{"id":1114,"date":"2020-10-11T19:16:37","date_gmt":"2020-10-11T17:16:37","guid":{"rendered":"https:\/\/logikos.club\/?p=1114"},"modified":"2021-02-02T12:42:48","modified_gmt":"2021-02-02T11:42:48","slug":"seid-nicht-viele-lehrer-ein-mahnender-brief-an-einen-jungen-heisssporn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/logikos.club\/?p=1114","title":{"rendered":"\u00bbSeid nicht viele Lehrer\u00ab \u2013 Ein mahnender Brief an einen jungen Hei\u00dfsporn"},"content":{"rendered":"\n<p>Jemand schrieb: \u00bbEs gibt leider sehr scharfe Prediger und Autoren, die diesen Begriff [Irrlehrer] geradezu inflation\u00e4r verwenden. Kaum weicht jemand von der eigenen, einzig richtigen Meinung ab, bekommt er das Etikett \u201eIrrlehrer\u201d umgeh\u00e4ngt. So etwas ist unbiblisch.\u00ab (Wilfried Plock, <em>Warum ich weder Calvinist noch Arminianer bin<\/em> (H\u00fcnfeld: CMD, 2017), S. 173).<\/p>\n\n\n\n<p>In einer deutschen Gemeinde war genau das Gegenteil zu erleben: von einem Predigth\u00f6rer. Der Anlass war eine Predigt \u00fcber folgenden Text im ersten Brief des Apostels Johannes:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes hei\u00dfen sollen! Und wir sind es. <\/strong>Deswegen erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat.<br>Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der diese Hoffnung zu ihm hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist.<\/p><cite>1. Johannes 3,1\u20133 (ELBCSV)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Der Prediger hatte das Ziel, die Anbetung des Vaters durch die Gemeinde zu f\u00f6rdern, indem er die wunderbare Liebe des Vaters zu seinen Kindern vor die Herzen stellte.<\/strong>  Der Vater <strong>sucht<\/strong> ja solche als Anbeter, die in Geist und Wahrheit anbeten (Johannes 4,23)! Er wurde von einem (dem Glauben und den Lebensjahren nach viel j\u00fcngeren) Predigth\u00f6rer angegriffen und als Irrlehrer bezeichnet. Leider zeichneten Unwissenheit, Wortwahl und Respektlosigkeit des Predigth\u00f6rers ein trauriges Gegenbild dessen ab, was ein gottseliges Lebens kennzeichnet. <br>Der angegriffene Prediger schrieb dann eine Ausarbeitung, die Korrektur, \u00dcberf\u00fchrung, Ermahnung und Belehrung einschlie\u00dft, mithin das Wort in seiner gedachten Wirkung zur Entfaltung bringen wollte: \u00bbAlle Schrift ist von Gott eingegeben und <strong>n\u00fctzlich zur Lehre, zur \u00dcberf\u00fchrung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit<\/strong>, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk v\u00f6llig geschickt.\u00ab (1. Timotheus 3,16-17). Diese Handreichung offenbart eine geduldige und lehrreiche Behandlung der Vorw\u00fcrfe und hat den Autor sicher viel Zeit und M\u00fche gekostet. Die Wiedergabe hier im Blog mag daher auch anderen n\u00fctzlich sein, wo immer sie in der Sache und Erkenntnis stehen. Alle Namen sind erfunden bzw. anonymisiert, um die Beteiligten zu sch\u00fctzen. Nat\u00fcrlich muss im konkreten Fall die seelsorgerische Dimension von Bruder zu Bruder angesprochen werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lieber Adelphos,<\/h2>\n\n\n\n<p>ich schreibe Dir heute mal einen Brief. So ein Brief gibt mir Gelegenheit, in Ruhe etwas zu formulieren, und Dir, dem Empf\u00e4nger, dies ebenfalls in Ruhe zu lesen und dar\u00fcber nachzudenken. Und das tut not, denke ich. Ich habe einige Punkte aufgeschrieben, die mir auf dem Herzen liegen:<\/p>\n\n\n\n<p>(1) Ich bedaure sehr, dass wir nicht&nbsp;<strong>in Ruhe miteinander reden<\/strong>&nbsp;konnten, eine Bibelstelle nach der anderen. Das Gespr\u00e4ch in der gehabten Form war dazu nicht geeignet. Es braucht Nachforschen und Nachdenken. Es braucht manchmal auch die harte Arbeit des Schuttwegr\u00e4umens, bevor Neues erbaut werden kann. Das hei\u00dft, es braucht Geduld. Und keine Bibelstellen-Gefechte. Bei mir erzeugt das nur Unwohlsein, da ich lieber in Ruhe etwas entfalte und darstelle. Gerne antworte ich auch auf Fragen, die das Ziel haben, etwas besser verstehen zu wollen. So etwas schwebt mir vor f\u00fcr einen <strong>br\u00fcderlichen Dialog<\/strong>. Sollten wir den nicht anstreben?<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Das Ziel der Predigt am Sonntag war, allen Geschwistern&nbsp;<strong>die ewige Liebe des Vaters f\u00fcr Seine Kinder<\/strong> vor die Herzen zu stellen und sie damit zu Dank und Anbetung ihres Vaters zu motivieren. Dass es daran mangelt, haben wir nun einige Jahre erlebt: es gibt wenig Anbetung des Vaters. Dabei sagt doch Jesus in Johannes 4, dass der<strong>&nbsp;<\/strong>Vater Anbeter in Geist und Wahrheit sucht. (Das solltest Du anders erlebt haben in Deiner fr\u00fcheren Gemeinde in <em>Irgendwo<\/em>.) Wenn jemand nach einer Predigt mit dieser Zielsetzung es als wichtigstes Anliegen sieht zu behaupten, dass die pers\u00f6nliche \u201eWahl f\u00fcr Jesus\u201c zentral und der \u201efreie Wille\u201c des (zumal v\u00f6llig s\u00fcndigen!) Menschen entscheidend f\u00fcr den Empfang jener ewigen (!) Liebe des Vaters ist, dann konnte der Geist Gottes mit der Wahrheit des Wortes Gottes offenbar in dieser Person nicht wirken. Das ist schade und wirft Fragen auf. Wo Menschen behaupten, dass es ihre kluge, richtige Wahl gem\u00e4\u00df ihres \u201efreien Willens\u201c gewesen sei, die sie letztlich ewig von den Ungl\u00e4ubigen positiv unterscheidet, dann wei\u00df ich, dass hier der Geist Gottes nicht wirken konnte, denn der wirkt nie Seinem Wort entgegen, sondern stellt stets die Gnade und Herrlichkeit Gottes in den Mittelpunkt und f\u00fchrt so zur Anbetung Gottes. Die Reformatoren haben aus dem Wort heraus und gegen die r\u00f6m.-kath. Kirche festgehalten, dass die Errettung allein aus Gnaden ist. <em>Sola gratia<\/em> nannten sie das. <strong>Gnade hei\u00dft, dass alles von Gott kommt, alles von Gott bewirkt wird und dass letztlich alles zu Gottes Verherrlichung dienen muss. Das ist die Quintessenz des Evangeliums, siehe R\u00f6mer 11,33\u201336. <\/strong>Wer hingegen sich selbst (als S\u00fcnder!) zum entscheidenden Mittelpunkt des Heils macht, dessen aus einem s\u00fcndigen Herzen kommende Entscheidungen Gott \u201evoraussehend\u201c nur noch sklavisch folgen kann (also keine eigene Wahl mehr hat), der hat Christus und den Vater aus diesem Mittelpunkt alles Heils verdr\u00e4ngt. Da klingeln bei mir einige Seelsorger-Alarmglocken. <strong>Das ist Re-katholisierung des Evangeliums.