{"id":234,"date":"2020-06-26T13:06:16","date_gmt":"2020-06-26T11:06:16","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=234"},"modified":"2021-04-14T15:36:58","modified_gmt":"2021-04-14T13:36:58","slug":"fiat-lux-erhellung-oder-verfinsterung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=234","title":{"rendered":"FIAT LUX \u2013 Erhellung oder Verdunklung?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:21% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"673\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Fiat-Lux-McCarthy-673x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-230 size-full\" srcset=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Fiat-Lux-McCarthy-673x1024.jpg 673w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Fiat-Lux-McCarthy-197x300.jpg 197w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Fiat-Lux-McCarthy-768x1168.jpg 768w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Fiat-Lux-McCarthy.jpg 795w\" sizes=\"auto, (max-width: 673px) 100vw, 673px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">James G. McCarthy<\/span><br><font size=\"+2\"><strong>Fiat Lux<\/strong><\/font><br><em>Kann eine Handvoll Studenten ein R\u00e4tsel l\u00f6sen, das Theologen seit Jahrhunderten besch\u00e4ftigt? \u2013 Lehr-Roman<\/em><br>CMD, Pb., 334 Seiten | ISBN: 9783981017380<br>(seit 28.11.2016 als epub eBook, EAN 9783939833765)&nbsp;<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Der Herausgeber<\/strong>, Wilfried (Karl) Plock, Vorsitzender der \u201eKonferenz f\u00fcr Gemeindegr\u00fcndung e.&nbsp;V. (KfG)\u201d, bewirbt dieses Buch mit folgenden Worten: \u00bbDas Buch von Jim McCarthy behandelt das Spannungsverh\u00e4ltnis von Erw\u00e4hlung und Vorherbestimmung einerseits und der Verantwortung des Menschen auf der anderen Seite. &#8230; McCarthys Werk geh\u00f6rt \u2013 ohne \u00dcbertreibung \u2013 zu den besten B\u00fcchern, die ich je in meinem Leben gelesen habe.\u00ab \u2013 Damit sagt er <strong>subjektiv<\/strong> einiges \u00fcber sich selbst, sein Leben und seine Lekt\u00fcre aus. Der Autor McCarthy schrieb das Buch unter dem Titel <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><em><strong>\u201eJohn Calvin Goes to Berkeley\u201d<\/strong><\/em><\/span> (heute: City Christian Press, 2009). Er konnte bereits 2005 auf Einladung von Fred Colvin <em>et alii <\/em>im Salzburger Land im Rahmen einer sog. Glaubenskonferenz (s. u.) die Thesen seines Buches verbreiten. Wir fragen uns hier, was <strong>objektiv<\/strong> von diesem Buch zu halten ist. Eine Reihe von Aspekten soll uns bei diesem Fragen leiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>POSITIV <\/strong>ist, dass der Autor die geistige und geistliche Situation an einer der bekanntesten Universit\u00e4ten der (ehemals) christlichen USA darstellt und dabei aufzeigt, welchen Problemen und Widerst\u00e4nden evangelisierende Christen sich an so einer \u201eaufgekl\u00e4rten\u201d Uni gegen\u00fcbergestellt sehen. Die Intoleranz der Toleranten wird deutlich, wenn es um Jesus Christus geht. Weiterhin sehr positiv ist: Der Autor hat ein Herz f\u00fcr die Evangelisation dieser jungen Intellektuellen. <strong>Und so nimmt er den Missionsauftrag Jesu als Hintergrund, um die Tragik davon aufzuzeigen, dass sich die, die miteinander das Evangelium zeugnishaft leben und einm\u00fctig predigen sollten, \u00fcber die Botschaft selbst und die \u201eMethode\u201d der Evangelisation zerstreiten.<\/strong> Man kann davon ausgehen, dass der Autor hier einschl\u00e4gige eigene Erfahrungen und Kenntnisse einbringt, wenngleich die Personen und Handlungen fiktiv sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>HINTERGRUND DES AUTORS.<\/strong> Bei \u00f6ffentlichen Vortr\u00e4gen in \u00d6sterreich (\u201eGlaubenskonferenz\u201d St. Johann 2005 \u2013&nbsp;<em>Das Evangelium verstehen und weitergeben<\/em>) gab der Autor viele explizite Hinweise \u00fcber seine pers\u00f6nlichen Bez\u00fcge zu den Handlungen und Personen des Romans und k\u00fcndigte die Ver\u00f6ffentlichung des Werkes an. McCarthy hatte bei sich zuhause einen Bibelhauskreis mit ca. 50 Studenten der nahe gelegenen Universit\u00e4t UC Berkeley. Beim gemeinsamen Studium des Johannes-Evangeliums kam es zu intensiven Diskussionen \u00fcber verschiedene Verse, insbesondere aus Kapiteln 6 und 10, in denen Gottes souver\u00e4nes Handeln deutlich bezeugt wird. McCarthy neigte schon vorher zur Betonung des \u201efreien Willens\u201d des Menschen und hatte sich f\u00fcr alle dieser Annahme (scheinbar) widersprechenden Bibelstellen einige den \u201efreien Willen\u201d best\u00e4tigende Bibelstellen zurechtgelegt, um \u201edie Waage der Bibelstellen\u201d immer zu seinen Gunsten neigen zu k\u00f6nnen. Nach den etwas heftigeren Denkanst\u00f6\u00dfen im Studentenkreis hatte sich McCarthy dann \u2013 wie die Studierenden im Roman \u2013 intensiv mit theologischen