00fcnfbuch\u00ab) abschlie\u00dfenden Buches ist die&nbsp;<strong>Zuverl\u00e4ssigkeit der Ausspr\u00fcche Gottes<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>die Bedeutung dieser Worte im Leben der erw\u00e4hlten Nation<\/strong>, es ist das&nbsp;<strong>Buch des ins Herz eingepflanzten Wortes Gottes<\/strong>. Alle Worte Gottes werden sich mit Gewissheit erf\u00fcllen, sei es zum Segen, sei es zum Fluch (28). Daher wird dem Volk in jedem Kapitel (und in manchen Kapiteln wiederholt) eingesch\u00e4rft, auf dieses&nbsp;<strong>Wort zu h\u00f6ren<\/strong>, es zu&nbsp;<strong>bewahren<\/strong>&nbsp;und ihm zu&nbsp;<strong>gehorchen<\/strong>. Der geforderte Gehorsam ist kein rein \u00e4u\u00dferlicher, sondern Frucht eines durch das Wort Gottes erneuerten Herzens (ca. 47x&nbsp;<em>l\u00ea\u1e07\u00e2\u1e07<\/em>\u00bb<strong>Herz<\/strong>\u00ab; im Pentateuch insges. 55x, im AT 252x). Im Neuen Bund wird dies realisiert werden: \u00bb[So] spricht Jahwe: I<strong>ch werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben<\/strong>; und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein\u00ab (Jer 31,33b; vgl. 2Kor 3,3, Heb 10,10; 15\u201316).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch ist nicht, wie der griechische Titel \u00bbDeuteronomium\u00ab (\u00bbzweites Gesetz\u00ab) will, eine \u00bbWiederholung des Gesetzes\u00ab. Es ist nach (1,5) vielmehr eine&nbsp;<strong>Auslegung&nbsp;<\/strong>(<em>be\u2019er<\/em>)&nbsp;<strong>des Gesetzes<\/strong>. Mose liest nicht nur vor, er h\u00e4lt&nbsp;<strong>drei Predigten<\/strong>&nbsp;aus dem Wort Gottes (vgl. 2Tim 3,16\u20134,2). Darin erkl\u00e4rt er dem Volk Gottes,&nbsp;<strong>wie ihr Gl\u00fcck sich am (praktischen) Glauben oder Unglauben gegen\u00fcber Gottes Wort entscheidet<\/strong>. Zum Beleg liefert er zuerst einen R\u00fcckblick \u00fcber das Ergehen der Kinder Israel seit dem Auszug (1\u20134). Im R\u00fcckblick stellt er dem Volk vor Augen, wie es&nbsp;<strong>Gottes Macht zum Fluch<\/strong>&nbsp;erfahren hatte, als es Gottes Wort nicht glaubte (1), danach, wie es&nbsp;<strong>Gottes Macht zum Segen<\/strong>&nbsp;erfahren hatte, als es Gottes Wort vertraute (2\u20133). In den Endkapiteln (28\u201333) zeigt Mose, dass das Volk eine herrliche Zukunft haben muss, wenn es diesem Wort vertraut und gehorcht, ebenso sicher, wie es eine schreckliche Zukunft haben wird, wenn es diesem Wort nicht vertraut und gehorcht. Mit dem ganzen Gewicht dieses R\u00fcckblickes und dieses Ausblickes ermahnt Mose im gro\u00dfen Mittelteil des Buches zum&nbsp;<strong>H\u00f6ren auf Gottes Wort und zum Gehorchen<\/strong>. Das, was man das&nbsp;<strong>israelische Glaubensbekenntnis<\/strong>&nbsp;(\u00bbSchma Jisrael\u00ab,&nbsp;<em>\u0161ma\u2018 yi\u015bra\u2019el<\/em>&nbsp;= \u00bbH\u00f6re, Israel!\u00ab) zu nennen pflegt, k\u00f6nnte man das Motto des ganzen Buches nennen: \u00bbH\u00f6re, Israel: Jahwe, unser Gott, ist ein Jahwe! Und&nbsp;<strong>du sollst Jahwe, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft<\/strong>. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen auf deinem&nbsp;<strong>Herzen<\/strong>&nbsp;sein\u00ab (6,4\u20136).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zusammenhang.&nbsp;<\/strong>Mit Deuteronomium schlie\u00dft sich der Kreis, der mit Genesis er\u00f6ffnet worden war. In Genesis hatten wir erfahren, wie&nbsp;<strong>Gottes Wort alles erschaffen<\/strong>&nbsp;und wie die&nbsp;<strong>Auflehnung gegen dieses Wort<\/strong>&nbsp;den Menschen in den Ruin gest\u00fcrzt hatte. In Deuteronomium erfahren wir, wie alle Worte Gottes in Erf\u00fcllung gehen und&nbsp;<strong>wie Segen oder Fluch sich an unserem Glaubensgehorsam gegen dieses Wort Gottes entscheidet&nbsp;<\/strong>(vgl. bzgl. des Evangeliums, R\u00f6m 1,5 und 16,26). Ebenso aber, wie Gott als der souver\u00e4ne Sch\u00f6pfer alles nach seinem Willen schuf (vgl. Off 4,11), ohne dass ihn dabei jemand beriet oder er irgend jemandem etwas schuldig war, so wird er am Ende als der souver\u00e4ne Retter das Heil an einem unw\u00fcrdigen Volk vollenden (33), das ihm dabei ebenso wenig beraten hat noch ihm etwas gegeben hat, so dass er ihm die Errettung schuldete (R\u00f6m 11,34\u201336). Gott ist das Alpha und das Omega.&nbsp;<strong>Er, der im Anfang schuf, wird am Ende alles vollenden<\/strong>.&nbsp;<em>Ihm sei die Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Typologie und Prophetie.