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(3) Ich habe verstanden, dass Du die Auserw\u00e4hlung der Heiligen (Kinder Gottes) durch Gott, den Vater, nicht wirklich leugnen willst, aber Du tust es doch, siehe Pkt. (4) unten. Das tun ja manche ausdr\u00fccklich. Manche verbieten sogar das Predigen \u00fcber die entsprechenden Texte. Nachdem Epheser 1,4 aber aufzeigt, dass die Auserw\u00e4hlung eines der besonderen Werke ist, \u00fcber die wir&nbsp;<strong>den Vater&nbsp;lobpreisen<\/strong>&nbsp;d\u00fcrfen und sollen, kann man hier das ehrabschneidende Wirken des Teufels gut erkennen. Ich kann mich nicht erinnern, dass in unserer Gemeinde der Vater f\u00fcr seine Erw\u00e4hlung regelm\u00e4\u00dfig gepriesen wird. <strong>Diesem Mangel will der Geist Gottes abhelfen, denn er f\u00f6rdert die Verherrlichung Gottes. <\/strong>Dass dann diesem Wirken des Geistes Gottes gleich eine Stellungnahme und ein Streit \u00fcber die Auserw\u00e4hlung entgegengesetzt wird, ist traurig. Wo die Wahrheit unterdr\u00fcckt wird, wird der Geist Gottes ged\u00e4mpft. Und was das bedeutet, steht auch klar in der Schrift.<\/p>\n\n\n\n<p>(4) Du verstehst die Auserw\u00e4hlung\/Erw\u00e4hlung seitens Gottes, des Vaters, so, dass Gott \u201enach Vorkenntnis\u201c (Deine Wortwahl war \u201e<strong>Vorsehung<\/strong>\u201c) der freien Wahl einzelner Menschen entsprechend gew\u00e4hlt habe. Denke dar\u00fcber mal in Ruhe nach. Wenn Gott nur das \u201ew\u00e4hlen\u201c kann, was andere in ihrem freien Willen vorher exklusiv und souver\u00e4n gew\u00e4hlt und entschieden haben, dann ist das f\u00fcr Gott keine freie Wahl mehr, ist \u00fcberhaupt keine Wahl im Sinne des Wortes mehr, sondern nur ein unfreies, mechanisches Nachvollziehen. Ich versuche ein Beispiel: Freie Wahl habe ich in einem Restaurant, wenn alles, was auf der Karte ist, ob es mir schmeckt oder nicht, vorhanden ist und ich daraus frei w\u00e4hlen kann und ich es dann auch genau so und genau das von mir Ausgew\u00e4hlte bekomme. Wenn aber der Wirt zu mir sagt: \u201eDa ist die Karte, Du kannst alles w\u00e4hlen, was Du willst, solange es die Schweinsw\u00fcrstl f\u00fcr 6,98 \u20ac sind, denn daf\u00fcr habe ICH mich entschieden!\u201c, dann ist Deine \u201eWahl\u201c keine Wahl mehr. Du bist dann der Sklave\/Abh\u00e4ngige der Vorwahl\/Entscheidung des Wirtes. \u201eSo ein Unsinn, so eine Frechheit!\u201c, wirst Du denken, und vielleicht entr\u00fcstet aus dem Lokal st\u00fcrmen. Warum? Weil Du \u00fcberhaupt keine Wahl (im Sinne des Wortes) mehr hattest. Warum dann eine Speisekarte zur Auswahl der Speisen? <strong>Nein, diese falsche Vorstellung f\u00fchrt dazu, dass es auf Seiten Gottes gar keine Wahl mehr gibt. Das ist schon sprachlich klar.<sup> <\/sup><\/strong><sup>[1]<\/sup>&nbsp;\u2013 Im Bilde erkl\u00e4rst Du aber die Auserw\u00e4hlung seitens Gottes im Prinzip genau so: Gott \u201ekann\u201c (darf?, muss?) nur das \u201eerw\u00e4hlen\u201c, was der Mensch gew\u00e4hlt hat. Das Problem mit dem \u201eewig\u201c soll dann \u00fcber die Allwissenheit und Ewigkeit Gottes gel\u00f6st werden, aber da taucht das zweite Missverst\u00e4ndnis auf, denn der Begriff der Vorkenntnis\/ Vorsehung liefert eben nicht das, was man diesem f\u00e4lschlicherweise zuschreibt. Den&nbsp;<strong>Endeffekt dieser falschen Idee<\/strong>&nbsp;kann man schnell erkennen: Wer entscheidet hier \u00fcber das Heil, das ewige Leben, die Gotteskindschaft: es ist der nicht neugeborene, unter die S\u00fcnde verkaufte\/versklavte S\u00fcnder,&nbsp;<strong>Gott vollzieht im Heilserw\u00e4hlen nur exakt nach, was ein S\u00fcnder vorentschieden hat.<\/strong>&nbsp;<strong>Gott hat keine Wahl mehr, Er ist mechanisch daran gebunden, was schon von anderer Seite her entschieden ist. <\/strong>Und das soll dann das (Aus-) \u201eErw\u00e4hlen\u201c durch Gott sein. Wirklich?&nbsp;<br>Die Realit\u00e4t ist anders, sie ist so, wie es die Bibel beschreibt: der Mensch ist unter die S\u00fcnde versklavt, steht unter dem Zorn Gottes, ist&nbsp;<em>geistlich<\/em>&nbsp;von Geburt an tot, aber sehr \u201elebendig\u201c im S\u00fcndigen und Rebellieren gegen Gott (R\u00f6mer 3,9\u201319). Mit einem Wort: Sie sind \u201ealle&nbsp;<strong>unter<\/strong>&nbsp;der S\u00fcnde\u201c (R\u00f6mer 3,9), sie sind \u201efleischlich,&nbsp;<strong>unter die S\u00fcnde verkauft<\/strong>\u201c (R\u00f6mer 7,14), denn \u201eJeder, der die S\u00fcnde tut, ist&nbsp;<strong>der S\u00fcnde Knecht (Sklave)<\/strong>\u201c (Joh 8,34). Wenn ich diese Worte Gottes lese, dann lese ich \u00fcber das Verh\u00e4ltnis eines S\u00fcnders zur S\u00fcnde ein \u201eunter\u201c, ein \u201everkauft\u201c und \u201eKnecht\/Sklave\u201c. Das ist das Gegenteil davon, \u201e\u00fcber\u201c der S\u00fcnde zu stehen, \u201efrei\u201c und unabh\u00e4ngig von ihr zu denken und zu handeln. Der S\u00fcnder sei von der Versklavung an die S\u00fcnde \u201efrei\u201c, um geistlich gesehen vor Gott das Richtige und das Beste zu tun? Wirklich? Damit leugnest Du diese Bibelstellen, die Ausspr\u00fcche des Sohnes Gottes. Das f\u00e4nde ich ungeheuerlich.<br>Frage Dich:&nbsp;<strong>Wie frei ist ein Toter?<\/strong>&nbsp;Das ist im Geistlichen nicht anders wie im Physischen, daher gebrauchen der Herr und die Apostel genau dieses Bild vom Totsein. <strong>Gott allein lebt und ist absolut freier Herr. Sein Wille ist alleine wirklich frei, ist dabei aber immer seinem ganzen Wesen entsprechend: immer gerecht, heilig und vollkommen. <\/strong>Es ist sicher das absolut Beste, wenn dieser Wille unumschr\u00e4nkt wirksam wird!<strong> Denn der Wille des nicht von Gott erneuerten S\u00fcnders ist immer b\u00f6se und bewegt sich nur im Rahmen seines s\u00fcndigen Wesens, ist nur in der Reichweite seiner S\u00fcndenketten frei.<\/strong> Der Wille Gottes hingegen ist stets gut, ein vollkommener Ausdruck Seiner Souver\u00e4nit\u00e4t, Liebe und Heiligkeit. Das ist es, was es bedeutet, Gott zu sein. Das zumindest lehrt die Schrift durchgehend. <strong>Lassen wir doch Gott Gott sein.