Werken zur Heilslehre besch\u00e4ftigt, was ihn aber letztlich mehr verwirrte, als half. Dann versuchte er, eine eigene Theorie \u201enur auf Grundlage der Heiligen Schrift\u201d zu entwickeln und dabei seine Methodik vom deduktiven zum induktiven Ansatz umzustellen (vgl. den Rat des Weisen im Buch!). Er landete auf diesem Weg nach eigenen Worten schlie\u00dflich nicht bei den Antworten der Reformatoren, weil er seine Fragen auch nicht im Bezugsrahmen der Reformatoren beantwortete (so z. B. der \u201eEinengung der Calvinisten auf die Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes\u201d), sondern im Bezugsrahmen der ganzen Heiligen Schrift. Wie im Buch wird auch beim gegebenen biographischen Hintergrund deutlich, dass kein Mensch \u201eohne Vorurteile und ohne vorgefasste Meinung\u201d an den Bibeltext herangeht. McCarthy verk\u00fcndet als ersten Auslegungsgrundsatz, dass man eine Stelle immer im Licht des \u201eallgemeinen Bildes und Tenors\u201d der Heiligen Schrift interpretieren muss. Da dieses \u201eBild\u201d und dieser \u201eTenor\u201d bei McCarthy zugegebener Weise eine <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Priorit\u00e4t f\u00fcr den \u201efreien Willen des Menschen\u201d reserviert und er so einige Anleihen bei der arminianischen Theologie<\/span> \u00fcbernimmt, interpretiert er dann auch in seinem angeblich \u201einduktiven Ansatz\u201d alle Stellen so, dass sie m\u00f6glichst gut seiner Grundannahme entsprechen und diese damit scheinbar st\u00fctzen und best\u00e4tigen (das allerdings ist <em>deduktiv<\/em>!). Diesem <strong>exegetischen Zirkelschluss<\/strong> (die Exegese wird eingeengt auf die Vorannahmen, soll dann aber ihrerseits als Beweis der Vorannahmen herhalten) unterliegen auch seine Helden im Roman, explizit die weibliche Figur Angela, die die m\u00e4nnliche Hauptfigur des Romans, Alex, entsprechend beeinflusst, s. u. Daraus k\u00f6nnte man schlie\u00dfen, dass der Autor die Gefahr der theologisch vorgef\u00e4rbten Exegesebrille gar nicht realisiert hat \u2013 oder sie nur bei \u201eden anderen\u201d wahrnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>THEOLOGISCH. <\/strong>Der Roman ist kein neuer Beitrag der in den Colvin-Gemeinden im &#8222;Salzburger Land\u201d exzessiv gepflegten Kategorie \u201eDie neueste Evangelisations<strong>methode<\/strong>\u201d, sondern widmet sich ausdr\u00fccklich einem theologischen Thema, einem zutiefst schwierigen Thema zudem: <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Es geht im Kern um die <strong>Heilslehre (Soteriologie)<\/strong> und dort um das Jahrhunderte alte \u201eProblem\u201d der angeblichen Spannung zwischen Auserw\u00e4hlung, Berufung, Bu\u00dfe, Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes und Verantwortung des Menschen usw. <\/span>Der Buchuntertitel lie\u00df trotz Fragezeichen darauf hoffen, dass \u00bbeine Handvoll Studenten&nbsp;ein R\u00e4tsel l\u00f6sen kann, das Theologen seit Jahrhunderten besch\u00e4ftigt hat\u00ab. Dieser Untertitel h\u00e4tte den informierten Kaufinteressenten warnen sollen. Erstens sind die jungen Leute im Roman nun nicht wirklich mit den Christen, Denkern und Theologen zu vergleichen, \u00fcber deren Werke sie sp\u00e4ter br\u00fcten (und sie nicht wirklich verstehen) werden. Daher kommt auch nichts Neues, geschweige denn Besseres, dabei heraus. Zweitens gibt es diese jungen Erwachsenen ja gar nicht, sondern sie sind <strong>fiktive, konstruierte Gestalten, deren sich der Autor bedient, um&nbsp;seine pers\u00f6nliche Meinung&nbsp;in dieser spannenden Frage darzustellen und zu verteidigen<\/strong>. Es ist interessant zu beobachten und zu analysieren, <strong>wie<\/strong> der Romanautor dies anstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer \u00fcber das <strong>Heilshandeln Gottes<\/strong> schreibt, der schreibt \u00fcber jenes Handeln Gottes, in dem Er sich wie nirgends sonst selbst-geoffenbart hat. Er schreibt mithin nicht \u201enur\u201d \u00fcber das&nbsp;Handeln&nbsp;Gottes, sondern zugleich \u00fcber das&nbsp;<strong>Wesen&nbsp;Gottes<\/strong>. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Da sollte man annehmen, dass der Mensch seine Schritte vorsichtig setzt und nicht in \u00fcberm\u00fctiger Torheit oder Ahnungslosigkeit mitten in die Hybris eines intellektuellen oder emotionalen Definitionsversuches Gottes hineinspringt.<\/span> Es gibt wirklich Erdenw\u00fcrmer, die sich zumuten, Gott und Sein Handeln mit Intellekt und Logik umfassend erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen. Wer sich aber einmal anhand der Heiligen Schrift mit dem Wesen der Heiligen Schrift, dem Wesen des Gottes und Menschen Jesus Christus oder der Ewigkeit Gottes (usw.) besch\u00e4ftigt hat, muss dem\u00fctig eingestehen, dass unser menschlicher Verstand nicht alle R\u00e4tsel, Geheimnisse und Spannungen aufl\u00f6sen kann. Schon die All-Eigenschaften Gottes und deren vollkommene Gesamtheit im Wesen Gottes stellt den Menschen als raum- und zeitgebundenes, irdisches Gesch\u00f6pf vor prinzipielle Erkenntnisschwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten beobachtet man dann auch im Roman durchweg in den Gespr\u00e4chen der Studierenden. Sie h\u00e4tten sich viel \u00f6fter anstelle der Frage: \u201eIst es logisch?