{"id":1587,"date":"2021-02-13T23:12:27","date_gmt":"2021-02-13T22:12:27","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=1587"},"modified":"2023-03-24T17:20:22","modified_gmt":"2023-03-24T16:20:22","slug":"bis-der-morgenstern-aufgeht-in-euren-herzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=1587","title":{"rendered":"Bis der Morgenstern aufgeht in euren Herzen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Morgenstern in der Heiligen Schrift<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Heilige Schrift verwendet das Metapher des \u201eMorgensterns\u201d in ihren prophetischen Texten, um auf die gro\u00dfe und sichere Hoffnung zu deuten, dass es nach Zeiten gr\u00f6\u00dfter Dunkelheit wieder Licht werden wird. Diese Hoffnung ist nat\u00fcrlich nicht auf die physikalisch-astronomische Ebene beschr\u00e4nkt und bezogen, sondern auf die geistliche, ewige Wirklichkeit der \u00bbMacht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus\u00ab (2. Petrus 1,16a).<\/p>\n\n\n\n<p>Schon das wohl \u00e4lteste Buch der Heiligen Schrift, <strong>Hiob<\/strong>, erw\u00e4hnt namentlich einige Sternbilder. Wie andere V\u00f6lker des Altertums waren auch die Hebr\u00e4er Gelehrte der Wunder des Sternenhimmels und seiner Ph\u00e4nomene, denn der Sch\u00f6pfungsbericht ordnet Sonne, Mond und Sternen wichtige Funktionen der Zeitbestimmung zu (Genesis 1,14\u201318). So lesen wir im Alten Testament u. a. vom Gro\u00dfen B\u00e4ren (lat. <em>Ursa Maior<\/em>; auch: Gro\u00dfer Wagen), vom Orion und den \u00bbKammern des S\u00fcdens\u00ab (s. a. Hiob 9,9; Amos 5,8) sowie vom Siebengestirn (Amos 5,8), den Plejaden (Siebengestirn), dem Arktur (lat. <em>Arcturus<\/em>; griech. <em>arkt\u00faros<\/em>), der \u00bbfl\u00fcchtigen Schlange\u00ab (Drache, lat. <em>Draco<\/em>) und summarisch vom \u00bbHeer des Himmels\u00ab (Jesaja 40,26; Jeremia 33,22) und speziell entlang der Ekliptik den \u00bbBildern des Tierkreises\u00ab (Hiob 38,32; hebr. <em>mazzaroth<\/em>, \u201edie zw\u00f6lf Zeichen\u201d; der \u201eTierkreis\u201d, lat.&nbsp;<em>zodiacus<\/em>, griech.&nbsp;<em>zodiak\u00f3s<\/em>). Luther (1912) verwendet in Hiob 38,32 auch den Namen des \u00bbMorgensterns\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Kannst du das Gebinde des Siebengestirns kn\u00fcpfen oder die Fesseln des Orion l\u00f6sen? Kannst du die Bilder des Tierkreises hervortreten lassen zu ihrer Zeit und den Gro\u00dfen B\u00e4ren leiten samt seinen Kindern? Kennst du die Gesetze des Himmels, oder bestimmst du seine Herrschaft \u00fcber die Erde?<\/p>\n<cite><em>Hiob 38,31-33 (ELBCSV 2003)<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Astronomisch bezeichnen wir als \u201eMorgenstern\u201d jenen leuchtenden Himmelsk\u00f6rper, der dem Sonnenaufgang und Tagesbeginn vorauseilt und diesen begleitet. Astronomisch handelt es sich meist um die Planeten Venus (6\u20137 Monate alle 19 Monate), Jupiter und Merkur (2 Monate pro Jahr), wobei die Venus auch w\u00e4hrend 6\u20137 Monaten des 19Monatezyklus&#8216; den Abendstern bildet. Im Metapher bezeichnet der \u201eMorgenstern\u201d die Offenbarung des Gottessohnes Jesus Christus gegen\u00fcber Seinem Volk, dem Er Rettung und geistliches Licht und Trost nach der K\u00e4lte und Finsternis der Nacht bringt. <\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinn redete