<\/strong> Uns geb\u00fchrt die Haltung eines Gesch\u00f6pfes.<\/p>\n\n\n\n<p>(5) Der Vorwurf kam von Dir, das alles sei&nbsp;\u201e<strong>calvinistisch<\/strong>\u201c. <strong>Nun, dieser Begriff ist kein Begriff, weil er nichts mehr greifen l\u00e4sst. Er ist reines Schimpfwort geworden, ein Etikett, das man Leuten aufdr\u00fcckt, deren biblische Heilslehre man nicht liebt.<\/strong> (Da gibt es noch mehr \u201eEtiketten\u201c, auf allen Seiten!). Ich lege diese unqualifizierte Bezeichnung also auf die Seite, zumal wenn sie von jemand kommt, der wohl noch nicht einmal das Zentralwerk Calvins, die <em>Institutio<\/em>, geschweige denn Seine Auslegungen, gelesen hat. Es w\u00fcrde mir zwar Vergn\u00fcgen bereiten, Dir hier abzudrucken, was er \u00fcber Johannes 3,16 und \u00fcber den freien Willen des Menschen geschrieben hat, denn das w\u00fcrde bestimmt ungl\u00e4ubiges Staunen erzeugen.&nbsp;<br>Ich gebe Dir wenigstens eine Kostprobe zu Johannes 3,16, wo Calvin schreibt: <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">\u00bb\u201eAuf dass jeder, die an ihn glaubt\u201c. Und er [Johannes] hat den universalen Begriff \u201ejeder\u201c verwendet, um sowohl <strong>alle ohne Unterschied<\/strong> einzuladen, ihren Anteil am Leben sich zu sichern, also auch, um jede Entschuldigung der Ungl\u00e4ubigen abzuschneiden. Denselben Zweck hatte auch schon der Begriff \u201eWelt\u201c, den er vorher verwendet hatte. Gott vermag zwar in der Welt nichts zu finden, was ihm seine Huld abn\u00f6tigte; dennoch zeigt er sich g\u00fctig <strong>gegen die ganze Welt<\/strong>. <strong>Alle ohne Ausnahme<\/strong> beruft er zum Glauben an Christum und eben damit zum Eingang ins Leben.\u00ab<\/span> (Johannes Calvin, <em>Kommentar zum Evangelium nach Johannes<\/em>, Bd. 1, <em>in loci<\/em>; Fettdruck hinzugef\u00fcgt). Wer also behauptet, ein \u201eCalvinist\u201c sei jemand, der abstreitet, dass Gott <strong>alle Menschen ohne Unterschied<\/strong> zur Rettung einl\u00e4dt, erweist sich entweder als L\u00fcgner oder als Unwissender; solche Leute sollten jedenfalls besser schweigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wer behauptet, dass Calvin oder ein \u201eCalvinist\u201c leugnen, dass der Mensch einen Willen habe, dem sei aus vielen Zitaten dieses vorgelegt: <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">\u00bbDenn es bleibt zwar ein Rest (<em>residuum<\/em>) Verstand und Urteilskraft (<em>iudicium<\/em>) samt <strong>dem Willen<\/strong> bestehen; aber wir k\u00f6nnen doch nicht sagen, das Gem\u00fct (der Verstand) sei unversehrt und gesund, denn es ist schw\u00e4chlich und mit viel Finsternis umh\u00fcllt; au\u00dferdem ist <strong>die Verkehrtheit des Willens<\/strong> mehr als genugsam bekannt. &#8230; So ist auch <strong>der Wille nicht verloren gegangen<\/strong>, weil er von der Natur des Menschen nicht zu trennen ist; aber er ist <strong>in die Gefangenschaft b\u00f6ser Begierden geraten<\/strong>, so dass er nichts Rechtes mehr begehren kann.\u00ab<\/span>&nbsp;(Johannes Calvin, <em>Unterricht in der christlichen Religion = Institutio Christianae religionis. Nach der letzten Ausg. \u00fcbers. und bearb. von Otto Weber<\/em>, Bd. 2, 2, 12). Calvin sagt also: <strong><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Der Wille ist da, aber er ist verkehrt und versklavt.<\/span><\/strong>&nbsp;Genau das sagt auch die Heilige Schrift.<\/p>\n\n\n\n<p>(6) Wo wir nachdenken und pr\u00e4ziser werden m\u00fcssten, ist bei den&nbsp;<strong>Begriffen \u201eWille\u201c und \u201efrei\u201c<\/strong>. Nein, das ist nicht einfach. Wikipedia schreibt: \u201ees gibt keine allgemein anerkannte Definition\u201c f\u00fcr \u201efreier Wille, Willensfreiheit\u201c. Die Philosophen und Theologen haben sich dazu widerspr\u00fcchlich ge\u00e4u\u00dfert. Also sollte man kl\u00e4ren, was man mit beiden Begriffen meint, sonst redet man aneinander vorbei. Das Aneinandervorbeireden war von meiner Seite aus gut zu erkennen. Bedenke einmal: Ein \u201eCalvinist\u201c (Luther) schrieb wider den Humanisten Erasmus vom \u201e<strong>unfreien<\/strong>&nbsp;Willen\u201c des Menschen; dies war eine seiner bedeutsamsten Arbeiten, wie er selbst auf dem Sterbebett sagte. Ein anderer \u201eCalvinist\u201c (J. Edwards) hingegen schrieb \u00fcber \u201eDie&nbsp;<strong>Freiheit<\/strong>&nbsp;des Willens\u201c. Das klingt widerspr\u00fcchlich, ist es aber nicht. Man muss eben wissen, von was man redet, und kl\u00e4ren, was man mit den Begriffen jeweils meint und bezeichnet. F\u00fcr den biblisch Glaubenden muss das, was er behauptet und annimmt, aus Gottes Wort stammen bzw. nicht im Widerspruch dazu stehen, sonst ist es Phantasiegebilde, nicht Realit\u00e4t. \u2013 Ganz praktisch: Schreibe aus Gottes Wort einmal auf, was es \u00fcber \u201eWille\u201c (Gottes und des Menschen, erl\u00f6st und unerl\u00f6st) und \u201efrei\u201c\/\u201eFreiheit\u201c bzgl. dieser Personen sagt. Damit w\u00e4re viel geleistet, was heute noch f\u00fcr eine fruchtbare Diskussion fehlt. Denn: <strong>Wo die Begriffe nicht gekl\u00e4rt sind, ist das Gesagte nicht das Gemeinte.<\/strong> So entstehen Missverst\u00e4ndnisse, Misstrauen und Missliebe.<\/p>\n\n\n\n<p>(7) Du hast behauptet, dass \u201edie Calvinisten\u201c stets leugnen w\u00fcrden, dass die Auserw\u00e4hlung seitens Gottes \u201e<strong>nach<\/strong>&nbsp;<strong>Vorkenntnis Gottes<\/strong>, des Vaters\u201c erfolge. Diese \u201e<strong>Vorsehung<\/strong>\u201c (das war wohl der Ausdruck, auf den Du bestandest?!) w\u00fcrde alles erkl\u00e4ren, und die Wahl (und damit ewiges Heil) letztlich in die H\u00e4nde eines jeden S\u00fcnders legen, denn Gott entscheide nicht frei, sondern nur entsprechend dessen, was Er \u201evoraussehend\u201c beim Menschen sehe. <br>Damit hat Gott aber kein <strong>freies<\/strong> Wissen mehr, sondern Er muss selbst \u201emit Blick in dieZukunft\u201c <strong>erlernen<\/strong>, was dort geschieht, und sich entsprechend in seinen ewigen (?) Pl\u00e4nen und Seinem W\u00e4hlen unterordnend anpassen und (sklavisch!) folgen. Das steht aber im Widerspruch zum Begriff der Freiheit als auch zum Begriff der Wahl.