\u201d oder \u201eEntspricht es meinen Emotionen?\u201d (Hallo, Angela!) die evangelikale Urfrage \u201eSteht es in der Heiligen Schrift?\u201d stellen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EVANGELISATION. Wir wissen genug \u00fcber Gott und \u00fcber das Heilshandeln Gottes, dass wir gl\u00e4ubig werden k\u00f6nnen und dass wir die Gute Nachricht so predigen (\u201everk\u00fcndigen\u201d) k\u00f6nnen, dass Gott das zur Wiedergeburt des H\u00f6rers verwenden kann<\/strong> (R\u00f6mer 10,14\u201317; 1.Petrus 1,23\u201325 u. a.). Aber wir wissen deswegen noch nicht alles. Die Frage nach der&nbsp;<em>Ordo Salutis<\/em>&nbsp;(welcher Schritt des Heils auf welchen logisch und\/oder zeitlich folgt) kann man auch anhand der Heiligen Schrift nicht bis ins Kleinste definieren. Das k\u00f6nnen wir ja noch nicht einmal beim \u201enat\u00fcrlichen\u201d Leben, selbst da ist f\u00fcr die Wissenschaft noch Unerkl\u00e4rliches: Was ist denn \u201eLeben\u201d? Warum keimt ein Samenkorn? Warum? Was passierte da wo wie wann? \u00dcbertragen wir diese Fragen auf das \u201eNeue Leben&#8220;. Da wissen wir ja noch nicht einmal, wo der Heilige Geist weht, wir sehen erst die Wirkungen, wenn Er irgendwo solche zeitigt (Johannes 3)! Nochmals: Wir wissen aus der Schrift genug, um Mitarbeiter Jesu zu sein, um am Evangelium priesterlich dienen zu k\u00f6nnen. Aber das neue Leben bleibt <strong>ein Wunder Gottes<\/strong>, bleibt <strong>ein Geschenk der Gnade Gottes<\/strong>. Bei allem Bem\u00fchen, Pflanzen und Begie\u00dfen sollten wir nie vergessen, dass es&nbsp;Gott&nbsp;ist, der das Leben und das Wachstum gibt, <strong>wie Er will<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>POSITIV <\/strong>finde ich die Wendung, nach Studium der theologischen Systeme und Bekenntnisse (meiner Meinung nach f\u00fcr einen Theologen unerl\u00e4sslich, wir sind ja nicht die ersten Denker und Christen auf dieser Welt!) direkt zur Heiligen Schrift zu gehen, zur \u201ePrim\u00e4rliteratur\u201d. <strong><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Wer in der Diskussion der Lehrsysteme oder gar der Pers\u00f6nlichkeiten stecken bleibt, kommt nicht zum Kern der Sache.<\/span><\/strong> Aber wieder dr\u00e4ngt sich die Parallele mit der Philosophiegeschichte auf: Die R\u00fcckkehr zu den antiken Quellen (<em>ad fontes<\/em>) war n\u00e4mlich auch das Prinzip des Humanismus der Renaissance, der sich durch Rekurs auf die Antike als ma\u00dfgeblicher Norm f\u00fcr alle Fragen und Lebensbereiche vom \u201efinsteren Mittelalter\u201d abgrenzen wollte. Und das sieht zwar oberfl\u00e4chlich genauso aus, wie die Frage \u201eWas sagt die Heilige Schrift?\u201d, ist aber gottloser Humanismus. Nehmen wir es positiv und folgen wir diesem Hinweis, dann k\u00f6nnten wir lernen, die einschl\u00e4gigen Bibelzitate nicht immer nur durch die Brille (Interpretationsnorm) eines Gedankensystems (einer speziellen Theologie) zu sehen, sondern aus der F\u00fclle des Zeugnisses der Heiligen Schrift eine ausgewogene und richtige (wenn auch nicht logisch \u201edichte\u201d) Lehre zu gewinnen. Es kann dann sein, dass die Wahrheit <strong>in den beiden &#8222;Extremen<\/strong>&#8220; (Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes <em>und<\/em> Verantwortung des Menschen) <strong>gleichzeitig zu finden<\/strong> ist, und nicht in einem \u201eMittelweg\u201d, wie es William MacDonald trefflich wiedergegeben hat. Anders gesagt: In derart \u201eschwierigen\u201d Themen wie der Heilslehre ist es angesagt, vom deduktiven Ansatz zum induktiven Ansatz zu wechseln und immer wieder die Frage zu stellen \u201e<strong>Steht<\/strong> es in der Heiligen Schrift?\u201d sowie &#8222;Was bedeutet dies?&#8220;, und daraus dann mittels sorgf\u00e4ltiger Exegesearbeit zu erkennen: \u201eWas <strong>lehrt<\/strong> die Heilige Schrift?\u201d<\/p>\n\n\n\n<p><strong>INKONSEQUENT.