um 1400 v. Chr. der mesopotamische Seher Bileam (hebr. <em>Fremder<\/em>), der Sohn Beors, in einem prophetischen Ausspruch vom kommenden Messias, dem K\u00f6nig (\u00bbZepter\u00ab) und Retter des Volkes Gottes, der alle Israel feindlich gesinnten Nationen besiegen wird:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich schaue ihn, aber nicht nahe; <strong>ein Stern tritt hervor aus Jakob<\/strong>, und ein Zepter erhebt sich aus Israel &#8230;<\/p>\n<cite>4. Mose\/Numeri 24,17 (ELBCSV 2003)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im Buch des <strong>Propheten Jesaja<\/strong> ( um 700 v. Chr.) wird von einer gewaltigen b\u00f6sen Figur berichtet, die vom Himmel f\u00e4llt, die \u00bbzur Erde gef\u00e4llt\u00ab wird, ja \u00bbin den Scheol [Totenreich] hinabgest\u00fcrzt\u00ab wird, in die \u00bbtiefste Grube\u00ab (Jesaja 14,12\u201315):<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Wie bist du vom Himmel gefallen, <strong>du Glanzstern, Sohn der Morgenr\u00f6te<\/strong>; zur Erde gef\u00e4llt, \u00dcberw\u00e4ltiger der Nationen!<\/p>\n<cite><em>Jesaja 14,12 (ELBCSV 2003)<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Wort, das hier mit \u201eGlanzstern\u201d wiedergegeben wird, ist das hebr. <em>helel<\/em>, das \u201eLeuchtender&#8220; oder \u201eGl\u00e4nzender\u201d (lat. <em>Luzifer<\/em>) bedeutet. Luther (1912) \u00fcbersetzt hier \u00bbsch\u00f6ner <strong>Morgenstern<\/strong>\u00ab, daher sei es hier mit aufgef\u00fchrt. Es handelt sich dabei um einen Bericht \u00fcber Luzifer, den Satan, den Teufel. Er ist seit seiner ma\u00dflos stolzen Selbst\u00fcberhebung der Widersacher und die gesch\u00f6pfliche Gegenfigur des menschengewordenen Gottessohnes und Messias Jesus Christus, der wahre Anti-Christ und Nach\u00e4ffer des Sohnes Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Der <strong>Apostel Petrus<\/strong> schreibt hingegen im 1. Jhdt. n. Chr. in Verbindung mit dem prophetischen Wort des Alten Testaments in seinem Zweiten Brief vom wahren \u201eMorgenstern\u201d:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester, auf das zu achten ihr wohltut, als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und <strong>der Morgenstern<\/strong> aufgeht in euren Herzen.<\/p>\n<cite><em>2. Petrus 1,19 (ELBCSV 2003)<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Damit bezieht sich Petrus auf das (Zweite) Kommen Jesu am \u00bbTag des Herrn\u00ab, jenem Tag des endg\u00fcltigen Gerichts, von dem schon das Alte Testament so oft vorausschauend geredet hatte (siehe u. a.: Jesaja 13,6.9; Hesekiel 13,5; Joel 1,15; Amos 5,18.20). F\u00fcr die an Jesus Christus Glaubenden jener Tage wird dies der endg\u00fcltige Tag der Rettung von ihren Feinden sein. Aber Petrus deutet dies nicht nur als objektives Ereignis der Geschichte, sondern auch als vorgezogenes, pers\u00f6nliches Ereignis f\u00fcr jeden Menschen, der aufgrund des festen Zeugnisses der Heiligen Schrift an Jesus Christus als seinen Herrn und Retter glaubt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der <strong>Apostel Johannes<\/strong> schreibt am Ende des 1. Jhdt. n. Chr. zweimal vom Morgenstern, das erste Mal im Sendschreiben des Sohnes Gottes an die Gemeinde in Thyatira:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Und wer \u00fcberwindet und meine Werke bewahrt bis ans Ende, dem werde ich Gewalt \u00fcber die Nationen geben; und er wird sie weiden mit eiserner Rute, wie T\u00f6pfergef\u00e4\u00dfe zerschmettert werden, wie auch ich von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm <strong>den Morgenstern<\/strong> geben.