&nbsp;<strong>Was Gott \u201ein der Zukunft\u201c sieht, ist nichts anderes, als das, was ER h\u00f6chstpers\u00f6nlich f\u00fcr diese Zukunft (und \u00fcberhaupt) ewig <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">verordnet<\/span> hat.<\/strong>&nbsp;Alles was geschieht, geschieht, weil Er es genau so wei\u00df und verordnet hat. <strong>Sein Wissen ist absolute Wahrheit, sein Wille schafft Realit\u00e4t. <\/strong>Es gibt keine von Gott unabh\u00e4ngige Energie oder Existenz, die einen \u201eGegenplan\u201c realisieren k\u00f6nnte. Nur Gott lebt aus sich selbst heraus und regiert \u00fcber alles. Alle anderen Wesen sind Gesch\u00f6pfe und h\u00e4ngen als solche \u201eam Stecker\u201c und \u201edem Kraftwerk\u201c Seiner Energie, Seines Willens. <strong>Nur ER gibt allem Leben und Existenz.<\/strong> Das ist bedeutsam f\u00fcr die Frage nach der Ur-Sache, nach Souver\u00e4nit\u00e4t und Abh\u00e4ngigkeit. <br><br>Ich kann viel besser nachvollziehen, dass es einem \u201eCalvinisten\u201c (also jemandem, der nicht mehr wie die r\u00f6m.-kath. Kirche, sondern biblisch wie die Reformatoren im Heil denkt) sehr zuwider ist, den Menschen in den Mittelpunkt des Heils zu stellen, wenn er doch in der Schrift gesehen hat, dass die ganze Heilsgeschichte <strong>einen<\/strong> Hauptzweck hat: <strong>Gott<\/strong> zu verherrlichen, <strong>IHN<\/strong> in den Mittelpunkt zu stellen, damit <strong>ER<\/strong> gelobt und gepriesen wird f\u00fcr <strong>Seine<\/strong> Heiligkeit, Liebe und Treue (usw.). Das versteht die Schrift (und normalerweise der Christ) darunter: Dass das Heil&nbsp;<strong>allein aus Gnade<\/strong>n ist (mit allem Drum und Dran), also <strong>freies<\/strong> Geschenk, nicht <strong>bedingtes<\/strong> Geschenk (denke an das Metapher mit dem Wirt oben!).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vorkenntnis (pr\u00f3gn\u014dsis)<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Stelle, die Du mir zeigtest, war 1. Petrus 1,2: \u201edie auserw\u00e4hlt sind<sup>&nbsp;<\/sup><strong>nach Vorkenntnis Gottes<\/strong>, des Vaters, in der Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi&#8230;\u201c\u2013 Schauen wir uns das n\u00e4her an: Petrus k\u00fcndigt hier nach seinem Briefbeginn die grundlegenden Themen seines Briefes an: <strong>Vorkenntnis<\/strong> Gottes, <strong>Heiligung<\/strong> durch den Geist Gottes, <strong>Gehorsam<\/strong> gegen\u00fcber Jesu und Blutbesprengung, die er sp\u00e4ter im Brief weiter ausdehnen und entwickeln wird (also kann man nicht bei 1,2 anfangen oder stehen bleiben, um 1,2 zu verstehen!). Er erinnert seine Leser daran, dass sie an einen dreieinigen Gott und an Dessen dreieiniges Werk glauben. Man kann dies sch\u00f6n in der Wortwahl und dem Aufbau von Vers 2 erkennen: Vater, Geist, Jesu Christi.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201eVorkenntnis (Gr.&nbsp;<strong><strong>pr\u00f3gn\u014dsis<\/strong><\/strong>) Gottes\u201c ist mehr als nur das blo\u00dfe Wissen, was in der Zukunft passieren wird, denn es schlie\u00dft Gottes spezielle Beziehungen (!) mit der Menschheit, selbst bevor diese Menschen bestanden, mit ein (vgl. R\u00f6mer 1,20; Amos 3,2; Apg 2,23; R\u00f6mer 8,29\u201330; 11,2). Diese \u201espeziellen Beziehungen\u201c schlie\u00dfen Gottes Erw\u00e4hlung und seinen besonderen Plan f\u00fcr Sein Volk mit ein. Die \u201eHeiligung\u201c des Geistes ist das Wirken des Geistes Gottes, in dem Er das Erl\u00f6sungswerk Christi einem Menschen zueignet, diesen reinigt und ihn in den Dienst stellt. (Das Blutbesprengen spielt auf den Bundesschluss in 2. Mose 24,3\u20138 an, aber hier ist der Neue Bund \u2013im Blut Jesu\u2013 gemeint.) Das Ziel der Erw\u00e4hlung und der Erl\u00f6sung ist also der Gehorsam Gott gegen\u00fcber, der aus dem Glauben herausw\u00e4chst (vgl. den Begriff des \u201eGlaubensgehorsams\u201c, der am Anfang und am Ende des Evangeliums im R\u00f6merbrief steht: R\u00f6mer 1,5; 16,26 und Apg 6,7 als Beispiel).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gru\u00dfabschnitt des Briefes schlie\u00dft mit dem Segenswunsch, dass die Gnade und der Friede Gottes den Glaubenden vermehrt werde. Der n\u00e4chste Briefabschnitt besch\u00e4ftigt sich dann mit den Vorrechten und den Verantwortungen, die sich aus dem Heil\/Gerettetsein ergeben (1,3\u20132,10).<\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff&nbsp;<strong>pr\u00f3gn\u014dsis<\/strong>&nbsp;(Vorkenntnis, Vorherkenntnis) taucht nicht nur hier im Wort Gottes auf, das war eine Falschinformation von Dir (s. auch Apg 2,23, dort gerichtet auf Gottes vorzeitlichen(!), festen(!) Plan Gottes, Jesus durch die Hand von Gesetzlosen in den Tod zu geben). Diese Vorher-Kenntnis Gottes ist ein Teilaspekt seiner Allwissenheit, aber es ist mehr als das blo\u00dfe Wissen einer Information. (Gott ist immer allwissend, es ist eine Seiner Wesensz\u00fcge, das m\u00fcsste nicht extra gesagt werden, und umfasst alles und jeden.) Wie das W\u00f6rterbuch von Vine erkl\u00e4rt, spricht der Begriff von&nbsp;<strong>erw\u00e4hlender Gnade<\/strong>, schlie\u00dft aber den Willen des Menschen nicht aus (die Stelle in Apg 2,23 stellt ja \u201ebeide Seiten\u201c trefflich Seite an Seite!). <br>Das Verb dazu,&nbsp;<strong>progin\u1e53sk\u014d<\/strong>, taucht auch in Apg 26,5; R\u00f6mer 8,29; 1. Petrus 1,20 (!) und 2. Petrus 3,17 auf, was uns die Bedeutung weiter aufschl\u00fcsselt. Wenn ein Mensch etwas vorher wei\u00df, ist dies allerdings etwas anderes, als wenn <strong>Gott<\/strong> etwas vorher wei\u00df, denn das Wissen des Menschen ist fehlerhaft und unvollst\u00e4ndig, das Wissen Gottes aber richtig, <strong>ewig<\/strong> und allumfassend. Da Gott nichts dazulernt, ist sein Wissen vor aller Zeit nichts anderes als das in der Zeit oder das in der Ewigkeit nach der Zeit. Gott ist nicht \u201ehinterher schlauer als vorher\u201c, wie wir Menschen.&nbsp;<strong>Das Wissen und das Wollen Gottes schafft vielmehr unmittelbare Realit\u00e4t.