<\/strong> Obwohl der Autor die&nbsp;<em>induktive<\/em>&nbsp;Vorgehensweise als L\u00f6sung empfiehlt und seine Studenten durchf\u00fchren l\u00e4sst (offenbar aber nur im Schnelldurchgang), kommt doch an kritischer Stelle entlarvend durch, dass <strong>das im Buch entscheidende Denken dann doch von vorgefassten Meinungen, Spekulationen und Vorstellungen ausgeht<\/strong> und im Licht dieser Vor-Eingenommenheit (Pr\u00e4suppositionen, systemische &#8222;Brille&#8220; einer Tradition) biblische Aussagen bewertet, annimmt oder verwirft (also&nbsp;<em>deduziert<\/em>). Die h\u00fcbsche Angela, die auf die Hauptperson des Romans (dem Koreaner Alex) durch eine Liebesbeziehung einen sicher nicht zu untersch\u00e4tzenden emotionalen Einfluss aus\u00fcbt, macht das deutlich. Sie hat sich ein Bild von Gott zurechtgelegt, und als sie etwas h\u00f6rt, das nicht zu&nbsp;<em>ihrem<\/em> Gottesbild passt, dann verwirft sie diese Aussage (\u201eGott als Oger\u201d). Als die in der Heiligen Schrift bezeugte Liebe Gottes nicht&nbsp;<em>ihrer<\/em> <em>pers\u00f6nlichen<\/em>&nbsp;Auffassung von Liebe entspricht, ist sie emotional aufgebracht. W\u00e4re sie wirklich eine \u201eevangelikale\u201d Christin, w\u00e4re sie zur Schrift gegangen&nbsp;<em>(ad fontes; sola scriptura<\/em>) und h\u00e4tte alles (!) gelesen, was Gott \u00fcber Sich und Seine Liebe und Sein vollkommenes Wesen <strong>geoffenbart<\/strong> hat&#8230; und h\u00e4tte daran ihr Gottesbild entsprechend der Wahrheit korrigiert. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Als Bibellehrer w\u00fcnscht man sich, der Autor h\u00e4tte hier von seinen Romanfiguren&nbsp;alles&nbsp;das zusammentragen lassen, was <strong>das Wort Gottes<\/strong> \u00fcber die Liebe und Gnade Gottes und was <strong>das Wort Gottes<\/strong> \u00fcber seine Heiligkeit, seinen Zorn, Grimm und Rache sagt. <\/span>Anstelle dessen ist z. B. das gesamte Kapitel 63 voller <strong>Spekulationen<\/strong> \u00fcber Gott, die Engel, Satan, den Fall usw., z. B.:&nbsp;<em>\u201eGott muss sich furchtbar gef\u00fchlt haben.\u201d<\/em>&nbsp;Selbstkonstruierte Gottesbilder, bei denen&nbsp;<em>wir<\/em>&nbsp;entscheiden, was wir vom biblischen Zeugnis hereinnehmen, ernst nehmen, und was nicht (was wir verdr\u00e4ngen), sind aber keine Gottesbilder, sondern <strong>G\u00f6tzen<\/strong>. Das sollte uns sehr ernst und nachdenklich stimmen, vor allem, wenn der Herausgeber es \u00bbden besten B\u00fcchern, die ich je in meinem Leben gelesen habe\u00ab zuordnet. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>LOGIK.<\/strong><em> \u201eEs w\u00e4re\u00a0<strong>unlogisch<\/strong>, alle Menschen \u00fcberall zur Bu\u00dfe aufzurufen, wenn er genau w\u00fcsste, dass dies nur einige k\u00f6nnten\u201d,<\/em>\u00a0sagt der Romanheld Alex (S. 305). Damit sagt Alex (oder der Autor McCarthy) aber mehr \u00fcber seine &#8222;Logik&#8220; aus, als \u00fcber Gott und das Evangelium. Die generelle Frage lautet hier, ob Gott vom Menschen etwas fordern kann, von dem Er wei\u00df, dass es der Mensch absolut nicht tun\/halten kann. (Ob das wirklich etwas mit \u201eLogik\u201d zu tun hat, ist eine andere Frage. Imperative adressieren in der Sprache grunds\u00e4tzlich das <strong>Geforderte<\/strong>, nicht das M\u00f6gliche.) Am Beispiel des Dekalogs k\u00f6nnte sich jeder Bibelleser zweifelsfrei versichern, dass dies Gott tats\u00e4chlich tut. Es war Gott von Anfang an klar, dass <em>kein<\/em> Mensch die 10 Gebote halten kann. Trotzdem gab Er den Dekalog und forderte unter Androhung der Todesstrafe dessen strikte Einhaltung. Dass diese Gebote vom Gesetzgeber und Richter nicht \u201elocker\u201d, sondern sehr streng interpretiert werden, macht Jesus Christus in der Bergpredigt deutlich. Und dass au\u00dfer Jesus Christus niemand den Dekalog gehalten hat noch halten kann, ist auch klare Aussage der Schrift. Damit ist gezeigt, dass Gott durchaus vom Menschen das Einhalten Seiner Gebote fordern kann (und Bu\u00dfe zu tun ist ein Gebot Gottes an alle Menschen; Apg 17,30), auch wenn\u00a0<em>kein<\/em> Mensch aus sich heraus (d. h. ohne effektives Wirken Gottes) dieses Gebot halten kann. Alex denkt falsch (n\u00e4mlich <em>unbiblisch<\/em>), egal ob er das \u201elogisch\u201d oder \u201eunlogisch\u201d findet. H\u00e4tte er doch einmal \u2013wie viele andere Studenten\u2013 an Martin Luthers Tisch gesessen und aus dessen Mund geh\u00f6rt: <em>\u201eDie h\u00f6chste Kunst eines zuk\u00fcnftigen Theologen ist, dass er sehr sorgf\u00e4ltig zwischen der Klugheit der Vernunft und des Wortes, d. h. der Weisheit Gottes, unterscheide. Denn die das vermengen, <strong><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">vermischen den Himmel mit der Erde<\/span><\/strong>.\u201d<\/em> (Tischreden, WA Nr. 2146).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/sathergate_UC_Berkeley.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-265\" width=\"312\" height=\"252\" srcset=\"https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/sathergate_UC_Berkeley.png 906w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/sathergate_UC_Berkeley-300x242.png 300w, https:\/\/logikos.club\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/sathergate_UC_Berkeley-768x621.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 312px) 100vw, 312px\" \/><figcaption><strong>The Sather Gate. \u00bbFiat Lux<\/strong>\u00ab &nbsp;ist das Motto im Siegel der University of California: \u00bbEs werde Licht!\u00ab. \u2013 Deutlich erkennbar: der f\u00fcnfzackige Stern bzw. das Pentagramm, aus dem alle Lichtstrahlen kommen.