<\/p>\n<cite>Offenbarung 2,26-28 (ELBCSV 2003)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Am Ende desselben prophetischen Buches berichtet der Apostel  Johannes eine weitere Selbstoffenbarung des Sohnes Gottes (Selbstoffenbarungsformel: \u00bbICH BIN\u00ab):<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der Gl\u00e4nzende, <strong>der  Morgenstern<\/strong>.<\/p>\n<cite>Offenbarung 22,16, w\u00f6rtlich. nach Anm. (ELBCSV 2003)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der \u00bbMorgenstern\u00ab ist also eine Bezeichnung Jesu Christi, des menschgewordenen Gottessohnes.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Morgenstern im Spiegel des christlichen Lieds<\/h2>\n\n\n\n<p>Die an Jesus Christus Glaubenden haben sich an diesen Hoffnungsworten der Heiligen Schrift oft erfreut und angesichts widriger Umst\u00e4nde an ihnen festgehalten. Dies l\u00e4sst sich gut in den Liedern der Kirchen der Reformation nachvollziehen. Hier eine Auswahl von vier alten und neuen Liedern aus dem deutschsprachigen Schatz; sie werden im Kirchenjahr vor allem in der Zeit des Advents bis Epiphanias gesungen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Herr Christ der eynig Gotts son (1524)<\/h3>\n\n\n\n<p>Herr Christ der eynig Gotts son \/ vaters yn ewigkeyt<br>Aus seym hertzen entsprossen \/ gleich wie geschryben steht.<br>Er ist der morgensterne \/sein glenze streckt er ferne<br>fur andern sternen klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Fur uns ein mensch geboren \/ ym letzten teil der zeyt<br>Der mutter unverloren \/ yhr yungfrewlich keuscheyt.<br>Den tod fur uns zu brochen \/ den hymel auffgeschlossen<br>das leben wider bracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Lass uns yn deiner liebe \/ und kentnis neben zu<br>Das wir am glawben bleiben \/ und dienen ym geyst so.<br>Das wir hie mugen schmecken \/ deyn sussigkeyt ym herzen<br>und dursten stet nach dir.<\/p>\n\n\n\n<p>Du Schepffer aller dinge \/ du vetterliche krafft.<br>Regirst von end zu ende \/ krefftig aus eigen macht.<br>Das herz uns zu dir wende \/ und ker ab unser synne<br>das sie nicht yrrn von dir. <\/p>\n\n\n\n<p>Ert\u00f6dt uns durch deyn gute \/ erweck uns durch deyn gnadt.<br>Den alten menschen krencke \/ das der new leben mag.<br>Wol hie auff dyser erden \/ den synn und all begerden <br>und dancken han zu dir.<\/p>\n\n\n\n<p>Elisabeth von Meseritz (ca. 1500\u20131535) 1524<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\">Dieses Lied entstand in der Anfangszeit der Reformation. <strong>Elisabeth von Meseritz<\/strong>, eine Frau aus m\u00e4rkisch-pommerschem Adelsgeschlecht (geb. um 1500 in Hinterpommern, gest. 2. Mai 1535 in Wittenberg), schrieb es 1524 in Wittenberg. Sie war als junge Frau in den Konvent der Pr\u00e4monstratenserinnen im Kloster Marienbusch bei Treptow an der Rega eingetreten und hatte dort u. a. Unterricht in Latein und Bibelstudium erhalten. So mag sie auch die alte lateinische Weihnachtshymne <em>Corde Natur ex parentis <\/em>des Nordspaniens <strong>Aurelius Clemens Prudentius<\/strong> (348\u2013ca. 413) gekannt haben, die ihr wohl Anregung lieferte (vgl. \u00bbAus seym hertzen entsprossen\u00ab). 