<\/strong>&nbsp;Wenn Gott dann spricht, steht es da. Aus dem Nichts. Gott kann Tote durch Sein Wort lebend vor sich stellen (Lazarus), Welten aus dem Nichts ins Dasein rufen (Sch\u00f6pfung). Das kann kein Gesch\u00f6pf. Beim Menschen schafft das Vorherwissen oder das Wollen ohne weiteres erst einmal&nbsp;<strong>gar nichts<\/strong>. Diesen Unterschied kennen leider manche Christen nicht. Der alte Fehler, dass der Mensch aus seiner menschlichen Erfahrung (oft unbewusst und unreflektiert) auf Gott schlie\u00dft, kommt wieder tragisch zu Tage. Ich f\u00fcge den Eintrag im anerkannten W\u00f6rterbuch von Kittel, Gerhard ; Friedrich, Gerhard ; Bromiley, Geoffrey William: <em>Theological Dictionary of the New Testament<\/em> noch hinzu (auf Englisch, ich habe nur die englische Ausgabe):<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bb<strong>progin<\/strong><strong>\u1e53<\/strong><strong>sk\u014d, pr\u00f3gn\u014dsis<\/strong>. The verb means \u201cto know in advance,\u201d and in the NT it refers to&nbsp;<strong>God\u2019s foreknowledge as election of his people<\/strong>&nbsp;(Rom. 8:29; 11:2) or&nbsp;<strong>of Christ<\/strong>&nbsp;(1 Pet. 1:20), or to the advance knowledge that believers have by prophecy (2 Pet. 3:17). Another possible meaning is \u201cto know before the time of speaking,\u201d as in Acts 26:5. The noun is used by the LXX in Jdt. 9:6 for&nbsp;<strong>God\u2019s predeterminative foreknowledge<\/strong>&nbsp;and in Jdt. 11:19 for prophetic foreknowledge; Justin uses it similarly in Dialogue with Trypho 92.5; 39.2.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der von Dir gew\u00e4hlte Begriff \u201e<strong>Vorsehung<\/strong>\u201c (f\u00fcr&nbsp;<strong>pr\u00f3gn\u014dsis<\/strong>&nbsp;in 1. Petrus 1,2) wird im W\u00f6rterbuch Wiktionary.org so erkl\u00e4rt: \u00bb<em>Religion<\/em>: h\u00f6here Macht, die die einzelnen Ereignisse, die einem Menschen widerfahren, <strong>anordnet<\/strong> (meist letztlich zum Guten hin)\u00ab.&nbsp;Vorsehung&nbsp;bedeutet demnach <strong>Anordnung<\/strong>, nicht nur passives \u201eVorhersehen\u201c. Ich denke, das ist etwas ganz anderes, als wie Du den Begriff verwendest. <strong>So entstehen Missverst\u00e4ndnisse: wenn man Begriffen andere Inhalte gibt, als sie gew\u00f6hnlich haben, weil man eine eigene Vorstellung hineininterpretieren will. <\/strong>Daher: miteinander reden, erkl\u00e4ren, Geduld haben.<\/p>\n\n\n\n<p>(8) Dann versuchte ich Dich noch daf\u00fcr zu sensibilisieren, dass Begriffe in der Schrift (wie immer in jeder Sprache) ihren Sinn aus dem&nbsp;<strong>Kontext<\/strong>&nbsp;erhalten. Es ging um den Begriff \u201e<strong>Welt<\/strong>\u201c und um Dein Verst\u00e4ndnis von Johannes 3,16: \u201eDenn auf solche Art und Weise hat Gott die Welt geliebt, dass\u2026\u201c. Meine Erfahrung ist, dass dieser \u201eam besten bekannte Vers der Bibel\u201c sehr missverstanden wird, weil viele sich nicht die M\u00fche machen zu verstehen, was der Herr in den Versen 1 bis 15 gelehrt und klar gemacht hat. Allein zur zentralen Frage der Neugeburt gebraucht der Sohn Gottes zwei Bilder: die&nbsp;<strong>Geburt<\/strong>&nbsp;eines Menschen und den&nbsp;<strong>Wind<\/strong>. Der Sohn Gottes versucht mit beiden Metaphern\/Bildern dem Obertheologen Nikodemus klarzumachen, wie die geistliche Neugeburt, von der die Rede ist, geschieht. (Wie Fruchtenbaum ausf\u00fchrt, hatten die Rabbis damals viele Ideen, durch welche Entscheidungen oder Taten (Eheschluss, Priester werden usw.) man sich die Wiedergeburt sichern k\u00f6nne. Das war aber genau der falsche Ansatz: dass man es&nbsp;<strong><em>selbst durch eine Entscheidung oder Tat<\/em><\/strong> bewirken k\u00f6nne! <strong><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Das ist der Grundirrtum aller falschen Religionen und steht im Gegensatz zum biblischen Evangelium der Gnade. <\/span><\/strong>Bei der menschlichen Geburt ist v\u00f6llig klar, dass das Gezeugte und dann Geborene&nbsp;<strong><em>absolut keinen<\/em><\/strong>&nbsp;Beitrag zu seiner Entstehung hatte (Wie kann man das \u00fcbersehen oder missverstehen?). Im zweiten Bild (des Windes) sagt der Herr: \u201eDer Wind weht,&nbsp;<strong><em>wo ER will<\/em><\/strong>\u201c (3,8). Der Wind ist hier im Bild der Heilige Geist. Dieser bewirkt die Wiedergeburt, und zwar dort, \u201ewo <strong>ER<\/strong> will\u201c. <strong>Damit ist die Frage, auf welchen Willen es bei der Wiedergeburt ankommt, ein f\u00fcr allemal gekl\u00e4rt. <\/strong>Der Herr konnte es nicht deutlicher ausdr\u00fccken, wie mit diesen beiden Bildern. Wenn Du nun sagst: Dann war Jesus auch ein \u201eCalvinist\u201c, dann kann ich Dir nicht helfen. Wenn man Eins und Eins zusammenz\u00e4hlen kann, erkennt man doch deutlich, was der Sohn Gottes hier dem Nikodemus klarmachen will: <strong>Es kommt bei der \u201eGeburt von oben\u201c nicht auf die Taten, die Entscheidung, den Status oder den Willen des Wiedergeborenen an, sondern alleine auf den souver\u00e4nen Willen Gottes, des Heiligen Geistes.<\/strong> Wenn man das nicht sieht, wie soll dann Johannes 3,16 klar werden? Wer das Irdische nicht versteht, wie will er dann das Himmlische verstehen? (3,12) \u2013 Johannes zeigt in weiteren Aussagen auf, dass solch ein wiedergeborener Mensch dann immer auch ein glaubender Mensch ist: das ewige Leben und den rettenden Glauben gibt es niemals getrennt voneinander, Beides geh\u00f6rt stets und gleichzeitig zusammen. (Die Zeitformen der betreffenden Verben sind h\u00f6chst aufschlussreich!)