<\/strong>&nbsp;Deuteronomium wird im NT mehr als 40x zitiert und zus\u00e4tzlich h\u00e4ufig angespielt, auch Christus verwendete h\u00e4ufig Zitate daraus. Israels&nbsp;<strong>Sehnen nach einem K\u00f6nig<\/strong>&nbsp;wird hier von Moses vorhergesagt (17,14\u201320). Das Kommen des Herrn&nbsp;<strong>Jesus als Prophet<\/strong>&nbsp;wird angek\u00fcndigt (18,15.18 mit Apg 3,22\u201323; 7,37). Weiterhin lesen wir von&nbsp;<strong>Weissagungen<\/strong>&nbsp;bez\u00fcglich der Zukunft Israels. Auffallend oft (21x) wird der von Gott erw\u00e4hlte&nbsp;<strong>Ort f\u00fcr den Gottesdienst<\/strong>&nbsp;(\u00bbder Ort, wo Gott seinen Namen wohnen l\u00e4sst\u00ab, also pers\u00f6nlich anwesend ist) angek\u00fcndigt (noch ohne Ortsangabe; es ist Zion, vgl. Ps 132,13\u201314).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Merkhilfe<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Herzensgehorsam<\/strong>&nbsp;<strong>gegen\u00fcber Gottes Wort<\/strong>&nbsp;(Joh 14,21.23)<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>1,1\u20135: Vorwort<\/strong><\/li><li><strong>1,6\u20134,43: Erste Predigt:&nbsp;<\/strong>Der Blick zur\u00fcck (W\u00fcstenreise)<\/li><li><strong>4,44\u201328,68: Zweite Predigt:&nbsp;<\/strong>Verpflichtungen des Bundesvertrages und dessen Ratifizierung<\/li><li><strong>29,1\u201330,20: Dritte Predigt:&nbsp;<\/strong>Die Bundesbedingungen<\/li><li><strong>31,1\u201334,12: Abschlie\u00dfende Erz\u00e4hlungen<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abschlusszitat zur Inspiration des Pentateuch<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbDie modernen Kritiker haben es gewagt, fast alle B\u00fccher der Heiligen Schrift anzugreifen und zu untergraben, allerdings keines mit einer solchen Dreistigkeit wie den Pentateuch (au\u00dfer vielleicht die Prophetien Daniels). [&#8230;] Lassen Sie uns an der weitreichenden, tiefgehenden und endg\u00fcltigen Tatsache festhalten, dass die Autorit\u00e4t Christi diese Frage f\u00fcr jeden, der ihn als Gott und Mensch anerkennt, beantwortet hat.\u00ab<\/p><cite>William Kelly, <em>Lectures Introductory to the Bible: 1. Pentateuch. Introduction<\/em>.<sup>2<\/sup><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Endnotizen<\/h2>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\">2\u2013 \u00bbModern criticism has ventured to undermine and assail almost all the books of Holy Scripture, but none with such boldness as the Pentateuch, unless it be the prophecy of Daniel. [&#8230;] Let us take our stand on the fact, broad, deep, and conclusive, that the authority of Christ has decided the question for all who own Him to be God as well as man<strong>.<\/strong>\u00ab William Kelly (1821-1906),&nbsp;<em>Lectures introductory to the study of the Pentateuch<\/em>.<em> Chapter 1:&nbsp;Introductory<\/em> (London: W. H. Broom, 1871), S. VII. VIII . (Textquelle: <a href=\"https:\/\/bibletruthpublishers.com\/introduction\/william-kelly-wk\/lectures-introductory-to-the-bible-1-pentateuch\/la76920\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/bibletruthpublishers.com\/introduction\/william-kelly-wk\/lectures-introductory-to-the-bible-1-pentateuch\/la76920<\/a>; abgerufen 01.03.2022. PDF: <a href=\"https:\/\/www.brethrenarchive.org\/media\/360163\/lectures_introductory_to_the_study_of_the-pent.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.brethrenarchive.org\/media\/360163\/lectures_introductory_to_the_study_of_the-pent.pdf<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anhang: Die Offenbarung Gottes im Pentateuch<\/h2>\n\n\n\n<p>Jedes Buch des Pentateuch zeigt uns eine besondere Eigenschaften Gottes (s. Tabelle). Nat\u00fcrlich ist Gott stets Derselbe, auch wenn er sich schrittweise und mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung offenbart. Man wird daher in jedem Bibelbuch stets sein ganzes, wahres Wesen sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"659\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Thora_Offenbarung_Gottes-1024x659.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2439\" srcset=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Thora_Offenbarung_Gottes-1024x659.png 1024w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Thora_Offenbarung_Gottes-300x193.png 300w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Thora_Offenbarung_Gottes-768x494.png 768w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Thora_Offenbarung_Gottes-1536x988.png 1536w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Thora_Offenbarung_Gottes-2048x1318.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erster Teil hier (Genesis\u2013Exodus), Gesamtdokument (PDF) hier. Das dritte Buch Mose (Levitikus) Name und Thema.&nbsp;Das dritte Buch Mose hei\u00dft in der hebr\u00e4ischen Bibel nach dem ersten Wort:&nbsp;Wajjiqra\u2019&nbsp;(\u00bbund er rief\u00ab). Es ist das&nbsp;Buch der&nbsp;Berufung zur Heiligkeit: Die Heiligen sind dazu berufen, da zu sein,&nbsp;wo er ist&nbsp;(Joh 14,3; 17,23), und so zu sein,&nbsp;wie er ist&nbsp;(1Joh 3,3). 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