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>LUX ODER LUCIFER.<\/strong> Die Betonung der Logik im Buch riecht verd\u00e4chtig nach dem aufkl\u00e4rerischen Titel der deutschen Version des Buches \u201eFiat Lux!\u201d, das nach der Story wohl dem Symbol des&nbsp;<em>Sather Gates<\/em>&nbsp;der UC Berkeley entliehen wurde. \u201eFiat Lux!\u201d wurde angeblich der Bibel (Genesis 1:3) entnommen, nur zeigt der f\u00fcnfzackige Stern \u00fcber der recht unscheinbaren Inschrift alles \u00fcberstrahlend an, dass hier eine v\u00f6llig andere Quelle die Strahlen des Lichts ausbreitet. Der F\u00fcnfzackenstern ist verbunden mit der r\u00f6mischen Gottheit <strong>Luzifer<\/strong> (lat. \u201eLichtbringer\u201d), die auch als <strong>Venus<\/strong> und als \u201e<strong>Morgenstern<\/strong>\u201d oder Phosphoros (griech. \u201eLichtbringer\u201d) bekannt ist; Luzifer wird als \u00dcberbringer des Lichts und der Erkenntnis verstanden. In der Satanischen Bibel des Satanisten LaVey von 1969 erscheint Luzifer als einer der vier Kronprinzen der H\u00f6lle. Als Herr des Ostens und des Elements Luft fungiert er als \u201eLichtbringer\u201d und steht f\u00fcr Intellektualit\u00e4t und Aufkl\u00e4rung (Belege und Foto s. u. a.: http:\/\/en.wikipedia.org und http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luzifer). Was soll man dem hinzuf\u00fcgen? Diese im Ornament verdeutlichte Zweideutigkeit ist f\u00fcr dieses Buch peinlich, um das wenigste zu sagen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ZWISCHENFAZIT.<\/strong> Es ist m\u00fchsam, sich durch Hunderte von Seiten qu\u00e4len zu m\u00fcssen, um am Ende zu versuchen,  aus der Menge an W\u00f6rtern einige Tr\u00f6pfchen \u201eGeist\u201d zu destillieren. Der Autor h\u00e4tte sicher auf 5\u201310 Seiten seine besondere Heilslehre pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen und h\u00e4tte damit dem Leser viel Zeit gespart. Er h\u00e4tte in einem solchen sachlichen Artikel die Quellen offenbaren k\u00f6nnen, aus denen er seine Ideen zog. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Dass <strong>diese \u201eL\u00f6sung\u201d des Jahrhunderte alten Theologieproblems neu sei<\/strong>, ist Roman-Fiktion.<\/span> Den Jubelrufen urteilend mag wohl auch der Herausgeber darauf hereingefallen sein. Die Ideen<strong> <\/strong>sind jedenfalls nicht neu. Das wei\u00df jeder, der sich mit diesen Fragen auseinandersetzt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li> Dass die Schrift lehre, dass Gott&nbsp;<em>eine anonyme Gruppe&nbsp;von Menschen<\/em> bzgl. irgendwelcher Heilsfolgen erw\u00e4hlt habe, ist auch nichts Neues, das haben beispielsweise Roger Forster und V. Paul Marston 1973 gelehrt (\u201ecorporate\/class election\u201d) und nach ihnen W. Klein (1990). <\/li><li>Dass die Vorkenntnis Gottes und die Auserw\u00e4hlung seitens des Vaters auf <em>eine Funktion der Allwissenheit Gottes<\/em> reduziert wird, ist auch nicht wirklich neu, sondern klassischer Arminianismus. <\/li><li>Dass der nat\u00fcrliche Mensch weder verfinstert am Verstande noch geistlich tot sei, sondern doch noch so klar denkend und lebendig (wenn auch krank, evtl. todkrank), dass er <em>geistliche Lebensfunktionen wahrnehmen und geistliche Entscheidungen f\u00e4llen<\/em> kann, die ihm das Heil garantieren, war schon lange vor McCarthy zu lesen bei Irrlehrern wie Pelagius, Armininus u. a.<\/li><li>Dass kein Mensch Gutes tut, dass kein Mensch Gott sucht, das liest man zwar im Evangelium Gottes \u00fcber seinen Sohn Jesus Christus (R\u00f6mer 3,11-12), also im \u201eWort der Wahrheit\u201d, aber nicht bei diesen \u201eL\u00f6sungen\u201d, die stets im Widersatz zur Wahrheit der Schrift davon ausgehen, dass <em>der Mensch Gott suche und finde<\/em>. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Egal, aus welchen unterschwelligen Motiven diese Heilslehre konstruiert wird, Gott hat es wirklich nicht n\u00f6tig, sich von Menschen vom Vorwurf der Ungerechtigkeit oder Lieblosigkeit \u2013 um das Geringste zu sagen \u2013 retten zu lassen. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>Nicht wir haben den Ma\u00dfstab der Gerechtigkeit, Heiligkeit und Liebe und k\u00f6nnten Gott damit messen und beurteilen (oder in Schutz nehmen), sondern Gott und Sein Wort sind dieser Ma\u00dfstab und&nbsp;wir Menschen&nbsp;m\u00fcssen uns daran messen lassen. <\/strong>Gott <strong>ist<\/strong> heilig. Gott <strong>ist<\/strong> Liebe. Gott <strong>ist<\/strong> gerecht in allem seinem Handeln. Wo Menschen das endlich begreifen, ist dies der Anfang  heilsamer Gedanken und gesunder Heilslehre.