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was den Begriff \u201eWelt\u201c angeht: <\/strong>Schreibe einmal alle Stellen mit \u201eWelt\u201c bei Johannes auf ein St\u00fcck Papier (oder in eine Tabelle im Rechner). Versuche dann herauszubekommen, ob es stimmt, dass \u201eWelt\u201c (\u03ba\u03cc\u03c3\u03bc\u03bf\u03c2 kosmos) <strong>immer<\/strong> \u201ealle Menschen (ohne Ausnahme)\u201c&nbsp;&nbsp;(oder was immer Du meinst) bedeutet. Meine Dir gegebenen Beispiele: 1. \u201eGott liebt die Welt\u201c, 2. \u201eLiebet nicht die Welt\u201c, 3. \u201eIch habe die Welt \u00fcberwunden\u201c oder auch 4. \u201edass er aus dieser Welt zu dem Vater gehen sollte\u201c, 5. \u201eMein Reich ist nicht von dieser Welt\u201c usw. sollten auf einen Blick deutlich machen, dass die Bedeutung des selben Wortes <strong>je nach Kontext<\/strong> unterschiedlich sein kann und sein muss. Es ist also nicht einfach und sofort zu sehen, was in Johannes 3,16 gemeint ist, wie Du meinst. Insbesondere ist die Auslegung falsch, dass dieser Vers von der <strong>Menge<\/strong>, dem <strong>Umfang<\/strong> der Liebe (und Rettung) Gottes rede. Das Wort \u201ealso\u201c ist wieder jenes griech. Wort, das eher auf <strong>eine Qualit\u00e4t und nicht auf eine Quantit\u00e4t<\/strong> hindeutet, also: <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\"><i style=\"font-weight: bold;\">\u201e<\/i><span style=\"font-weight: 600;\"><i>Von<\/i><\/span><i style=\"font-weight: bold;\"> welcher besonderen Art <strong>ist doch die Liebe Gottes, dass sie sogar f\u00fcr solche finsteren Rebellen und b\u00f6sesten Feinde, wie sie in der Welt sind,<em><strong> den einzigen, vielgeliebten Sohn<\/strong><\/em> hingibt.\u201c <\/strong><\/i><\/span>Es geht nicht um die Breite und Ausdehnung jener Liebe, sondern um ihre <strong>Tiefe<\/strong> und <strong>Qualit\u00e4t<\/strong>: Von wie weit \u201eoben\u201c sie sich bis so weit \u201eunten\u201c ausgestreckt hat. \u2013 Das soll hier erstmal gen\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie versteht unser Verband die Erw\u00e4hlung? Anders, wird gesagt. Aber wie?<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich habe interessehalber mal wieder das Glaubensbekenntnis des Verbandes daraufhin durchgesehen, was es \u00fcber die \u201eErw\u00e4hlung\u201c aussagt.&nbsp;<strong>Das Ergebnis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li><strong>Es steht \u00fcberhaupt nichts \u00fcber Erw\u00e4hlung in diesem Bekenntnis<\/strong>. Also kann man nicht behaupten: Der und die sieht es anders, als \u201ewir\u201c (eine Gemeinde des Verbandes) es sehen\/lehren. <strong>Daf\u00fcr ist offiziell nichts zu finden.<\/strong> H\u00f6chstens als eine Geheimlehre, die man nicht ver\u00f6ffentlicht hat. Warum dies so ist, wei\u00df ich nicht, aber ich schlie\u00dfe daraus zumindest, dass es keine so wichtige Frage ist, als dass man sie im Bekenntnis erw\u00e4hnen wollte.<\/li><li>Unter \u201e<strong>Erl\u00f6sung<\/strong>\u201c hingegen steht:<br>\u00bbAllein durch das eine in Ewigkeit g\u00fcltige S\u00fchnopfer Jesu Christi kann der Mensch erl\u00f6st werden. Wenn er nun sein Herz der Wirkung der g\u00f6ttlichen Gnade \u00f6ffnet, empf\u00e4ngt er Bu\u00dfe (Umkehr) zum Leben, so dass er seine S\u00fcnden erkennt, bereut, bekennt und l\u00e4sst.(Apg. 2, 37, Jes. 55, 10-11, Apg. 11, 18; 26, 18, Lk. 15, 17-21, 1. Joh. 1, 9, Jak 5, 16)\u00ab<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Schauen wir uns das einmal genauer an:<\/strong>&nbsp;Der Mensch muss also \u201esein Herz der Wirkung der g\u00f6ttlichen Gnade \u00f6ffnen\u201c, dann empf\u00e4ngt er das Heil. <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Checkt man&nbsp;<strong>die angegebenen Stellen der Schrift<\/strong>, dann steht es aber anders da.<\/span><span class=\"has-inline-color has-black-color\"> <\/span>Gehen wir die genannten Bibelstellen einmal durch:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\u00bbAls sie aber das h\u00f6rten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den \u00fcbrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Br\u00fcder?\u00ab<br>Man erkennt die Passiv-Form des Verbes \u201e(durch)dringen\u201c. Es ist nicht von einem aktiven \u00d6ffnen des Herzens die Rede, sondern davon, dass diese Botschaft ihnen durchs Herz drang. Das war \u00e4u\u00dfere Macht, die ins Innere vorstie\u00df. Und das hatte dann geistliche Auswirkungen, hier zum rechten Fragen. Die betreffenden Menschen erlebten das Durchdringen ihrer Herzen an sich, das ist der Sinn des Gebrauchs der Passiv-Form. Sie durchdrangen es nicht selbst, sie \u201e\u00f6ffneten ihr Herz auch nicht der g\u00f6ttlichen Gnade\u201c. Die Rede ist nicht von \u201e\u00d6ffnen\u201c, sondern dass da etwas durchdrungen wurde. Sie wurden \u00fcberw\u00e4ltigt durch den Geist Gottes, der in der Predigt des von Ihm gegebenen Wortes m\u00e4chtig (und hier heilsstiftend) wirksam wurde. R\u00f6mer 10 erkl\u00e4rt das genauer.<\/li><li>\u00bbDenn wie der Regen und der Schnee vom Himmel herabf\u00e4llt und nicht dahin zur\u00fcckkehrt, wenn er nicht die Erde getr\u00e4nkt und befruchtet und sie hat sprossen lassen und dem S\u00e4mann Samen gegeben hat und Brot dem Essenden, so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: Es wird nicht leer zu mir zur\u00fcckkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gef\u00e4llt, und durchf\u00fchren, wozu ich es gesandt habe.\u00ab<br>Auch hier wird nicht gesagt, dass jemand sein Herz \u00f6ffnet, sondern dass Gottes Wort wie ein Same ist, und dass es ausrichten wird, <strong>was Gott gef\u00e4llt<\/strong>, und durchf\u00fchren, <strong>wozu Gott es gesandt hat<\/strong>. Die Regie und das Handeln liegt bei Dem, der das Wort gegeben hat, Er hat die Wirkungen offenbar voll im Griff.<\/li><li>\u00bbAls sie aber dies geh\u00f6rt hatten, beruhigten sie sich und verherrlichten Gott und sagten: Also hat Gott auch den Nationen die Bu\u00dfe gegeben zum Leben.\u00ab<br>Noch klarer kann Gott nicht sagen, dass die&nbsp;<strong>Bu\u00dfe eine Gabe Gottes<\/strong>&nbsp;ist. Auch hier ist nicht die Rede von einem \u201eHerzauftun\u201c als einer rettenden Handlung des S\u00fcnders. Nein, Gott gibt die Bu\u00dfe einem Menschen, daraufhin tut dieser Mensch <strong>selbst<\/strong> Bu\u00dfe und das ist eines der sicheren Kennzeichen, dass neues Leben in jenem Menschen schon da ist.<\/li><li>\u00bb\u2026 um ihre Augen aufzutun, damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, damit sie Vergebung der S\u00fcnden empfangen und ein Erbe unter denen, die durch den Glauben an mich geheiligt sind.