1521 folgte sie dem pommerschen Reformator Johannes Bugenhagen nach Wittenberg und heiratete dort Caspar Cruciger, einen Sch\u00fcler Luthers und Melanchtons. Martin Luther, der Elisabeth in seinen Tischreden \u00bbals eine kluge Frau\u00ab bezeichnete, vollf\u00fchrte selbst die Trauung. Sie bekamen zwei Kinder: Caspar und Elisabeth. Ihr Ehemann Caspar wurde 1528 Theologieprofessor in Wittenberg und auch Prediger an der Schlosskirche in Wittenberg. <strong>Elisabeth<\/strong> <strong>Cruciger<\/strong> starb 1535 in Wittenberg. <\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\">In ihrem Gedicht und Lied \u201e<em>Herr Christ der einig Gotts son<\/em>\u201d bringt sie reformatorische Grund\u00fcberzeugungen zum Ausdruck. In der ersten Strophe beschreibt sie dem <em><strong><span style=\"font-weight: 600;\"><i>solus<\/i><\/span> Christus<\/strong><\/em> Ausdruck gebend die Einzigartigkeit des Sohnes Gottes, der dem Herzen Gottes entsprungen ist und in der Zeit und seiner Menschwerdung als strahlender Morgenstern heller strahlt, als alle anderen Sterne: <strong><em>allein durch Christus <\/em><\/strong>wird dem Menschen die Gnade Gottes zuteil. Der Text spiegelt die Glaubenserfahrung der jungen Autorin in mittelalterlich-inniger Herzensfr\u00f6mmigkeit sowie strahlender Glaubensgewissheit im wiederentdeckten Evangelium der Reformation wider. Martin Luther nimmt ihr Lied in das Erfurter Enchiridion von 1524 mit auf unter der \u00dcberschrift \u00bbEyn Lobsanck von Christo\u00ab, damals noch anonym. Im Erfurter Gesangsbuch von 1531 wird die Dichterin dann mit \u00bbElisabet. M.\u00ab angegeben. Seitdem geh\u00f6rt dieses Lied in der Abteilung \u00bbEpiphanias\u00ab zum Schatz der EKD (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herr_Christ,_der_einig_Gotts_Sohn\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herr_Christ,_der_einig_Gotts_Sohn\" target=\"_blank\">Nr. 67<\/a>), wenngleich mit bemerkenswerter Textf\u00e4lschung in Strophe 2.<br><br>Auch <strong>Philipp Nicolai<\/strong> (1556\u20131608) hat dieses Lied mehrfach als Gebet zitiert und f\u00fcr sein unten stehendes Lied <em>Wie sch\u00f6n leuchtet der Morgenstern<\/em> verwendet. Bemerkenswert ist die Wiederverwendung des Titels \u00bb<strong>Morgenstern<\/strong>\u00ab f\u00fcr Christus.<br><strong>Johann Sebastian Bach<\/strong> verwendete das Gedicht von Elisabeth Cruciger f\u00fcr seine Kirchenkantate <em>Herr Christ, der einge Gottessohn<\/em>&nbsp;(<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/webdocs.cs.ualberta.ca\/~wfb\/cantatas\/96.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/webdocs.cs.ualberta.ca\/~wfb\/cantatas\/96.html\" target=\"_blank\">BWV&nbsp;96<\/a>), die er am 8. Oktober 1724 in Leipzig urauff\u00fchrte (18. Sonntag nach Trinitatis). Die Lesung an jenem Tag war 1.Korinther 1,4\u20138 und Matth\u00e4us 22,34\u201348. Bach stellt dabei mit einem ungew\u00f6hnlichen <em>flauto piccolo<\/em> (Sopraninoblockfl\u00f6te) das Licht des Morgensterns dar. Viele Komponisten vor und nach Bach haben die Choralmelodie aufgegriffen, u. a. Hassler, Scheib, Buxtehude, Johann Michael Bach, Pachelbel, Telemann, Walther.