{"id":2316,"date":"2021-11-02T15:48:37","date_gmt":"2021-11-02T14:48:37","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=2316"},"modified":"2021-11-05T10:22:13","modified_gmt":"2021-11-05T09:22:13","slug":"johann-neuton-ueber-die-biblische-lehre-der-gnadenwahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=2316","title":{"rendered":"Johann Neuton \u00fcber die biblische Lehre der Gnadenwahl"},"content":{"rendered":"\n<p>Viele kennen den Engl\u00e4nder <strong>John Henry Newton<\/strong> (1725\u20131807) als jenen Sklavenh\u00e4ndler, der sich zum Christentum bekehrte, das weltbekannte Lied <em>Amazing Grace<\/em> (1772) dichtete und sp\u00e4ter entschieden f\u00fcr die Beendigung der Sklaverei eintrat. Er verfasste auch viele lehrreiche Briefe, die gesammelt zu Lebzeiten ver\u00f6ffentlicht wurden. Im November 1775 schrieb er im Rahmen eines l\u00e4ngeren Schriftwechsel mit einem \u00bblieben Freund\u00ab (dem \u00bbHochehrw\u00fcrdigen Herrn S.\u00ab) folgendes:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbSie m\u00f6gen bemerkt haben, da\u00df ich verschiedenemalen von Pr\u00e4destination oder Gnadenwahl zu reden, mit Flei\u00df vermieden habe, nicht als wenn ich mich der Lehre sch\u00e4mte, weil, wenn sie in der That dumm, schrecklich und ungerecht w\u00e4re, die Schuld davon mit Recht nicht auf mich, denn ich erfand sie ja nicht, sondern auf die h. Schrift fiele, worin sie, wie ich gewi\u00df versichert bin, in eben so deutlichen Worten vorgetragen wird, als die Wahrheit, da\u00df Gott Himmel und Erde schuff. Ich bekenne, da\u00df ich nicht umhin kann, mich dar\u00fcber zu verwundern, da\u00df Leute, die Hochachtung gegen die Bibel vorgeben, so geradezu und stark ihren Abscheu an dem erkl\u00e4ren sollten, was doch die Bibel so ausdr\u00fccklich lehret, nemlich: da\u00df Gott nach seiner Gnade und Wohlgefallen einen Unterschied unter den Menschen macht, wenn auch gleich von Natur kein Unterschied unter ihnen Statt findet, und da\u00df alle Dinge, die die Seligkeit solcher Menschen betreffen, durch  eine g\u00f6ttliche Predestination oder Vorherbestimmung untr\u00fcglich gesichert sind.<\/p><p>Ich gebe dieses nicht f\u00fcr eine vern\u00fcnftige Lehre aus, (wiewol sie mir im h\u00f6chsten Grade vern\u00fcnftig vorkommt) sondern sie ist eine Schriftlehre, oder wenn sie das nicht ist, ist die h. Schrift eine blosse w\u00e4ckserne Nase, und hat keinen entschiedenen Sinn. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><strong>Was f\u00fcr Geschicklichkeit wird doch dazu erfordert, um viele Stellen so auszulegen, und ihnen einen solchen Sinn zu geben, da\u00df sie die Vorurtheile, die wir von Natur gegen Gottes unumschr\u00e4nkte Oberherrschaft hegen, besser beg\u00fcnstigen!<\/strong><\/span> Math. XI, 25. 26.  und XIII, 10\u201317. Marc. XIII, 20. 22. Joh. XVII, hin und wieder in diesem Capitel. Joh. X, 26. R\u00f6m. VIII, 28\u201330. und IX, 13\u201324. und XI, 7. Ephes. I, 4. 5. 1Pet. I, 2. [&#8230;]<\/p><p>Jedoch, wie gesagt, ich habe mir vorgenommen, diesen Punkt dahingestellt seyn zu lassen; weil, so wahr  und nothwendig auch immer derselbige an sich selbst ist, die Erkenntni\u00df und das Begreifen desselben nicht nothwendig erfordert wird, um ein wahrer Christ zu seyn, wiewol ich auch fast nicht glauben kann, da\u00df Einer, dem es daran fehlt, ein \u00e4chter standhafter Gl\u00e4ubiger seyn kann. [&#8230;]<\/p><p>Aber ich will es ganz kurz sagen. Ich glaube, da\u00df alle Menschen, weil sie vor Gott verderbt und strafbar sind, von Gott, ohne da\u00df es seiner Gerechtigkeit zum Vorwurf gereichen k\u00f6nnte, h\u00e4tten m\u00f6gen sich selbst \u00fcberlassen werden, um verlohren zu gehen, so wie es gewi\u00df ist, da\u00df er es in Ansehung der gefallenen Engel gethan hat. <strong>Allein es gefiel ihm, Barmherzigkeit zu erzeigen, und Barmherzigkeit muss frey seyn.<\/strong> Wenn der S\u00fcnder irgendeinen Anspruch darauf h\u00e4tte, in sofern w\u00e4re es Gerechtigkeit und nicht Barmherzigkeit. Er, der unser Richter einmal seyn wird, versichert uns, da\u00df wenige die Pforte finden, die zum Leben f\u00fchret, weil viele auf dem Wege, der zum Verderben f\u00fchret, wandeln, und sich untereinander dr\u00e4ngen. [&#8230;] <strong>Der Richter der ganzen Erde will Recht thun. Er hat einen Tag vestgesetzt, an welchem er es auch offenbaren will, da\u00df er Recht gethan habe, so da\u00df alle davon \u00fcberzeugt werden sollen. Bis dahin halte ich es f\u00fcr das Beste, die Sache auf sein Wort anzunehmen, und nicht zu streng dasjenige zu richten, welches dem Jehovah zu thun zukommt.<\/strong>\u00ab<\/p><cite>Johann Neuton [John Newton]: <em>Unterhaltungen \u00fcber wichtige Herzensangelegenheiten in Briefen an vertraute Freunde. Aus dem Englischen \u00fcbersetzt. <\/em>Erster Band (Elberfeld: Chr. Wilh. Giesen, 1791), S. 345\u2013347.362\u2013363 (17. November 1775). Hervorhebungen hinzugef\u00fcgt.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele kennen den Engl\u00e4nder John Henry Newton (1725\u20131807) als jenen Sklavenh\u00e4ndler, der sich zum Christentum bekehrte, das weltbekannte Lied Amazing Grace (1772) dichtete und sp\u00e4ter entschieden f\u00fcr die Beendigung der Sklaverei eintrat. Er verfasste auch viele lehrreiche Briefe, die gesammelt zu Lebzeiten ver\u00f6ffentlicht wurden. 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