\u00ab<br>Auch hier ist nicht vom Auftun des Herzen die Rede, sondern davon, dass <strong>Gott<\/strong> die Augen des S\u00fcnders auftut (durch die Predigt des Evangeliums durch Paulus), <strong>damit<\/strong> sie sich bekehren (aha, das ist also der <strong>Zweck<\/strong>, das angestrebte&nbsp;<strong>Ziel<\/strong>), und <strong>damit<\/strong> sie das Heil empfangen (Vergebung, Erbe usw.). Auch hier handelt Gott aktiv im Auftun der Augen, Er \u201everleiht das Gesicht\u201c. Im selben Moment sieht der neugeborene (ehemals blinde) Mensch <strong>erstmals<\/strong> die Dinge, wie sie wirklich sind und kehrt um, glaubt, lebt im Glauben ein Heiligungsleben. Um es ganz klar zu sagen: <strong>Das Augenauftun durch Gott und das Sehen durch den Menschen ist gleichzeitig, aber das Sehen verursacht nicht das Augenauftun, sondern das Augenauftun verursacht das Sehen.<\/strong><\/li><li>Lukas 15 \u00fcberspringe ich, da es wohl nicht von Ungl\u00e4ubigen redet, immerhin ist der \u201everlorene Sohn\u201c (Welcher von beiden? Gar beide?!) immer ein Sohn des Vaters gewesen. Jesus hat aber gesagt, dass Ungl\u00e4ubige nicht S\u00f6hne Gottes des Vaters sind, sondern S\u00f6hne des Teufels, ihres Vaters (Johannes 8,44). Aber man kann behaupten, dass man dieses Gleichnis, das ja im Blick auf die herzensb\u00f6sen Pharis\u00e4er vom Herrn gesprochen wurde, zumindest evangelistisch \u201eangewendet\u201c werden kann. Die Botschaft ist sicher eine mehrfache. Jedenfalls darf ich als v\u00f6llig irregegangenes Kind Gottes wissen, dass mein himmlischer Vater mich immer noch liebend erwartet und zu vollkommener Vergebung und Aufnahme in seine Gegenwart bereit ist. Ich darf also jederzeit in Reue und Bu\u00dfe zu Ihm zur\u00fcckkehren.<\/li><li>1. Johannes 1,9 \u00fcberspringe ich auch, weil es dort um Kinder Gottes geht, die richtig mit ihren S\u00fcnden umgehen sollen, indem sie diese ihrem himmlischen Vater bekennen. Es geht hier nicht um den Richter-Gott, vor Dem ich als S\u00fcnder stehe, sondern um Gott, meinen Vater, dem ich bekenne, was ich als Sein Kind (!) wieder falsch gemacht habe. Beachtlich ist, dass hier die (v\u00e4terliche) Vergebung begr\u00fcndet wird mit \u201eso ist er treu und gerecht\u201c, und nicht mit \u201egn\u00e4dig und barmherzig\u201c, was f\u00fcr die Vergebung f\u00fcr bu\u00dfbereite S\u00fcnder gilt. Das \u201ewir\u201c, das der Kontext hier einige Verse lang schon gebraucht, macht ganz klar, dass es um Kinder Gottes geht, nicht um Heilssuchende oder Au\u00dfenstehende (oder wie man S\u00fcnder auch bezeichnen mag).<\/li><li>\u00bbBekennt nun einander die S\u00fcnden und betet f\u00fcreinander, damit ihr geheilt werdet; das inbr\u00fcnstige Gebet eines Gerechten vermag viel.\u00ab<br>Offensichtlich wird auch hier nichts davon gesagt, dass ein Mensch sein Herz \u00f6ffne. Es geht auch nicht um das Bekenntnis vor Gott, sondern \u201eeinander\u201c. Es geht um Seelsorge in kritischer Situation. Das ist jedenfalls nicht die Situation eines Ungl\u00e4ubigen, da die Bekennenden auch die Betenden sind und als \u201eGerechte\u201c bezeichnet werden, deren Gebet viel vermag, denn Gott h\u00f6rt auf den, der zerbrochenen Herzens ist.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Ich fasse zusammen:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die angegebenen Stellen reden&nbsp;<strong>nicht<\/strong>&nbsp;von Erw\u00e4hlung oder Auserw\u00e4hlung.<\/li><li>Die angegebenen Stellen reden&nbsp;<strong>nicht<\/strong>&nbsp;von einem, der \u201enun sein Herz der Wirkung der g\u00f6ttlichen Gnade \u00f6ffnet\u201c.<\/li><li>Die Stellen sagen&nbsp;<strong>etwas<\/strong>&nbsp;<strong>anderes<\/strong>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Es gibt andere Stellen, die eher etwas \u00fcber das \u201e\u00d6ffnen des Herzens\u201c reden, sie werden aber nicht aufgef\u00fchrt. Zum Beispiel&nbsp;&nbsp;Apg 16,14:&nbsp;&nbsp;\u00bbUnd eine gewisse Frau, mit Namen Lydia, eine Purpurh\u00e4ndlerin aus der Stadt Thyatira, die Gott anbetete, h\u00f6rte zu,&nbsp;<strong>deren Herz der Herr auftat<\/strong>, dass sie Acht gab auf das, was von Paulus geredet wurde.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ja, es ist&nbsp;<strong>der HERR<\/strong>, der das Herz auftut. Und&nbsp;<em>dann<\/em>&nbsp;tun wir das auch. Ohne Widerspruch, ohne Fehl. Kurze Zeit danach war sie getauft in die Nachfolge Jesu Christi\u2026 \u2013 Ich frage mich, ich frage Dich: Warum reden wir nicht so, wie das Wort der Wahrheit redet?<\/li><li>Was ein Mensch jedoch sehr gut kann, ist, das Herz zu&nbsp;<strong>verschlie\u00dfen<\/strong>&nbsp;(1. Johannes 3,17), aber in 1. Johannes 3,17 geht es nicht um das Heil und die Erl\u00f6sung, sondern um ein Erbarmen in praktischer Mildt\u00e4tigkeit, von Gottes Liebe (die im Herzen schon ausgegossen ist, R\u00f6mer 5,5) getrieben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Es gibt noch mehr Punkte, die ich ansprechen wollte, z. B. Epheser 2,8\u201310 (das grammatische \u201eProblem\u201c mit der Gabe des Glaubens; als Gabe Gottes ist dort aber unschwer das <em>gesamte<\/em> Heil zu sehen, damit nat\u00fcrlich <em>inklusive<\/em> des Glaubens), aber das ist schon unheimlich viel, ich bef\u00fcrchte viel zu viel. Die Wahrheit erfassen ist eine langwierige Angelegenheit, die viel Arbeit im Studium der Schrift und auch einige Geduld von uns fordert: \u201e<strong>Beflei\u00dfige dich<\/strong>, dich selbst Gott als bew\u00e4hrt darzustellen, als einen&nbsp;<strong>Arbeiter<\/strong>, der sich nicht zu sch\u00e4men hat, der das Wort der Wahrheit recht teilt\u201c (2. Timotheus 2,15). Wir lernen langsam, wachst\u00fcmlich. Es gibt Fragen im Leben, die kann man mit einem Kind nicht besprechen, aber sp\u00e4ter kann und sollte man es tun. Voraussetzung ist Wachstum und ein Leben, das das Wirken des Heiligen Geistes nicht d\u00e4mpft, sondern f\u00f6rdert. Denn Er ist unsere Salbung von Gott (1. Johannes 2,20.27), der uns im Wort alles klar macht, so dass wir es sehen k\u00f6nnen: \u201eWenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten\u201c (Johannes 16:13). Also sind wir&nbsp;<strong><em>ganz von Gott abh\u00e4ngig<\/em><\/strong>, gerade auch im Erkennen der Wahrheit!