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie sch\u00f6n leuchtet der Morgenstern (1599)<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>W<\/strong>ie sch\u00f6n leuchtet der Morgenstern, \/ voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn,<br>die s\u00fc\u00dfe Wurzel Jesse.<br>Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, \/ mein K\u00f6nig und mein Br\u00e4utigam,<br>hast mir mein Herz besessen.<br>Lieblich, | freundlich, \/ sch\u00f6n und herrlich, \/ gro\u00df und ehrlich, \/ reich an Gaben,<br>hoch und sehr pr\u00e4chtig erhaben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>E<\/strong>i meine Perl, du werte Kron, \/ wahr&#8216; Gottes und Marien Sohn,<br>ein hochgeborner K\u00f6nig!<br>Mein Herz hei\u00dft dich ein Himmelsblum&#8216;, \/ dein s\u00fc\u00dfes Evangelium,<br>ist lauter Milch und Honig.<br>Ei mein \/ Bl\u00fcmlein, \/ Hosianna! \/ Himmlisch Manna, \/ das wir essen,<br>deiner kann ich nicht vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>G<\/strong>eu\u00df sehr tief in das Herz hinein, \/ du leuchtend Kleinod, edler Stein,<br>mir deiner Liebe Flamme,<br>dass ich, o Herr, ein Gliedma\u00df bleib, \/ an deinem auserw\u00e4hlten Leib, <br>ein Zweig an deinem Stamme.<br>Nach dir \/ wallt mir \/ mein Gem\u00fcte, \/ ew&#8217;ge G\u00fcte, \/ bis es findet<br>dich, des Liebe mich entz\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V<\/strong>on Gott kommt mir ein Freudenschein, \/ wenn du mich mit den Augen dein<br>gar freundlich tust anblicken.<br>O Herr Jesu, mein trautes Gut, \/ dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut<br>mich innerlich erquicken.<br>Nimm mich \/ freundlich \/ in dein Arme, \/ Herr erbarme \/ dich in Gnaden;<br>auf dein Wort komm ich geladen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H<\/strong>err Gott Vater, mein starker Held, \/ du hast mich ewig vor der Welt<br>in deinem Sohn geliebet.<br>Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, \/ er ist mein Schatz, ich seine Braut;<br>drum mich auch nichts betr\u00fcbet.<br>Eia, \/ eia, \/ himmlisch Leben \/ wird er geben \/ mir dort oben;<br>ewig soll mein Herz ihn loben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Z<\/strong>wingt die Saiten in Cythara \/ und lasst die s\u00fc\u00dfe Musika<br>ganz freudenreich erschallen,<br>dass ich m\u00f6ge mit Jesulein, \/ dem wundersch\u00f6nen Br\u00e4utigam mein,<br>in steter Liebe wallen.<br>Singet, \/ springet, \/ jubilieret, \/ triumphieret, \/ dankt dem Herren;<br>gro\u00df ist der K\u00f6nig der Ehren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W<\/strong>ie bin ich doch so herzlich froh, \/ dass mein Schatz ist das A und O,<br>der Anfang und das Ende.<br>Er wird mich doch zu seinem Preis \/ aufnehmen in das Paradeis:<br>des klopf ich in die H\u00e4nde.<br>Amen, \/ Amen, \/ komm, du sch\u00f6ne \/ Freudenkrone, \/ bleib nicht lange;<br>deiner wart ich mit Verlangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp Nicolai (1556\u20131608) 1599, nach Psalm 45<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\">Der lutherische Pastor <strong>Philipp Nicolai <\/strong>schrieb diese Hymne nach einer tragischen Pestepidemie, die 1597 sein Dorf traf. Er ver\u00f6ffentlichte sie 1599 zuerst in seinem Buch \u00bb<em>Frewdenspiegel de\u00df ewigen Lebens<\/em>\u00ab in Frankfurt. In der Einleitung schreibt er: \u00bbEin Geistlich Brautlied der Gl\u00e4ubigen