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><strong>POSITIV<\/strong> ist die <em>Betonung der Verantwortung des Menschen<\/em>, denn diese ist biblisch: der Mensch <strong>muss<\/strong> umkehren und glauben, sonst geht er verloren. Positiv ist die Betonung der biblischen Wahrheit, dass Gott <strong>alle<\/strong> Menschen liebt und allen Menschen viel Gnade und G\u00fcte erweist, sogar Seinen Feinden (sog. <em>allgemeine Gnade<\/em>)! Positiv ist ferner die Betonung, dass das Opfer Jesu Christi f\u00fcr <strong>alle<\/strong> S\u00fcnder ausreichen w\u00fcrde. Am Ende werden aber&nbsp;nur die&nbsp;Menschen die Heilsfolgen dieses Opfers Jesu&nbsp;<em>effektiv<\/em>&nbsp;erfahren, die glauben und umgekehrt sind. Dar\u00fcber sind sich sogar die einig, die in dieser Frage sonst viele Differenzen haben, aber gemeinsam keine Allvers\u00f6hner sind. <strong>Das volle ewige Heil ist begrenzt, nicht unbegrenzt.<\/strong> Und wer an die biblisch bezeugte Allwissenheit und Vorkenntnis Gottes glaubt, wird zugeben, dass Gott schon immer und ohne Irrtumsm\u00f6glichkeit namentlich wusste, wer (welches Individuum)&nbsp;effektiv&nbsp;in den Genuss des stellvertretenden Opfers Jesu kommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>NEGATIV.<\/strong>  <strong><strong>Im Gegensatz zur arminianischen Sicht lehrt die Heilige Schrift unter Vorkenntnis <\/strong><\/strong>(<em>prognosis<\/em>)<strong><strong>, dass Gottes Vorkenntnis nicht einem rein informatorischen Vorher-Wissen Gottes \u00fcber Handlungen oder Entscheidungen eines Menschen entspringt, dem Gott mechanisch-sklavisch folge, sondern einem vorzeitlichen Vorher-Planen Gottes, mithin Seinem Willen und Seiner Entscheidung, welches <em>in Personen <\/em><\/strong><\/strong>(sog. <em>freien moralischen Agenten<\/em>)<strong><strong> <\/strong><em>mit absoluter Sicherheit<\/em> <strong>Wirklichkeit wird.&nbsp;<\/strong><\/strong> \u201eErkennen\u201d (z. B. R\u00f6mer 9,29; 1.Petrus 1,20) bedeutet in der Bibelsprache\/kultur h\u00e4ufig nicht nur blo\u00dfe Information, sondern deutet auf eine pers\u00f6nliche&nbsp;Beziehung&nbsp;(des Lebens und der Liebe). Und vorhergesehen werden nicht Taten oder Entscheidungen eines Menschen (wie es das arminianische Theologiesystem lehrt), sondern die Menschen selbst, wie eine Exegese der Heiligen Schrift in Epheser 1,4 klar aufzeigt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>WARUM EIN ROMAN?<\/strong> Es ist erstaunlich, dass ein ernster Bibelleser auf der Suche nach Antworten zur Heilslehre einem \u201echristlichen Roman\u201d etwas abgewinnen kann.&nbsp;Da sind kirchengeschichtliche Darstellungen schon n\u00e4her an der Realit\u00e4t. <strong>Das eine sind Geschicht(ch)en, das andere ist Geschichte. <\/strong>Warum w\u00e4hlte der Autor die Romanform? Es bleibt verborgen. Ist die Wahrheit nicht \u201espannend\u201d genug? Das literarische Genre eines Romans gibt einem Schreiber aber einige Mittel an die Hand, die jemand, der sich auf eine<em> rein sachliche Er\u00f6rterung<\/em> beschr\u00e4nkt, nicht hat. Man gewinnt den Eindruck, dass der Autor von \u201eFiat Lux!\u201d mit einigen solcher Mittel bewusst hantiert:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Figuren und Charaktere eines Romans sind fiktiv, <strong>erlauben also nicht den Wahrheits- oder Faktentest<\/strong>, man kann sie nicht nachpr\u00fcfen. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Aussagen eines Romans haben mithin weder Authentizit\u00e4t noch Autorit\u00e4t f\u00fcr den Glauben<\/span>; solche Methodenwahl ist f\u00fcr das Ziel der biblischen Belehrung <strong>\u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdig<\/strong>.&nbsp;<\/li><li>Sach- und Glaubensaussagen werden an konstruierte Figuren gekn\u00fcpft und damit die sachliche Diskussion um objektive Heilstatsachen <strong>auf eine subjektive Ebene gezogen<\/strong>. Das geschieht im Roman unterschwellig und sublim.&nbsp;<\/li><li>Ist Vorherstehendes gelungen, kann man von der redlichen Rhetorik auf die Eristik (unzul\u00e4ssige Streitrhetorik) umschwenken. Aus einer sachlichen und offenen Bewertung der&nbsp;Fakten&nbsp;(die wird im Roman ja nur vorgespielt und ist wie gesagt konstruiert) geht man in der Eristik auf eine <strong>Bewertung, Beurteilung und Verurteilung der beteiligten&nbsp;Personen<\/strong>&nbsp;\u00fcber. Es ist sicher kein Zufall, dass der Autor den Charakter des \u201eRod\u201d und den seines F\u00f6rderers so negativ w\u00e4hlte. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Wenn die Botschaft nicht passt, dann greife den Boten an! Das ist ein klassischer Argumentationsfehler bzw. eine Manipulationstechnik (sog. <em>Brunnenvergiftung<\/em>). <\/span> Eine Spielart davon wird von &#8222;Anti-Calvinisten&#8220; (wie z. B. auch dem Herausgeber) gerne gegen den \u201eCalvinismus\u201d eingesetzt. Bevor sachliche Argumente oder Belege dargestellt werden, wird einleitend behauptet, dass  es \u201edie anderen\u201d sind, die \u00bbihre Sichtweisen <em>erbarmungslos<\/em> anderen aufdr\u00fccken, selbst wenn dies <em>Gemeinde-Spaltungen<\/em> nach sich zieht. Gl\u00e4ubige werden oft aus ihren eigenen evangelikalen Gemeinden <em>hinausgedr\u00e4ngt<\/em>\u00ab. Beweise spielen hier i. d. Regel keine Rolle, Verleumdungen arbeiten ohne solche. Damit soll der Leser moralisch gegen die andere Position voreingenommen werden. Manchmal hofft man wohl auch, damit die sachlichen Schw\u00e4chen der eigenen Argumentation \u00fcberdecken zu k\u00f6nnen. Es w\u00e4re sicherer und angemessener (und wahrer?), wenn man einmal davon ausgeht, dass alle Seiten dieses Disputs das Potential und ggf. die Schuld haben, B\u00f6ses zu tun und \u00dcbles zu verursachen. Wer das so plump auf die \u201eGegenseite\u201d abschiebt, der entlarvt sich als unredlich. <strong>F\u00fcr den Roman h\u00e4tte sich gut ausgewirkt, wenn der Autor nicht auf diese Weise seine Leser versucht h\u00e4tte zu manipulieren.