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir also am Sonntag <strong>in der Heiligen Schrift<\/strong> lesen, dass der Vater seine Kinder mit einer besonderen, ewigen Liebe liebt, sich zum Eigentum nimmt, dann dem Sohn gibt, damit dieser f\u00fcr genau diese als Liebesgeschenk \u201eGegebenen\u201c stirbt und ihnen ewiges Leben gibt (Johannes 17), und danach behauptet jemand, dass Gott&nbsp;<em>alle Menschen v\u00f6llig gleich liebt<\/em>, <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">dann k\u00f6nnte man verzweifeln, denn die Sprache der Schrift ist klar und die Sache ist klar<\/span>. <strong>Der Bibelstudent lernt, dass es verschiedene Arten und Weisen der Liebe Gottes gibt.<\/strong> Und genau dies festzustellen und dem nachzuforschen, rief der Apostel Johannes ja auf: <strong><em>\u201eSehet, WELCH eine Liebe\u2026\u201c!<\/em><\/strong> Nein, Gott macht einen Unterschied: Manche stehen unter Seinem Zorn und Seinem Gericht, andere hingegen in Seiner Liebe und Gerechtigkeit (Johannes 3,18; 3, 36; R\u00f6mer 5,1; 8,1 u.a.). <strong>Manche erfahren&nbsp;<em>zeitlich und begrenzt<\/em>&nbsp;Gottes Liebe, andere erfahren dar\u00fcber hinaus eine&nbsp;<em>ewige, besondere, rettende<\/em>&nbsp;Liebe<\/strong> (vgl. dazu 1. Timotheus 4,10).<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Gottes Willen braucht es in der Gemeinde das <strong>Lehramt<\/strong> (die lehrbegabten Glieder des Leibes), denn nicht alle haben diese Gabe erhalten, das macht 1. Korinther 12, Epheser 4 usw. deutlich. <strong>Lehren sollen die Lehrer, nicht die anderen.<\/strong> Jeder nach seiner Begabtheit. Eine der notwendigen Kriterien f\u00fcr das \u00c4ltestenamt ist, dass diese <strong>\u201elehrf\u00e4hig\u201c sein\u00a0m\u00fcssen<\/strong>\u00a0(Titus 1,9; 1. Timotheus 3,2). Es ist mein Gebet f\u00fcr unsere Gemeinde, dass diese Forderung Gottes erkannt und ihr nachstrebend entsprochen wird. Ist das auch Dein Gebet? Wer sind Deine Lehrer? Bist Du selbst ein Lehrer?<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz ernst: Was sind&nbsp;<strong>Deine<\/strong>&nbsp;geistlichen Gaben, die Du gebrauchst und flei\u00dfig weiter ausbildest?&nbsp;<strong><em>Und zwar zur Verherrlichung Gottes<\/em><\/strong>: \u00bb<strong>Je nachdem jeder eine Gnadengabe empfangen hat<\/strong>, dient einander damit als gute Verwalter der mannigfaltigen Gnade Gottes. Wenn jemand redet, so rede er als Ausspr\u00fcche Gottes; wenn jemand dient, so sei es als aus der Kraft, die Gott darreicht,&nbsp;<strong><span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">damit in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit ist und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.<\/span><\/strong>\u00ab (1. Petrus 4,10\u201311)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lass Dich ermutigen!<\/strong>&nbsp;Wenn Du das Herz und die Begabung eines Lehrers hast, wirst Du diesen Brief mit Interesse lesen und Dich mit ge\u00f6ffneter Bibel darauf st\u00fcrzen, diese Dinge anhand der Schrift zu untersuchen. Wenn das nicht der Fall ist, wirst Du das alles nicht wirklich verstehen (wollen) oder es eher nervig finden, evtl. als unn\u00fctz, unklar, seltsam, und wahrscheinlich nur ablehnend oder anders emotional und streitend reagieren. Zu jeder Begabung des Geistes geh\u00f6rt n\u00e4mlich auch das entsprechende <strong>Herz<\/strong>, das demgem\u00e4\u00df empfindet, passende Interessen hat und entsprechend dem Herrn und der Gemeinde dienen will. Dieses Herz gilt es rein zu erhalten, denn geduldete S\u00fcnde (z. B. \u00fcble Nachrede) f\u00fchrt dazu, dass der Geist Gottes im Leben dieses Menschen ged\u00e4mpft oder gar ausgel\u00f6scht wird. Entsprechend schwindet aber auch die Erkenntnisf\u00e4higkeit in geistlichen Dingen, denn \u00bbes ist ihm Torheit, und er <strong>kann<\/strong> es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird\u00ab (1. Korinther 2,14b). Der Apostel Paulus stellt uns zur ernsten Erw\u00e4gung und Selbstpr\u00fcfung diese Wahrheit vor die Herzen: \u00bb<strong>Und ich , Br\u00fcder, konnte nicht zu euch reden als zu Geistlichen, sondern als zu Fleischlichen, als zu Unm\u00fcndigen in Christus.<\/strong>\u00ab (1. Korinther 3,1). Daher ist diese Diskussion nicht nur eine des Verstandes, sondern des Gewissens, sie spricht uns nicht nur intellektuell, sondern auch moralisch an.<\/p>\n\n\n\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<br><br>Dein<br>Gottlieb<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\"><a href=\"applewebdata:\/\/20CDCF4D-7023-4820-9174-5C4A12EE9D6B#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Begriff der Auserw\u00e4hlung, des W\u00e4hlens bedeutet nach den griech. W\u00f6rterb\u00fcchern heraus-w\u00e4hlen, aus-w\u00e4hlen, bestimmen (f\u00fcr ein Amt), eine Wahl treffen (z. B. Strong #g1536\u201eto pick out, choose, to pick or choose out for one&#8217;s self\u201c).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jemand schrieb: \u00bbEs gibt leider sehr scharfe Prediger und Autoren, die diesen Begriff [Irrlehrer] geradezu inflation\u00e4r verwenden. Kaum weicht jemand von der eigenen, einzig richtigen Meinung ab, bekommt er das Etikett \u201eIrrlehrer\u201d umgeh\u00e4ngt. So etwas ist unbiblisch.\u00ab (Wilfried Plock, Warum ich weder Calvinist noch Arminianer bin (H\u00fcnfeld: CMD, 2017), S. 173). In einer deutschen Gemeinde &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/logikos.club\/?p=1114\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e\u00bbSeid nicht viele Lehrer\u00ab \u2013 Ein mahnender Brief an einen jungen Hei\u00dfsporn\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-1114","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hall-of-shame"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1114","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1114"}],"version-history":[{"count":69,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1114\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1575,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1114\/revisions\/1575"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1114"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1114"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logikos.club\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1114"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}