Seelen \/ von Jesu Christo irem himlischen Br\u00e4utgam: Gestellt ober den 45. Psalm de\u00df Propheten Dauids\u00ab. Die sieben Strophen der Hymne bilden das Akrostichon <strong>W<\/strong>ilhelm <strong>E<\/strong>rnst <strong>G<\/strong>raf <strong>U<\/strong>nd <strong>H<\/strong>err <strong>Z<\/strong>u <strong>W<\/strong>aldeck, einem fr\u00fcheren Studenten Nicolais, welcher 1598 verstorben war. <br><br><strong>Johann Sebastian Bach<\/strong> verwendete Texte dieses Gedichtes f\u00fcr seine Choralkantate <em>Wie sch\u00f6n leuchtet der Morgenstern<\/em> (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/webdocs.cs.ualberta.ca\/~wfb\/cantatas\/1.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/webdocs.cs.ualberta.ca\/~wfb\/cantatas\/1.html\" target=\"_blank\">BWV 1<\/a>)  im 1. (Coro) und 6. (Choral) Satz. Diese Choralkantate wurde am 25. M\u00e4rz 1725 in Leipzig uraufgef\u00fchrt. Die Lesung an jenem Tag der <em>Verk\u00fcndigung des Herr<\/em>n ( lat. <em>Annuntiatio Domini<\/em>, auch <em>Mari\u00e4 Verk\u00fcndigung<\/em>) war Jesaja 7,10\u201316 und Lukas 1,26\u201338. \u2013<br><br>Textquelle des Liedtextes: Wochenlied zum Tag der Erscheinung des Herrn (Epiphanias); Liederbuch der Ev. Kirche in Hessen und Nassau, 13. Aufl. 1959.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Du Morgenstern, du Licht vom Licht (um 1800)<\/h3>\n\n\n\n<p>Du Morgenstern, du Licht vom Licht,<br>das durch die Finsternisse bricht,<br>du gingst vor aller Zeiten Lauf<br>in unerschaffner Klarheit auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Du Lebensquell, wir danken dir,<br>auf dich, Lebend\u2019ger, hoffen wir;<br>denn du durchdrangst des Todes Nacht,<br>hast Sieg und Leben uns gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Du ew&#8217;ge Wahrheit, Gottes Bild,<br>der du den Vater uns enth\u00fcllt,<br>du kamst herab ins Erdental<br>mit deiner Gotterkenntnis Strahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleib bei uns, Herr, verlass uns nicht,<br>f\u00fchr uns durch Finsternis zum Licht,<br>bleib auch am Abend dieser Welt<br>als Hilf und Hort uns zugesellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Johann Gottfried Herder (1744\u20131803)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Es wird ein Stern aufgehen (1996)<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Dunkelheit verschlingt die Welt. <br>Die Finsternis und gro\u00dfe K\u00e4lt, <br>sie decken alles Leben zu. <br>O Gott im Himmel, hilf uns du!<\/p>\n\n\n\n<p>(Ref.:) <em>Es wird ein Stern aufgehen, <br>Immanuel mit Nam. <br>Ein Wunder wird geschehen, <br>Gott z\u00fcndt ein Licht uns an.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Menschen sehnen sich nach Licht. <br>Und Gott, der Herr, verl\u00e4sst sie nicht. <br>Viel tausend Jahr sie warten schon.<br>Propheten k\u00fcnden Hoffnung an: (<em>Refrain<\/em>) <\/p>\n\n\n\n<p>Und Bileam war ein Prophet, <br>der Gottes Willen wohl versteht.<br>Er sieht den Stern aus Jakobs Haus,<br>von dem geht Heil und Segen aus. (<em>Refrain<\/em>) <\/p>\n\n\n\n<p>Jesaia spricht vom hellen Licht,<br>das alle Finsternis durchbricht.