<\/strong>&nbsp;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>AUSGEWOGENHEIT. <\/strong>Die (<em>hyper<\/em>calvinistische) Sicht von Rod und seinem skurrilen Lehrvater ist unbiblisch, ihr (fiktives) Reden und Handeln best\u00e4tigt dies. Nun w\u00e4re es wohl ausreichend gewesen, diese unbiblische Sicht anhand der ausgewogenen und geraden Wahrheit der Heiligen Schrift aufzuzeigen. (Genau das wird der Autor wohl f\u00fcr sich in Anspruch nehmen wollen, leistet es aber nicht.) <strong><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Anstelle dessen wird ein flacher Arminianismus als Gegenl\u00f6sung angeboten. Irrtum bek\u00e4mpft man aber nicht mit Irrtum, sondern mit der Wahrheit, mit der&nbsp;<em>ganzen<\/em>&nbsp;Wahrheit.<\/span> <\/strong>Es hat doch keinen Wert, den <em>Hyper<\/em>calvinismus (oder sonst einen -Ismus) mit einem anderen \u2013Ismus zu bek\u00e4mpfen. Das sind Lehrstreitereien. Es gen\u00fcgt der Wahrheit, als Wahrheit dargestellt zu werden. Wir m\u00fcssen sie weder schmackhaft machen, noch sie unserer &#8222;Logik&#8220;, unseren Voreingenommenheiten oder unseren Emotionen unterstellen. <strong>Man kann die Wahrheit nicht \u201everbessern\u201c, ohne sie zu verderben. <\/strong>Wir m\u00fcssen auch nicht versuchen wollen, Geheimnisse logisch zu erkl\u00e4ren. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>McCarthy hat der Wahrheit keinen Dienst erwiesen, wenn er dem Irrtum des Hypercalvinismus eine Spielart des altbekannten Arminianismus entgegen h\u00e4lt. <\/strong>Er folgt damit nur dem allgemeinen Trend der \u201eEvangelikalen\u201d in die \u201e<strong>pelagianische Gefangenschaft<\/strong>\u201d.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><strong>KEIN GRUND ZUM JUBELN. <\/strong>Das Buch schneidet <strong>Themen und Probleme an, die eine sorgf\u00e4ltigere Bearbeitung unter dem\u00fctigem Gebet und auf der Grundlage der Wahrheit Gottes verdient gehabt h\u00e4tten<\/strong>. Jede\/r mag selbst entscheiden, ob er\/sie nach der theologisch flachen und \u00fcberdies manipulativen Lekt\u00fcre den Jubelrufen des Herausgebers folgen will, die in vielen Anzeigen und Buchbesprechungen immer noch zu lesen sind. <em>Klappern geh\u00f6rt zum Handwerk<\/em>, und auch Plock muss mit seinem Verlag Geld verdienen. Dass dieser theologisch-seichte Roman jedoch unter die \u201eBest Five\u201d eines unter Evangelikalen recht bekannten Predigers und Herausgebers kommen konnte, zaubert ein dickes und ungl\u00e4ubiges Fragezeichen auf das Gesicht des Bibellesers.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>BR\u00dcDERLICHKEIT.<\/strong> Am Ende dieser Rezension sei mit Blick auf die immer heftigere Bek\u00e4mpfung und teilweise boshaften Verleumdung der &#8222;Calvinisten&#8220; seitens der &#8222;Anti-Calvinisten&#8220; (und \u00e4hnlich miesen &#8222;Retour-Kutschen&#8220;) erinnert: Es ist uns Christen nicht gestattet, die Person des Glaubensbruders mit H\u00e4me zu \u00fcberziehen oder ihn mit Unwahrheit und Unterstellung zu verleumden.&nbsp;<strong>Irrtum muss mit den Waffen des Lichts bek\u00e4mpft werden<\/strong>&nbsp;(R\u00f6mer 13,12)<strong>. Die Wahrheit muss in Liebe festgehalten und bekannt werden<\/strong>&nbsp;(Epheser 4,15)<strong>.<\/strong> <strong>Wir alle sind noch Wachsende und Lernende<\/strong> (1.Petrus 2,2; 2.Petrus 3,18).&nbsp;<span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>Die Gnade, die uns gerettet hat, gebietet und erm\u00f6glicht uns, dem unreifen wie auch dem irrenden Glaubensbruder mit Gnade und Wahrheit in Liebe zu begegnen.<\/strong><\/span> Das wird im Eifer des Gefechts zu schnell vergessen und generiert peinliches &#8222;Friendly Fire&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber den Autor von <em>Fiat lux<\/em><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>James G. McCarthy<\/strong>&nbsp;oder&nbsp;<strong>Jim McCarthy<\/strong>&nbsp;(*&nbsp;1952 in San Francisco, California) ist ein amerikanischer Theologe, Bibellehrer und Autor, fr\u00fcherer&nbsp;Katholik&nbsp;und jetzt&nbsp;evangelikaler&nbsp;Christ innerhalb der &#8222;Br\u00fcderbewegung&#8220; Amerikas. James G. McCarthy ist einer der Gr\u00fcnder von&nbsp;<em>Good News for Catholics<\/em>, einer Organisation von ehemaligen Katholiken, die 1981 in Kalifornien gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>McCarthy wuchs in&nbsp;San Francisco&nbsp;als Sohn irischer Einwanderer auf. Anfang zwanzig trat er aus der katholischen Kirche aus, da er deren Lehren nicht mit seinem Verst\u00e4ndnis der&nbsp;Bibel vereinen konnte. Er war \u00c4ltester in einer evangelikalen Freikirche (<em>Grace Bible Chapel<\/em> in San Jose). McCarthy war verheiratet mit Jean (verwitwet) und hat drei Kinder. Inzwischen (2020) lebt er in Lubbock, Texas.<\/p>\n\n\n\n<p>[Erg\u00e4nzung aus anderen Quellen:] <font size=\"-1\">Jim and his wife, Jean (dec.), came to Christ in their mid-twenties through a home Bible study. In the months that followed, they became more active in the Catholic faith, but left the Church two years later when convinced that Roman Catholic teaching could not be reconciled with the biblical gospel of salvation.<\/font><\/p>\n\n\n\n<p><font size=\"-1\">In 1981, Jim graduated from the Discipleship Intern Training Program (DITP), a nine-month program of Bible instruction and practical training hosted by Fairhaven Bible Chapel in San Leandro, California. In 1983, Hillview Bible Chapel in Cupertino, California, commended Jim and Jean to fulltime Christian ministry. In 1984, the McCarthys moved to Ireland to assist two Irish churches, returning to California again in 1986 when Jim was asked to join the faculty of the DITP. In 1996, they returned to Cupertino to assist in the ministry at Hillview Bible Chapel, and in 1999 helped to start Grace Bible Chapel in San Jose, where Jim served as an elder. He continues to teach in the DITP, now hosted by Grace Bible Chapel and Hillview Bible Chapel, and is a frequent speaker at Bible conferences in the U.S. and abroad. In 2013 he started&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.galileeprogram.com\">Galilee Program<\/a>, a Lafayette, Louisiana based discipleship and ministry training program for young adults.<\/font><\/p>\n\n\n\n<p><font size=\"-1\">When Jim came to Christ in 1975, he looked for literature to help him understand the differences between Roman Catholicism and Christianity based solely on the Bible. Disappointed with the quality and tone of what was available at the time, he began to produce his own materials. In 1981, he founded the ministry of Good News for Catholics to help distribute the new literature. Since then he has produced a popular video documentary titled Catholicism: Crisis of Faith (Lumen Productions, 1991) and has authored several books: The Gospel According to Rome (Harvest House Publishers, 1995); What You Need to Know About Roman Catholicism\u2014Quick Reference Guide (Harvest House, 1995); What Every Catholic Should Ask (Harvest House, 1999), and Talking with Catholic Friends and Family (Harvest House, 2005). He has also coauthored a book with John Waiss, a Catholic priest and member of Opus Dei, titled Letters Between a Catholic and an Evangelical (Harvest House, 2003).More recently, Jim has begun writing on other subjects. His latest book is <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><em>John Calvin Goes to Berkeley<\/em> <\/span>(City Christian Press, 2010), a novel about five students who try to solve the mystery of predestination.<\/font> <\/p>\n\n\n\n<p><font size=\"-1\">Quellen: <br>https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/James_G._McCarthy [zuletzt abgerufen: 26.06.2020]<br>http:\/\/plymouthbrethren.org\/author\/15 [zuletzt abgerufen: 26.06.2020]<br>http:\/\/www.sweldersconf.com\/speaker [zuletzt abgerufen: 26.06.2020]<\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>James G. McCarthyFiat LuxKann eine Handvoll Studenten ein R\u00e4tsel l\u00f6sen, das Theologen seit Jahrhunderten besch\u00e4ftigt? \u2013 Lehr-RomanCMD, Pb., 334 Seiten | ISBN: 9783981017380(seit 28.11.2016 als epub eBook, EAN 9783939833765)&nbsp; Der Herausgeber, Wilfried (Karl) Plock, Vorsitzender der \u201eKonferenz f\u00fcr Gemeindegr\u00fcndung e.&nbsp;V. (KfG)\u201d, bewirbt dieses Buch mit folgenden Worten: \u00bbDas Buch von Jim McCarthy behandelt das Spannungsverh\u00e4ltnis &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=234\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eFIAT LUX \u2013 Erhellung oder Verdunklung?\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[17,2],"tags":[],"class_list":["post-234","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-falschlehre","category-rezension"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/234","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=234"}],"version-history":[{"count":62,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/234\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2014,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/234\/revisions\/2014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}