<br>Es wird geboren uns ein Kind,<br>das allen gro\u00dfe Freude bringt. (<em>Refrain<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\">Dieses <a href=\"https:\/\/youtu.be\/ii-xeOGkjhY\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/youtu.be\/ii-xeOGkjhY\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Adventlied<\/a> wurde 1996 von Eva Bruckner und Ernst Schusser f\u00fcr ein gleichnamiges Adventspiel erstellt. Der Text bezieht sich auf die Propheten des Alten Testaments (vgl. Jesaja 9,1-6; Jesaja 7,14; Jeremia 23 und &#8222;Bileam&#8220; 4. Mose 24,17 ff). Quelle: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.volksmusik-archiv.de\/vma\/node\/3490\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.volksmusik-archiv.de\/vma\/node\/3490\" target=\"_blank\">Volksmusikarchiv&nbsp;des&nbsp;Bezirks&nbsp;Oberbayern<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">A Liacht is aufkemma<\/h3>\n\n\n\n<p>A Liacht is aufkemma, aufkemm&#8216; bei da Nacht<br>Und des hat den B\u00f6sn, den Finstern<br>Angst g&#8217;macht<br>Sie wollten&#8217;s ausl\u00f6schn<br>Dastickn, zertretn<br>Sie wollten&#8217;s  ausblasen<br>Die Finsternis retten<br>Vor dem winzign Liacht <br>da haben sie si g&#8217;fiacht.<\/p>\n\n\n\n<p>A Hoffnung is&#8216; g&#8217;wesn des Liacht bei da Nacht<br>Und des h\u00e4tt&#8216; den B\u00f6sn die G&#8217;walt kost&#8216;,<br>die Macht<br>Sie wollten&#8217;s verbiatn<br>Verhassn, verneidn<br>Sie wollten&#8217;s verjagn<br>Und jedn verleidn<br>Vor der Hoffnung, dem Liacht,<br>da habn sie si g&#8217;fiacht.<\/p>\n\n\n\n<p>A Frau tragt die Hoffnung als Kind<br>in ihrm Scho\u00df<br>Soviel habn&#8217;s dafragt<br>und die Rachsucht war gro\u00df<br>Sie wollten&#8217;s ausmachn<br>Auffindn, hoamsuachn<br>Sie wollten&#8217;s verklagn<br>Versto\u00dfn, verfluachn<br>Vor dem Kind und sein Liacht<br>da habn sie si g&#8217;fiacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Tobias Reiser d. J. (1946\u20131999)<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\">Tobias Reiser, <em>A Liacht Is Aufkemma<\/em>; aus: A Liacht is aufkemma \u2013 Szenisches Oratorium, 5. Szene: Der Weg nach Bethlehem (Salzburger Adventsingen, 1986)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Morgenstern in der Heiligen Schrift Die Heilige Schrift verwendet das Metapher des \u201eMorgensterns\u201d in ihren prophetischen Texten, um auf die gro\u00dfe und sichere Hoffnung zu deuten, dass es nach Zeiten gr\u00f6\u00dfter Dunkelheit wieder Licht werden wird. Diese Hoffnung ist nat\u00fcrlich nicht auf die physikalisch-astronomische Ebene beschr\u00e4nkt und bezogen, sondern auf die geistliche, ewige Wirklichkeit &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=1587\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eBis der Morgenstern aufgeht in euren Herzen\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1623,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1587","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1587","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1587"}],"version-history":[{"count":43,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1587\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3223,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1587\/revisions\/3223"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1623"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1587"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1587"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1587"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}